Diese Hausarbeit informiert umfassend über die Didaktik des Globalen Lernens in der Grundschule und stellt abschließend eine Doppelstunde im Fach Heimat- und Sachunterricht vor.
Krieg, Terror, Armut, Hunger, Umweltverschmutzung. Die Liste der Probleme unserer Welt ist lang. Viele dieser Probleme haben ihren Ursprung in mehreren Jahrzehnten Missmanagement, spitzen sich seitdem immer mehr zu und betreffen uns daher alle. Denn keine Naturgewalten, keine Terrororganisationen und erst recht keine Menschen, die diesem Elend entfliehen wollen, machen halt vor denen von uns festgelegten Ländergrenzen. Doch gerade die daraus resultierende Komplexität (Ursachen – Auswirkungen – Lösungen) dieser globalen Probleme macht es uns oft nicht leicht, sie in ihrer Gänze zu erfassen und zu beschreiben.
Ursachen und Auswirkungen zu kennen, ist jedoch nicht nur für solche von Nöten, die sich der Lösung dieser Probleme verschrieben haben, wie Politik oder Nichtregierungsorganisationen, sondern auch, notwendigerweise, für jeden Einzelnen von uns. Denn jeder, egal ob alt oder jung, Vorstandschefin oder Grundschulkind, kann seinen Beitrag zu einer besseren Welt leisten. Dabei spielt der Begriff des Globalen Lernens eine wichtige Rolle.
Aus diesen Vorüberlegungen hat sich die Leitfrage dieser Arbeit ergeben: Welchen Einblick haben bereits Grundschüler*innen (im Folgenden kurz SuS) in globale Zusammenhänge? Und: Wie kann mit diesem Wissen in der Schulpraxis umgegangen werden? Basis dafür ist eine im Rahmen des Globalen Lernens geplante und in einer vierten Klasse gehaltene Doppelstunde zum Thema ‚Wasserknappheit – virtuelles Wasser‘.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Globales Lernen – ein Überblick
3 Zur Umsetzung des Globalen Lernens in der Schule - allgemein
3.1 Die bildungspolitische Entwicklung des Globalen Lernens im Überblick
3.2 Comenius und das Globale Lernen
3.3 Die (Grund-)Schule im Kontext Globales Lernen
4 Vorstellung und Reflexion der Stunde
4.1 Theoretische Beschreibung der Doppelstunde
4.2 Reflexion der Doppelstunde
5 Fazit und Ausblick
6 Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wissen von Grundschüler*innen über globale Zusammenhänge und erörtert, wie dieses Wissen im Rahmen des Globalen Lernens in der Schulpraxis methodisch sinnvoll genutzt und vertieft werden kann. Anhand einer durchgeführten Doppelstunde zum Thema "Wasserknappheit – virtuelles Wasser" wird aufgezeigt, wie komplexe Themen altersgerecht vermittelt werden können.
- Grundlagen und Notwendigkeit des Globalen Lernens
- Bildungspolitische Einordnung und historische Perspektiven (Comenius)
- Didaktische Umsetzungsmöglichkeiten in der modernen Grundschule
- Praktische Durchführung einer Doppelstunde zum Thema "virtuelles Wasser"
- Reflexion über Vorkenntnisse und Handlungskompetenzen von Schüler*innen
Auszug aus dem Buch
3.3 Die (Grund-)Schule im Kontext Globales Lernen
Die heutige, moderne Grundschule erweist sich dabei gerade für diese Lernprozesse im Rahmen des Globalen Lernens als besonders ergiebig, da Lehrpersonen (im Folgenden kurz LP genannt) zum Beispiel mit einer breitgefächerten Heterogenität ihrer SuS rechnen müssen (Zeinz, 2017, S. 145). Des Weiteren gilt in der Grundschule das sogenannte Klassenleitungs oder auch Klassenlehrerprinzip: Diese vor allem in Grund- und Hauptschulen verwendete Technik meint den „[…] Einsatz von Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern mit möglichst vielen Stunden in der Klasse […]“ (Krug, 2012). Dies eröffnet der LP die Möglichkeit, ein Thema nicht nur über einen längeren Zeitraum hinweg zu behandeln, sondern es fächerübergreifend zu planen und durchzuführen. Je komplexer ein Thema im Rahmen des Globalen Lernens ist, umso fruchtbarer ist dabei diese günstige Voraussetzung (Zeinz, 2017, S. 145).
Um den SuS überhaupt ein ungestörtes (Globales) Lernen zu ermöglichen, ist das Klassenklima von entscheidender Bedeutung. Eine innerhalb dieses Bereichs noch wichtigere Rolle spielt dabei, dass Perspektiven, Meinungen und Standpunkte jedes Einzelnen wertgeschätzt werden. Günstig sind in diesem Zusammenhang auch Lernumgebungen, die für ein bestimmtes Problemfeld verschiedene Sichtweisen anbietet. Dabei stört es auch nicht, wenn diese scheinbar widersprüchlich oder ungewohnt sind (Selby & Rathenow, 2003, S. 27-29). Denn nur so lernen SuS „[…] ihre bisher entwickelten Wertvorstellungen und Sichtweisen kritisch zu hinterfragen.“ (Selby & Rathenow., 2003, S. 28). Während man als LP im Rahmen des Globalen Lernens also immer die Balance zwischen der Entdeckung der eigenen Lebenswirklichkeit und dem Erkunden fremder Perspektiven finden muss, ist ein Punkt in diesem Zusammenhang wichtig: Den SuS sollte beigebracht werden, dem, was ihnen fremd ist, stets mit Respekt zu begegnen (ebenda, S. 27).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Globale Lernen als Antwort auf komplexe Weltprobleme und formuliert die Leitfrage nach dem Vorwissen von Grundschülern sowie deren Förderung in der Schulpraxis.
2 Globales Lernen – ein Überblick: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Globalen Lernens im Kontext der Globalisierung und diskutiert dessen Bedeutung als transformatorische Pädagogik zur Ausbildung von Handlungskompetenz.
3 Zur Umsetzung des Globalen Lernens in der Schule - allgemein: Das Kapitel beleuchtet die bildungspolitische Genese des Globalen Lernens sowie historische Vorläufer bei Comenius und die spezifischen Voraussetzungen der Grundschule.
3.1 Die bildungspolitische Entwicklung des Globalen Lernens im Überblick: Hier wird der Prozess vom Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung bis hin zur didaktischen Einbindung in Curricula nachgezeichnet.
3.2 Comenius und das Globale Lernen: Der Abschnitt identifiziert zentrale pädagogische Ansätze von Comenius bezüglich Heterogenität und ganzheitlichem Lernen als historische Wegbereiter des Globalen Lernens.
3.3 Die (Grund-)Schule im Kontext Globales Lernen: Fokus liegt auf den strukturellen Vorteilen der Grundschule, wie dem Klassenlehrerprinzip, und der Bedeutung des Klassenklimas für die kritische Reflexion von Weltbildern.
4 Vorstellung und Reflexion der Stunde: Dieses Kapitel stellt das Praxisbeispiel einer Doppelstunde zum Thema Wasserknappheit und virtuellem Wasser vor und reflektiert deren Durchführung.
4.1 Theoretische Beschreibung der Doppelstunde: Detaillierte Darstellung des Kontextes, der Zielsetzung sowie des methodischen Vorgehens während der Unterrichtsstunde.
4.2 Reflexion der Doppelstunde: Kritische Auseinandersetzung mit den Erfahrungen aus der Unterrichtspraxis und den gezeigten Reaktionen der Schüler.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich des bereits vorhandenen Verständnisses von Grundschülern für globale Zusammenhänge und ein Ausblick auf weitere Vertiefungsmöglichkeiten.
6 Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Globales Lernen, Grundschule, virtuelles Wasser, Wasserknappheit, Handlungskompetenz, Heterogenität, Globalisierung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Orientierungsrahmen, Klassenlehrerprinzip, Perspektivwechsel, Didaktik, Schulpraxis, Nachhaltigkeit, Weltgesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration des Globalen Lernens in den Grundschulunterricht, um Schülern den Umgang mit komplexen globalen Zusammenhängen zu vermitteln.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf Themen wie Klima, Ökonomie, ökologische Nachhaltigkeit und speziell auf das Konzept des virtuellen Wassers.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, über welches Vorwissen Grundschüler hinsichtlich globaler Zusammenhänge verfügen und wie Lehrkräfte dieses Wissen in der Praxis aufgreifen und weiterentwickeln können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur sowie die qualitative Reflexion einer selbst durchgeführten Doppelstunde im Rahmen eines Professionalisierungspraktikums.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Globalen Lernens, die bildungspolitische Einordnung, die Betrachtung schulpraktischer Bedingungen und die detaillierte Vorstellung sowie Reflexion der Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Globales Lernen, virtuelles Wasser, Handlungskompetenz, Heterogenität und das Klassenlehrerprinzip.
Wie reagierten die Schüler auf das Thema "virtuelles Wasser"?
Die Schüler zeigten sich aufmerksam und konnten nach einer Erarbeitung des Themas den Zusammenhang zwischen Produktion und Wasserverbrauch in eigenen Worten korrekt wiedergeben.
Welche Bedeutung haben die Lernplakate in der durchgeführten Stunde?
Die Plakate dienten als Methode zur Festigung des Wissens und ermöglichten den Schülern, eigene Lösungsansätze wie den bewussteren Fleischkonsum oder regionalen Einkauf kritisch zu formulieren.
Welche Rolle spielt Comenius in der theoretischen Herleitung?
Comenius dient als historischer Beleg dafür, dass Forderungen nach einem ganzheitlichen Umgang mit Heterogenität in der Schule bereits vor Jahrhunderten existierten und heute noch aktuell sind.
- Citation du texte
- Jonas Wicklein (Auteur), 2017, SchülerInnen und Globales Lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437298