Die Erfolgsgeschichte von Nonprofit Organisationen


Seminararbeit, 2016

19 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen

3 Auszug aus dem österreichischen Gesellschaftssystem

4 Zahlen und Fakten in Österreich

5 Strukturmerkmale im Nonprofit Sektor

6 Organisationsformen von NPOs

7 Branchenspezifische Tätigkeitsfelder von Nonprofit Organisationen
7.1 Kultur, Erholung und Sport
7.2 Bildung und Forschung
7.3 Gesundheit und Katastrophenhilfe
7.4 Soziale Dienste
7.5 Umweltdienste

8 Warum sind NPO nicht staatlich geführt?

9 Professionelles Verbandsmanagement
9.1 Formulierung einer klaren Strategie
9.2 Professionalisierung von Prozessen
9.3 Attraktive Netzwerke und professionelle Kommunikation
9.4 Auf- und Umsetzung einer nachhaltigen Finanzarchitektur
9.5 Ein motivierender Führungsstil

10 Die gesellschaftliche Funktion einer NPO

11 Finanzierung von NPOs

12 Das österreichische Spendengütesigel

13 Aktuelle Studie zu NPOs in Österreich (2014)

14 Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der großen Vielfalt an Verbänden, Vereinen und Kammern die den Oberbegriff Nonprofit Organisationen tragen und sich durch diese Organisationsform von gewinnorientierten Unternehmen bzw. staatlichen Institutionen abgrenzen. Sie sind ein unerlässlicher Bestandteil in der Volkswirtschaft mit heterogenen Zielsetzungen und Strukturen, agieren regional, national oder global, was sich auch in ihrer Organisationsform widerspiegelt. Die permanente Weiterentwicklung wird auch bei NPO durch die handelnden Personen bzw. durch ihre Umfeldbedingungen bestimmt.

Die nachfolgenden Abschnitte behandelt die Frage: Was sind Erfolgsfaktoren, die eine Nonprofit Organisation attraktiver werden lässt? Der erste Teil widmet sich der terminologischen Klärung, die Einbettung in das österreichische Gesellschaftssystem, sowie deren Strukturmerkmalen, Organisationsformen und Tätigkeitsfeldern. Darauf aufbauend, wird auf die Frage eingegangen, warum Nonprofit Organisationen nicht staatlich geführt sind. Ein weiterer Fokus liegt auf den fünf Kompetenzfeldern der Wettbewerbsfähigkeit, wo die Strategie, die Prozesse, die Finanzarchitektur, die Netzwerke und das Humankapital beleuchtet werden. Des Weiteren wird auf die gesellschaftliche Funktion einer NPO, auf die Finanzierung und auf die Bedeutung des österreichischen Spendengütesiegels eingegangen. Abschließend wird Bezug auf eine aktuelle Studie genommen.

2 Definitionen

Das Wirtschaftslexikon vom Springer Gabler Verlag liefert eine sehr ausführliche Begriffserklärung zu den Termini NPO und NGO. Unter Nonprofit Organisationen versteht man Organisationen, die weder eine erwerbswirtschaftliche Firma noch eine öffentliche Behörde der Staats- bzw. Kommunalverwaltung darstellen. Ferner folgen sie einem gesellschaftlichen notwendig anerkannten Leistungsauftrag. Daher werden sie als dritter Sektor beschrieben, der zwischen Markt und Staat seine Position einnimmt. Sie sind nicht auf Gewinn ausgerichtet und verkaufen keine individuell nutzbaren Güter oder Dienstleistungen. Zu den privaten NPOs zählen Vereine, Verbände, Stiftungen, Wohlfahrtsorganisationen, Clubs, Kirchen und Parteien. Eine Grenz- oder Übergangsform stellen Genossenschaften und Kammern dar. Beide dieser Organisationstypen weisen eine mitgliedschaftliche Struktur auf und haben daher häufig die Rechtsform der öffentlichen Vereinigung. NPO erfüllen einen bestimmten Zweck, sie weisen ein Minimum an Selbstverwaltung und Entscheidungsautonomie auf und sind stets durch ein Mindestmaß an Freiwilligkeit gekennzeichnet (vgl. Springer Gabler Verlag). Eine NGO (Non-Governmental Organisation/ Nichtregierungsorganisation) ist eine Organisation die transnationale, politische, gesellschaftliche, soziale oder ökonomische Ziele vertritt. Sie engagiert sich beispielsweise für Menschenrechte, humanitäre Hilfe oder Ökologie. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird sie eher einer NPO in privater Trägerschaft zugeordnet und auch die Wissenschaft bevorzugt diesen Terminus, da NGO ein eher ungenauer Begriff ist (vgl. Springer Gabler Verlag).

Eine internationale Klassifizierung (ICNPO) unterteilt NPOs in zwölf Kategorien:

- „Kultur, Sport und Freizeit
- Bildung und Forschung
- Gesundheit
- Soziale Dienste
- Umwelt
- Lokale Entwicklung und Wohnungswesen
- Rechtswesen, Interessenvertretung, Politik
- Stiftungs- und Spendenwesen, Freiwilligenarbeit
- Internationale Aktivitäten
- Religion
- Wirtschafts- und Berufsverbände, Gewerkschaften
- Sonstiges“ (Wöhler 2015, S. 1f.).

3 Auszug aus dem österreichischen Gesellschaftssystem

Um den Nonprofit Sektor in Österreich besser verstehen zu können, ist die Betrachtung von einigen Teilen des österreichischen Gesellschaftssystems unerlässlich. Österreich ist ein föderalistischer Staat, das bedeutet, dass die einzelnen Bundesländer und auch Gemeinden Macht und das Recht auf Mitbestimmung haben. Diese Struktur spiegelt sich auch im Aufbau von NPOs wieder. Viele Organisationen im Nonprofit Sektor sind auf Landesebene vertreten und haben oft eine höhere Stellung als NPOs auf Bundesebene. Es kann auch zu unterschieden zwischen den Bundesländern kommen, selbst wenn es dieselbe Organisation ist. Ausgedrückt wird dadurch der Wille der ÖsterreicherInnen nach Autonomie und Selbstbestimmung. Die Selbstverwaltung in den Gemeinden spiegelt dies wieder und zeigt wie wichtig Selbstbestimmungsrechte sind. Berufsständische Interessensvertretungen sind ein weiteres Beispiel für Elemente der Selbstverwaltung. Dabei unterscheidet man gesetzlich verpflichtete Interessensvertretungen (zB. Wirtschaftskammer, Landwirtschaftskammer,…) und freie Berufsvereinigungen (zB. Gewerkschaftsbund,…). Die sind meist in Form eines Vereines organisiert und deren Mitgliedschaft ist freiwillig. In Österreich geht der Einfluss solcher Interessensvertretungen auch über berufliche Interessen hinaus und übt dadurch starken politischen Einfluss aus. Politische Parteien, insbesondere SPÖ (Sozialdemokratische Partei) und ÖVP (Österreichische Volkspartei) prägen das gesellschaftliche System. Dabei sind sie einerseits selbst als NPOs anzusehen und andererseits beeinflussen sie diesen Sektor. Viele NPOs stehen in direktem oder indirektem Einflussbereich zu einer dieser Parteien. Der Einfluss der FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs) ist dabei noch nicht so stark wie der der SPÖ und ÖVP. Dies lässt sich daraus schließen, dass in der Vergangenheit viele NPOs aus Arbeiterbewegungen gegründet wurden. Auch die Kirche spielt in diesem Bereich eine wichtige Rolle. In Österreich ist dies vor allem die katholische aufgrund ihrer Größe. Des Weiteren gibt es kirchliche oder kirchennahe Interessensverbände (zB. Im Familienwesen). Sie treten vorzugsweise im Sozial-, Gesundheits-, und Bildungswesen als Dienstleistungsgeber auf und arbeiten meist mit vorab gegründeten kirchlichen Vereinen (zB. Caritas, Diakionisches Werk,…) zusammen. Insbesondere durch den freiwilligen und gemeinnützigen Grundgedanken, der hinter Genossenschaften steht, bilden diese einen wichtigen Hintergrund des Nonprofit Sektors. Heute zählen, jedoch die meisten Genossenschaften nicht mehr zu den NPOs, da sie Gewinn erwirtschaften und diesen an ihre Mitglieder verteilen. In Österreich ist das freie Vereinswesen von Belangen, besonders in der Alltagskultur, da sie sich in das soziale Engagement der Bevölkerung, sowohl in beruflicher und freizeitlicher Hinsicht einsetzt (vgl. Badelt 2002, S. 64ff.).

4 Zahlen und Fakten in Österreich

Im Jahr 2010 gab es in Österreich 116.556 Vereine. Die meisten kommen aus dem Sport- und Kulturbereich (Fußball-, Tennis-, Basketball-, Musik-, Theater-, Kunstvereine etc.). Weitere Rechtsformen, die aber in der Praxis sehr selten vorkommen, sind gemeinnützige Privatstiftungen, gemeinnützige Gesellschaften mit beschränkter Haftung (Ges.m.b.H.), gemeinnützige Aktiengesellschaften (AG) und Genossenschaften. Im Jahr 2010 gab es in Österreich rund 212.000 Dienstverhältnisse im Nonprofit-Sektor, was ca. 5,2 % aller in Österreich Erwerbstätigen entspricht. Davon entfielen ca. 36 % dem Sozialwesen, 14 % dem Unterrichtswesen (Volksschulen, Kindergärten, weiterführende Schulen, Erwachsenenbildung u.a.), 12 % dem Gesundheitswesen (Krankenanstalten, Rettungsdienste) und der Rest teilte sich in unterschiedliche Vereine und religiöse Einrichtungen auf. Interessant ist, dass fast 3/4 aller Berufstätigen (74 %) im Nonprofit-Sektor Frauen sind und, dass fast die Hälfte nur Teilzeit beschäftigt sind. Die Arbeit von Ehrenamtlichen spielt in Österreich auch eine bedeutende Rolle (vgl. NGOjobs o.J., o.S.).

5 Strukturmerkmale im Nonprofit Sektor

In Österreich ist der Nonprofit Sektor heterogen, vor allem hinsichtlich Größe, politischer Orientierung, Organisationsgrad oder der Art der Leistung. Darum lassen sich einige Strukturmerkmale festhalten. Das erste wichtige Merkmal ist, dass vor allem große, traditionsreiche NPOs vorwiegend im direkten oder indirekten Einflussbereich der Kirche oder von politischen Parteien stehen. Demgegenüber stehen die basisnahen Selbsthilfegruppen und Vereine, die sich solange sie auf bestimmte Ressourcen verzichten von den oben genannten Machtstrukturen abkoppeln. Durch die organisatorische Vielfalt des Sektors ergeben sich auch heterogene interne Strukturen. So sind oft große NPOs zu Dachverbänden zusammengeschlossen. In Österreich sind diese Gebiete stark mit dem Staat verbunden. Diese Vernetzung zeigt sich im organisatorischen sowie personellen Bereich, wodurch sich verschiedene Zukunftsperspektiven für den Staat und auch die NPOs entwickeln (vgl. Badelt 2002, S. 70f.).

6 Organisationsformen von NPOs

Der Nonprofit Sektor ist sehr vielfältig gestaltet, wie man schon allein an den verschiedenen Tätigkeitsfeldern sieht. Diese sind jedoch nicht das einzige Charakteristikum um Typen von Organisationsformen zu unterscheiden. Betrachtet werden auch zum Beispiel die Größe, der Organisationsgrad, die soziale und politische Vernetzung und vieles mehr. Eine mögliche Typisierung ist die Unterteilung in verwaltungsnahe, basisnahe und wirtschaftsnahe NPOs. Verwaltungsnahe NPOs sind oft mit dem öffentlichen Sektor verbunden. Wirtschaftsnahe NPOs sind meist durch ihre Größe bzw. inhaltliche Ausrichtung und Zielsetzung kaum von gewinnorientierten Unternehmen zu unterscheiden. Basisnahe NPOs sind oft spontane Organisationen aktiver Bürger (zB. Selbsthilfegruppen). Eine andere Form der Einteilung erfolgt anhand der Arbeitsinhalte. Unterschieden wird dabei zwischen Eigenleistungs-NPOs und Fremdleistungs-NPOs. Eigenleistungs-NPOs wollen Leistungen für die eigenen Mitglieder erzielen (zB. Interessensvertretungen, Selbsthilfegruppen,…). Fremdleistungs-NPOs stehen für Leistungen die insbesondere Personen nutzen die außerhalb der NPO stehen (zB. Organisation von Konzerten, Pflege, Caritas…) (vgl. Badelt 2002, S. 71f.).

7 Branchenspezifische Tätigkeitsfelder von Nonprofit Organisationen

Die NPOs können in branchenspezifische Tätigkeitsfelder eingeteilt werden, wobei die Unterscheidung in den einzelnen Einrichtungen meist durch übergreifende Bereiche des Angebotes erschwert wird. So gibt es einige Organisationen die in ihrem Sortiment mehrere Branchen verbinden und Angebote zum Beispiel im Bereich Kultur, Bildung und Gesundheit führen. Anschließend werden die verschiedenen Tätigkeitsfelder genauer beschrieben (vgl. Badelt 2002, S. 80).

7.1 Kultur, Erholung und Sport

Nonprofit Organisationen sind im Bereich Kultur sehr stark und vielschichtig vertreten. Ein auffälliger Unterschied zeigt sich zwischen großen Kultureinrichtungen und lokalen Angeboten. Die Abgrenzung ist jedoch nicht immer eindeutig. In großen Kultureinrichtungen ist der Staat (Bund, Länder, Gemeinden) oft als direkter Leistungsgeber sichtbar, in lokalen Angeboten oft als Subventionsgeber. Große Theater, Bühnen und Museen werden oft schon seit der Monarchie vom Staat betrieben. Lokale Kulturangebote werden hingegen fast völlig vom Nonprofit Sektor beherrscht, dies sieht man auch an der Anzahl der vielen Vereine. Der größte Anteil befindet sich aber im Sportwesen (vgl. Badelt 2002, S. 80f.).

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Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Erfolgsgeschichte von Nonprofit Organisationen
Note
2
Autor
Jahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V439337
ISBN (eBook)
9783668788985
ISBN (Buch)
9783668788992
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nonprofit, Erfolg, Firmen, Unternehmen, Organisation, Österreich
Arbeit zitieren
Stefanie Seebacher (Autor), 2016, Die Erfolgsgeschichte von Nonprofit Organisationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439337

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