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Die Wundertätigkeit der mittelalterlichen Könige

Welche Ursprünge liegen dem Heilungswunder der Skrofeln zugrunde?

Título: Die Wundertätigkeit der mittelalterlichen Könige

Trabajo Escrito , 2017 , 21 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Johanna Roth (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Einer althergebrachten Ansicht entsprechend offenbarte sich die außergewöhnliche Qualität des Königs von Frankreich im Mittelalter nicht nur durch die Salbung mit dem Himmelsöl des heiligen Remigius, sondern vor allem durch die Gabe, Skrofeln heilen zu können. Zunächst sei die Kraft, Kranke von ihrem Leiden zu befreien, bei Robert II noch nicht als eine auf ein bestimmtes Krankheitsbild gerichtete Fähigkeit aufgetreten, bei seinen Nachfolgern Philipp I und Ludwig VI habe sie sich aber zu einer auf Skrofeln spezialisierten Amtsheiligkeit entwickelt, sodass sie sich so stark etablieren konnte, dass noch bis in das 19. Jahrhundert hinein den Königen Heilungsversuche aufgebürdet wurden. Jedoch finden wir neben französischen Berichten auch in England Darstellungen über das sogenannte „königliche Wunder“, erstmalig für Eduard den Bekenner, der von 1042 bis 1066 herrschte.

Ebenso bemerkenswert wie das scheinbar plötzliche Wirken der französischen und englischen Kronträger als Wunderheiler ist, dass man einem merowingischen, ottonischen, staufischen oder karolingischen König niemals einzigartige Begabungen hinsichtlich der Heilung von Kranken zusprach.

Die Untersuchung der Entstehung und Entwicklung der königlichen Wundertätigkeit beschäftigte die neuzeitlichen Forscher gerade deshalb, so Ehlers, weil eine adäquate Beantwortung dieser Frage gleichermaßen Auskunft über die Eigentümlichkeit der Monarchie des Mittelalters bietet. So folgten neben Joachim Ehlers auch Historiker wie Frank Barlow und Marc Bloch, der wohl das umfangreichste Werk auf diesem Gebiet vorlegte, den Spuren der Heilungswunder der Könige.

Die vorliegende Arbeit setzt sich entsprechend den Fragen moderner Forschung mit den Ursprüngen des Heilungswunders der Skrofeln auseinander. Dementsprechend soll zunächst auf die allgemeine Entwicklung der Wunder aus religionsgeschichtlicher und christlicher Sicht sowie auf den Oberbegriff „Heilungswunder“ eingegangen werden. Anschließend wird speziell die Wundertätigkeit der französischen und englischen Könige des Mittelalters beleuchtet. Dazu soll die Herkunft des Begriffs der Skrofeln untersucht, den Anfängen der Berührung dieser gefolgt und dem Erfolg der Heilung nachgegangen werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wunder im Mittelalter

2.1. Die Entwicklung des Wunders aus religionsgeschichtlicher und christlicher Sicht

2.2. Die Heilungswunder

3. Die Wundertätigkeit der mittelalterlichen Könige

3.1. Die Herkunft des Begriffs „Skrofeln“

3.2. Die Anfänge der königlichen Wundertätigkeit

3.3. Die Popularität des Wunders

4. Schlussbemerkungen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursprünge und die Entwicklung der Wundertätigkeit mittelalterlicher Könige, insbesondere die Heilung von Skrofeln durch die französischen und englischen Monarchen. Sie analysiert, wie sich der Glaube an die heilenden Kräfte der Könige im Kontext religiöser Vorstellungen und monarchischer Legitimation etablierte und wie Historiker diese Phänomene interpretieren.

  • Religionsgeschichtliche und christliche Entwicklung des Wunderbegriffs
  • Genese der Heilungswunder und die Rolle des christlichen Wunderheilers
  • Etymologische und medizinische Herkunft des Begriffs „Skrofeln“
  • Entwicklung und Etablierung des königlichen Heilungswunders in Frankreich und England
  • Einfluss der gregorianischen Reformbewegung auf die sakrale Legitimation der Könige

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Herkunft des Begriffs „Skrofeln“

Wie bereits zu Beginn der Arbeit angedeutet wurde, bestand die Wundertätigkeit der mittelalterlichen Könige Frankreichs und Englands darin, Skrofeln zu heilen. Es genügt an dieser Stelle jedoch nicht, den Begriff „Skrofeln“ lediglich als „geschwollene Körperstellen“ zu definieren. Um den Spuren des königlichen Wunders folgen zu können, soll die nachfolgende Darstellung einen Einblick in die Herkunft der spezifischen Bezeichnung „Skrofeln“ geben.

Die Krankheit der Skrofeln, im mittelalterlichen Frankreich mit dem Ausdruck le mal du roi versehen, in England bekannt als The King’s Evil, ist laut dem Wissensstand der modernen Medizin tuberkulösen Ursprungs. Die heute in Frankreich als écrouelles oder scrofule bezeichneten Entzündungen der Lymphknoten sind also sogenannte tuberkulöse Ademone. Obgleich die Krankheit in den häufigsten Fällen nicht tödlich endet, so kann sie sich bei unzureichender Pflege bis zum Gesicht hin ausbreiten und abstoßende Vereiterungen hervorrufen.

Die von den Königen berührte Erkrankung war den damaligen Gelehrten, so Bloch, unter den lateinischen Termini strumae oder scrofulae und dem französischen Begriff écrouelles geläufig und bezeichnete schon damals geschwollene Lymphknoten. Laut Bloch gab es aber zu diesem Zeitpunkt noch keine nähere Klassifikation verschiedener Krankheitsbilder, weshalb alle Erkrankungen, die zu Schwellungen der Lymphknoten und des Gesichts führten, unter diesen Begriffen vereint wurden. Es sei den Medizinern des Mittelalters aber einzugestehen, dass die meisten als skrofulös eingestuften Anschwellungen tatsächlich von Tuberkulose herrühren und vermutlich auch heute dieselbe Diagnose erhalten würden. So lässt sich laut Bloch die damalige Begriffsmischung der Skrofeln mit anderen Erkrankungen, die ein analoges Erscheinungsbild verursachten, erklären.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der königlichen Wundertätigkeit ein und skizziert den Forschungsstand sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Wunder im Mittelalter: Dieses Kapitel behandelt die religionsgeschichtliche Entwicklung des Wunderglaubens sowie die spezifischen Aspekte christlicher Heilungswunder.

3. Die Wundertätigkeit der mittelalterlichen Könige: Der Hauptteil analysiert die etymologische Herkunft des Begriffs „Skrofeln“, die historischen Anfänge der königlichen Heilungsversuche und die Faktoren ihrer anhaltenden Popularität.

4. Schlussbemerkungen und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die anhaltende Bedeutung der Thematik in der modernen Geschichtswissenschaft.

Schlüsselwörter

Wundertätigkeit, Mittelalter, Skrofeln, königliches Wunder, le mal du roi, The King's Evil, Heilungswunder, Marc Bloch, Joachim Ehlers, sakrales Königtum, Religionsgeschichte, Tuberkulose, morbus regius, Investiturstreit, Wunderglaube.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Praxis, dass mittelalterliche Könige in Frankreich und England durch Berührung Kranke heilen konnten, insbesondere bei der Krankheit „Skrofeln“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das mittelalterliche Wunderverständnis, die medizinische Einordnung von Skrofeln und die politische bzw. sakrale Legitimation der Könige.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Ursprünge des Heilungswunders der Skrofeln zu beleuchten und zu verstehen, warum dieses Phänomen trotz theologischer und politischer Reformen so populär blieb.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und Quellendarstellungen zur mittelalterlichen Monarchie und Frömmigkeitsgeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Begriffsherkunft der Skrofeln, der Rolle von Monarchen wie Robert II. und Eduard dem Bekenner sowie den Debatten innerhalb der gregorianischen Reformbewegung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere „Skrofeln“, „königliches Wunder“, „sakrales Königtum“ und der „Investiturstreit“.

Warum wird die Krankheit „Skrofeln“ als „königliches Übel“ bezeichnet?

Die Bezeichnung rührt von der Verbindung her, dass diese spezifische Form der Lymphknotenschwellung durch die königliche Berührung geheilt werden konnte, was dem Leiden seine königliche Konnotation gab.

Welchen Einfluss hatte der Investiturstreit auf die Wundertätigkeit?

Trotz der Versuche der gregorianischen Reformbewegung, weltlichen Herrschern ihre sakrale Substanz abzusprechen, konnte das Heilungswunder der Könige durch den Investiturstreit nicht unterbunden werden.

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Detalles

Título
Die Wundertätigkeit der mittelalterlichen Könige
Subtítulo
Welche Ursprünge liegen dem Heilungswunder der Skrofeln zugrunde?
Universidad
http://www.uni-jena.de/  (Historisches Institut)
Curso
Frankreich im Hochmittelalter
Calificación
1,0
Autor
Johanna Roth (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
21
No. de catálogo
V443016
ISBN (Ebook)
9783668807655
ISBN (Libro)
9783668807662
Idioma
Alemán
Etiqueta
Wundertätigkeit Skrofeln Frankreich Wundertätige Könige
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Johanna Roth (Autor), 2017, Die Wundertätigkeit der mittelalterlichen Könige, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/443016
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