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Inklusion in der Kinder- und Jugendliteratur

Titre: Inklusion in der Kinder- und Jugendliteratur

Thèse de Master , 2018 , 69 Pages , Note: 1,6

Autor:in: B.A. Sarah Müller (Auteur)

Philologie Allemande - Divers
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Aber auch wenn Begriffe wie Integration, Normalisierungsprinzip oder eben Inklusion an Bedeutung gewonnen haben, sind wir leider noch weit entfernt von einer Gesellschaft, die geprägt ist von Toleranz, Respekt und Anerkennung der Vielfalt ihrer Mitglieder. Es ist notwendig sich darüber Gedanken zu machen, wie negativen Einstellungen gegenüber Menschen, die ‚anders‘ sind, begegnet und entgegengewirkt werden kann, um der Idee eines offenen und aufrichtigen Miteinanders einen Schritt näher zu kommen und Inklusion möglich zu machen.

Diese Arbeit beschäftigt sich damit, welchen Beitrag der Literaturunterricht in der Schule vielleicht dazu beitragen kann. In welcher Form werden Heterogenität und Differenz aufgegriffen und dargestellt? Welche Thematiken werden angesprochen?

Auf Basis der von Reich erstellten fünf notwendigen Standards der Inklusion werden die Standards „Chancengerechtigkeit von Menschen mit Behinderung herstellen“, „Ethnokulturelle Gerechtigkeit ausüben und Antirassismus stärken“ und Geschlechtergerechtigkeit herstellen und Sexismus ausschließen“ im Folgenden genauer betrachtet. Zuerst soll noch einmal erläutert werden, was Inklusion bedeutet. Danach werden die drei genannten Standards dargestellt, gefolgt von einer Analyse von je zwei Jugendbüchern, die die jeweilige Thematik aufgreifen. Zum Schluss folgt dann ein Fazit, ob und welchen Beitrag Jugendliteratur zur Grundthematik Inklusion leisten kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was bedeutet Inklusion?

3. Standards der Inklusion am Beispiel ausgewählter Jugendliteratur

3.1. Chancengerechtigkeit von Menschen mit Behinderung herstellen

3.1.1. Relevanz des Themas

3.1.2. Behinderung in der Jugendliteratur

3.1.3. Kurzvorstellung der Jugendbücher Halbe Helden und Freak City

3.1.4. Analyse der Romane

3.2. Ethnokulturelle Gerechtigkeit ausüben und Antirassismus stärken

3.2.1. Definition Rassismus

3.2.2. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit als aktuelle Themen

3.2.3. Kurzvorstellung der Jugendbücher Schattensommer und Es war einmal Aleppo

3.2.4. Analyse der Romane

3.3. Geschlechtergerechtigkeit herstellen und Sexismus ausschließen

3.3.1. Relevanz des Themas

3.3.2. Gender und Sexismus

3.3.3. Kurzvorstellung der Jugendbücher Boy2Girl und emmaboy tomgirl

3.3.4. Analyse der Romane

3.4. Diversität in den sozialen Lebensformen zulassen und Diskriminierungen in den sexuellen Orientierungen verhindern

3.5. Sozio-ökonomische Chancengerechtigkeit erweitern

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Beitrag des Literaturunterrichts zur Förderung inklusiver Werte in der Schule. Basierend auf den fünf Inklusionsstandards von Kersten Reich analysiert die Autorin, wie zeitgenössische Jugendbücher Heterogenität und Differenz thematisieren, um Vorurteile abzubauen und ein offenes Miteinander zu fördern.

  • Darstellung von Menschen mit Behinderung in der Jugendliteratur.
  • Umgang mit Rassismus und ethnokultureller Gerechtigkeit.
  • Hinterfragung von Geschlechterrollen und Sexismus.
  • Rolle von Literatur bei der Sensibilisierung für gesellschaftliche Vielfalt.

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Behinderung in der Jugendliteratur

„Auch heute [noch] lassen sich Kinder […] [und Jugendliche] von Büchern fesseln, sie versinken in ihnen und sind bestrebt, dieses Erlebnis so oft wie möglich zu wiederholen“24. Einen wichtigen Grund für diese Faszination eines Buches stellt der zentrale Held dar.25 Dieser Held verändert sich jedoch mit der Zeit. Die jeweils dominierend Normen und Werte einer Gesellschaft verändern den Anspruch und die Funktion der Literatur und beeinflussen somit auch die Autorinnen und Autoren von Kinder- und Jugendbüchern. Aus diesem Grund ist auch die Darstellung von Behinderung in der Jugendliteratur immer variabel und unter anderem abhängig vom Welt-und Menschenbild der jeweiligen Zeit und Kultur.26

Während die Kinder- und Jugendliteratur früher fast ausnahmslos als Schonraum angesehen wurde und den Kindern und Jugendlichen deshalb eine zensierte Welt vorführte, hat es sich die so genannte problemorientierte Kinder- und Jugendliteratur ab den 1970er Jahren zur Aufgabe gemacht, den Lesern in ihren Büchern die Welt so zu zeigen, wie sie tatsächlich ist.27 Somit waren plötzlich auch Themen, wie Generationenkonflikt, Armut, Tod oder Gewalt in der Kinder- und Jugendliteratur vorzufinden. Auch das Thema Behinderung, mit Kindern mit Behinderungen als zentrale Helden, fand nun Einzug in die Literatur für Kinder und Jugendliche. Dabei wurde die Darstellung von Menschen mit Körper- und Sinnesbeeinträchtigung bevorzugt, was am gesellschaftlichen Verständnis von Behinderung liegen kann, „nach dem Beeinträchtigungen in erster Linie anhand von Visibilität und funktionalen Kommunikationsproblemen markiert werden“.28

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Relevanz des Inklusionsbegriffs im schulischen Kontext ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Beitrag des Literaturunterrichts zur Aufarbeitung von Differenz und Heterogenität.

2. Was bedeutet Inklusion?: Dieses Kapitel definiert Inklusion über die pädagogische Erziehung hinaus als gesamtgesellschaftlichen Auftrag zur Wertschätzung von Vielfalt und zur Vermeidung von Diskriminierung.

3. Standards der Inklusion am Beispiel ausgewählter Jugendliteratur: Der Hauptteil analysiert anhand der von Kersten Reich definierten Standards drei zentrale Bereiche der Inklusion und prüft diese anhand von jeweils zwei aktuellen Jugendbuchbeispielen.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Literatur als mächtiges Medium dienen kann, um emotionale Perspektiven zu eröffnen und Jugendlichen dabei hilft, Stereotype zu hinterfragen und eine wertschätzende Haltung gegenüber Vielfalt zu entwickeln.

Schlüsselwörter

Inklusion, Jugendliteratur, Literaturunterricht, Chancengerechtigkeit, Behinderung, Rassismus, Geschlechterrollen, Sexismus, Diversität, Sozialisation, Identitätsbildung, Antirassismus, Differenz, gesellschaftliche Teilhabe, Vorurteile.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie zeitgenössische Kinder- und Jugendliteratur dazu beitragen kann, den Inklusionsgedanken im Schulunterricht zu fördern und Vorurteile gegenüber marginalisierten Gruppen abzubauen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen den Umgang mit Behinderung, ethnokulturelle Gerechtigkeit und Rassismus sowie Geschlechtergerechtigkeit und Sexismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, auf Basis der fünf Standards von Kersten Reich aufzuzeigen, wie literarische Texte als Modell für Inklusion dienen und Identifikationsangebote für ein respektvolles Miteinander bieten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Fundierung durch einschlägige Literatur und führt im Hauptteil eine detaillierte textanalytische Untersuchung ausgewählter Jugendromane durch.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Im Hauptteil werden jeweils zwei Jugendbücher pro Standard analysiert, wobei Erzählstruktur, Darstellung der Charaktere und die Reflexion von Diskriminierung im Fokus stehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Inklusion, Jugendliteratur, Chancengerechtigkeit, Diversität und der Abbau von Diskriminierung.

Wie werden Gehörlosigkeit und Down-Syndrom in den Romanen Freak City und Halbe Helden dargestellt?

Beide Bücher verzichten weitgehend auf stereotype Strickmuster und stellen die betroffenen Jugendlichen als Individuen dar, die aktiv ihren Platz in der Welt suchen.

Wie trägt Literatur zur Überwindung von Rassismus bei, wie in Schattensommer und Es war einmal Aleppo thematisiert?

Literatur ermöglicht den Lesern einen Perspektivwechsel, indem sie die Hintergründe von Migration und die Gefahren rechter Ideologien erfahrbar macht und so zur eigenen Meinungsbildung anregt.

Welchen Einfluss hat der Geschlechtertausch auf die Protagonisten in Boy2Girl und emmaboy tomgirl?

Der Rollentausch zwingt die Figuren dazu, die sozialen Erwartungen an ihr „neues“ Geschlecht zu erfahren, was zu einer reflektierten Auseinandersetzung mit Identität und den Grenzen von Rollenbildern führt.

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Résumé des informations

Titre
Inklusion in der Kinder- und Jugendliteratur
Université
University of Siegen
Note
1,6
Auteur
B.A. Sarah Müller (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
69
N° de catalogue
V437500
ISBN (ebook)
9783668787162
ISBN (Livre)
9783668787179
Langue
allemand
mots-clé
inklusion kinder- jugendliteratur
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
B.A. Sarah Müller (Auteur), 2018, Inklusion in der Kinder- und Jugendliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437500
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