Seit Einführung der Credit Default Swaps ist die Quantität und Qualität ihrer Marktdaten deutlich gestiegen. Das zunehmende Interesse am Credit Default Swap als Untersuchungsgegenstand in der empirischen Kapitalmarktforschung wird vor dem Hintergrund der Informationseffizienzhypothese dadurch begünstigt.
Der Großteil der Untersuchungen bezieht sich auf folgende drei Themenbereiche: 1) Determinanten der Credit Default Swap-Spreads, 2) Effizienz des Credit Default Swap Marktes und 3) Zusammenhang zwischen Credit Default Swap-, Aktien- und Anleihenmarkt.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich ausschließlich mit den ersten zwei Themenbereichen. Der dritte Themenbereich sieht eine komparative Studie zwischen Finanzmärkten vor. In dieser Arbeit wird jedoch ausschließlich der Credit Default Swap Markt analysiert.
Insgesamt ist die Zielsetzung der Analyse den aktuellen Wissensstand zur Informationseffizienz im globalen Credit Default Swap Markt aufzuarbeiten und zusätzlich folgende Fragen zu beantworten:
- Welche externen Informationen beeinflussen den Credit Default Swap-Spread?
- Wie reagiert der Credit Default Swap Markt bei Ankündigungen zu Ergebnismeldungen, Ratings und Programmen?
- Antizipieren Credit Default Swap-Spreads die Richtung der Ankündigungen?
Die Arbeit enthält daher fünf Gliederungspunkte. Zur Beantwortung der Forschungsfragen wird im zweiten Kapitel ein Grundverständnis der Theorie der Informationseffizienz in Kapitalmärkten vermittelt und theoretisch diskutiert. Im dritten Kapitel werden empirische Befunde zur Beantwortung der Forschungsfragen vorgestellt. Im vierten Kapitel wird die eigene empirische Analyse vorgestellt und kritisch reflektiert. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Theoretische Darstellung der Informationseffizienzhypothese im Kapitalmarkt
2.1 Definitionen und Ausprägungen des Informationsbegriffs
2.2 Begriff und Bedeutung der Informationseffizienz nach Fama
2.3 Formen der Informationseffizienz und ihre methodische Überprüfung
3. Methodologische Überprüfung der Informationseffizienz am Markt für CDS
3.1 Entwicklung und Merkmale des globalen CDS-Marktes
3.2 Informationsverteilung am CDS-Markt
3.3 Empirische Befunde
3.3.1 Informationsgehalt und Modellierung der CDS-Prämie
3.3.2 Darstellung des Antizipationseffekts anhand des Einflusses von Ertragszahlen und Ratingmeldungen auf CDS-Spreads
3.3.3 Zwischenfazit und Herleitung der Hypothesen
4. Empirische Untersuchung des Ankündigungseffekts im europäischen SCDS-Markt zur Krisenzeit
4.1 Untersuchungsmethodik der Ereignisstudie
4.2 Definition des Untersuchungsgegenstandes
4.3 Ermittlung der erwarteten und abnormalen CDS-Spread-Veränderung
4.4 Aggregation und statistische Analyse der abnormalen CDS-Spread-Differenz
4.5 Deskriptive und explorative Datenanalyse
4.6 Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit analysiert die Informationseffizienz auf dem globalen Credit Default Swap (CDS) Markt, insbesondere mit Fokus auf europäische Staatsanleihen (SCDS) während der Staatsschuldenkrise. Das primäre Ziel besteht darin, durch eine empirische Ereignisstudie zu prüfen, ob der Markt Ankündigungen (z.B. zu Rettungspaketen oder Ratings) antizipiert und wie die Kursreaktionen auf diese Informationen verlaufen.
- Grundlagen der Informationseffizienzhypothese nach Fama
- Struktur und Charakteristika des globalen CDS-Marktes
- Empirische Analyse von Ankündigungseffekten mittels Ereignisstudie
- Untersuchung von Informationsasymmetrien und Insiderwissen
- Diskussion über Marktineffizienzen und Preisbildungsmechanismen
Auszug aus dem Buch
3.2 Informationsverteilung am CDS-Markt
In Anbetracht der Zusammensetzung der Marktteilnehmer und der Dominanz einiger weniger Marktteilnehmer kann keine vollständig symmetrische Informationsverteilung am CDS-Markt angenommen werden. Dies wird auch insbesondere an der problembehafteten „risk shredder-risk taker relationship“, sofern ein Marktteilnehmer ein Engagement in Kreditderivate eingeht, sichtbar. Das Problem der Informationsasymmetrie entsteht dadurch, dass Marktteilnehmer über unterschiedliche Zugänge zu Informationen über den Wert des Finanzproduktes verfügen können und so anderen Marktteilnehmern qualitativ und quantitativ an Informationen überlegen sind.
Gut informierte Marktteilnehmer können ihre Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen und externen Ratings beziehen. Weniger gut informierte Akteure sind jene, die über keinen Zugang zu „privaten“ Informationen über die Bonität des Emittenten verfügen, wie z.B. Hedgefonds oder ausländische institutionelle Investoren. Dagegen sind potenziell besser informierte Marktteilnehmer z.B. Universalbanken. Sie sind in der Lage das Kreditrisiko des Schuldentitels besser einzuschätzen und zu quantifizieren.
Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Universalbanken bereits in einer Relation mit der Referenzeinheit stehen, und so über mehr Informationen verfügen. Sofern ausgenutzt, wird diese Information auch als „private information“ bzw. Insider-Wissen klassifiziert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Hinführung zur Effizienzmarkthypothese und Abgrenzung des Forschungsgegenstands Credit Default Swaps (CDS).
2. Theoretische Darstellung der Informationseffizienzhypothese im Kapitalmarkt: Theoretische Fundierung des Informationsbegriffs und der Effizienzformen nach Eugene F. Fama.
3. Methodologische Überprüfung der Informationseffizienz am Markt für CDS: Analyse der Marktstruktur und theoretische Herleitung von Hypothesen zu Ankündigungseffekten.
4. Empirische Untersuchung des Ankündigungseffekts im europäischen SCDS-Markt zur Krisenzeit: Durchführung einer Ereignisstudie zur Messung abnormaler Kursreaktionen auf politische und ökonomische Ankündigungen.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Markteffizienz und Bedeutung der Ergebnisse für die Finanzstabilität.
Schlüsselwörter
Credit Default Swaps, Informationseffizienz, Ereignisstudie, Kapitalmarkttheorie, Staatsschuldenkrise, CDS-Spreads, Informationsasymmetrie, Markteffizienz, Ratingänderungen, Finanzstabilität, Insiderhandel, Preisbildungsprozess, Kontraktdaten, Risikoallokation, Staatstitel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob der Markt für Credit Default Swaps (CDS) informationseffizient ist, d.h. ob neue Informationen unmittelbar in die Marktpreise einfließen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die theoretische Markteffizienz nach Fama, die Struktur des globalen CDS-Marktes und die empirische Messung von Kursreaktionen auf externe Nachrichten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Prüfung des Ankündigungseffekts bei CDS auf Staatsanleihen während der europäischen Staatsschuldenkrise.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine ökonometrische Ereignisstudie, um abnormale Spread-Veränderungen rund um spezifische Informationsereignisse zu isolieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Effizienz sowie einen empirischen Teil, der das Verhalten von CDS-Spreads auf Rettungspakete und Ratings analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Informationseffizienz, CDS, Ereignisstudie, Staatsschuldenkrise, Informationsasymmetrie und abnormale Spread-Veränderungen.
Welche Rolle spielen Ratingagenturen in dieser Untersuchung?
Die Autorin betrachtet Ratings als wichtige Informationsquelle und untersucht, ob und wie schnell CDS-Spreads auf Ratingveränderungen oder Reviews reagieren.
Was ist das Ergebnis bezüglich der Markteffizienz?
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass der untersuchte CDS-Markt in der Stichprobe als mittelstreng informationsineffizient einzustufen ist.
Welchen Einfluss hat der "Contagion-Effekt"?
Der Contagion-Effekt wird als Störfaktor bei der Isolation von Ankündigungseffekten diskutiert, da Krisenereignisse in einem Land oft zeitgleich andere Märkte beeinflussen.
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- Angelina Scholtysik (Autor), 2015, Informationseffizienz auf dem Credit Default Swap Markt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442345