Kommunikation ist kein Lehrberuf, auch wenn sie von der Gesellschaft als eine Selbstverständlichkeit betrachtet wird, sollte stets der maßgebliche Einfluss seitens des Elternhauses, der Schule und der Freunde bedacht werden. Es kann somit lediglich von einem Grundgerüst ausgegangen werden, jedoch nicht von einem Standard, der eine Definition vorlegen kann.
Tritt ein Individuum nun in die Arbeitswelt ein und bestreitet den beruflichen Alltag, so wird diesem schnell bewusst, welche Position es einnimmt. Überdies wird sich zeigen, dass sich die interne formelle Kommunikation wie ein roter Faden durch die horizontalen und vertikalen Ebenen des Unternehmens zieht und jeder interne Stakeholder von ihr abhängig sowie gleichzeitig betroffen ist, um mit den Informationen zu arbeiten und diese dann weiter zu kommunizieren. Ebenso schnell wird man sich über die Tatsache bewusstwerden müssen, dass dieser rote Faden der formellen Kommunikation rasch verloren gehen kann.
Dieses dann etwa über die informelle Kommunikation von der aufgabenbezogenen oder auch über die soziale Art kommuniziert werden. Dieser Herausforderung der informellen Kommunikation wird aus zahlreichen Gründen zu wenig Beachtung durch die Unternehmen geschenkt, besonders in Bezug auf den Wandel und somit im Change-Management.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Grundlagen zur internen Kommunikation
2.1 Definition
2.2 Ziele
3. Informelle Kommunikation Prozesse im Kontext der Unternehmenskommunikation
3.1 Definitionen informeller Prozesse
3.2 Bedeutung von informellen Prozessen im Berufsalltag
4. Ausprägung von informellen Prozessen im Unternehmen
4.1 Formelle versus informelle Prozesse
4.2 Ausprägungselemente informeller Prozesse
5. Problembereiche informeller (Kommunikations-) Prozesse
5.1 Ursachen der Nicht-Information durch die Leitungsebene
5.2 Implikation der Nicht-Information bei den Mitarbeiter
6. Effektive Nutzung informeller Kommunikationsprozesse
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle informeller Kommunikationsprozesse innerhalb von Unternehmen, insbesondere deren Bedeutung und Auswirkungen während Veränderungsprozessen im Change-Management, um Potenziale für eine effektive Nutzung aufzuzeigen.
- Grundlagen und Definitionen der internen Unternehmenskommunikation
- Differenzierung zwischen formellen und informellen Kommunikationsprozessen
- Die Bedeutung von informellen Prozessen im Berufsalltag und bei Change-Prozessen
- Problembereiche bei mangelnder Information durch die Führungsebene
- Strategien zur effektiven Nutzung informeller Kommunikationswege
Auszug aus dem Buch
3.1 Definitionen informeller Prozesse
Informelle Kommunikation findet immer statt und unterliegt keiner festen Struktur.30 Die Struktur selbst wird in den informellen Prozessen in der informellen Kommunikation als eine weiche Systemansicht definiert. Somit ergibt sich auch ein Bild von Verständnis der Organisation als Kooperation.31 Die klassische Definition von informeller Kommunikation ist ein spontaner, ad hoc und ungeplanter Informationsaustausch von Organisationsmitgliedern außerhalb der formalisierten Kommunikationsumgebung.32 Diese informellen Gesprächen, die häufiger als die formalen und vermutlich auch wichtiger in Bezug auf das Change-Management sind,33 finden im Flur, an Kopiergeräten, Kaffeemaschinen, beim Mittagessen in der Kantine 34 oder direkt am Arbeitsplatz über den Bildschirmrand35 statt. Die Definition der Kommunikationsumgebung legt nicht nur die räumliche sowie die zeitliche interne Umgebung eines Unternehmens fest, sondern kann noch außerhalb der Grenzen wie z.B. beim gemeinsamen Spaziergang zur Mittagspause, dem After-Work-Bier oder anderen informellen Treffen von Mitarbeitern stattfinden. 36 Bei diesen Treffen von Mitarbeitern und / oder Kollegen teilt sich die informelle Kommunikation in zwei verschiedene Kategorien, zum einen in die Funktion der aufgabenbezogenen informellen Kommunikation, sie dient dem schnellen und unbürokratischen Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Organisationsmitgliedern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Kommunikation im Arbeitsalltag und definiert die Forschungsrelevanz sowie den Aufbau der Arbeit hinsichtlich informeller Kommunikationsprozesse.
2. Grundlagen zur internen Kommunikation: Dieses Kapitel definiert interne Unternehmenskommunikation als essenziellen Faktor für Effizienz und Motivation und erläutert ihre zentralen Ziele im Kontext des Wandels.
3. Informelle Kommunikation Prozesse im Kontext der Unternehmenskommunikation: Hier werden informelle Prozesse als spontaner Informationsaustausch definiert und ihre hohe Bedeutung für den Arbeitsalltag und das Change-Management herausgestellt.
4. Ausprägung von informellen Prozessen im Unternehmen: Das Kapitel vergleicht formelle und informelle Kommunikation und analysiert deren spezifische Ausprägungselemente sowie Vor- und Nachteile.
5. Problembereiche informeller (Kommunikations-) Prozesse: Es werden Ursachen für die Nicht-Information durch die Leitungsebene beleuchtet und die negativen Auswirkungen dieses Informationsmangels auf die Mitarbeiterschaft untersucht.
6. Effektive Nutzung informeller Kommunikationsprozesse: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Führungskräfte informelle Kommunikationswege verstehen und positiv nutzen können, um Veränderungsprozesse zu unterstützen.
7. Fazit und Ausblick: Das Fazit betont die Notwendigkeit einer ausgewogenen Kombination aus formeller und informeller Kommunikation für eine erfolgreiche Wandlungsfähigkeit der lernenden Organisation.
Schlüsselwörter
Interne Kommunikation, Informelle Kommunikation, Change-Management, Unternehmenskultur, Wissensmanagement, Führungsinstrument, Informationsaustausch, Mitarbeiterbindung, Organisationsentwicklung, Veränderungsprozess, Flurfunk, Kommunikationseffizienz, Soziale Interaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Bedeutung informeller Kommunikationsprozesse, wie etwa dem "Flurfunk", innerhalb der internen Unternehmenskommunikation und deren Einfluss auf Veränderungsprozesse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von formeller zu informeller Kommunikation, die Auswirkungen von Informationsmängeln durch die Führung und die Möglichkeiten, informelle Kanäle professionell zu nutzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, wie informelle Kommunikation im Arbeitsalltag effektiv genutzt werden kann, um Veränderungsprozesse (Change-Management) konstruktiv zu begleiten und zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer fundierten Analyse theoretischer Annahmen und der systematischen Auswertung aktueller Fachliteratur zu den Themen Kommunikation und Management.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der internen Kommunikation, die Definition und Bedeutung informeller Prozesse, deren Ausprägungen, mögliche Problemfelder bei mangelnder Information sowie Ansätze für deren effektive Nutzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Change-Management, informelle Kommunikation, Unternehmenskultur, Führung, Informationsaustausch und Mitarbeiterbindung.
Warum wird informelle Kommunikation oft als „Schattendasein“ bezeichnet?
Sie wurde in der Vergangenheit häufig mit Unbeständigkeit und Unberechenbarkeit konnotiert, weshalb ihr in vielen Unternehmen nur eine marginale Rolle zugesprochen wurde.
Welche Rolle spielt die Führungsebene bei der Entstehung informeller Prozesse?
Die Führungsebene trägt eine hohe Verantwortung; durch Nicht-Information oder mangelnde Transparenz entsteht ein Informationsvakuum, das zwangsläufig durch informelle Kommunikation und Gerüchte gefüllt wird.
- Citation du texte
- Stefan Tesch (Auteur), 2017, Interne Unternehmenskommunikation im Wandel mit Fokus informelle Prozesse im Berufsalltag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/443201