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Die Ideologiekritik Herbert Marcuses und die Folgen in der Studentenbewegung von 1968

Titre: Die Ideologiekritik Herbert Marcuses und die Folgen in der Studentenbewegung von 1968

Dossier / Travail de Séminaire , 2007 , 21 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Benjamin Peschke (Auteur)

Politique - Théorie politique et Histoire des idées politiques
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Diese Arbeit beschäftigt sich im Kern mit der Ideologiekritik der so genannten Frankfurter Schule, mit ihren gesellschaftlichen Folgen, und wie es mit ihrer eigenen oftmals diagnostizierten Ideologiehaftigkeit, im Besonderen ihrer Fähigkeit zur Mitbegründung einer etwaigen neuen Ideologie, steht.

Bis zu dieser Zeile wurde der Begriff „Ideologie“ nun bereits mehrmals genannt, ohne diesen zu erklären oder näher zu bestimmen. Dieses zu tun ist verlockend und birgt die Gefahr, dass eine Arbeit zu diesem Thema verschwommen und unbestimmt bleibt. Um dieses zu verhindern, soll sich der erste Teil der Arbeit vornehmlich mit dem Begriff der „Ideologie“ auseinandersetzen. Danach soll wie gesagt die Ideologiekritik in Herbert Marcuses Werk im Mittelpunkt stehen, ohne andere wichtige Vertreter der Denkschule der Kritischen Theorie außen vor zu lassen. Diese Arbeit will sich ausdrücklich nicht in die in zeitgenössischer Literatur beliebte 68er-Generalkritik einreihen und beschäftigt sich auch deshalb nicht intensiver mit den historischen Rahmenbedingungen. Dennoch soll der Versuch unternommen werden, den Einfluss der Philosophie der Frankfurter Schule auf die so genannte 68er-Generation, den maßgeblichen Trägern der Studentenproteste, und deren Ideologisierung und Bewusstseinsfindung zu untersuchen. Was wiederum, ohne auf den historischen Kontext Rücksicht zu nehmen, nicht möglich wäre. Die letzten Kapitel werden sich also auch mit der möglichen Entstehung von Ideologien aus Ideologiekritik beschäftigen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Ideologiebegriff

2.1 Der marxsche Ideologiebegriff, die marxsche Ideologiekritik

2.2 Der Ideologiebegriff der Frankfurter Schule

2.3 Die Frankfurter Kritik an einem „wertfreien“ Ideologiebegriff Karl Mannheims

3 Herbert Marcuse: Zwischen Ideologie, Utopie und Protest

3.1 Irrationale Rationalität – Rationalität als Ideologie

3.2 Technik und Wissenschaft als Ideologie

3.3 Repressive Toleranz

3.4 Was nun Herr Marcuse? Eine vage, elitäre Utopie

3.5 Kritik an der Kritik

3.5.1 Historischer Determinismus und holistischer Anspruch

4 Marcuse und die 68er – Eine Ideologie der Herrschaftsfreiheit?

4.1 Ein „Naturrecht“ auf Widerstand?

4.2 Keine Macht für Niemand! - Herrschaftsfreiheit als Ideologie

5 Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ideologiekritik der Frankfurter Schule, insbesondere im Werk von Herbert Marcuse, und analysiert deren gesellschaftliche Auswirkungen sowie die Frage, inwieweit die Theorie selbst ideologische Züge trägt oder als Grundlage für neue Ideologien diente, insbesondere im Kontext der 68er-Bewegung.

  • Der Wandel des Ideologiebegriffs von Marx über die Frankfurter Schule bis zu Karl Mannheim.
  • Die Analyse von Herbert Marcuses Thesen zur technologisch-rationalen Herrschaft im spätkapitalistischen System.
  • Die Rolle von Begriffen wie „repressive Toleranz“ als philosophische Grundlage studentischer Proteste.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der Rezeption Marcuses durch die 68er-Generation und das daraus resultierende Spannungsverhältnis.

Auszug aus dem Buch

3.1 Irrationale Rationalität – Rationalität als Ideologie

Das Zitat (s.o.) aus „Der eindimensionale Mensch“, Marcuses Werk mit der wohl größten Breitenwirkung, ist eines von drei Beispielen, wie der Autor selbst eine Harmonisierung des Positiven mit dem Negativen erfährt. Der Schein der totalen Rationalität in der Gesellschaft führt zu einer Ideologie der Rationalität. Diese Rationalitätsparadoxie treibt Marcuse und die Kritische Theorie immer wieder um. Das Zitat zeigt, wie Marcuses subjektives Denken in seine philosophischen Überlegungen mit einfließt. Ein Wissenschaftsverständnis, dass oft befremdlich wirkt. Eine phänomenologische Erfahrungsphilosophie, die mit den positivistisch-empirischen Ansätzen der zeitgenössischen Denker im direkten Gegensatz steht. Die noch von Max Weber erforschte „Entzauberung der Welt“ durch Rationalisierung hat seinen aufklärerischen Charakter in der spätkapitalistischen Gesellschaft nicht nur verloren sondern verkehrt sich ins Gegenteil und legitimiert Unfreiheit und Aufgabe von Selbstbestimmung: „Denn diese Unfreiheit erscheint weder als irrational noch als politisch, sondern vielmehr als Unterwerfung unter den technischen Apparat, der die Bequemlichkeiten des Lebens erweitert und die Arbeitsproduktivität erhöht. Technologische Rationalität schützt auf diese Weise eher die Rechtmäßigkeit von Herrschaft, als daß sie sie abschafft, und der instrumentalistische Horizont der Vernunft eröffnet sich zu einer auf rationale Art totalitären Gesellschaft“ (Marcuse 2005, S. 173).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die fortschreitende ökonomische Rationalisierung aller Lebensbereiche und führt in die Fragestellung nach der Ideologiekritik der Frankfurter Schule und deren Einfluss auf die 68er-Generation ein.

2 Der Ideologiebegriff: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftlichen Umgang mit dem belasteten Ideologiebegriff, den Übergang vom marxschen Ansatz zur Kritischen Theorie sowie die Abgrenzung zum wertfreien Begriff von Karl Mannheim.

3 Herbert Marcuse: Zwischen Ideologie, Utopie und Protest: Das Kapitel analysiert zentrale Konzepte Marcuses wie die technologische Rationalität, repressive Toleranz und die Problematik einer fehlenden, greifbaren Utopie in seiner Gesellschaftstheorie.

4 Marcuse und die 68er – Eine Ideologie der Herrschaftsfreiheit?: Hier wird untersucht, wie Marcuses Philosophie von der Studentenbewegung rezipiert wurde und ob die daraus resultierende Ablehnung jeglicher Autorität selbst ideologische Züge annahm.

5 Schluss: Das Schlusskapitel resümiert das komplexe und teils missverständliche Verhältnis zwischen der Kritischen Theorie und der 68er-Revolte und bewertet die Bedeutung von Marcuses Denken als Anstoß für eine kritische Reflexion gesellschaftlicher Systeme.

Schlüsselwörter

Ideologiekritik, Frankfurter Schule, Herbert Marcuse, Kritische Theorie, Spätkapitalismus, Rationalität, Repressive Toleranz, 68er-Bewegung, Studentenbewegung, Herrschaftsfreiheit, Eindimensionaler Mensch, Ideologie, Herrschaft, Utopie, Autorität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Ideologiekritik der Frankfurter Schule und untersucht deren philosophische Grundannahmen anhand des Werks von Herbert Marcuse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Ideologiebegriff, die Rolle von Wissenschaft und Technik, das Konzept der repressiven Toleranz sowie die theoretische Fundierung und das Scheitern von Ideologien innerhalb der 68er-Bewegung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Ideologiekritik der Kritischen Theorie kritisch zu hinterfragen und zu klären, inwieweit diese Theorie selbst ideologische Züge trägt oder als Ideologie missverstanden wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, indem sie philosophische Texte und Schriften der Frankfurter Schule sowie deren Kritiker (wie MacIntyre) kontextualisiert und vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Marcuses Hauptwerk „Der eindimensionale Mensch“, seine Konzepte zu Rationalität und Toleranz sowie die kritische Rezeption seiner Ideen durch die 68er-Generation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ideologiekritik, Kritische Theorie, Herrschaftsfreiheit, Repressive Toleranz und das Denken von Herbert Marcuse charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Ideologiekritik der Frankfurter Schule vom marxschen Ansatz?

Während die Frankfurter Schule den verschleiernden Charakter der Ideologie beibehält, verwirft sie die marxsche Grundannahme einer unausweichlichen Revolution und betrachtet Ideologie im Spätkapitalismus als statischen Zustand.

Warum wird die „repressive Toleranz“ als Herrschaftsinstrument kritisiert?

Marcuse argumentiert, dass Toleranz in demokratischen Systemen dazu dient, echten gesellschaftlichen Wandel zu unterbinden, indem sie Oppositionellen zwar ein Forum bietet, diese aber gleichzeitig in den Status quo integriert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der 68er-Generation?

Die Arbeit konstatiert, dass die 68er Marcuse zum Idol machten, wobei sie seine Philosophie teilweise missverstanden und eine eigene „Ideologie der Herrschaftsfreiheit“ entwickelten, die an der Realität komplexer Gesellschaftsstrukturen scheiterte.

Was ist das zentrale Defizit von Marcuses Theorie laut dem Autor?

Das zentrale Defizit liegt in der fehlenden Ausarbeitung einer legitimen Herrschaftsvorstellung und einer vagen Utopie, die es erschwert, aus der fundierten Kritik am Bestehenden konkrete Handlungsperspektiven abzuleiten.

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Résumé des informations

Titre
Die Ideologiekritik Herbert Marcuses und die Folgen in der Studentenbewegung von 1968
Université
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft)
Cours
Objektivität und Werturteilsfreiheit in der Sozialwissenschaft
Note
2,0
Auteur
Benjamin Peschke (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
21
N° de catalogue
V443775
ISBN (ebook)
9783668811188
ISBN (Livre)
9783668811195
Langue
allemand
mots-clé
Herbert Marcuse Kritische Theorie Ideologie Herrschaftsfreiheit 1968 Studentenbewegung Jürgen Habermas Frankfurter Schule Theodor W. Adorno Karl Marx Karl Mannheim
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GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Benjamin Peschke (Auteur), 2007, Die Ideologiekritik Herbert Marcuses und die Folgen in der Studentenbewegung von 1968, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/443775
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Extrait de  21  pages
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