Die Diplomarbeit geht der Frage nach, wie sich bei einer anklingenden Verkühlung die Verwendung westlicher Kräuter nach der TCM im Vorjahresvergleich zeigt. Dabei wurde das subjektive Befinden der Probanden im Feldversuch gegenüber den Verkühlungen aus den Vorjahren abgefragt, wobei nicht erhoben wurde, wie die Probanden Verkühlungen in den Vorjahren behandelt haben.
Eine Verkühlung aus westlicher Sicht ist eine akute Infektionskrankheit der Schleimhaut von Hals, Nase oder Bronchien. Aus Sicht der TCM dringen bei einer Verkühlung Wind und/oder Kälte in den Körper ein, wobei Feuchtigkeit dabei ein möglicher Mitverursacher sein kann. Man spricht von einer Kältekrankheit. Um eine möglichst rasche Heilung zu erreichen, greift bei einer Verkühlung die Mehrheit unserer Bevölkerung zu schulmedizinischen Präparaten.
Im Feldversuch wurden 30 Probanden mit 3 unterschiedlichen Kräuterrezepturen (für Hals, Nase und Bronchien) ausgestattet, um diese bei anklingenden Verkühlungen einzunehmen. Die Probanden gaben an, dass mit Einnahme der Kräuterrezepturen bei 70 % der aufgetretenen Verkühlungen ein besseres Befinden im Vergleich zu den Verkühlungen aus den Vorjahren festzustellen war. Des Weiteren wurde untersucht, ob das Geschlecht, ob das Alter, ob Rauchen oder ob Sport die Wirkung westlicher Kräuter beeinflusst. Ebenso galt es herauszufinden ob die Wirkung bei Menschen, die regelmäßig ein warmes gekochtes Frühstück zu sich nehmen, besser ist und ob Yang-Typen auf die Einnahme von westlichen Kräutern besser ansprechen als Yin-Typen. Die Medizin früherer Völker basierte immer auf den Naturgesetzen. Im hippokratischen Verständnis, welches in Antike und Mittelalter die Basis der akademischen Medizin war, wurde die Natur als Lebenskraft und als Heilkraft aufgefasst. Die Genesung des Patienten wurde durch die Natur bewirkt, der Arzt war lediglich Behandelnder. Mit dem naturwissenschaftlichen Ansatz, gepaart mit technischen Fortschritt und dem starken Glauben daran, wurde die Achtung vor der Natur immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse und Erkenntniszuwächse in der Chemie brachten zusehends Veränderungen der Arzneien mit sich.
Inhaltsverzeichnis
1 Abstrakt
2 Einleitung
3 Konzeption Feldversuch
3.1 Allgemeines über Erkältung
3.1.1 Erkältung aus westlicher Sicht
3.1.2 Erkältung aus Sicht der TCM
3.2 Auswahl Probanden
3.3 Auswahl der Kräuter
3.3.1 Analyse einzelner Kräuter
3.3.2 Analyse Rezepturen
3.3.3 Verwendete Kräuter
3.3.4 Einnahmeempfehlung und Mengenermittlung
3.4 Vorbereitungsarbeiten
3.4.1 Dokumente für Erstgespräch
3.4.2 Rezepturen und Zubehör
4 Durchführung Feldversuch
4.1 Erstgespräche
4.2 Schlussgespräche
4.3 Aufwand und Kosten
5 Ergebnisse
5.1 Struktur der Probanden
5.2 Struktur der Verkühlungen
5.3 Kosten der einzelnen Verkühlungen
5.4 Thesen
5.4.1 These 1: Die Kräuter verbessern das subjektive Wohlbefinden
5.4.2 These 2: Die Wirkung der Kräuter ist unabhängig vom Geschlecht
5.4.3 These 3: Die Wirkung der Kräuter ist unabhängig vom Alter
5.4.4 These 4: Die Kräuter wirken bei Yang-Typen besser und schneller als bei Yin-Typen
5.4.5 These 5: Die Kräuter wirken besser, wenn Menschen warmes gekochtes Essen frühstücken
5.4.6 These 6: Die Kräuter wirken besser bei Menschen, die Sport betreiben als bei jenen die keinen Sport betreiben
5.4.7 These 7: Die Kräuter wirken bei Nichtraucher besser als bei Raucher
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht, ob die Anwendung westlicher Kräuter gemäß der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bei einer beginnenden Erkältung zu einer schnelleren Heilung und einem verbesserten Wohlbefinden im Vergleich zu den Erfahrungen der Probanden aus früheren Jahren führt.
- Einfluss westlicher Kräuterrezepturen auf den Erkältungsverlauf
- Vergleich subjektiver Befindlichkeiten gegenüber schulmedizinischen Erfahrungen
- Zusammenhang zwischen individueller Konstitution (Yin-/Yang-Typen) und Heilungserfolg
- Bedeutung von Ernährungsgewohnheiten (warmes Frühstück) für die Widerstandskraft
- Analyse von Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Sport und Rauchen
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Erkältung aus Sicht der TCM
In der TCM wird Krankheit immer als eine Disbalance zwischen Yin und Yang gesehen. Mit Hilfe der Ba Gang (die acht Leitkriterien) ist es möglich, das vorliegende Grundmuster einer Disharmonie zu erkennen. Die acht Leitkriterien lauten: Innen – Außen, Kälte – Hitze, Leere – Fülle, Yin – Yang.
Nach Ba Gang liegt bei Erkältungskrankheiten die Ursache in der Regel „im Außen“. Dabei versucht ein pathogener Faktor von außen in den Körper einzudringen. Die sechs äußeren Faktoren sind: Wind, Kälte, Sommerhitze, Feuchtigkeit, Trockenheit, Feuer.
Bei einer Erkältung dringen Wind und/oder Kälte in den Körper ein, wobei Feuchtigkeit dabei ein möglicher Mitverursacher sein kann. Man spricht von einer Kältekrankheit.
Der eindringende pathogene Faktor versucht, so tief als möglich in den Körper einzudringen. Im „shanghanlun“ spricht man von 6 verschiedenen Stadien oder Schichten einer Krankheit. Die einzelnen von außen nach innen gehenden Schichten sind im Folgenden dargestellt und kurz erklärt:5
Zusammenfassung der Kapitel
1 Abstrakt: Diese Zusammenfassung erläutert die Forschungsfrage und das Vorgehen im Feldversuch sowie die zentrale Beobachtung eines verbesserten Befindens bei der Mehrheit der Probanden.
2 Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Thema in der Geschichte der Naturheilkunde und begründet die Motivation, die Wirksamkeit westlicher Kräuter nach TCM-Prinzipien zu erforschen.
3 Konzeption Feldversuch: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Erkältung aus westlicher und TCM-Sicht sowie die Auswahlkriterien für Probanden und Kräuter detailliert erläutert.
4 Durchführung Feldversuch: Dieses Kapitel beschreibt den praktischen Ablauf, vom Erstgespräch mit Anamnese bis hin zu den Schlussgesprächen und der Dokumentation.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die statistische Auswertung der Daten und die detaillierte Überprüfung der sieben aufgestellten Thesen zur Wirksamkeit der Kräuter.
6 Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über den Gesamterfolg der Arbeit und identifiziert weiteren Untersuchungsbedarf hinsichtlich der verschiedenen Einflussfaktoren.
Schlüsselwörter
Traditionelle Chinesische Medizin, TCM, Westliche Kräuter, Erkältung, Feldversuch, Yin-Yang, Qi, Wei Qi, Erkältungskrankheiten, Heilpflanzen, Gesundheit, Ernährung, Probandenstudie, Naturheilkunde, Immunsystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob westliche Heilkräuter, angewendet nach den Prinzipien der TCM, bei anklingenden Erkältungen eine effektive und subjektiv wahrnehmbare Heilungsunterstützung bieten.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit verknüpft westliche Phytotherapie mit chinesischer Diagnostik, beleuchtet Ernährungseinflüsse und analysiert verschiedene demografische und lebensstilbezogene Faktoren.
Was ist die primäre Zielsetzung der Studie?
Ziel ist es zu belegen, ob die Kräuterrezepturen das subjektive Befinden im Vergleich zu den Erfahrungen der Probanden aus Vorjahren verbessern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt einen empirischen Feldversuch mit 30 Probanden durch, die über einen Zeitraum hinweg ihre Erkältungssymptome und die Wirkung spezifischer Kräutertinkturen dokumentierten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Neben der theoretischen Herleitung werden die Konzeption, der Ablauf und die detaillierte Auswertung der sieben aufgestellten Thesen zu verschiedenen Einflussfaktoren dargelegt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind TCM, Wei Qi, Yin/Yang-Typisierung, Kräuterrezepturen und die Analyse des Erkältungsverlaufs unter Berücksichtigung von Lebensphasen.
Welche Rolle spielt die Ernährung im Rahmen der Studie?
Die Untersuchung prüft insbesondere die These, ob ein warmes, gekochtes Frühstück die körpereigene Energie (Qi) und damit die Heilungskraft stärkt.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Kräuterwirkung?
Das Fazit bestätigt, dass die Kräuter das subjektive Wohlbefinden bei 70 % der Fälle im Vergleich zu früheren Jahren verbessern und die durchschnittliche Krankheitsdauer verkürzen.
Gibt es Unterschiede in der Wirksamkeit bei den verschiedenen Typen?
Die Studie untersuchte Unterschiede zwischen Yin- und Yang-Typen, wobei sich zeigte, dass Yang-Typen seltener, aber bei Infektionsfall intensiver erkranken.
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- Ing. Horst Pittnauer (Author), 2018, Wirkung westlicher Kräuter nach der TCM bei einer anklingenden Verkühlung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437287