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Kenneth Neal Waltz und das iranische Atomprogramm im Nahen Osten

Title: Kenneth Neal Waltz und das iranische Atomprogramm im Nahen Osten

Term Paper , 2017 , 15 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Haci Yunus Erdal (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Mittlerweile sind über zehn Jahre vergangen seit die Internationale Atomenergie Organisation IAEA erfuhr, dass der Iran unter Missachtung der Offenlegungspflichten im Jahre 1974 eine Urananreicherungsanlage baute welche zur Herstellung von Plutonium fähig ist. Wie auch gegenüber der internationalen Gemeinschaft insgesamt vertritt der Iran auch gegenüber der IAEA stets die Position, dass sein Atomprogramm lediglich zivilen Zwecken diene. 2013 wurde der Iran durch die IAEA verdächtigt in Parchin bei Teheran mehrere Versuche mit Zündern für Atombomben durchgeführt zu haben. Zudem wurden mit der Zeit zahlreiche Installationen von Zentrifugen sowie neuen Anreicherungsanlagen durchgeführt, welche für wiederkehrende Differenzen zwischen Teheran und dem Westen sorgten. Die Vorstellung, dass der Iran irgendwann in den Besitz einer selbst hergestellten transportablen Atombombe kommen könnte, beängstigt nicht nur die Israelis, die USA und viele Europäer, sondern auch viele Nahostexperten. In Tausenden von Artikeln in Zeitungen, Zeitschriften, Magazinen sowie in vielen anderen Medien wurde das iranische Atomprogramm mittlerweile präsentiert, analysiert und beurteilt. Irans Atompläne und die Versuche der Weltgemeinschaft diese sowohl auf militärische, ökonomische oder diplomatische Weise zu stoppen gelten mittlerweile als einer der größten weltweiten Krisen im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. Es gilt als ein Konflikt mit dem Potenzial, das internationale geopolitische Machtgleichgewicht – vor allem im Nahen und Mittleren Osten - neu zu ordnen . Dies gilt vor allem deshalb, weil Irans angeblich friedliches Atomprogramm auch militärische Komponenten aufweist. So ist sich die IAEA sicher, dass der Iran bereits seit über 20 Jahren im Geheimen ein Nuklearforschungsprogramm vorangetrieben hat, welche eine enge personelle und materielle Verbindung zur iranischen Armee aufweist. Darüber hinaus wurden Dokumente zur Herstellung wichtiger Teile von Kernwaffen vom Khan-Netzwerk bezogen. Angesichts dieser im Nahen Osten politisch turbulenten Situation gilt es deshalb folgende implizierte Forschungsfrage zu beantworten, um mögliche Folgen im Nahen Osten durch die Verbreitung nuklearer Waffen transparenter skizzieren zu können:

Inwiefern ist Kenneth Waltz neorealistische Perspektive bezüglich Irans potenziellem Atomwaffenarsenal als legitim zu betrachten?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer und konzeptioneller Rahmen

2.1 Systemstruktur nach Waltz

2.2 Sicherheitsstreben und Machtbalance

3 Waltz und das iranische Atomprogramm

4 Der Iran und der Nahe Osten

4.1 Teherans Situation

5 Kritik

6 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Legitimität der neorealistischen Perspektive von Kenneth Waltz in Bezug auf das iranische Atomprogramm und analysiert, inwiefern eine atomare Bewaffnung Irans aus dieser theoretischen Sicht als stabilisierend oder destabilisierend für den Nahen Osten bewertet werden kann.

  • Neorealistische Theoriegrundlagen nach Kenneth Waltz
  • Zusammenhang zwischen nuklearer Verbreitung und internationaler Stabilität
  • Historische und sicherheitspolitische Determinanten Irans
  • Bewertung der Rolle des Irans als regionaler Akteur
  • Kontroverse Diskussionen über die Rationalität und Motivationen Irans

Auszug aus dem Buch

Waltz und das iranische Atomprogramm

Waltz Perspektive auf Irans Atomprogramm baut auf seiner generellen Überzeugung bezüglich nuklearer Verbreitung auf. Grundsätzlich begrüßt Waltz die Verbreitung von nuklearen Waffen: „[…] the measured spread of nulear weapons is more to be welcomed than feared“ (Waltz/Art 1988: 712). Mehr Atomwaffen - so Waltz grundsätzliche Einstellung -„may be better“ (Waltz 2012: 1). Ableitend aus dem vorigen Kapitel kann diese Position besser nachvollzogen werden. Zum einen hält Waltz bei der Atomwaffenfrage nochmals fest, dass Staaten in einem Selbsthilfesystem leben und ihr eigenes Schicksal möglichst selbst bestimmten möchten. Dementsprechend würden sie vernünftig und rational handeln, also keinen unüberlegten Atomkrieg auslösen, um große Kosten zu verhindern.

Waltz fügt außerdem hinzu, wieso auch kleinere Staaten ebenfalls ohne Besorgnis die Atombombe erlangen sollten: „What can lesser states do to disrupt the nuclear equilibrium if even the mighty efforts of the United States and the Soviet Union cannot shake it? The international equilibrium will endure“ (Waltz/Art 1988: 712).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die nukleare Krise um den Iran dar und definiert die Forschungsfrage, ob Kenneth Waltz neorealistische Perspektive auf Irans Atomwaffenstreben legitim ist.

2 Theoretischer und konzeptioneller Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die neorealistischen Grundprinzipien von Kenneth Waltz, insbesondere das Konzept des Selbsthilfesystems und die Bedeutung der Systemstruktur.

2.1 Systemstruktur nach Waltz: Hier wird der Fokus auf die Ebene des internationalen Systems gelegt, in der Staaten als rationale Akteure in einem anarchischen Umfeld agieren.

2.2 Sicherheitsstreben und Machtbalance: Es wird erklärt, wie strukturelle Unsicherheit Staaten zum automatischen Streben nach Machtbalance durch Aufrüstung oder Allianzbildung führt.

3 Waltz und das iranische Atomprogramm: Das Kapitel analysiert Waltz' Befürwortung der nuklearen Verbreitung und seine These, dass Atomwaffen als stabilisierendes Abschreckungsmittel fungieren können.

4 Der Iran und der Nahe Osten: Hier werden die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen des Irans und dessen historische Motivationen beleuchtet, die für das Streben nach einer Atomkraft relevant sind.

4.1 Teherans Situation: Dieses Kapitel untersucht die historischen Determinanten der iranischen Sicherheitspolitik und die durch die regionale Umgebung bedingte Wahrnehmung von Bedrohungen.

5 Kritik: Die kritische Auseinandersetzung beleuchtet Gegenpositionen, die Waltz eine Fehlinterpretation der iranischen Motivationen und eine Vernachlässigung irrationaler Entscheidungsmuster vorwerfen.

6 Schluss: Der Schlussteil fasst zusammen, dass Irans Ambitionen zwar neorealistisch erklärbar sind, eine dadurch resultierende Stabilität im Nahen Osten jedoch höchst fragwürdig bleibt.

Schlüsselwörter

Neorealismus, Kenneth Waltz, Iran, Atomprogramm, Nukleare Verbreitung, Abschreckung, Machtbalance, Sicherheitspolitik, Naher Osten, Internationale Beziehungen, Rationale Akteure, Geopolitik, Nukleare Aufrüstung, Instabilität, Regionale Sicherheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse des iranischen Atomprogramms durch die neorealistische Brille von Kenneth Waltz.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Themen sind die neorealistische Theorie, die nukleare Verbreitung, das Sicherheitsstreben von Staaten und die spezifische außenpolitische Situation Irans.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern ist die neorealistische Perspektive von Kenneth Waltz bezüglich Irans potenziellem Atomwaffenarsenal als legitim zu betrachten?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein politikwissenschaftlicher Ansatz gewählt, der theoretische Grundannahmen des Neorealismus auf die reale Fallkonstellation der iranischen Atomkrise anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis, die Anwendung der Waltz-Theorie auf den Iran, die historische Analyse von Teherans Situation und die kritische Würdigung gegensätzlicher Argumente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Machtbalance, Nuklearwaffen, Neorealismus, regionale Stabilität und iranische Sicherheitspolitik.

Warum hält Waltz die Verbreitung von Atomwaffen für stabilisierend?

Waltz argumentiert, dass Nuklearwaffen eine derartige Abschreckungskraft besitzen, dass Staaten Kriege aus Kalkül vermeiden, was zu einem stabileren internationalen Gleichgewicht führen kann.

Welche Kritik wird an der Perspektive von Kenneth Waltz geübt?

Kritiker führen an, dass Waltz die iranische Rationalität überbewertet und die Gefahr einer regionalen Isolierung Irans sowie das Potenzial für irrationale oder aggressive Entscheidungen unterschätzt.

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Details

Title
Kenneth Neal Waltz und das iranische Atomprogramm im Nahen Osten
College
University of Göttingen  (Sozialwissenschaften)
Grade
2,7
Author
Haci Yunus Erdal (Author)
Publication Year
2017
Pages
15
Catalog Number
V436468
ISBN (eBook)
9783668771581
ISBN (Book)
9783668771598
Language
German
Tags
Kenneth Neal Waltz Kenneth Waltz Kenneth N. Waltz Waltz Realismus Atomprogramm Atombombe Iran Iran
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Haci Yunus Erdal (Author), 2017, Kenneth Neal Waltz und das iranische Atomprogramm im Nahen Osten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436468
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