Sprachförderung im Kindergarten

Warum der Kindergarten, besonders für mehrsprachige Kinder, eine große Rolle spielt


Hausarbeit, 2014
10 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mehrsprachigkeit
a) Definition: „Mehrsprachigkeit“
b) Arten der Mehrsprachigkeit

3. Sprachförderung ausländischer Kinder – warum?

4. Wege der Sprachförderung

5. Hemmende Situationen

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

Sowohl im Alltag, als auch in den Medien, wird man tagtäglich mit anderen Kulturen und Sprachen konfrontiert. Menschen aus den verschiedensten Kontinenten und Erdteilen kommen zusammen, sodass man daraus schließen kann, dass unsere Gesellschaft vielfältiger geworden ist. Diese Vielfältigkeit an Kulturen und Sprachen findet man auch im Kindergarten.

Den Beweis führt die Frühpädagogik-Expertin Oberhuemer in ihrer Fachlektüre an und zeigt auf, dass in den 14 besuchten Tageseinrichtungen in München rund 40 verschiedene Nationalitäten vertreten sind. (vgl. Ulich/Oberhuemer/Soltendieck 2005, S. 13)

Neben vielen Vorteilen birgt diese Vielfältigkeit jedoch die Herausforderung der Sprachentwicklung für die Kinder. Sprachförderung ist somit ein gängiges Thema in Kindergärten. Damit soll gewährleistet werden, dass mehrsprachig aufwachsende Kinder verstärkten Zugang zur deutschen Sprache erhalten.

Die folgende Arbeit geht somit der Frage nach, wie wichtig der Kindergartenbesuch für ein mehrsprachig aufwachsendes Kind bezüglich der Sprachförderung ist.

Um diese Frage zu beantworten, wird zu Beginn der Begriff „Mehrsprachigkeit“ definiert. Des Weiteren wird aufgezeigt, welche Arten von Mehrsprachigkeit man unterscheiden kann. Darauf aufbauend soll gezeigt werden, welche Möglichkeiten der Sprachförderung es gibt und welche Gegebenheiten hemmend wirken.

Das Thema wurde mithilfe der Literaturrecherche bearbeitet.

2. Mehrsprachigkeit

a) Definition: „Mehrsprachigkeit“:

Die Sprachtherapeutin Triarchi-Herrmann führt aus, dass sich der Begriff „Mehrsprachigkeit“ laut Wissenschaftlern vielfach definieren lässt. Sie selbst versteht darunter allgemein ausgedrückt, dass zwei oder mehr Personen, die unterschiedliche Sprachen sprechen, kommunizieren. Vorrausetzung ist, dass einer der beiden über Kenntnisse der jeweils anderen Sprache verfügen sollte. Anders gesagt ist Mehrsprachigkeit die Fähigkeit, sich problemlos mündlich oder schriftlich in einer Zweitsprache auszudrücken. (vgl. Triarchi-Herrmann 2012, S. 14-16)

Im Fall von Kleinkindern legt man hier den Fokus auf die mündliche Zweisprachigkeit, da die Kinder im Kindergarten noch nicht in der Lage sind zu schreiben.

b) Arten der Mehrsprachigkeit

Wenn vom Spracherwerb die Rede ist, unterscheidet man grundlegend zwischen zwei Arten. Bei der ersten Möglichkeit achtet man darauf, wie die Sprache erworben wird. Im zweiten Fall legt man den Fokus auf das Alter des Kindes bei Beginn des Zweitspracherwerbs.

Bei der Unterteilung von „Mehrsprachigkeit“ stützt sich diese Arbeit erneut auf die Autorin Triarchi-Herrmann:

1) Einteilung nach der Art und Weise

- Der „natürliche Spracherwerb“ bezeichnet das Lernen der Sprache im Alltag. Das Kleinkind entwickelt hierbei durch den Umgang mit Muttersprachlern ein Gefühl für die neue Sprache.
- Der „gesteuerte Spracherwerb“ beschreibt die künstlich geschaffenen Lernsituationen. (Das Kind eignet sich dabei nacheinander den vorgegebenen Inhalt an und schafft es idealerweise, dem Alter entsprechende Kompetenzen und Fähigkeiten zu erwerben. d. Verf.)

2) Einteilung nach dem Alter

- Man spricht von der „Sukzessiven Mehrsprachigkeit“, wenn das Kind das dritte Lebensjahr bereits vollendet hat und es das erste Mal mit der Zweitsprache konfrontiert wird.
- Als „simultan mehrsprachig“ wird die Gruppe der Kinder beschrieben, die von Anfang an mit einer, zwei oder sogar mehreren Sprachen aufwachsen. (Dies ist beispielsweise möglich, wenn die Elternteile in der jeweils eigenen Muttersprache mit dem Kind sprechen. d. Verf.)

Triarchi-Herrmann merkt des Weiteren an, dass der Großteil der Kinder durch eine Mischform dieser beiden Arten lernt. (vgl. Triarchi-Herrmann 2012, S. 18-21)

3. Sprachförderung ausländischer Kinder – warum?

Prinzipiell muss festgelegt werden, dass jedes einzelne Kind in seiner individuellen Sprachentwicklung gefördert werden sollte. Insbesondere der Kindergarten schafft hierfür optimale Bedingungen und macht es daher auch möglich, anderssprachige Kinder zur Sprachfähigkeit zu begleiten.

Wenn man aber konkret begründen will, warum man besonders Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache mit gezielten Förderungsmaßnahmen unterstützen sollte, ist folgendes Zitat von Ulich, Oberhuemer und Soltendieck sehr treffend: „Im Kindergarten lernt Ihr Kind Deutsch und viele andere Dinge, die für die Entwicklung der Sprache – und später für die Schule – wichtig sind. Daher ist der Kindergarten eine Chance und es ist gut, wenn Ihr Kind ab drei Jahren regelmäßig einen Kindergarten besucht. So hat es bis zum Schuleintritt genügend Zeit, um in die deutsche Sprache hineinzuwachsen. […]“ (Ulich/Oberhuemer/Soltendieck 2005, S. 66)

Daraus lässt sich schließen, dass ein grundlegender Wortschatz bereits im Kindergarten erworben werden kann. Somit besitzen die Kinder eine wichtige Grundlage für den Schuleintritt, da sich das Kind in der Kindergartenzeit allmählich mit der neuen Sprache vertraut machen kann.

Bezüglich der Lernleistung ist Merkel derselben Meinung. Aus dem Bereich der Hirnforschung stammt die Information, dass zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr so viele Synapsen gebildet werden, wie nie mehr im Leben. Dies wiederum begünstigt einen schnellen und effektiven Lernerfolg. (vgl. Merkel 2005, online)

Auch die Autorin Grannemann nennt verschiedene Gründe, warum die Wichtigkeit der Förderung für ausländische Kinder nicht unterschätzt werden darf. Sie bezieht sich hier auf die Spiel-, Lern- und Kommunikationsprozesse der Deutschsprachigen, in die sich die mehrsprachigen Kinder integrieren sollen. Somit würde eine Art „natürliches Sprachbad“ entstehen, das im Grunde genommen positiv für die Sprachentwicklung wäre. Das Problem hierbei ist jedoch, dass die Zeit im Kindergarten zu kurz ist, um in einem natürlichen Sprachbad all das zu lernen, was deutschsprachige Kinder in ihren ersten sechs Lebensjahren normalerweise erlernen.

Zu guter Letzt erscheint es ihr wichtig, gezielte Angebote für ausländische Kinder zu erstellen. (vgl. Grannemann 2004, online)

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Sprachförderung im Kindergarten
Untertitel
Warum der Kindergarten, besonders für mehrsprachige Kinder, eine große Rolle spielt
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
10
Katalognummer
V438746
ISBN (eBook)
9783668786592
ISBN (Buch)
9783668786608
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sprachförderung, kindergarten, warum, kinder, rolle
Arbeit zitieren
Verena Stahl (Autor), 2014, Sprachförderung im Kindergarten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438746

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