Schüler und Schülerinnen mit exogenen Verhaltensauffälligkeiten


Seminararbeit, 2014

9 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Zusammenfassung

2 Einleitung

3 Zusammenspiel des Verhaltens zwischen Familie und Schule

4 Exogene Verhaltensauffälligkeiten in der Schule
4.1 Emotionale Auffälligkeiten
4.1.1 Minderwertigkeitsgefühle
4.1.2 Depressionen
4.1.3 Schulangst
4.2 Aktivitätsschwierigkeiten
4.2.1 Tagträumen
4.2.2 AD(H)S
4.3 Soziale Auffälligkeiten
4.3.1 Aggressionen
4.3.2 Stören des Unterrichts
4.3.3 Schüchternheit

5 Steigerung des Lernerfolgs durch Individualisiertes Lernen

6 Resümee

7 Literaturverzeichnis

1 Zusammenfassung

Das Leben ist vom Handeln und Verhalten jedes Einzelnen geprägt. Wenn Verhalten auffällig wird, kann dies endogene oder exogene Ursachen haben. In dieser Proseminararbeit wird auf einige exogene Verhaltensauffälligkeiten im Bereich der Schule und wie sich diese auf das Lernverhalten auswirken eingegangen. Diese exogenen Verhaltensauffälligkeiten sind zum Beispiel Minderwertigkeitsgefühle, AD(H)S, Stören des Unterrichts und viele andere. Schüler/ Schülerinnen beeinflussen sich mit ihrem Verhalten gegenseitig und alle in ihrem Umfeld. Es soll gezeigt werden wie in einer Klasse mit Schülern/ Schülerinnen mit verschiedenen exogenen Verhaltensauffälligkeiten ein maximaler Lernerfolg für alle erreicht werden kann. Durch individualisiertes Lernen, durch das Eingehen auf jeden/ jede Schüler/ Schülerin einzeln und das Schrittweise zuführen zur Selbstständigkeit ist dies zum Teil möglich. Außerdem ist es wichtig dafür zu sorgen, dass in der Klasse eine Ausgewogenheit herrscht und dass das ganze Umfeld einer Person mit einbezogen wird, damit sich der Lernerfolg steigern kann.

2 Einleitung

In der Schule kommt es immer wieder mal vor, dass Lehrer/Lehrerinnen über Problemschüler/Problemschülerinnen oder über Schülern/Schülerinnen mit Verhaltensauffälligkeiten klagen, da der Unterricht nicht optimal verlaufen ist. Schüler/Schülerinnen beeinflussen mit ihrem Verhalten den Ablauf der Unterrichtsstunde, den Lehrer/Lehrerin und auch die Mitschüler/ Mitschülerinnen. Hier zeigt sich dass, das Verhalten von einzelnen Personen Auswirkungen auf das Verhalten anderer Personen hat. In einer Schulklasse treffen viele verschiedene Verhaltensmuster aufeinander, da jeder Schüler/ Schülerin sein/ihr eigenes Verhaltensmuster hat. Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten können endogener oder exogener Herkunft sein. Wobei die endogenen Auffälligkeiten mehr von der Person selbst ausgehen. Das heißt durch Entwicklungsstörungen, Behinderungen oder auch durch erblich bedingte Auffälligkeiten. Die exogenen Auffälligkeiten sind eher jene die von außen auf die Person wirken, wie die Familie, der Erziehungsstil und die Schule. Exogene Verhaltensauffälligkeiten sind weit verbreitet und haben Auswirkungen auf das innere Gleichgewicht einer Person. Durch diese Störung des inneren Gleichgewichts, wird auch das Äußere geschädigt. Daher ist es wichtig dieses Gleichgewicht wieder zu finden und zu regulieren, damit man sein Leben nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen gestalten kann und es einem möglich ist das Beste aus einem selbst hervorzubringen (vgl. Ortner/Ortner 2000, S. 18ff.). Auf die Schule bezogen bedeutet das, dass die Aufgabe des Lehrers/Lehrerin jene ist, die verschiedenen Verhaltensauffälligkeiten der Schüler/Schülerinnen zu erkennen , darauf reagieren und das innere Gleichgewicht in der Klasse herzustellen. Damit das Ziel, einen maximalen Lernerfolg für alle Schüler/ Schülerinnen einer Klasse zu erreichen eintreffen kann.

Wie man dieses Ziel erreichen kann soll diese Proseminararbeit zeigen, indem kurz das Zusammenspiel des Verhaltens zwischen Familie und Schule behandelt wird, auf exogene Verhaltensauffälligkeiten in der Schule eingegangen wird und wie eine Steigerung des Lernerfolgs durch Individualisiertes Lernen erreicht werden kann.

3 Zusammenspiel des Verhaltens zwischen Familie und Schule

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er braucht Mitmenschen, die Gesellschaft, seine Umwelt die auf ihn wirkt und ihn prägt. Jede individuelle Person wiederrum wirkt und prägt seine Mitmenschen, seine Gesellschaft in der er Lebt und seine Umwelt. Es ist ein Kreislauf, in dem sich das Verhalten eines jeden Einzelnen auf die Umwelt auswirkt und die Umwelt auf sie.

So wirken auch die Familie und die Schule beidseitig auf das Verhalten der Schüler/Schülerinnen ein. Sowie das Verhalten der Schüler/Schülerinnen die Familie und die Schule, insbesondere die Klasse prägt. Es ist wichtig nicht nur den/die einzelnen/einzelne Schüler/ Schülerin und sein Verhalten zu sehen, sondern das Verhalten im Zusammenhang von Familie und Schule.

Hennig und Knödler (1995) sahen diesen Zusammenhang und stellten ihn dar, wobei die Familie die wichtigere Rolle einnahm. „Unseren Beobachtungen nach ist es in der Regel so, daß das System „Schulklasse“ eher das „Schlachtfeld“ ist, die öffentliche Bühne, auf dem der Schüler das ausagiert, was sich im privaten System Familie an emotionalem Streß (…) angestaut hat.“ (Hennig/Knödler, 1995, S. 30). Dies bedeutet nicht, dass die Auffälligkeit des Verhaltens nur von Seiten der Familie ausgehen kann und die Schule keine Schuld trägt, denn es können genauso verschiedene Faktoren in der Schule zu Auffälligkeiten führen. Nur sind diese von der Schule ausgehenden Faktoren oft Lehrerbezogen und kurzzeitig, und somit nimmt die Familie die wichtigere Rolle ein (vgl. Hennig/Knödler 1995, S.24ff.).

4 Exogene Verhaltensauffälligkeiten in der Schule

4.1 Emotionale Auffälligkeiten

4.1.1 Minderwertigkeitsgefühle

Minderwertigkeitsgefühle entwickeln sich durch das Gefühl körperlich, psychisch, geistig oder moralisch weniger Wert zu sein als andere. Oft werden Schüler/Schülerinnen in der Schule, aber auch von der Familie mit Erwartungen unter Druck gesetzt. Wenn sie diese nicht erfüllen, werden sie mit dem Gefühl der Minderwertigkeit überhäuft. Ursachen sind häufig Leistungsdruck, keine guten Noten aber auch Mobbing durch körperliche Unterschiede. Diesen Ursachen sollte man entgegen wirken, indem zum Beispiel Eltern auch auf schlechte Noten positiv reagieren und Mut machen noch besser zu werden. Aber auch Lehrer/Lehrerinnen sollten reagieren mit mehr Übungen, mehr Aufmerksamkeit den schwächeren gegenüber und vor allem mit mehr Lob und Verständnis. In der Schule und zu Hause sollten man die Gefahren und Auswirkungen von Mobbing besprechen und auch Ermutigen zu Handeln (vgl. Ortner/Ortner 2000, S. 122ff.).

4.1.2 Depressionen

Depressionen kommen nicht nur bei Erwachsenen vor, sondern auch immer wieder bei Schülern/Schülerinnen. Diese zeigen sich durch Trägheit, Antriebslosigkeit, Entmutigung und Leere. Oft fehlt ihnen sämtliche Lust etwas zu machen, haben Minderwertigkeitsgefühle, Angst und denken immer wieder mal an Selbstmord. Durch diese psychische Belastung kann es zu Schlafstörungen, Essstörungen, Bauchschmerzen und andern Auffälligkeiten kommen. Durch dieses depressive Verhalten kommt es auch häufig zur Isolation der Person selbst. Die Schüler/Schülerinnen schwänzen die Schule und bevorzugen die Einsamkeit. Es ist wichtig dass die Schüler/Schülerinnen ernst genommen und Suizidgedanken und Versuche nicht übergangen werden. Eltern sollten ihren Kindern viel Wärme, Verständnis und Liebe entgegen bringen. Lehrer/Lehrerinnen sollten auf ein angenehmes Klassenklima achten und die Klassengemeinschaft fördern (vgl. Ortner/Ortner 2000, S. 126ff.).

4.1.3 Schulangst

Wenn sich Angst auf die Schule bezieht, nennt man dies Schulangst. Diese kann mehrere Ursachen haben: Sie kann auf Situationen, wie Prüfungen bezogen sein oder auf einzelne Personen, sowie auf das ganze Umfeld in der Schule. Diese Angst kann sich durch Herzklopfen, Bauchschmerzen, Schweißausbrüchen, Schwindel, Erbrechen und anderen Symptomen äußern. Daher ist es wichtig nie durch Angst zu motivieren. Lehrer/Lehrerinnen sollten ihren Schülern/Schülerinnen mit mehreren kleineren Tests die Angst vor größeren Prüfungen nehmen. Es sollte ein lockerer, fröhlicher und humorvoller Umgang in der Klasse herrschen, damit sich alle entfalten können. In der Klasse sollte Raum für Fehler sein, damit sich Angst vor Versagen reduziert (vgl. ebd., S. 139ff.).

4.2 Aktivitätsschwierigkeiten

4.2.1 Tagträumen

Beim Tagträumen versuchen Schüler/Schülerinnen ihrer Realität zu entfliehen. Sie begeben sich in ihre eigene Fantasiewelt und kapseln sich von ihrer Umgebung ab, wodurch sie unerwünschten Situationen aus dem Weg gehen. Oft wirken sie desinteressiert, reagieren nicht wenn man sie anspricht und sind Schweigsam. Der Blick ist meist auf das Fenster gerichtet oder geht ins Leere. Lehrer/Lehrerinnen sollte sich fragen ob der/die Schüler/Schülerin unter- oder überfordert ist und ob er/sie dem Unterricht folgen kann. Man sollte versuchen die Träume des/der Schülers/Schülerin greifbar zu machen, durch Erzählungen oder Bilder (vgl. ebd., S. 164ff.).

4.2.2 AD(H)S

Das Aufmerksamkeitsdefizit Syndrom kann mit oder ohne Hyperaktivität auftreten, wobei es mit Hyperaktivität öfter vorkommt. Schüler/Schülerinnen mit AD(H)S lassen sich leicht ablenken, sind impulsiv und führen ihre Aufgaben meist nicht bis zum Ende durch. Weil sie ihre Aufgaben nicht beenden bleibt bei ihnen auch der Erfolgsmoment aus der sonst bei der Fertigstellung eintreten würde. Sie sehen den Erfolgsunterschied zu anderen Schülern /Schülerinnen und kapseln sich ab. Wenn AD(H)S mit Hyperaktivität auftritt können Schüler/Schülerinnen oft nicht ruhig sitzen, zappeln oft herum und haben sehr viel Energie. Seltener kommt es vor, dass AD(H)S keine Hyperaktiven, sondern depressive Begleiterscheinungen hat. Diese werden neben dem Abbrechen von Aufgaben, begleitet durch Antriebsarmut, Trägheit und Unlust auf alles. Lehrer/Lehrerinnen können durch klare Regeln im Unterricht Strukturiertheit schaffen. Der Blick- und Körperkontakt kann oft auch dem gesprochenen Wort helfen die Aufmerksamkeit zu erlangen. Wichtig ist das Schülern/Schülerinnen mit AD(H)S Bewegungsfreiheit eingeräumt wird, indem zum Beispiel der Unterricht durch kleine Auflockerungen und durch Bewegung unterbrochen wird. Außerdem sollte man für Erfolgsmomente sorgen, diese können durch Lob oder auch Belohnungen verstärkt werden (vgl. Fröhlich- Gildhoff 2013, S. 117- 136).

4.3 Soziale Auffälligkeiten

4.3.1 Aggressionen

Aggressionen werden auf unterschiedliche Weise gezeigt und ausgedrückt, je nach dem gegen wen sie sich richten und wie dies passiert. Sie können auf den Körper, oder die Psyche bezogen sein. Wobei sich die Zuführung von Schmerz entweder äußerlich auf den Körper konzentriert, oder innerlich auf die Psyche. Hierbei ist der innerliche Schmerz nicht zu verharmlosen, da dieser oft nicht sofort sichtbar ist. Daher ist darauf zu achten, dass nicht nur auf körperliche Aggressionen reagiert wird, sondern auch auf verbale, die sich oft durch Mobbing äußern. In der Schule zeigen sich Aggressionen in allen Formen, gegen Mitschüler/Mitschülerinnen, gegen Lehrer/Lehrerinnen, gegen Objekte und auch gegen die eigene Person. Dies geschieht zum Beispiel durch Stören des Unterrichts, Trotz gegenüber Lehrern/Lehrerinnen, Hänseln, Verpetzten, Sachbeschädigungen, selbst zugefügte Verletzungen und durch Äußerungen die einen selbst oder auch Andere schlechter machen als man ist. Lehrer/ Lehrerinnen sollten den Schülern/ Schülerinnen die Möglichkeit geben über Gefühle zu reden und sie zum Ausdruck zu bringen. Dies kann durch Kreativität gefördert werden. Sie sollten Respektvoll miteinander umgehen und den Schülern/ Schülerinnen auf gleicher Augenhöhe begegnen. Außerdem brauchen sie Platz um sich zu bewegen und die Aggressivität auf eine andere Weise los zu werden, dies kann zum Beispiel durch körperliche Tätigkeiten stattfinden (vgl. Ortner/Ortner 2000, S. 168ff.).

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Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Schüler und Schülerinnen mit exogenen Verhaltensauffälligkeiten
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Note
2
Autor
Jahr
2014
Seiten
9
Katalognummer
V439335
ISBN (eBook)
9783668790094
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schüler, schülerinnen, verhaltensauffälligkeiten
Arbeit zitieren
Stefanie Seebacher (Autor), 2014, Schüler und Schülerinnen mit exogenen Verhaltensauffälligkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439335

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