Im Süden der Arabischen Halbinsel, in der Republik Jemen und im Sultanat Oman, leben rund 200.000 Araber, deren Muttersprache nicht das Arabische ist, sondern die eine oder andere Sprache aus einer Gruppe, die wir heute als neusüdarabische Sprachen bezeichnen. Es gibt sechs MSA-Sprachen: Mehri (M), Harsūsi (H), Bathari (B), Hobyōt (Hb.), Jibbali (Jib.) und Soqotri (S). In der vorliegenden Arbeit wird die Geschichte der Entdeckung und Erforschung dieser in Europa wenig bekannten Sprachen nachgezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Stellung der MSA-Sprachen in der semitischen Sprachfamilie
3 Überblick über die Forschungsgeschichte
4 Die einzelnen MSA-Sprachen
4.1 Mehri
4.2 Ḥarsūsi
4.3 Baṭḥari
4.4 Hobyōt
4.5 Jibbali
4.6 Soqoṭri
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die Forschungsgeschichte sowie die sprachwissenschaftliche Einordnung der neusüdarabischen Sprachen (MSA-Sprachen). Ziel ist es, die Entwicklung der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu diesen Sprachen darzustellen und deren linguistische Klassifikation innerhalb der semitischen Sprachfamilie kritisch zu beleuchten.
- Historische Entwicklung der Erforschung der MSA-Sprachen
- Linguistische Klassifizierung und die Stellung der MSA-Sprachen im semitischen Stammbaum
- Detaillierte Vorstellung der sechs spezifischen MSA-Sprachen
- Kritische Würdigung der wichtigsten Quellen und Forschungsbeiträge
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Im Süden der Arabischen Halbinsel, in der Republik Jemen und im Sultanat Oman, leben rund 200.000 Araber, deren Muttersprache nicht das Arabische ist, sondern die eine oder andere Sprache aus einer Gruppe, die wir heute als neusüdarabische Sprachen bezeichnen. Der Eintrag auf der deutschsprachigen Wikipedia-Seite lautet: „Neusüdarabische Sprachen“; auf der englischen Seite finden wir hier „Modern South Arabian languages“, „Langues sudarabiques modernes“ auf der französischen, „Lenguas sudarábigas modernas“ auf der spanischen, „Lingue sudarabiche moderne“ auf der italienischen und „Современные южноаравийские языки“ auf der russischen Seite.
In der wissenschaftlichen Literatur ist dafür die Abkürzung MSAL gebräuchlich geworden. Die Gruppe gehört zu den westsemitischen Sprachen. Trotz der engen Verwandtschaft mit anderen westsemitischen Sprachen ist der Abstand zwischen den einzelnen MSA-Sprachen und dem Arabischen so groß, dass eine Verständigung zwischen Sprechern der einzelnen MSA-Sprachen und Sprechern des Arabischen nicht möglich ist.
Die MSA-Sprachen weisen viele Gemeinsamkeiten mit den semitischen Sprachen Äthiopiens (wie zum Beispiel Amharisch, Tigrinya und Silt’e) auf. Ihr Zusammenhang mit den altsüdarabischen Sprachen wird indessen noch diskutiert. Wegen dieses zur Gruppe der altsüdarabischen Sprachen (aber auch zum Arabischen) nicht allzu engen Verhältnisses finden wir in der Literatur den Hinweis, dass die Bezeichnung als neusüdarabische Sprachen, weil sie irreführend sein könnte, eine unglückliche ist.
Es gibt sechs MSA-Sprachen: Mehri (M), Ḥarsūsi (Ḥ), Baṭḥari (B), Hobyōt (Hb.), Jibbali (Jib.) und Soqoṭri (S). Für Jibbali findet man auch die Bezeichnungen Ehhkili, Eḫkli, Šhawri, Šxawri, Šḥeri, Śḥeri, Qarāwi. Mehri, Jibbali und Soqoṭri haben ihrerseits wieder eine Anzahl Dialekte. Das Vorkommen der MSA-Sprachen ist eingeschränkt auf den östlichen Jemen, den westlichen Oman und die Inselgruppen Soqoṭra und Kuria Muria. Keine der MSA-Sprachen hat eine Schrifttradition.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der neusüdarabischen Sprachen ein, definiert die Gruppe und grenzt sie sprachwissenschaftlich vom Arabischen ab.
2 Die Stellung der MSA-Sprachen in der semitischen Sprachfamilie: Es wird die interne Klassifikation der semitischen Sprachen diskutiert, wobei die Einordnung der MSA-Sprachen als unabhängiger Zweig der westsemitischen Sprachen im Zentrum steht.
3 Überblick über die Forschungsgeschichte: Der Abschnitt skizziert chronologisch die wichtigsten wissenschaftlichen Expeditionen und Studien, beginnend im 19. Jahrhundert bis hin zu modernen linguistischen Analysen.
4 Die einzelnen MSA-Sprachen: Dieses Kapitel widmet sich detailliert den sechs Einzelsprachen (Mehri, Ḥarsūsi, Baṭḥari, Hobyōt, Jibbali, Soqoṭri) und deren jeweiliger geografischer Verbreitung sowie soziolinguistischen Besonderheiten.
Schlüsselwörter
Neusüdarabische Sprachen, MSA-Sprachen, Semitistik, Sprachgeschichte, Mehri, Jibbali, Soqoṭri, Ḥarsūsi, Baṭḥari, Hobyōt, Linguistik, Südarabien, Semitische Sprachfamilie, Feldforschung, Arabische Halbinsel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Erforschung und Klassifizierung der neusüdarabischen Sprachen, einer spezifischen Sprachgruppe auf der Arabischen Halbinsel.
Welche Sprachen werden als MSA-Sprachen zusammengefasst?
Es handelt sich um sechs Sprachen: Mehri, Ḥarsūsi, Baṭḥari, Hobyōt, Jibbali und Soqoṭri.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme der Forschungsgeschichte sowie eine fundierte Einordnung dieser Sprachen in den semitischen Sprachbaum.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und wertet historische sowie moderne linguistische Publikationen aus, um den Wissensstand zusammenzufassen.
Welche Themen bilden den Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einordnung in die semitische Sprachfamilie, eine historische Abfolge der Forschungsbemühungen und eine detaillierte Beschreibung der sechs Einzelsprachen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Neben der zentralen Bezeichnung "MSA-Sprachen" sind Begriffe wie Semitistik, Sprachgeschichte und die Namen der einzelnen Sprachen sowie die geografischen Räume wie Dhofar oder Soqoṭra essenziell.
Warum wird die Bezeichnung "neusüdarabisch" teilweise kritisch gesehen?
Weil die Verbindung zu den altsüdarabischen Sprachen wissenschaftlich diskutiert wird und die Bezeichnung bei einem nicht engen Verwandtschaftsverhältnis irreführend wirken kann.
Welche Rolle spielt die österreichische Akademie der Wissenschaften für das Thema?
Die Akademie organisierte wichtige Expeditionen nach Südarabien um 1898, deren Ergebnisse maßgeblich zur Grundlagenforschung der Sprachen beitrugen.
Gibt es bei den MSA-Sprachen eine einheitliche Schriftkultur?
Nein, laut dem Text verfügt keine der sechs MSA-Sprachen über eine eigene Schrifttradition.
Welche Sprache der Gruppe wurde erst sehr spät entdeckt?
Die Sprache Hobyōt wurde erst im Jahr 1985 als eigenständige Sprache innerhalb der Gruppe identifiziert.
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- Mag. Siegfried Höfinger (Autor), 2018, Einige Beobachtungen zur Forschungsgeschichte der MSA-Sprachen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438682