Chancen und Herausforderungen beim Einsatz des Internets im Fremdsprachenunterricht


Ausarbeitung, 2017

4 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Thema: Chancen und Herausforderungen beim Einsatz des Internets im Fremdsprachenunterricht

Das Internet hat im heutigen Fremdsprachenunterricht bereits seinen festen Platz: Wer in aktuelle Schulbücher schaut wird garantiert auf Themen wie Facebook oder das Schreiben von Emails Stoßen, sowie Verweise auf Lemapps finden.

Dieses Phänomen kommt nicht von ungefähr: Das Internet gehört längst zur ״gegenwärtig(en) Lebenswirklichkeit der Schüler/innen selbst (...)“ (Matz/Wilden 2016: 188). Die Schülerinnen und Schüler würden sich tagtäglich in traditionellen und digitalen Medien bewegen und in diesem Rahmen an internationalen Diskursen teilnehmen (vgl. Matz/Wilden 2016: 188). Welche Chancen dies birgt und was bei der Nutzung des Mediums Internet im Unterricht beachtet werden sollte wird im Folgenden beschrieben.

Laut einer Studie des Socialmedia Institute (SMI) wurde das Internet im Januar 2016 von 3,42 Milliarden Menschen weltweit in verschiedener Form genutzt. Dabei beträgt die Zuwachsrate der Netzteilnehmer etwa zehn Prozent monatlich. Der erwachsene Intemetnutzer verbringt im weltweiten Durchschnitt fünf Stunden und zwölf Minuten pro Tag im Internet. Durch diese explosionsartige Entwicklung kommt dem Internet in der Gesellschaft eine wachsende Bedeutung zu. Es ist anzunehmen, dass der Chat als eine der beliebtesten Kommunikationsformen, die das Internet zur Verfügung stellt, dadurch ebenfalls verstärkt Einfluss auf verschiedene Bereiche des menschlichen Lebens nimmt (vgl. Kroll 2016, online).

Auch im heutigen Fremdsprachenunterricht wird das Internet mehr und mehr eingesetzt. Verschiedene Online- Medien wie soziale Netzwerke oder Blogs würden laut Thorsten Merse immer mehr in den Fokus des

Fremdsprachenunterrichts rücken (vgl. Merse 2016: 257). Dies läge an den hohen Schnittstellen zwischen dem Charakter des Web 2.0 und den Zielkompetenzen des Fremdsprachenunterrichts (vgl. Merse 2016: 257). Das Internet biete unter Anderem Möglichkeit zu einem authentischen Kontakt zu gesprochener und geschriebener Sprache. Durch die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten des Web 2.0 könnten funktional-kommunikative Kompetenzen eingeübt werden. Es muss geschrieben (z.B. beim Verfassen eigener Beiträge auf Facebook) und gesprochen (z.B. beim Herstellen eigener Videos), gelesen (z.B. beim Rezipieren von Informationen auf Twitter) und gehört (z.B. beim Hören von Musik auf Youtube) werden. Das Internet fördere außerdem ״Prozesse des interkulturellen, transkulturellen und globalen Lernens“ (Merse 2016: 258). Besonders für den Spanischunterricht stellt die Möglichkeit der Kommunikation mit Muttersprachlern einen großen Gewinn dar. Durch das Chatten oder den Email­Austausch mit Gleichaltrigen beispielsweise wird nicht nur eine authentische und interessante Lernerwelt geschaffen, sondern natürlich auch Einblicke in die Kultur des Kommunikationspartners gewonnen.

Britta Vi ebrock (2012) stellt dem entgegen, dass es zu eher belangloser Kommunikation käme und dass die Qualität des Sprachgebrauchs nicht zu gewährleisten sei. Bei der Anonymität des Internets sei außerdem fraglich, ob Schülerinnem und Schüler Verantwortung für ihr virtuelles Handeln übernehmen würden (Viebrock 2012: 193). Außerdem sei auch auf die Qualität der jeweiligen Quelle im Internet zu achten: Während ein Thema wie Z.B Veganismus auf einer Wikipedia Seit faktisch-neutral behandelt wird, wird ein Beitrag hierüber in einem persönlichen Blog informellen und durch die Meinung des Autors geprägt sein (Merse 2012: 262). Nünning & Surkamp behaupten, dass dies die kritische Auseinandersetzung mit der Machart von Texten im Internet fördere und sich dies auch positiv auf die Nutzung des Internets im privaten Gebrauch auswirke (Nünning & Surkamp 2010: 27).

Das Web 2.0 fordert unter Anderem Universitäten, Schüler, Lehrer und Schulen auf eine bisher nicht da gewesene Art und Weise heraus: Die Universitäten müssen zukünftigen Lehramtsanwärtern beibringen, das Medium Internet sinnvoll zu nutzen und zu vermitteln, Schüler müssen sich auf neue Lehrmethoden einlassen, Lehrer ihren Unterricht noch genauer planen, ״um den Einsatz von Online-Medien mit didaktischen Konzepten in Einklang zu bringen“ (Merse 2016: 260) und Schulen müssen sich mit den erforderlichen Materialien ausstatten und sich von möglicherweise veralteten Prinzipien verabschieden, wie zum Beispiel das Verbot von Handys in der Schule.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Internet als Medium in verschiedenen Formen im Unterricht Fuß fasst. Ob in der Kommunikation, als Nachschlagewerk, als Lernhilfe oder in anderen Funktionen: Das Internet ist allgegenwärtig und kann und sollte auch nicht vor den Schultoren Halt machen müssen. Was allerdings seitens der Universitäten und der Lehrkräfte zu beachten ist ist der sensible Umgang mit diesem Medium, das genaue Auswerten von Quellen und natürlich eine versierte Vorbereitung der Studenten auf die bevorstehende Aufgabe.

Literatur:

- Kroll, Lars (2016): ״ Weltweiter Internet social media Nutzung Report “. online unter: http://socialmedia-institute.com/digital-in-2016-weltweite- intemet-social-media-mobile-nutzung-report/ (abgerufen am 5.11.2017)

- Matz, Frauke & Eva Wilden (2016): ״Die Entwicklung narrativer und audiovisueller Kompetenzen durch selbsterstellte Videoclips: (Multi)Literacies Pädagogik im Fremdsprachenunterricht“. In: Carmen Becker & Gabriele Bell & Andrea Rössler (Hrsg.): Web 2.0 und komplexe Kompetenzaufgaben im Fremdsprachenunterricht. Frankfurt a.M. u.a.: Peter Lang, 187-200.

- Merse, Thorsten (2016): ״Online-Medien und Web 2.0: Was müssen angehende Fremdsprachenlehrkräfte können und was kann die universitäre Praxis der Lehrerbildung dazu beitragen“. In: Carmen Becker & Gabriele Bell & Andrea Rössler (Hrsg.): Web 2.0 und komplexe Kompetenzaufgaben im Fremdsprachenunterricht. Frankfurt a.M. u.a.: Peter Lang, 257-271.

- Nünning, Ansgar & Surkamp, Carola (2010): ״Englische Literatur unterrichten.“ Bd.l Grundlagen und Methoden. (3. Auflage). Seelze. Klett/ Kallmeyer.

- Viebrock, Britta (2012): ״Zwischen Medieneuphorie und vermeintlicher Demokratisierung des Lernens Einige kritische Überlegung zur

Nutzung des Web 2.0 im Englischunterricht. “ Im: Reinfried, Marcus & Volkmann, Laurenz (Hrsg.)(2012). Medien im neokommunikativen Fremdsprachenunterricht. Einsatzformen, Inhalte, Lemenkompetenz. Frankfurt a. M..: Peter Lang, 185-200.

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Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Chancen und Herausforderungen beim Einsatz des Internets im Fremdsprachenunterricht
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
4
Katalognummer
V439541
ISBN (eBook)
9783668801615
Sprache
Deutsch
Schlagworte
chancen, herausforderungen, einsatz, internets, fremdsprachenunterricht
Arbeit zitieren
Janina Reimann (Autor), 2017, Chancen und Herausforderungen beim Einsatz des Internets im Fremdsprachenunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439541

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