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Sueton und die Biographie der Kaiserzeit

Title: Sueton und die Biographie der Kaiserzeit

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.A. Carl Christian Wahrmann (Author)

World History - Early and Ancient History
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Als Caius Suetonius Tranquillus um 120 n.Chr. sein Werk de vita caesarum veröffentlichte, ahnte er wahrscheinlich nicht, dass er damit eine Literaturform geschaffen hatte, die für mehrere Jahrhunderte ein Vorbild für andere Autoren werden sollte. Sueton verband in diesem Werk erstmals Elemente der Biographie mit denen der Geschichtsschreibung und schuf mit der „historischen Biographie“ eine Möglichkeit, das Privatleben der Kaiser im Kontext mit den staatlichen Aktionen der Zeit darzustellen. Während bei anderen Autoren vor allem die Schilderung und Deutung von Kriegszügen und großen Schlachten in der Historiographie Berücksichtigung fanden, setzte Sueton bewusst auf die Darstellung des Privatlebens der von ihm beschriebenen Persönlichkeiten. Dieses Interesse an vertraulichen Details, Suetons Vorliebe für anekdotische und oft auch kompromittierende Einzelheiten macht seine Biographien zu einem in vielerlei Hinsicht interessanten Gegenstand und bietet ein Gesamtbild der porträtierten Charaktere sowie ihrer Zeit.
Die folgende Arbeit will zunächst einen Überblick über das Problem der antiken Geschichtsschreibung geben. Dabei soll geklärt werden, welche Traditionen es gab und worin das Neue in Suetons Schriften besteht.
Der darauf folgende Abschnitt wird sich mit dem Leben des Autors Sueton auseinandersetzen und die Wechselwirkung zwischen Ämterlaufbahn und literarischem Schaffen zu klären suchen. Dieser Punkt ist von besonderer Bedeutung, da Suetons Dienste für die Kaiser Traian und Hadrian und sein jeweiliges Verhältnis zum Kaiserhof von entscheidender Bedeutung für die Möglichkeiten einer schriftstellerischer Betätigung waren.
Anschließend werden die beiden erhaltenen Werke Suetons sowie die dabei verwendeten Methoden vorgestellt und ihre Wirkungsgeschichte erläutert. Im letzten Punkt werden die in der Arbeit berührten Themenkomplexe und die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Fragestellung

2. Römische Geschichtsschreibung und Biographie

3. Caius Tranquillus Suetonius

3.1. Biographisches

3.2. Werk und Methode

3.3. Wirkungsgeschichte

4. Zusammenfassung und Ausblick

5. Quellen und Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken des antiken Autors Sueton und analysiert, wie er durch die Verbindung von biographischen Elementen mit der Geschichtsschreibung eine neue Gattung schuf. Ziel ist es, die methodischen Neuerungen seiner Kaiserbiographien sowie deren Bedeutung für das Verständnis der Herrscherpersönlichkeiten und ihre Rezeptionsgeschichte zu klären.

  • Suetons Beitrag zur Entwicklung der historischen Biographie
  • Die Wechselwirkung zwischen der Ämterlaufbahn des Autors und seinem literarischen Schaffen
  • Strukturmerkmale und erzählerische Methoden in de vita caesarum
  • Die Bedeutung privater Details zur Charakterisierung der Kaiser
  • Die langfristige Wirkung suetonischer Methoden auf die Geschichtsschreibung

Auszug aus dem Buch

3.2. Werk und Methode

Von den insgesamt elf bekannten Werken Suetons sind bis heute lediglich zwei erhalten geblieben. Sowohl de viris illustribus als auch de vita caesarum sind Biographien, in denen Sueton über bekannte Persönlichkeiten informiert. Einen Informationscharakter tragen auch seine nicht erhalten gebliebenen Schriften, deren Existenz durch Erwähnungen bei anderen Autoren belegt ist. Das umfangreichste Werk, die prata, war ein Lexikon, in dem die angeführten Wörter sowohl ihrer Bedeutung nach als auch sprachgeschichtlich gedeutet wurden. Weitere Texte über den römischen Kalender, über Sitten und ihre Bedeutung, über die Bezeichnungen von Kleidern und Schuhen verdeutlichen, dass Sueton nicht als Autor schöngeistiger Literatur, sondern als Schreiber vor allem informativer Texte anzusehen ist. Interessant ist weiterhin, dass der gebildete Sueton seine Texte nicht allein in lateinischer, sondern auch in griechischer Sprache verfasste.

De viris illustribus präsentiert sich als eine Zusammenstellung von Biographien, die thematisch nach den Tätigkeiten der Porträtierten geordnet sind. So gibt es, wie auch bei Suetons Vorgänger Cornelius Nepos, Abschnitte über Rhetoriker, Grammatiker, aber auch über Dichter und Philosophen. Alle Einzelbiographien zeichnen sich durch ihre überblicksartige Kürze aus, nennen die wichtigsten Lebensstationen und die Werke der Männer. Doch gibt es auch Ausnahmen, die Sueton vielfach den Vorwurf eingetragen haben, seine Arbeiten seien nicht ernsthaft genug gewesen. Oft werden nämlich intime Details überliefert, die über die bloße Information hinausgehen. Über Horaz beispielsweise weiß Sueton zu berichten, dass er in seinem Schlafzimmer Spiegel verteilt hatte, um den Liebesakt aus jeder Perspektive beobachten zu können. Diese Vorliebe Suetons für das Ehe- und Sexualleben lässt sich auch in de vita caesarum beobachten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in das Werk von Sueton ein und erläutert die Relevanz der historischen Biographie als neue Literaturform.

2. Römische Geschichtsschreibung und Biographie: Es wird der historische Kontext der antiken Geschichtsschreibung dargestellt und die Entwicklung hin zum Prinzipat aufgezeigt, die eine neue Form der Darstellung erforderte.

3. Caius Tranquillus Suetonius: Dieser Hauptteil beleuchtet biographische Hintergründe des Autors, analysiert seine Arbeitsweise und die Struktur seiner Werke sowie deren nachhaltige Wirkungsgeschichte.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Bedeutung von Suetons Methode zusammen und betont den Wert seiner detaillierten Darstellungen für unser Verständnis der frühen Kaiserzeit.

5. Quellen und Literatur: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primärquellen und die wissenschaftliche Fachliteratur auf.

Schlüsselwörter

Sueton, Caius Tranquillus Suetonius, Kaiserbiographien, de vita caesarum, de viris illustribus, römische Geschichtsschreibung, historische Biographie, Prinzipat, antike Literatur, Herrscherbild, Quellennutzung, Wirkungsgeschichte, Privatleben, Kaiserhof, Quellenkritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das literarische Schaffen des antiken Autors Sueton, insbesondere dessen Pionierrolle bei der Etablierung der "historischen Biographie" als Gattung, die Biographisches mit offizieller Geschichtsschreibung verknüpft.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die methodische Struktur der Suetonschen Kaiserbiographien, der Einfluss seiner Ämterlaufbahn am Kaiserhof auf seine Recherchemöglichkeiten sowie der Vergleich mit anderen antiken Historikern.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, warum Sueton durch die Einbeziehung privater und anekdotischer Details eine neue Qualität in der Beschreibung römischer Kaiser schuf und wie er damit die Geschichtsschreibung seiner Zeit beeinflusste.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine literatur- und quellenwissenschaftliche Analyse durch, indem er sowohl das Werk Suetons in den zeitgenössischen Kontext der Historiographie einordnet als auch aktuelle Forschungsliteratur zur Auswertung heranzieht.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die biographischen Daten Suetons, eine detaillierte Untersuchung seiner Arbeitsweise und den Aufbau seiner Texte sowie eine Betrachtung der langfristigen Wirkung seines Stils auf spätere Autoren bis in das Mittelalter.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Sueton, Kaiserbiographien, historische Biographie, römische Geschichtsschreibung, de vita caesarum und Quellenkritik.

Warum ist das "Dreikinderrecht" (ius trium liberorum) in diesem Kontext von Bedeutung?

Die Verleihung dieses Privilegs an den kinderlosen Sueton durch Kaiser Traian dient als Beleg für die hohe Wertschätzung, die der Autor innerhalb der höfischen Hierarchie genoss.

Inwiefern beeinflusste Suetons Tätigkeit als "ab epistulis" sein Werk?

Seine Position als Leiter der kaiserlichen Kanzlei ermöglichte ihm den Zugang zu offiziellen Dokumenten und Archivmaterial, was die Informationsdichte und Detailgenauigkeit seiner Kaiserbiographien maßgeblich begründete.

Warum wird Suetons Methode als Mischung aus Chronologie und Thematik bezeichnet?

Sueton wählt für seine Biographien ein hybrides System: Während er die Vita chronologisch bis zur Machtübernahme darstellt, nutzt er im Hauptteil eine Gliederung "per species" (nach thematischen Gesichtspunkten), was ihm erlaubt, Charaktereigenschaften durch gezielte Beispiele zu illustrieren.

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Details

Title
Sueton und die Biographie der Kaiserzeit
College
University of Rostock  (Heinrich-Schliemann-Institut für Altertumswissenschaften)
Course
Hauptseminar
Grade
1,3
Author
M.A. Carl Christian Wahrmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V44316
ISBN (eBook)
9783638419437
Language
German
Tags
Sueton Biographie Kaiserzeit Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Carl Christian Wahrmann (Author), 2005, Sueton und die Biographie der Kaiserzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44316
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