Duale Berufsausbildung - Integration jugendlicher Lehrstellensuchender


Seminararbeit, 2004

26 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lehrlingsausbildung in Österreich
2.1 Lehrlingsausbildung als duales System
2.2 Betriebliche Ausbildung
2.3 Berufsschule
2.4 Abschließende Worte

3. Das Jugendausbildungs-Sicherungsgesetz
3.1 Bestimmungen und Novellierungen des JASG
3.2 JASG-Lehrgänge
3.2.1 Ablauf und allgemeine Regelung der JASG–Lehrgänge
3.2.2 Erfolge und Probleme der JASG-Lehrgänge
3.3 JASG-Lehrlingsstiftungen
3.3.1 Ablauf und allgemeine Regelungen der JASG – Lehrlingsstiftungen
3.3.2 Forderung nach Wiedereinführung von JASG–Lehrlingsstiftung en
3.4 Zusammenfassende Darstellung

4. Die Vorlehre
4.1 Ablauf und allgemeine Regelungen der Vorlehre
4.2 Defizite der Vorlehre
4.3 Zusammenfassende Darstellung

5. Resümee

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der dualen Berufsausbildung in Österreich. Jugendliche, die diesen Bildungssektor anstreben, sind zunehmend vom Mangel an Lehrstellen bzw. dem Missverhältnis zwischen Lehrstellensuchenden und offenen Lehrstellen betroffen. Vor allem benachteiligte Jugendliche haben Schwierigkeiten auf dem Lehrstellenmarkt unterzukommen. Da immer mehr junge Menschen keinen Ausbildungsplatz erhalten, wird es als sinnvoll erachtet, sich mit Problemlösungskonzepten auseinanderzusetzen. Ziel dieser Arbeit ist es, ausgewählte Maßnahmen zur Integration jugendlicher Lehrstellensuchender aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen. Zum einen wird dabei auf das JASG und zum anderen auf die Möglichkeit der Vorlehre eingegangen.

Das Thema dieser Arbeit wird als berufspädagogisch relevant angesehen, da es sich mit Konzepten auseinandersetzt, die jugendliche Lehrstellensuchende für eine Lehre qualifizieren wollen bzw. versuchen, Jugendlichen die Ausbildung in einem gewählten Lehrberuf zu ermöglichen.

Ausgegangen wird von folgender Fragestellung: Welchen Beitrag leisten das JASG und die Vorlehre tatsächlich zur Integration jugendlicher Lehrstellensuchender? Es soll geklärt werden, welche Ziele diese Einrichtungen haben und in wie weit diese realisiert werden können. Zusätzlich soll auf die Probleme, die sie mit sich bringen, eingegangen werden. Ausgehend von der Fragestellung wird als erste Hypothese angenommen, dass sowohl das JASG als auch die Vorlehre zur Besserung der Situation jugendlicher Lehrstellensuchender beitragen. Zweitens wird vermutet, dass beide Konzepte Defizite hinsichtlich ihrer Umsetzung aufweisen.

Um die Fragestellung ausreichend beantworten zu können, wird folgendermaßen vorgegangen. Zunächst wird durch das Kapitel „Lehrlingsausbildung in Österreich“ in die Thematik eingeführt. Dabei werden grundlegende Informationen über die Lehrlingsausbildung vermittelt. Im anschließenden Kapitel erfolgen eine Beschreibung sowie eine kritische Analyse der Maßnahmen, die durch das JASG eingeführt wurden. Das vierte Kapitel widmet sich der Vorlehre, die zur Integration benachteiligter Jugendlicher mit persönlichen Vermittlungshemmungen dient. Im abschließenden Resümee erfolgt eine zusammenfassende Auseinandersetzung mit der in der Einleitung formulierten Fragestellung und der ihr zugrunde liegenden Hypothesen.

2. Lehrlingsausbildung in Österreich

Dieses Kapitel dient als Einführung in die Grundlagen der Lehrlingsausbildung. Zunächst erfolgt eine Erklärung der Bezeichnung „duales System“. Weiters wird im Detail auf die beiden Ausbildungsorte, Betrieb und Berufsschule, eingegangen. Abschließend werden einige Informationen zum Image der österreichischen Lehrlingsausbildung und zur Situation des Lehrstellenmarktes gegeben.

2.1 Lehrlingsausbildung als duales System

Die österreichische Lehrlingsausbildung findet an zwei verschiedenen, sich ergänzenden Lernorten statt. Zum einen erfolgt die Ausbildung im Lehrbetrieb und zum anderen in der Berufsschule. Aufgrund der beiden Ausbildungsorte, wird von einer dualen Berufsausbildung gesprochen. (Online im WWW unter URL:
http://www.bmbwk.gv.at/schulen/bw/bbs/Berufsschule1744.xml [25. 05. 2004]) Ein solches System erfordert die Zusammenarbeit zweier unterschiedlicher Parteien. Die Ausbildung im Lehrbetrieb fällt unter den Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, während die Ausbildung in der Berufsschule unter den Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur fällt. (Entnommen aus Ribolits, E.: Lehrveranstaltungsunterlagen zur Lehrveranstaltung Einführung in die Berufspädagogik. 2004) Die größten Herausforderungen und Schwierigkeiten einer dualen Berufsausbildung bestehen vermutlich in der Kooperation zwischen den beiden Ministerien bzw. zwischen dem Lehrbetrieb und der Berufsschule. Diese Zusammenarbeit ist notwendig, um eine effiziente Ausbildung zu gewährleisten.

2.2 Betriebliche Ausbildung

Den Hauptteil der Lehrlingsausbildung stellt die Ausbildung im Lehrbetrieb dar. Sie umfasst ca. 80% der Ausbildungszeit. (Entnommen aus Ribolits, E.: Lehrveranstaltungsunterlagen zur Lehrveranstaltung Einführung in die Berufspädagogik. 2004) Vorraussetzung zur Erlernung eines Lehrberufs ist die Vollendung der allgemeinen Schulpflicht. (1, S. 9)

Tritt der Lehrling in eine fachliche Ausbildung ein, so wird zwischen ihm und dem Lehrberechtigten ein Lehrvertrag abgeschlossen, der das Lehrverhältnis begründet. (Online im WWW unter URL:http://www.bmbwk.gv.at/schulen/bw/bbs/
Berufsschule1744.xml [25. 05. 2004]) Das Lehrverhältnis ist ein befristetes Dienstverhältnis, in welchem der Lehrling in einem Lehrberuf fachlich ausgebildet und im Rahmen dieser Ausbildung verwendet werden soll. (3, S. 1) Die Tätigkeit des Lehrlings gilt als praktische Ausbildung im Lehrbetrieb. Da eine Arbeitsleistung erbracht wird, erhält der Auszubildende eine Lehrlingsentschädigung. Diese ist in den verschiedenen Lehrberufen unterschiedlich hoch, da sie durch kollektivvertragliche Richtlinien festgelegt ist. (Online im WWW unter URL:http://www.bmbwk
.gv.at/schulen/bw/bbs/Berufsschule1744.xml [25. 05. 2004])

Das Lehrverhältnis dauert bis zur Beendigung der gesetzlich vorgeschriebenen Lehrzeit, d.h. mindestens zwei aber höchstens vier Jahre. Am Ende der Lehrzeit kann eine Lehrabschlussprüfung abgelegt werden. Diese ist von rechtlicher Bedeutung und ist unter anderem für die Zulassung zur Meisterprüfung oder der Berufsreifeprüfung erforderlich. (Online im WWW unter URL:http://www.bmbwk
.gv.at/schulen/bw/bbs/Berufsschule1744.xml [25. 05. 2004])

2.3 Berufsschule

Den zweiten Lernort des dualen Systems bildet die Berufsschule. Sie umfasst ca. 20% der Ausbildungszeit und ist für jeden Lehrling verpflichtend zu besuchen, sobald ein Lehrverhältnis eingegangen wurde. (entnommen aus Ribolits, E.: Lehrveranstaltungsunterlagen zur Lehrveranstaltung Einführung in die Berufspädagogik. 2004) Diese Schulpflicht dauert bis Ende des Lehrverhältnisses bzw. bis zum erfolgreichen Abschluss der letzten lehrplanmäßig vorgesehenen Schulstufe. (Online im WWW unter URL:http://www.bmbwk.gv.at/schulen/bw/bbs/Berufs
schule1744.xml [25. 05. 2004])

Die Berufsschule unterliegt den Schulgesetzen und der Schulzeitregelung. Gemäß dem Schulorganisationsgesetz hat sie die Aufgabe, berufsbegleitenden, facheinschlägigen Unterricht zu erteilen, grundlegende Kenntnisse zu vermitteln, die betriebliche Ausbildung zu fördern sowie zu ergänzen und die Allgemeinbildung zu erweitern. (2, S. 37)

Die Berufsschule ist eine Teilzeitschule, die in unterschiedlicher Form durchgeführt werden kann. Der Unterricht kann ganzjährig, lehrgangsmäßig oder saisonmäßig abgehalten werden. Ganzjährige Organisation bedeutet, dass der Berufsschulunterricht das ganze Jahr über an mindestens einem vollen Schultag oder mindestens zwei halben Schultagen pro Woche stattfindet. (Online im WWW unter URL:http://www.bmbwk.gv.at/schulen/bw/bbs/Berufsschule1744.xml [25. 05. 2004]) In Österreich dominiert die lehrgangsmäßig geführte Berufsschule. Diese wird pro Lehrjahr in Blöcken von mindestens acht Wochen abgehalten und ist in der Regel mit einem pädagogisch geführten Internat verbunden. (2, S. 38) In einer saisonmäßig organisierten Berufsschule wird der Unterricht auf eine bestimmte Jahreszeit zusammengezogen. (Online im WWW unter URL:http://www.bmbwk.gv
.at/schulen/bw/bbs/Berufsschule1744.xml [25. 05. 2004])

2.4 Abschließende Worte

Abschließend ist zu erwähnen, dass das duale System der österreichischen Lehrlingsausbildung sehr praxisorientiert ist. Es wird ihm ein hoher Stellenwert beigemessen. (Online im WWW unter URL:http://www.bmbwk.gv.at/schulen/bw/bbs
/Berufsschule1744.xml [25. 05. 2004]) Zudem hat sich die österreichische Lehrlingsausbildung zu einem internationalen Vorzeigemodell entwickelt. Bei jeder internationalen Berufsweltmeisterschaft lag Österreich im Spitzenfeld. Solche Ergebnisse beweisen den Erfolg des dualen Systems. Mittlerweile wollen etliche Länder die österreichische Form der Berufsausbildung in ihr Land übertragen. Derzeit bestehen beispielsweise Kooperationen mit China, etlichen Ländern in Osteuropa und im Baltikum und der Mongolei. (Online im WWW unter URL: http://www.bmvit.gv.at/sixcms_upload/media/195/jugendarbeitslosigkeit170504.pdf [25.05.2004])

Trotz des Erfolges der österreichischen Lehrlingsausbildung hat der Lehrstellenmarkt mit Problemen zu kämpfen. Etwa 40% eines Altersjahrganges, d.h. ca. 38.000 Jugendliche machen eine Lehre. Die angebotenen Lehrstellen sinken seit 1980 deutlich und eine Entspannung der Lage am Lehrstellenmarkt ist nicht zu erwarten. (Online im WWW unter URL: http://www.bmvit.gv.at/sixcms_upload/
media/195/jugendarbeitslosigkeit170504.pdf [25.05.04]) Dadurch wird es für Jugendliche, die diesen Bildungssektor anstreben, immer schwieriger, einen Ausbildungsplatz in einem Betrieb zu erhalten. Ein einforderbares Recht auf eine Lehrstelle besteht nicht. (entnommen aus Ribolits, E.: Lehrveranstaltungsunterlagen zur Lehrveranstaltung Einführung in die Berufspädagogik. 2004)

Die folgenden Kapitel beschäftigen sich mit der dargestellten Problematik. Es werden zwei Konzepte vorgestellt, die die Integration jugendlicher Lehrstellensuchender zum Ziel haben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Duale Berufsausbildung - Integration jugendlicher Lehrstellensuchender
Hochschule
Universität Wien
Note
1
Autor
Jahr
2004
Seiten
26
Katalognummer
V43888
ISBN (eBook)
9783638415842
ISBN (Buch)
9783638657310
Dateigröße
596 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Duale, Berufsausbildung, Integration, Lehrstellensuchender
Arbeit zitieren
Silke Hirschberger (Autor), 2004, Duale Berufsausbildung - Integration jugendlicher Lehrstellensuchender, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43888

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