Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Einführung einer Intervention zur Stressbewältigung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, im Rahmen einer betrieblichen Gesundheitsförderung. Potthast et al. beschreiben das nach Rohnert & Rutnefranz (1975) erstellte Belastungs-Beanspruchungs-Modell. Darin werden die Zusammenhänge zwischen der Arbeitssituation und der Wirkung auf die arbeitende Person beschrieben. Weiter erläutert Potthast, dass man Belastungen als Einwirkungsgrößen bei der Arbeit versteht und Beanspruchungen als Auswirkung beim Menschen betrachtet werden. Der Normgeber DIN EN ISO 6385 Teil 3 definiert den Begriff der Belastung und Beanspruchung wie folgt: „Arbeitsbelastung ist die Gesamtheit der äußeren Bedingungen und Anforderungen im Arbeitssystem, die auf den physiologischen und / oder psychologischen Zustand einer Person einwirken“. Somit wird eine Belastungs- und Beanspruchungsanalyse notwendig, um die Anforderungen zu erkennen und die Mitarbeiter darauf abzustimmen.
Im Folgenden wird die im Jahr 2005 gegründete Physiotherapiepraxis erläutert. Zugehörig zur Praxis sind neben dem Geschäftsführer 12 weitere Beschäftigte. Davon sind acht in Fest- und vier in Teilzeit angestellt. Alle Beschäftigten der Praxis haben den Beruf als Physiotherapeut erlernt. Dieser Beruf hat seine Klassifikation als Dienstleistung im Gesundheitsbereich. Jeder Therapeut hat den gleichen Arbeitsbereich und die gleichen Arbeitsbedingungen.
Inhaltsverzeichnis
1. BESCHREIBUNG UNTERNEHMEN UND BELASTUNGEN
1.1. Unternehmen
1.2. Belastungsfaktoren
2. BEFRAGUNG ZUR STRESSBELASTUNG
2.1. Messinstrument
2.2. Durchführung der Befragung
2.2.1. Vorbereitung
2.2.2. Durchführung
2.2.3. Auswertung
3. KONZEPTION DER MAßNAHME
3.1. Das Multimodale Stressmanagement
3.1.1. Multimodales Stressmanagement nach Kaluza
3.2. Multimodales Stressmanagement in der Physiotherapiepraxis
4. ÜBERPRÜFUNG DER WIRKSAMKEIT
4.1. Der Untersuchungsplan
4.2. Evaluation und Qualitätssicherung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Implementierung einer betrieblichen Gesundheitsförderung in einer Physiotherapiepraxis. Ziel ist es, belastungsinduzierte Stressfaktoren bei den Beschäftigten durch ein multimodales Stressmanagement zu reduzieren und langfristig durch eine begleitete Evaluation die Wirksamkeit der Maßnahmen zu prüfen.
- Analyse spezifischer Belastungsfaktoren im physiotherapeutischen Berufsalltag
- Einsatz des Kurzfragebogens zur Arbeitsanalyse (KFZA) zur IST- und SOLL-Zustandsermittlung
- Implementierung individueller und struktureller Stressmanagement-Interventionen
- Entwicklung eines Untersuchungsplans für eine Längsschnittstudie zur Qualitätssicherung
Auszug aus dem Buch
Termindruck:
Die Beschäftigten der Praxis, haben für einen Patienten und dessen Behandlung 20 Minuten zur Verfügung. Diese Minuten beinhalten, das Abholen am Empfang, den Weg zur Kabine, eventuelles Umziehen des Patienten und die Behandlung. Unter Umständen kann der Weg zur Kabine mit älteren oder Patienten mit eingeschränkter Gehfähigkeit, sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. So verliert der Therapeut schon einige Minuten seiner Behandlung und kann somit sein Engagement für seinen Patienten nicht vollkommen ausschöpfen. Seine Bemühungen, die Arbeitstätigkeit gewissenhaft und sorgfältig ausüben zu wollen, leiden unter dem hohen Zeitdruck. Zu einem weiteren Zeitdruck kann es ebenfalls kommen, wenn sich Patienten verspäten. Dies wirkt sich negativ auf die verfügbare Zeit einer Behandlung aus.
Ein Therapeut hat täglich aufeinander folgende Termine. Diese gilt es, in 20 Minuten sorgfältig abzuarbeiten. In den einzelnen Terminen entsteht der Druck sich auf eine gewisse Zeit beschränken zu müssen. Weiter hat ein Therapeut wenig, bis keine Zeit, zwischen den aufeinander folgenden Terminen sich eine Auszeit zu nehmen. Der erste Patient wird verabschiedet, der nächste am Empfang abgeholt. Somit entsteht durch den Zeitdruck eine psychische Belastung für den Beschäftigten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. BESCHREIBUNG UNTERNEHMEN UND BELASTUNGEN: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen der Belastungsanalyse und beschreibt die strukturellen Rahmenbedingungen sowie spezifische Stressoren einer physiotherapeutischen Praxis.
2. BEFRAGUNG ZUR STRESSBELASTUNG: Hier wird der KFZA als Messinstrument vorgestellt und der methodische Ablauf der Datenerhebung im Betrieb erläutert.
3. KONZEPTION DER MAßNAHME: Dieser Abschnitt überträgt das Konzept des Multimodalen Stressmanagements nach Kaluza auf die konkreten Arbeitsplatzbedingungen der Physiotherapeuten.
4. ÜBERPRÜFUNG DER WIRKSAMKEIT: Das Kapitel legt den Untersuchungsplan für eine Längsschnittstudie dar und diskutiert Ansätze für eine nachhaltige Qualitätssicherung.
Schlüsselwörter
Stressmanagement, Gesundheitsförderung, Physiotherapie, KFZA, Belastungsfaktoren, Arbeitsbelastung, Zeitdruck, Teambuilding, Qualitätssicherung, Evaluation, Multimodales Stressmanagement, Arbeitssituation, Stressbewältigung, Gesundheitsmanagement, Intervention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Einführung von betrieblichen Maßnahmen zur Stressbewältigung bei Physiotherapeuten in einer Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Identifikation arbeitsbezogener Belastungen, die Anwendung psychologischer Analyseinstrumente und die Entwicklung multimodaler Interventionsstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Reduktion von Stressbelastungen durch ein strukturiertes Gesundheitsmanagement, das sowohl individuelle als auch strukturelle Anpassungen beinhaltet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein Längsschnittdesign gewählt, welches den KFZA zur IST- und SOLL-Analyse sowie ein Pre-Post-Messverfahren zur Wirksamkeitsprüfung nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Belastungsfaktoren, die Durchführung einer Mitarbeiterbefragung und die Konzeption spezifischer Entlastungsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Multimodales Stressmanagement, Physiotherapie, Belastungsanalyse und Betriebliches Gesundheitsmanagement charakterisiert.
Warum ist der Einsatz des KFZA in diesem Kontext besonders geeignet?
Der KFZA ermöglicht eine einfache, zeitökonomische Erfassung von sowohl Stressoren als auch Ressourcen, was ihn ideal für den kurzen 20-Minuten-Takt der Praxis macht.
Welche Rolle spielt das soziale Umfeld in der Praxis?
Das Teamgefühl wird als eine zentrale Ressource der Stressbewältigung identifiziert; soziale Integration und Kommunikation werden als wichtige Gegenmaßnahmen zum emotionalen Rückzug hervorgehoben.
- Quote paper
- Julia Eberle (Author), 2017, Intervention zur Stressbewältigung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen einer betrieblichen Gesundheitsförderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/443005