Durch den Import von Waren aus einem Drittland entstehen für den Importeur hohe Kosten im form von Abgaben an den Fiskus. Werden die Importierten Waren jedoch in ein Drittland weiter verkauft können diese Abgaben eingespart werden. Diese Einsparung ist möglich durch den Einsatz eines Zolllagers, wo die Ware unter gewissen Auflagen unter Zollamtlicher Überwachung als nicht Unionsware gelagert werden darf.
Ziel ist es eine Kostensenkung in extra Handelsgeschäften mit Drittlandswaren zu erwirken. Mögliche Maßnahmen entstehende Kosten zu senken ist die Vermeidung von zu entrichtenden Zöllen und Umsatzsteuern. Grade bei großen Handelsunternehmen die ausschließlich Handelswaren aus Drittländern vertreiben ist es sinnvoll solche Einsparungen vorzunehmen.
In der Einleitung der Arbeit soll zunächst das Thema der Arbeit vorgestellt und verdeutlicht werden welche Reichweite diese Thematik aufweist.
Daraufhin sollen die Grundlagen der Themenbereiche Lagerarten, Handelsarten und dem Fachbereich Zoll geschaffen werden. Auf diese Grundlagen baut der Hauptteil der Arbeit auf, der Themenbereich des Zolllagers. In diesem Teil der Arbeit soll dem Leser verdeutlicht werden welche Typen dieser Lagerform existieren und welche Bedingungen, Pflichten und Konsequenzen mit einem solchen Lager einher gehen.
Der letzte Teil der Arbeit soll mit Hilfe eines Vergleiches für ein besseres Praxisverständnis sorgen und auch auf den sinnvollen Nutzen eines solchen Lagers hinweisen, zudem wird ein Fazit gezogen werden.
Durch den Einsatz eines Zolllagers sollen Einsparung bei dem Import von Handelswaren erwirkt werden. Durch diese Einsparung ist es Unternehmen möglich mehr Handelswaren zu Importieren und eine Umsatzsteigerung, durch Erhöhung der Exportzahlen, zu erzielen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Lagerarten
2.1 Regallager
2.2 Bodenlagerung
2.3 Tanklager und Silo Lager
2.4 Freilager
3 Handelsarten
3.1 Intrahandel und die dazugehörige Intrastat
3.2 Extrahandel und die dazugehörige Extrastat
4 Zoll
4.1 Die Historische Entwicklung des Zolls
4.2 Die Zollunion und ihre Entwicklung
5 Zolllager
5.1 Funktionen des Zolllagers
5.2 Die verschiedenen Lagerarten und Typen
5.2.1 Öffentliche Zollläger
5.2.2 Private Zollläger
5.3 Bewilligung
5.4 Kontroll- und Nachweismaßnahmen
5.5 Beendigung des Zolllagerverfahrens
6 Bemessungsgrundlagen und Ersparnismöglichkeiten
6.1 Beispielrechnung für den Extrahandel mit Einsatz eines Zolllagers
6.2 Beispielrechnung für den Extrahandel ohne Einsatz eines Zolllagers
6.3 Vergleich beider Varianten
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Zolllagern als Instrument zur Kostenoptimierung in international agierenden Unternehmen. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, unter welchen Voraussetzungen der Einsatz eines Zolllagers wirtschaftlich sinnvoll ist und wie sich dieses Verfahren auf die Verzollung sowie die statistischen Meldepflichten auswirkt.
- Grundlagen des Zollwesens und der Zollunion
- Differenzierung der Handelsarten (Intrahandel vs. Extrahandel)
- Strukturen und Bewilligungsverfahren für verschiedene Zolllagertypen
- Analyse von Einsparungsmöglichkeiten durch zollrechtliche Lagerverfahren
- Praktischer Vergleich der Kostenbelastung mit und ohne Zolllagernutzung
Auszug aus dem Buch
5.1 Funktionen des Zolllagers
Wie jede Lagerart hat auch das Zolllager unterschiedliche Funktionen die es erfüllt oder erfüllen kann. Eine ausschlaggebende Funktion ist beispielsweise die Transitfunktion. Im Rahmen dieser Funktion ermöglicht das Zolllager eine Kostenreduktion in Form der Vermeidung von Einfuhrabgaben, also der Vermeidung von Zöllen, Einfuhrumsatzsteuer und gegebenenfalls der Verbrauchssteuer.
Diese Ersparnisse kommen zustande, da die importierte Ware zollrechtlich nicht in den freien Verkehr, sondern in das Zolllagerverfahren überführt wird und somit als nicht Unionsware eingelagert wird. Eine Ergänzung der Transitfunktion ist die Kreditfunktion, welche ein Zolllager ausüben kann. Mit Hilfe dieser Funktion kann dafür gesorgt werden, dass die Entstehung und die Entrichtung anfallender Einfuhrabgaben auf einen, vom Unternehmen bestimmten Termin, fallen. Diese Funktion ist in den Augen der Generalzolldirektion, unter gewissen Voraussetzungen, auch ein Grund die Bewilligung für ein Zolllager zu erteilen.
Die dritte wichtige Funktion eines Zolllagers kann die Steuerung von handelspolitischen Maßnahmen sein. Diese Funktion kommt zum Einsatz, wenn es aus handelspolitischen Gründen nicht möglich ist Waren in den Zollrechtlich freien Verkehr zu überführen. Eine Situation bei der diese Funktion zum Einsatz kommt ist beispielsweise die, dass eine Ware von der BAFA, den Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, auf die Liste der Güter für einfuhrpflichtige Waren gesetzt wird und ein Unternehmen diese Ware Importieren möchte. Um eine solche Ware zu importieren wird eine Einfuhrgenehmigung benötige. Sollte eine solche Genehmigung nicht vorliegen bietet ein Zolllager die Möglichkeit die Ware bis zum Erhalt der Genehmigung, ohne rechtliche Konsequenzen, einzulagern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Das Kapitel erläutert die Relevanz von Zoll und Außenhandel vor dem Hintergrund der Globalisierung und führt in die Problematik der Kostenreduktion durch Zolllager ein.
2 Lagerarten: Es werden verschiedene logistische Lagerarten (Regal-, Boden-, Tank- und Freilager) vorgestellt und hinsichtlich ihrer Eignung für den Betrieb als Zolllager bewertet.
3 Handelsarten: Dieses Kapitel differenziert zwischen dem innergemeinschaftlichen Intrahandel und dem Extrahandel mit Drittländern sowie den jeweiligen statistischen Meldepflichten.
4 Zoll: Hier werden die historische Entwicklung des Zolls, die Entstehung der Zollunion sowie die grundlegenden Mechanismen der Zollschuldentstehung behandelt.
5 Zolllager: Ein umfassendes Kapitel zu den Funktionen, Lagertypen, Bewilligungsvoraussetzungen, Kontrollmaßnahmen und der Beendigung des Zolllagerverfahrens.
6 Bemessungsgrundlagen und Ersparnismöglichkeiten: Dieses Kapitel erläutert die Ermittlung von Zollwert, Zollsatz und Einfuhrabgaben und stellt in Beispielrechnungen die Kosteneffizienz bei Nutzung eines Zolllagers dar.
7 Fazit: Das Fazit fasst die ökonomischen Vor- und Nachteile sowie die administrativen Hürden eines eigenen Zolllagers zusammen und gibt eine Einschätzung für die Praxis.
Schlüsselwörter
Zolllager, Außenhandel, Zollkodex, Einfuhrabgaben, Zollwert, Intrastat, Extrahandel, Bewilligungsverfahren, Transitfunktion, Kreditfunktion, Warenverkehr, Nämlichkeit, Unionsware, Drittländer, Lagerlogistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der logistischen und zollrechtlichen Sonderregelung des Zolllagers und untersucht, wie international agierende Unternehmen dadurch Kosten bei Importen aus Drittländern einsparen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Eignung verschiedener Lagerarten, die Unterscheidung von Handelsarten (Intra- und Extrahandel), das zollrechtliche Bewilligungsverfahren sowie die Berechnung von Zollabgaben.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Funktionsweise und die Vorteile eines Zolllagers zu erläutern und aufzuzeigen, wie Unternehmen durch diesen Lagerstatus Einfuhrabgaben steuern und administrative Hürden bei Importen überwinden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche zum Zollrecht und zur Logistik, ergänzt durch eine detaillierte quantitative Beispielrechnung, die den finanziellen Vorteil eines Zolllagers gegenüber einer Standardverzollung direkt gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Lager- und Handelsarten, die rechtlichen Grundlagen des Zollwesens, die administrativen Anforderungen für Zolllagerbewilligungen sowie die detaillierte Darstellung der Berechnungslogik von Zoll und Einfuhrumsatzsteuer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Zolllager, Zollkodex, Einfuhrabgaben, Drittlandswaren, Bewilligungsverfahren, Transitfunktion und Warenverkehr.
Welche Bedeutung hat das "Zoll-Cockpit" in diesem Kontext?
Das "Zoll-Cockpit" ist ein ERP-gestütztes Kontrollsystem, das Unternehmen implementieren müssen, um den Warenfluss transparent nachzuweisen und so die Bewilligung für ein Zolllager durch das Hauptzollamt zu erlangen.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Unionswaren und Nicht-Unionswaren so wichtig?
Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie bestimmt, ob für Waren Einfuhrabgaben anfallen und wie sie in der Intrastat- oder Extrahandelsstatistik gemeldet werden müssen.
Welche Rolle spielt die REACH-Verordnung bei der Nutzung eines Zolllagers?
Die Arbeit verdeutlicht, dass ein Zolllager als "Verwahrungsfunktion" dienen kann, um Waren sicher zu lagern, für die zum Zeitpunkt des Imports noch keine Genehmigungen (wie nach REACH) vorliegen, wodurch kostspielige Retouren oder Straftaten vermieden werden.
- Citation du texte
- Oliver Wiegmann (Auteur), 2018, Einsparungsmöglichkeiten im Extrahandel durch den Einsatz eines Zolllagers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/436671