Wissensmanagement. Definition, Möglichkeiten und Grenzen


Hausarbeit, 2018
23 Seiten, Note: 1,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Abbildungsverzeichnis IV

2. Einleitung

3. Aspekte des Wissensmanagements
3.1 Grundlegende Begrifflichkeiten
3.1.1 Zeichen, Daten, Informationen & Wissen
3.1.2 Individuelles & Kollektives Wissen
3.1.3 Implizites & Explizites Wissen
3.1.4 Internes & Externes Wissen
3.1.5 Wissensmanagement
3.2 Modelle des Wissensmanagements
3.2.1 Wissensspirale nach Nonaka / Takeuchi
3.2.1.1 Sozialisation: von implizit zu implizit
3.2.1.2 Externalisierung: von implizit zu explizit
3.2.1.3 Kombination: von explizit zu explizit
3.2.1.4 Internalisierung: von explizit zu implizit
3.2.1.5 Anwendung auf die zwei Dimensionen der Wissensschaffung
3.2.2 Bausteinmodell nach Probst et al.
3.2.2.1 Wissensziele
3.2.2.2 Wissensidentifikation
3.2.2.3 Wissenserwerb
3.2.2.4 Wissensentwicklung
3.2.2.5 Wissens(ver)teilung
3.2.2.6 Wissensnutzung
3.2.2.7 Wissensbewahrung
3.2.2.8 Wissensbewertung
3.3 Zusammenfassung und Vergleich der Modelle

4. Grenzen des Wissensmanagements

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Wissenstreppe

Abbildung 2: Spirale der Wissensschaffung im Unternehmen

Abbildung 3: Bausteine des Wissensmanagements

2. Einleitung

Das Thema Wissen und die Verwendung bzw. Steuerung dessen als strategische Ressource nimmt aktuell einen hohen Stellenwert innerhalb der Unternehmen ein und wird auch zukünftig nicht an Gewicht verlieren.

In den vergangenen Jahrzehnten vollzog sich ein immer stärker werdender Transfer von den klassischen Produktionsfaktoren, wie Kapital und Arbeit, hin zu einer wissenszentrierten Gesellschaftsform, dessen neues Mittel zur Generierung von Mehrwert und Vorteilen gegenüber den Wettbewerbern, der professionelle Umgang und die Erzeugung von Wissen im Unternehmen darstellt.[1]

Im Zuge der Globalisierung und der Notwendigkeit, dass Unternehmen sich immer schneller an sich verändernde innere als auch äußere Faktoren anpassen müssen, macht den effizienten Umgang mit Wissen zu einem essenziellen Faktor bei der Generierung von Wettbewerbsvorteilen.[2]

Wie wichtig der Erhalt von Wissen innerhalb der Organisation ist, wird gerade hinsichtlich des Themas Mitarbeiterfluktuation oder Reduzierung von Organisationsstrukturen erkenntlich, wenn zu spät festgestellt wird, dass plötzlich unternehmenswichtiges Wissen nicht mehr vorhanden ist.[3]

Im Zuge der zu erstellenden Hausarbeit werden zunächst, die für das Thema relevanten Begrifflichkeiten, erläutert und voneinander abgegrenzt, um im Anschluss zwei wesentliche Modelle des Wissensmanagements näher zu beleuchten, um abschließend die Grenzen, sowie Schwierigkeiten bei der Implementierung zu verdeutlichen.

3. Aspekte des Wissensmanagements

Der initiale Punkt des Hauptteils der zu erstellenden Hausarbeit beschreibt die wichtigsten grundlegenden Begrifflichkeiten als auch zwei wesentliche Modelle des Wissensmanagements.

3.1 Grundlegende Begrifflichkeiten

In dem nun folgenden Teil der Arbeit wird zunächst auf Basis der von Klaus North entwickelten Wissenstreppe eine Abgrenzung zwischen den Grundbegriffen Zeichen, Daten, Informationen als auch Wissen geschaffen, um dann die unterschiedlichen Dimensionen des Begriffs Wissen auszuformulieren und gegenüberzustellen. Dies ist notwendig um die definierten Begrifflichkeiten im Anschluss in die Darstellung der Modelle einfließen zu lassen.

3.1.1 Zeichen, Daten, Informationen & Wissen

Als Zeichen können verschiedenste Arten Elementen eines Zeichenvorrats bezeichnet werden. Beispiele sind Buchstaben, Ziffern oder Sonderzeichen. Wenn diese Zeichen dann unter Zuhilfenahme einer bestimmten Syntax kombiniert werden, dann spricht man von Daten.[4]

Daten dienen somit als erste Basis auf dem Weg der Entscheidungsfindung. Sie sind für sich allein betrachtet aber zunächst nicht ausreichend und belastbar. Daten sind objektiv wahrnehmbar und grundsätzlich verwertbar. Sie liegen z.B. in gedruckter oder akustischer Form vor und enthalten Angaben zu verschiedenen Themenkomplexen.[5]

Werden die beliebigen Daten nun kontextbezogen einem Empfänger bereitgestellt und von diesem interpretiert, so spricht man von Informationen.[6]

Als letzte nun folgende Stufe entsteht Wissen durch die Verwendung und Verknüpfung mehrerer Informationen innerhalb eines bestimmten Handlungsrahmens durch den Menschen. Wissen ist demnach zweckorientiert zur Lösung bestimmter Problemstellungen.[7]

In der folgenden Abbildung der Wissenstreppe ist das Zusammenspiel der verschiedenen Begrifflichkeiten entsprechend dargestellt und veranschaulicht den Prozess des Anreicherungsvorgangs im Zuge der Verarbeitung von Zeichen bis hin zum Wissen.

Des Weiteren stellt das Modell die darauf folgenden Stufen der Ableitung von Handlungsmaßnahmen da, um Kompetenzen zu identifizieren bzw. zu entwickeln. Darüber hinaus wird die Notwendigkeit des operativen Managements zur Verknüpfung der verschiedenen Ebenen, als auch die eines strategischen Managements, welches ausgehend von der Unternehmensstrategie die Punkte „Top Down“ betrachtet um Wettbewerbsfähigkeit zu erzielen, ersichtlich.[8]

Abbildung 1: Die Wissenstreppe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle : In Anlehnung an North, K., Wissensorientierte Unternehmensführung : Wertschöpfung durch Wissen,2011,S.36

3.1.2 Individuelles & Kollektives Wissen

Für den weiteren Verlauf dieser Arbeit ist es nötig, den soeben definierten Begriff des Wissens, in weitere Dimensionen einzuteilen, um letztendlich im Zuge der Darstellung der zwei gewählten Modelle des Wissensmanagements hierauf zurückzugreifen. Die ontologische Dimension sei die Erste, welche es zu unterscheiden gilt.

Die Basis zur Weiterentwicklung oder Generierung von Wissen innerhalb eines Unternehmens stellt die persönliche Kompetenz der einzelnen Mitarbeiter da. Man spricht an dieser Stelle auch vom individuellen Wissen. Es spiegelt z. B. die Motivationen, Erfahrungen und den persönlichen Wissensschatz eines jeden Einzelnen wieder.[9]

Das individuelle Wissen allein reicht jedoch nicht aus, um im Unternehmen Wettbewerbsvorteile zu generieren. Vielmehr ist es nötig, dass jeder Einzelne sein Wissen mit anderen Teilen der Organisation teilt und in der Gruppe diskutiert. Dieses hier unter Umständen erzeugte Aneinandergeraten unterschiedlicher Standpunkte führt dazu, dass eventuell bestehendes individuelles Wissen mit anderen Perspektiven ergänzt wird und somit Mehrwert erzeugt werden kann. Aus individuellem Wissen entsteht somit kollektives Wissen, was wiederum wichtig für die Schaffung von Innovationen ist.[10]

Wichtig an dieser Stelle zu erwähnen ist, dass es sich bei der eben genannten Umwandlung um einen kontinuierlich stattfindenden Prozess handelt, welcher in immer größeren Teilen des Unternehmens stattfindet und auch dessen Grenzen überschreiten kann und soll.[11]

3.1.3 Implizites & Explizites Wissen

Unter dem Begriff des impliziten Wissens versteht man jene Form von Wissen, welche bei einer Person insgeheim vorhanden ist. Die Person kann dieses Wissen aber nicht verbal oder schriftlich zum Ausdruck bringen. Implizites Wissen befindet sich im Unterbewusstsein einer Person und kann nicht aktiv gesteuert oder abgerufen werden.[12]

Das implizite Wissen wird in zwei weitere Glieder unterteilt, dem proximalen als auch dem distalen Term. Im Zuge eines Vorgangs des impliziten Wissens wird in Polanyi‘s Werk jenes Beispiel genannt, bei welchem einer Person unter bestimmten Bedingungen (Präsentation bestimmter Zeichenketten) Stromstöße (distaler Term) zugeführt werden. Die Person ist sich natürlich der Stöße bewusst und verlagert somit die Aufmerksamkeit auf eben diese. Es ist dem Probanden jedoch nicht möglich, die gesonderte Situation (proximaler Term) zu benennen unter welcher die Stromstöße stattfinden. Die Person kann nicht explizit zum Ausdruck bringen, bei welcher Art von Zeichen die Stromstöße einsetzen. Weitere Beispiele an dieser Stelle sind zum Beispiel Vorgänge bei der Erzeugung künstlerischer Werke oder sportliche Aktivitäten. Die Aufmerksamkeit wird hier auf die Summe der Vorgänge, oder dem Gesamtwerk gerichtet nicht jedoch auf die kleinsten Teile und Aspekte der Erzeugung an sich. Individuelle Erfahrungen und die Persönlichkeit spielen an dieser Stelle eine hervorzuheben Rolle.[13]

Zusammenfassend lässt sich demnach festhalten, „ … daß wir mehr wissen, als wir zu sagen wissen.“[14]

Auf der anderen Seite handelt es sich bei explizitem Wissen um das Wissen, welches in seiner Form verbalisiert oder aufgezeichnet werden kann. Es kann problemlos in verschiedenen Versionen von Datenbanken oder Literatur erfasst und verteilt werden.[15]

Sofern man die beiden Wissensarten nun aus der strategischen Perspektive eines Unternehmens betrachtet, ist erkennbar, dass zur Generierung von Wettbewerbsvorteilen, der implizite Anteil des Wissens, maßgeblich zur Abgrenzung in Folge der eingeschränkten Kopierbarkeit von Mitbewerbern führt und somit von hoher Bedeutung ist.[16]

3.1.4 Internes & Externes Wissen

Sofern man von internem Wissen spricht, ist hiermit die bereits im Unternehmen befindliche Basis an Wissen gemeint. Hierbei ist es nicht ausschlaggebend, in welcher Form dieses Wissen vorliegt. Es kann sich hierbei um implizites oder explizites Wissen handeln. Die Herausforderung besteht an dieser Stelle, dass das Wissen entsprechend identifiziert und genutzt werden kann.[17]

Bei der Form des externen Wissens handelt es sich um die Dimension an Wissen, welche nicht direkt im Unternehmen vorhanden ist. Als Beispiele sind externe Wissensdatenbanken oder Berater genannt. Die Schwierigkeit an dieser Stelle ist, die konkrete Auswahl der für das Unternehmen passenden Form und Quelle des Wissens. Die schiere Masse an zur Verfügung stehenden externen Quellen macht es notwendig, dass die Unternehmen über entsprechende Filterkriterien verfügen, welche kontinuierlich geprüft werden sollten, um neue Quellen des Wissensbezugs nicht zu übersehen.[18]

3.1.5 Wissensmanagement

Nachdem nun alle nötigen Dimensionen des Begriffs Wissen erläutert wurden, ist es notwendig den Begriff des Wissensmanagements näher zu beleuchten und dessen Zielsetzung zu formulieren.

Wie bei allen anderen Produktionsfaktoren auch, ist es unerlässlich, die Ressource Wissen in den vorliegenden Formen zu steuern und zu verwalten. Ziel des Wissensmanagements ist es also demnach alle hierzu notwendigen Verfahren und Prozesse zu beschreiben, zu etablieren und zu verbessern, die notwendig sind, um Wissen im Unternehmen zu etablieren, Kompetenzen zu entwickeln und vorhandenes Wissen hinsichtlich der vorher genannten Dimensionen zu transformieren oder weiterzuentwickeln.[19]

Wissensmanagement als solches begründet seine Existenz nicht auf einem bloßen Selbstzweck, sondern dient gekoppelt an die Vision und Strategie des jeweiligen Unternehmens als zusätzliches Instrument zur Wertschöpfung durch wissensintensive Produkte oder Dienstleistungen. Es fügt sich somit in die Organisation ein und unterstützt diese bei der Zielerreichung.[20]

Darüber hinaus muss eine Teilaufgabe des Wissensmanagements sein, dass vorhandene Wissen, in welcher Form es auch vorliegen mag, qualitativ zu bewerten und für das Unternehmen Prüfverfahren bereitzustellen, welche eine Streuung von inkorrekten Wissensformen vermeidet.[21]

3.2 Modelle des Wissensmanagements

Im nun folgenden Abschnitt werden zwei verschiedene Modelle zur Umsetzung von Wissensmanagement Prozessen im Unternehmen beschrieben. Es soll ein entsprechender Hintergrund darüber geliefert werden, wie die verschiedenen Dimensionen des Wissens in sich und untereinander transformiert werden oder aber der nötige Wissenstransfer und Erhalt im Unternehmen umgesetzt werden kann, um einen Mehrwert zu generieren.

3.2.1 Wissensspirale nach Nonaka / Takeuchi

Kernthese des von Nonaka und Takeuchi entwickelten Models ist, dass durch das Zusammenspiel von impliziten und expliziten Wissensarten eine Transformation der jeweiligen Wissensart stattfindet, wodurch im Unternehmen Innovationen gefördert werden. Ausgehend vom Individuum als Wissensträger findet durch Interaktion über die verschiedenen Ebenen einer Organisation ein Austausch statt und das Wissen wird über verschiedenen Stufen hinweg transportiert und damit einhergehend angereichert.[22]

Bezüglich der Wissensumwandlung werden vier verschiedene Arten unterschieden, welche in den folgenden Punkten voneinander abgegrenzt werden. Darüber hinaus wird dargestellt, dass die einzelnen Transferarten nicht für sich alleine stehen, sondern untereinander interagieren.

3.2.1.1 Sozialisation: von implizit zu implizit

Bei der Sozialisation geht es vornehmlich um den Austausch von Erfahrungen, welche Grundvoraussetzung in der Aneignung von implizitem Wissen ist. Das Wissen wird hier zwischen zwei Personen durch Nachahmung, Beobachtung, sowie Praxis übermittelt und ein gemeinsamer Erfahrungskontext gebildet. Die reine Übermittlung von Informationen auf verbaler Ebene ist an dieser Stelle demnach nicht ausreichend.[23]

Zur Bildung von Innovationen ist es jedoch nötig, dass implizites und explizites Wissen kombiniert werden, eine alleinige Sozialisation ist demnach nicht ausreichend, da Wissen im Unternehmen explizit gemacht werden muss, um im gesamten Unternehmen genutzt zu werden. Die Sozialisation dient demnach zum Aufbau eines Interaktionsfeldes, um mentale Modelle oder Fertigkeiten zu übermitteln.[24]

3.2.1.2 Externalisierung: von implizit zu explizit

Im Zuge der Externalisierung von Wissen, welche auch als Schlüsselfunktion des Modells beschrieben wird, geht es darum implizites Wissen durch die Bildung von Konzepten und daraus resultierenden Modellen zu dokumentieren, und im gesamten Unternehmen nutzbar zu machen. Diese Externalisierung wird unter Zuhilfenahme von Metaphern und Analogien bewerkstelligt, da somit eine Option geschaffen wird, zunächst unbekannte Dinge durch Versinnbildlichung auf bekannte Ebenen des Verständnisses zu transportieren. Die Nutzung von Metaphern dient somit als Kommunikationsinstrument, welches gleichzeitig kreativitätsfördernde Aspekte aufweist und wird durch Dialoge und kollektive Reflexion ausgelöst und führt zu konzeptuellem Wissen.[25]

3.2.1.3 Kombination: von explizit zu explizit

Hierbei kommt es zur Generierung neuen Wissens durch die Kombination, den Austausch oder die Weiterentwicklung von bereits vorhandenem explizitem Wissen im Unternehmen. Die Kombination kann durch IT gestützte Plattformen wie Datenbanken und Wissensportale (z. B. ein Wiki oder Intranet) systemisch unterstützt werden. Die eigentliche Wissensbasis wird durch die Kombination der einzelnen Teile jedoch nicht wesentlich erweitert.[26]

3.2.1.4 Internalisierung: von explizit zu implizit

Durch die körperliche Anwendung („Learning by Doing“) des bereits dokumentierten expliziten Wissens im Unternehmen und die Verknüpfung mit dem eigenen impliziten Wissen, wird durch Wiederholung der Tätigkeiten, das vorhandene Wissen sukzessive von den einzelnen Individuen aufgenommen und internalisiert. Die Wissensschaffung startet ab diesem Zeitpunkt auf einem verbesserten Niveau von vorn.[27]

3.2.1.5 Anwendung auf die zwei Dimensionen der Wissensschaffung

Für das Verständnis des Models ist es nun wichtig zu erwähnen, dass die jeweiligen Outputs an Wissensinhalten der soeben beschriebenen Transformationsschritte innerhalb der epistemologischen Dimension untereinander in wechselseitigen Beziehungen stehen. So kann zum Beispiel, dass in der Externalisierung geschaffene konzeptuelle Wissen, in der Phase der Kombination mit anderen Konzepten verknüpft werden und somit eine Verbesserung in den Produkten oder Dienstleistungen des Unternehmens gebildet werden. Betrachtet man die ontologische Dimension, wird durch das Zusammenwirken des impliziten Wissens der einzelnen Mitarbeiter unter Zuhilfenahme der vier vorher genannten Transformationsformen, der Rahmen der Wissensschaffung im Unternehmen immer größer. Das Wissen breitet sich demnach mit einem voranschreitenden Spiralprozess im Unternehmen aus. Der soeben beschriebene Prozess ist in Abbildung zwei visualisiert.[28]

Abbildung 2: Spirale der Wissensschaffung im Unternehmen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Nonaka, I./Takeuchi,H., Die Organisation des Wissens, 1997, S.87

3.2.2 Bausteinmodell nach Probst et al.

Das von Probst et al. entwickelte Modell, der Bausteine des Wissensmanagements, liefert einen praxisbezogenen Handlungsrahmen, um Unternehmen in die Lage zu versetzen, die innerbetrieblichen Wissensprobleme strukturiert zu analysieren. Es soll eine Handlungsanleitung schaffen die identifizierten Probleme zu erfassen und zu begreifen um sie dann entsprechend auflösen zu können.[29]

Das Modell stellt hierfür sechs operative Kernprozesse sowie zwei strategische Elemente zur Verfügung, welche in Abbildung drei visuell dargestellt, und im weiteren Verlauf genauer ausgeführt werden.

Abbildung 3: Bausteine des Wissensmanagements

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Probst et al., Wissen managen, 2013, S.34

3.2.2.1 Wissensziele

Die Wissensziele sind der erste Teil der strategischen Komponente des Modells. Sie dienen in erster Linie als eine Art Leitfaden für die weiteren Maßnahmen bzw. Bausteine des Wissensmanagements. Es wird unterschieden zwischen normativen Zielen, welche darauf ausgelegt sind, eine auf Wissen ausgelegte Kultur im Unternehmen als Grundlage zu schaffen, gefolgt von strategischen Zielen, welche wiederum das organisatorische Kernwissen identifizieren und den künftigen Kompetenzbedarf des Unternehmens herausstellen. Als abschließende Stufe wird die operative Ebene der Ziele erwähnt, welche die abstrakten Ziele weiter konkretisieren und Maßnahmen schaffen, damit die angestrebten Vorgaben nicht auf der strategischen Ebene verweilen und unerreichbar bleiben.[30]

3.2.2.2 Wissensidentifikation

Bezüglich der Identifikation von Wissen wird in dem Modell zwischen internen und externen Wissensquellen unterschieden, welche bereits in Kapitel 3.1.4 genauer erläutert wurden. Beide Quellen sollten ausgehend von den Wissenszielen hinsichtlich ihrer Relevanz zur Zielerreichung überprüft und bewertet werden. Ziel ist es nicht hundertprozentige Transparenz zu erreichen, da es sonst zu einem Ressourcenoverhead käme, welcher sich kontraproduktiv auswirken könnte. Vielmehr ist es eine Aufgabe die Kernkompetenzen und Kernprozesse im Unternehmen zu identifizieren und hieraus abgeleitet das Kernwissen bzw. die nötigen Kompetenzen entsprechend zu bestimmen. Für die Erfassung des identifizierten Wissens werden Dokumentationsformen wie Wissenskarten und Wissensmatrizen vorgeschlagen, welche einen strukturierten Überblick über das vorhandene Wissen liefern. Da diese Erfassung wiederum ebenso mit Aufwänden verbunden ist, sei der Eingrenzung des relevanten Wissens noch einmal besondere Bedeutung zugeschrieben.[31]

[...]


[1] Vgl. Drucker, P. F., Die postkapitalistische Gesellschaft, 1993, S. 18 f.

[2] Vgl. Probst, G. J. B.,Raub, S. P.,Romhardt, K., Wissen managen, 2013, S. 6 f.

[3] Vgl. Davenport, T. H.,Prusak, L., Wenn Ihr Unternehmen wüßte, was es alles weiß … : das Praxishandbuch zum Wissensmanagement, 1998, S. 15.

[4] Vgl. North, K., Wissensorientierte Unternehmensführung : Wissensmanagement gestalten, 2016, S. 36.

[5] Vgl. Güldenberg, S., Wissensmanagement und Wissenscontrolling in lernenden Organisationen, 1999, S. 155.

[6] Vgl. Rehäuser, J.,Krcmar, H., Wissensmanagement im Unternehmen, 1996, S. 4.

[7] Vgl. North, K., Wissensorientierte Unternehmensführung : Wissensmanagement gestalten, 2016, S. 37.

[8] Vgl. North, K., Wissensorientierte Unternehmensführung : Wissensmanagement gestalten, 2016, S. 37.

[9] Vgl. Probst, G. J. B.,Raub, S. P.,Romhardt, K., Wissen managen, 2013, S. 18.

[10] Vgl. Nonaka, I.,Takeuchi, H., Die Organisation des Wissens, 1997, S. 24 f.

[11] Vgl. Nonaka, I.,Takeuchi, H., Die Organisation des Wissens, 1997, S. 71 f.

[12] Vgl. Polanyi, M., Implizites Wissen, 1985, S. 14–17.

[13] Vgl. Polanyi, M., Implizites Wissen, 1985, S. 18–20.

[14] Polanyi, M., Implizites Wissen, 1985, S. 14.

[15] Vgl. Nonaka, I.,Takeuchi, H., Die Organisation des Wissens, 1997, S. 19.

[16] Vgl. Al-Laham, A., Organisationales Wissensmanagement : eine strategische Perspektive, 2003, S. 33.

[17] Vgl. Probst, G. J. B.,Raub, S. P.,Romhardt, K., Wissen managen, 2013, S. 69.

[18] Vgl. Probst, G. J. B.,Raub, S. P.,Romhardt, K., Wissen managen, 2013, S. 82 f.

[19] Vgl. Willke, H., Systemisches Wissensmanagement, 1998, S. 39.

[20] Vgl. Willke, H., Systemisches Wissensmanagement, 1998, S. 65–67.

[21] Vgl. Schreyögg, G.,Geiger, D., Wenn alles Wissen ist, ist Wissen am Ende nichts?! : Vorschläge zur Neuorientierung des Wissensmanagements, 2003, S. 17 f.

[22] Vgl. Nonaka, I.,Takeuchi, H., Die Organisation des Wissens, 1997, S. 71–75.

[23] Vgl. Nonaka, I.,Takeuchi, H., Die Organisation des Wissens, 1997, S. 75–77.

[24] Vgl. Nonaka, I.,Takeuchi, H., Die Organisation des Wissens, 1997, S. 84 f.

[25] Vgl. Nonaka, I.,Takeuchi, H., Die Organisation des Wissens, 1997, S. 77–80.

[26] Vgl. Nonaka, I.,Takeuchi, H., Die Organisation des Wissens, 1997, S. 81 f.

[27] Vgl. Nonaka, I.,Takeuchi, H., Die Organisation des Wissens, 1997, S. 82–84.

[28] Vgl. Nonaka, I.,Takeuchi, H., Die Organisation des Wissens, 1997, S. 84–87.

[29] Vgl. Probst, G. J. B.,Raub, S. P.,Romhardt, K., Wissen managen, 2013, S. 29 f.

[30] Vgl. Probst, G. J. B.,Raub, S. P.,Romhardt, K., Wissen managen, 2013, S. 39–62.

[31] Vgl. Probst, G. J. B.,Raub, S. P.,Romhardt, K., Wissen managen, 2013, S. 65–73.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Wissensmanagement. Definition, Möglichkeiten und Grenzen
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie und Management gemeinnützige GmbH, Hochschulstudienzentrum Hamburg
Veranstaltung
Wissenschaftliches Arbeiten
Note
1,7
Jahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V439338
ISBN (eBook)
9783668789654
ISBN (Buch)
9783668789661
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissensmanagement, Wissensspirale, Bausteinmodell, Möglichkeiten, Grenzen
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Wissensmanagement. Definition, Möglichkeiten und Grenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439338

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