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Die chinesische Netzwelt im Kontext der Kultur

Beschaffenheit des digitalen Raums als Folge kultureller Bedingungen und Forderungen

Título: Die chinesische Netzwelt im Kontext der Kultur

Trabajo Escrito , 2016 , 20 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Nicolas Weiß (Autor)

Medios / Comunicación - Comunicación intercultural
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Die Medienlandschaft der Volksrepublik China wurde in ihrer Entwicklung stark durch die kommunistische Partei (KPCh) geprägt. Aufgrund der alleinigen politischen Entscheidungskraft und dem autoritären Ansatz des Staates beeinflussen Eingriffe und Regulierung den Medienmarkt und seine Inhalte bis heute deutlich. Das Aufgabenverständnis der Massenmedien gilt in erster Linie der ideologischen Kontrolle und der Erziehung des Volkes im Sinne der KPCh.

Presse, Rund- und Hörfunk, wie auch Internet wuchsen im Rahmen strikter Regulierung und Einschränkung, anstelle von freien Marktmechanismen heran. So paradox es scheinen mag, entwickelten sich die nationalen Medien innerhalb dieses Klimas doch divers und vielfältig und Medien- sowie IT-Branche sind mittlerweile die am stärksten wachsenden Märkte der Nation. Erklärbar ist dieser Widerspruch durch die sukzessive Umsetzung einer Form der “sozialistischen Marktwirtschaft”: Die Regierung überließ dem privaten Mediensektor bis heute zunehmend Freiheiten zur Kommerzialisierung und ökonomischen Entfaltung – jedoch ohne jedoch ihren Anspruch auf absolute Kontrolle und Informationssicherheit zu widerrufen.

Seit 2008 verfügt die Volksrepublik China über die weltweit meisten Internetnutzer. Unter dem prunkvollen Namen “goldene Projekte” formulierte die Regierung bereits frühzeitig Ziele denen das neue Medium dienen sollte. Einerseits sollten so Potenziale zur Entwicklung der nationalen Wirtschaft, andererseits Möglichkeiten zur Gewährleistung der nationalen öffentlichen Sicherheit genutzt werden.

Das Resultat der folgenden Jahre: Chinesische Online-Unternehmen florierten, gleichzeitig wurden Überwachungs- und Filter-Software sowie Regelungen zur Internetzensur umfassend implementiert. Diese speziellen Umstände haben ihre Früchte getragen und das chinesische Internet mit seinen Bewohnern zu einem Medium mit nationalen Eigenschaften und einzigartiger Kultursphäre heranwachsen lassen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung - Das Internet im nationalen Kontext

2. Theoretische Grundlagen und Methodik

3. Beschaffenheit des Internets mit Kultur-Merkmalen

3.1 Demographie und Infrastruktur

3.2 Kontrolle und Regulierung

3.3 Nationale Beschaffenheit der Cybersphäre

3.4 Inhaltsangebot und Nutzungsweise

4. Konklusion und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Beschaffenheit des digitalen Raums in der Volksrepublik China und analysiert, inwieweit diese durch spezifische kulturelle Bedingungen und politische Vorgaben der Regierung geprägt ist. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, ob die Strukturen des chinesischen Internets lediglich technischer Natur sind oder als Resultat nationaler und regierungsseitiger Kultureigenschaften verstanden werden müssen.

  • Einfluss der KPCh auf die digitale Infrastruktur und Medienlandschaft
  • Analyse der chinesischen Kulturdimensionen nach Hofstede im digitalen Kontext
  • Die Rolle von Kontrolle, Zensur und Regierungsinteressen (Government Culture)
  • Regionale und soziale Unterschiede bei der Internetnutzung
  • Wettbewerbsvorteile und Protektionismus im chinesischen Online-Markt

Auszug aus dem Buch

3.2 Kontrolle und Regulierung

Als die Kommerzialisierung des Internets Anfang der 90er Jahre ins Rollen kam, übernahm der chinesische Staat die Einrichtung der nationalen Anbindung. Mit eigenem Haupt-Rechnernetz (Backbone) verfügt die Regierung somit bis heute über die technischen Mittel Bandbreite und Datenverkehr in und aus China heraus zu steuern und indirekt zu überwachen.

Auf erste Bestimmungen zur Kontrolle des Internet 1996 folgte die Gründung des Ministeriums für Informationsindustrie (Xìnxī Chǎnyèbù) und weiterer Autoritäten welche mit der Regulierung verschiederer Faktoren des Internets betreut wurden. So ist heute eine Vielzahl von Institutionen und Behörden für Fragen der Zulassung, Sicherheit, Kontrolle und des Informationsangebots im Online-Bereich zuständig.

Nach und nach wurden vorhandene Netze unter Auflagen und Lizenz-Voraussetzungen auch privaten Providern überlassen (vgl. Chen 2008: 9). Ebenso wie Seitenbetreibern wurde diesen jedoch eine redaktionelle Verantwortung für angebotene Inhalte übertragen. Angebotene Inhalte umfassen hierbei nicht nur eigens erstellten Content, sondern auch von Kunden und Nutzern eingestellten Content, beispielsweise in Form von Beiträgen in Social-Media-Kanälen.

In Folge moderieren Seiten- und Netzprovider neben staatlichen Institutionen zusätzlich selbst ihr Inhaltsangebot – Kontrolle und Regulierung werden somit dezentralisiert und in ihrer Effektivität gesteigert. Die Kooperation privater Unternehmen mit staatlichen Institutionen verläuft neben obligatorischen auch auf freiwilligen Ebenen. Dies geschieht in Form von Solidaritäts-Vereinbarungen, in welchen Wirtschaftsunternehmen die Einhaltung von normkonformen Richtlinien garantieren. Die Teilnahme an solchen verbildlicht die Ausprägung an Loyalität und Akzeptanz gegenüber der Autorität. Die entstehende Abhängigkeit und Privilegierung bezüglich der Obrigkeit kann als Symptom hoher geltender Machtdistanz betracht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung - Das Internet im nationalen Kontext: Dieses Kapitel skizziert die historische Prägung der chinesischen Medienlandschaft durch die KPCh und führt in die Besonderheiten des Internets in China als staatlich reguliertes Medium ein.

2. Theoretische Grundlagen und Methodik: Hier werden das Modell des erweiterten Kulturbegriffs sowie Hofstedes Kulturdimensionen eingeführt, um als analytischer Rahmen für die Untersuchung des chinesischen Internets zu dienen.

3. Beschaffenheit des Internets mit Kultur-Merkmalen: Das Hauptkapitel analysiert detailliert, wie demografische Faktoren, staatliche Regulierungsmechanismen und wirtschaftliche Strategien das chinesische Internet als nationales Unikat formen.

4. Konklusion und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, wie das Internet in China durch staatliche Steuerung zu einem politischen Instrument transformiert wurde, welches nationale Einheitswerte priorisiert und kritische Diskurse gezielt einschränkt.

Schlüsselwörter

China, Internet, Zensur, KPCh, Kultur, Regierungskultur, Great Firewall, Nationalkultur, Digitale Souveränität, Machtdistanz, Regulierungen, Soziale Harmonie, Online-Überwachung, Medienlandschaft, Kollektivismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen dem digitalen Raum Chinas und den kulturellen sowie politischen Rahmenbedingungen des Landes.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die staatliche Medienregulierung, die Entwicklung der nationalen Infrastruktur, die Rolle der KPCh und die kulturelle Prägung der Internetnutzung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll analysiert werden, ob die spezifische Ausgestaltung des chinesischen Internets auf tieferliegende kulturelle Muster zurückzuführen ist oder rein politischen Zwecken dient.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine etische Kulturbetrachtung durchgeführt, die sich auf das Modell des erweiterten Kulturbegriffs und Geert Hofstedes Kulturdimensionen stützt.

Was ist der Inhalt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Demografie, Infrastruktur, staatlicher Kontrollregulierung, nationaler Cybersphäre sowie Inhaltsangeboten und deren Nutzung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Internetzensur, Regierungskultur, nationale Identität, Machtdistanz und das Konzept des "Sozialismus mit chinesischen Attributen".

Wie gehen chinesische Internetnutzer mit Zensurmaßnahmen um?

Die Arbeit stellt fest, dass Zensur oft subjektiv kaum wahrgenommen wird oder eine hohe Loyalität gegenüber staatlich kontrollierten Medien herrscht, weshalb technische Umgehungsmethoden wie VPNs weniger verbreitet sind, als man aus westlicher Sicht annehmen könnte.

Was ist mit dem Begriff "Grassroots" in diesem Kontext gemeint?

Dieser Begriff beschreibt die Bevölkerungsbasis der Internetnutzer, die sich durch einen niedrigeren Bildungsstand und andere Nutzungspräferenzen von der wohlhabenden Elite, den sogenannten "Baifumei", unterscheidet.

Warum spielt das Konzept der "Sozialen Harmonie" eine Rolle für das Internet?

Die Regierung nutzt diesen Wert, um hinterfragende oder regimekritische Informationen als Störung der sozialen Ordnung zu legitimieren und aus dem virtuellen Raum fernzuhalten.

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Detalles

Título
Die chinesische Netzwelt im Kontext der Kultur
Subtítulo
Beschaffenheit des digitalen Raums als Folge kultureller Bedingungen und Forderungen
Universidad
University of Applied Sciences Nuremberg
Calificación
1,3
Autor
Nicolas Weiß (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
20
No. de catálogo
V444166
ISBN (Ebook)
9783668812390
ISBN (Libro)
9783668812406
Idioma
Alemán
Etiqueta
netzwelt kontext kultur beschaffenheit raums folge bedingungen forderungen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nicolas Weiß (Autor), 2016, Die chinesische Netzwelt im Kontext der Kultur, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444166
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