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Die Vorsorgevollmacht bei einwilligungsfähigen Volljährigen

Hindernisse und Lösungsmöglichkeiten

Title: Die Vorsorgevollmacht bei einwilligungsfähigen Volljährigen

Bachelor Thesis , 2017 , 88 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Rene Heinze (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen dieser Arbeit wird untersucht, wo die Hindernisse zur Erstellung einer Vorsorgevollmacht liegen und unter welchen Bedingungen diejenigen eine erstellen würden, die das bisher noch nicht getan haben.
Es bestehen für einen einwilligungsfähigen Volljährigen Möglichkeiten, die ihn im Falle einer psychischen Krankheit, einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung und einhergehenden Einwilligungsunfähigkeit in die Lage versetzen, seinen Willen für diese Zeit deutlich zu machen und willensgesteuerte Entscheidungen zu treffen. Diese Möglichkeit wird jedoch nur in einem geringen Maße wahrgenommen. Belegt wurde dies in einer vorangegangenen Projektstudienarbeit, bei der im Rahmen einer quantitativen Studie ermittelt wurde, dass nur 10,6 % aller Befragten eine Vorsorgevollmacht besitzen und daraus resultierend auf der Grundlage eigener Lebens- und Wertevorstellungen die Lebenszeit im Falle einer eintretenden Einwilligungsunfähigkeit im Vorfeld gestalteten.

In einem krassen Gegensatz zu diesem Wert steht, dass jedoch nur 15,3 % der befragten Menschen Entscheidungen zu spezifischen Bedürfnissen im Falle einer mit einer Einwilligungsunfähigkeit einhergehenden Erkrankung einem rechtlichen Betreuer überlassen möchten. Dieser deutliche Widerspruch stellt dar, dass 84,7 % der befragten Menschen diese Zeit auf der Basis eigener Lebens-und Wertevorstellung verbringen möchten, aber lediglich 10,6 % von ihnen dafür durch die Erstellung einer Vollmacht Vorsorge getroffen haben.

In einer Studie auf der Grundlage einer quantitativen Befragung werden fokussiert die Ursachen ermittelt, die für die Erstellung einer Fixierung dieser Wünsche hinderlich sind. Gleichzeitig wird nachgefragt, unter welchen Voraussetzungen diese Menschen eine Vorsorgevollmacht erstellen würden. Es werden Teilfragen und Thesen herausgearbeitet, die mit den Erkenntnissen dieser Arbeit bestätigt oder widerlegt werden.

Das geschieht in Begleitung der wesentlichen theoretischen Grundlagen zur Vorsorgevollmacht, Selbstbestimmung und rechtlicher Betreuung, um das Zusammenwirken dieser Informationsbereiche zu erläutern. Die Ergebnisse, unterteilt nach Alter, Geschlecht, Bildungsabschluss und familiärem Status liefern einen Überblick über die derzeitige gesellschaftliche Sichtweise und dienen als Beratungs- und Entscheidungshilfe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielstellung

1.3 Methoden und Material

1.4 Vorliegende Studien

1.5 Aufbau der Arbeit

2 Informationen

2.1 Epidemiologie und demografischer Wandel

2.2 Selbstbestimmung

2.3 Begriff der Vorsorgevollmacht

2.3.1 Zweck und Wesen der Vorsorgevollmacht

2.3.2 Innen- und Außenverhältnis

2.3.3 Betroffener Personenkreis und zugrundeliegende Krankheitsbilder

2.3.4 Voraussetzung der Vorsorgevollmacht

2.3.5 Auswahl Bevollmächtigter

2.3.6 Aufgabenkreise

2.3.6.1 Vermögenssorge

2.3.6.2 Gesundheitssorge

2.3.6.3 Aufenthaltsbestimmung und Unterbringung

2.3.6.4 Sonstige Angelegenheiten

2.3.7 Wirksamkeitsbedingungen

2.3.8 Kosten der Vorsorgevollmacht

2.3.9 Abgrenzung zur Patientenverfügung

2.3.10 Abgrenzung zur Betreuungsverfügung

2.3.11 Formvorschriften der Vorsorgevollmacht

2.3.12 Aufbewahrung, Hinterlegung und Mitteilung

2.4 Rechtliche Betreuung

2.4.1 Betreuerbestellung

2.4.2 Betreuerauswahl

2.4.3 Betreuer: Pflichten, Rechte und Aufgaben

2.4.4 Grenzen der rechtlichen Handlungsbefugnisse

3 Darstellung der Teilnehmer der Befragung

4 Empirische Untersuchung zu möglichen Hindernissen bei der Vorsorge

4.1 Auswertung Fragebogen Teil 1

4.2 Auswertung Fragebogen Teil 2

4.3 Auswertung Fragebogen Teil 3

4.4 Übergreifende Auswertungen

4.5 Ergebnisse und Diskussion

4.5.1 Diskussion Teilfrage 1

4.5.2 Diskussion Teilfrage 2

4.5.3 Diskussion Teilfrage 3

4.5.4 Diskussion Teilfrage 4

5 Entwicklung einer Handlungsanleitung

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hindernisse, die eine Erstellung einer Vorsorgevollmacht verhindern, und ermittelt unter welchen Bedingungen sich die Bevölkerung eher zur Erstellung einer solchen Verfügung bereit erklären würde.

  • Epidemiologie und demografischer Wandel
  • Rechtliche Grundlagen der Vorsorgevollmacht und rechtlichen Betreuung
  • Quantitative empirische Untersuchung zu Vorsorgehemmnissen
  • Analyse von Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht und Bildung
  • Entwicklung eines Konzepts zur digitalen Umsetzung einer Vorsorgevollmacht

Auszug aus dem Buch

Innen- und Außenverhältnis

Speziell von einer Vorsorgevollmacht spricht man, wenn die künftige Hilfsbedürftigkeit des Betroffenen der Anlass für eine Vollmachtserteilung ist (Rudolf et al. 2015, S. 6). Denn für die Wirksamkeit einer Vollmacht nach § 166 BGB ist es unerheblich, welcher Anlass oder welches Motiv der Erteilung der Vollmacht zu Grunde liegen. „Wurde eine Vorsorgevollmacht erteilt, sind zwei Rechtsverhältnisse zu unterscheiden“ (Ramstetter/Hecker 2017, S. 20).

Burchardt betont durch das abstrakte Wirken der Vollmacht die Notwendigkeit, „... im Innenverhältnis die Rechte und Pflichten des Bevollmächtigten festzulegen, wodurch der Vollmachtnehmer grundsätzlich an die Wünsche des Vollmachtgebers gebunden ist (Burchardt 2010, S. 40). Das wird Innenvollmacht genannt, weil die eigentliche Bevollmächtigung dem Bevollmächtigten gegenüber erklärt wird. Es regelt und festigt die Rechtsbeziehung zwischen dem Bevollmächtigten und dem Vollmachtgeber (Abbildung 2). Es entsteht ein Auftragsverhältnis nach den §§ 662 ff. BGB mit Erteilung der Vollmacht. „Wird die Vorsorgevollmacht entgeltlich geführt, liegt ein Geschäftsbesorgungsvertrag nach § 675 BGB zugrunde“ (Ramstetter/Hecker 2017, S. 21).

Von Außenvollmacht spricht man, wenn gegenüber dem Dritten die Bevollmächtigung erklärt wird, zum Beispiel einer Bank.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung, die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise und den Aufbau der Arbeit.

2 Informationen: Hier werden die theoretischen Grundlagen zum demografischen Wandel, dem Selbstbestimmungsrecht und den rechtlichen Aspekten der Vorsorgevollmacht sowie der rechtlichen Betreuung vermittelt.

3 Darstellung der Teilnehmer der Befragung: Dieses Kapitel beschreibt die demografische Zusammensetzung der für die Studie befragten Personengruppe.

4 Empirische Untersuchung zu möglichen Hindernissen bei der Vorsorge: Hier werden die Ergebnisse der drei Fragebogenteile ausgewertet, grafisch dargestellt und im Hinblick auf die Forschungsfragen diskutiert.

5 Entwicklung einer Handlungsanleitung: In diesem Abschnitt wird basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen ein Konzept für eine digitale Vorsorgelösung entwickelt.

6 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung der Vorsorgevollmacht für die Sicherung der Selbstbestimmung im Krankheitsfall.

Schlüsselwörter

Vorsorgevollmacht, Selbstbestimmung, rechtliche Betreuung, Patientenverfügung, demografischer Wandel, Betreuungsrecht, digitale Vorsorge, Bürgerportal, Vorsorgeregister, Betreuungsverfügung, Vorsorgehemmnisse, Bevollmächtigung, Rechtsfähigkeit, Handlungsfähigkeit, Online-Vorsorge

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum viele Menschen trotz der Möglichkeiten zur Vorsorge keine Vorsorgevollmacht erstellen, und analysiert, welche Maßnahmen die Erstellungsbereitschaft erhöhen könnten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit verknüpft rechtliche Grundlagen des Betreuungsrechts und der Vorsorgevollmacht mit einer empirischen Erhebung zu Barrieren und dem Potenzial digitaler Verwaltungslösungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wo die Hindernisse für die Erstellung einer Vorsorgevollmacht liegen und unter welchen Bedingungen die Bevölkerung bereit wäre, eine solche zu verfassen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor führt eine quantitative empirische Untersuchung mittels eines Online-Fragebogens durch, um Daten über die Gründe gegen die Vorsorgeerstellung zu sammeln.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Teil zu rechtlichen Rahmenbedingungen und einen empirischen Teil, der die Hindernisse der Zielgruppe statistisch analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Vorsorgevollmacht, Selbstbestimmung, rechtliche Betreuung und digitale Vorsorgelösungen charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung laut der Untersuchung?

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass ein zentrales, geschütztes Online-Portal zur Erstellung und Verwaltung von Vorsorgevollmachten das am höchsten bewertete Argument für eine künftige Erstellung ist.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Bildungsstand und der Erstellung einer Vorsorgevollmacht?

Die Studie deutet darauf hin, dass ein niedrigerer Bildungsstand oft mit einem größeren Informationsdefizit bezüglich der Konsequenzen bei fehlender Vollmacht korreliert.

Wie stehen Angehörige zur automatischen Vertretung im Notfall?

Viele Befragte gehen fälschlicherweise davon aus, dass Angehörige im Notfall automatisch rechtlich entscheidungsbefugt sind, was eines der Haupthindernisse für die aktive Erstellung einer Vorsorgevollmacht darstellt.

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Details

Title
Die Vorsorgevollmacht bei einwilligungsfähigen Volljährigen
Subtitle
Hindernisse und Lösungsmöglichkeiten
College
Steinbeis University Berlin
Grade
1,2
Author
Rene Heinze (Author)
Publication Year
2017
Pages
88
Catalog Number
V438263
ISBN (eBook)
9783668785380
ISBN (Book)
9783668785397
Language
German
Tags
Vorsorgevollmacht Hindernisse Lösungsmöglichkeiten Familie Unwissenheit Automatismus digitale Vorsorgevollmacht Selbstbestimmung Selbstbestimmungsrecht Bürgerportal Berufsbetreuer rechtliche Betreuung Ursache Entscheidungshilfe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rene Heinze (Author), 2017, Die Vorsorgevollmacht bei einwilligungsfähigen Volljährigen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438263
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