AD(H)S-Aufmerksamkeitssyndrom. Hyperaktivitätsstörung im Schulunterricht


Hausarbeit, 2018
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition und Abgrenzung der Grundbegriffe
2.1 AD(H)S – Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

3 Symptomatik, Ursachen und Diagnostik, Therapieansätze von ADHS
3.1 Symptomatik und Ursachen
3.2 Diagnostik und Therapieansätze

4 ADHS in der Schule
4.1 Hürden für ADHS betroffene Schüler
4.2 Verstärkung und Selbststeuerung
4.3 Die „Auszeitmethode“
4.4 Konzentrationsförderung

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Ob der Phillip heute still wohl bei Tische sitzen will? Er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt“ (Hoffmann, H. 1950, S. 18).

Die Geschichte vom „Zappelphilipp“ kennen wir wohl alle aus unserer Kindheit. Heinrich Hoff­mann, ein Nervenarzt, Psychiater, Kinderbuchautor und Lyriker des 19. Jahrhunderts, be­schreibt in seinem Werk „Der Struwwelpeter“ in einigen kleinen Geschichten unerwünschte Verhaltensmus­ter von Kindern.

Heute sind die Symptome des Zappelphillips eher bekannt als Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) oder auch Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

ADHS zählt mit 3-8% der Betroffenen zu einer der häufigsten Störungen bei Kindern und Ju­gend­li­c­hen weltweit (Vgl. Neuhaus, C., 2007).

Außerdem zeigt eine Studie, welche im Raum Pittsburgh durchgeführt wurde, einen Zusam­men­hang zwischen dem Konsum Jugendlicher von Alkohol, Zigaretten und illegalen Drogen und dem Krankheitsbild AD(H)S.

An dieser Studie, haben 142 von AD(H)S betroffene Jugendliche, sowie 100 Jugendliche ohne AD(H)S, die hier als Kontrollgruppe fungieren, teilgenommen.

Zum Befragungszeitpunkt befanden sich die Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren. Nach­dem die soziodemographischen Daten der zwei Stammdaten bezugnehmend auf die Bildung der Eltern, die Herkunft, das Alter und dem Geschlecht verglichen wurden, sodass ausgeschlos­sen werden konnte, dass Veränderungen aufgrund eines anderen Lebensstils auftreten könnten, wurde der Drogenkonsum, die Häufigkeit des Konsums und eine Abhängigkeit von einer be­stimm­ten Droge durch Fragebögen ermittelt.

Auch wenn die Unterschiede in den Ergebnissen nicht in jedem Fall erwähnenswert hoch wa­ren, ist festzustellen, dass sich AD(H)S betroffene Jugendliche vergleichend einem höheren Kon­sum, der hier aufgeführten Drogenarten aussetzen, als ihre Kontrollgruppe Jugendlicher. Wäh­rend bei der Auswertung der Studie der Alkoholkonsum nur sehr kleine Unterschiede der zwei Gruppen Jugendlicher aufzeigt, so ist der Konsum bei illegalen Drogen bei AD(H)S be­troffe­nen Jugendlichen im Vergleich zur Kontrollgruppe schon fast 3-fach so hoch (Vgl. M­olina, Brooke S. G., Pelham, William E. Jr., 2003).

AD(H)S frühzeitig zu erkennen und schon in der Schule zu behandeln stellt also eine Hera­usforde­rung dar, welche eine große Verantwortung für das weitere Leben der Kinder mit sich bringt. Der Drogenmissbrauch ist hierfür nur ein Beispiel um die Tragweite der Thematik zu verd­eutli­chen. Drogen können sowohl eine stimulierende als auch sedierende Wirkung auf den Konsu­men­ten ausüben, was beides im Sinne einer Selbsttherapie als beruhigend bzw. angenehm empfun­den werden kann. Es ist elementar, den Kindern mit AD(H)S einen Weg aufzuzeigen, der ihre Symptome vermindert ohne sich dabei körperschädigenden Substanzen ausz­usetzen (Vgl. Mo­lina, Brooke S. G., Pelham, William E. Jr., 2003)

In der folgenden Hausarbeit soll also der Frage nachgegangen werden, was AD(H)S ist, wie es zu erkennen ist und im schulischen Kontext damit umgegangen werden kann.

Im ersten Abschnitt werde ich die Definition von AD(H)S genauer erläutern und abgrenzen, worauf­hin ich weitergehend die Symptomatik, Ursachen und Diagnostik erläutern werde.

Der Hauptteil dieser Arbeit wird sich dann damit beschäftigen, welchen Hürden ADHS be­t­roffene Kinder in der Schule gegenüberstehen und durch welche Methoden ihnen außerhalb der medikamentö­sen Behandlung im Schulunterricht geholfen werden kann, diese Hürden zu über­win­­den. Abschließend folgt ein persönliches Fazit der behandelten Aspekte.

2 Definition und Abgrenzung der Grundbegriffe

Der Themenkomplex AD(H)S liegt einer sehr breiten kontroversen Ansammlung an Fachwis­sen zugrunde, weshalb es elementar ist, eine Begriffsdefinition sowie Grundzüge des S­törungsbildes zu erläutern.

2.1 AD(H)S – Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

AD(H)S beschreibt eine vielschichtige Thematik, bei der Medizin, Psychologie, Pädagogik, Soziologie und Politik eine tragende Rolle spielen und sich oftmals überschneiden.

Kinder, die betroffen sind, äußern dies durch ein spezifisches kindliches Verhaltenssyndrom, welches durch Impulsivität und eine erhöhte verbale und motorische Aktivität gekennzeichnet ist und begleitend zu einer Aufmerksamkeitsstörung auftritt. Der extreme Bewegungsdrang, der oftmals begleitend auftritt, führt oft dazu, dass die Kinder den Leistungs- und Verhaltensanforderungen der Gesellschaft nicht mehr standhalten können (Vgl. Amft, Gerspach & Mattner, 2002).

Die betroffenen Kinder haben eine sehr eingeschränkte Selbstregulierungsfähigkeit, weshalb sie auf die Hilfe von Außenstehenden angewiesen seien. (Vgl. Neuhaus, 2007).

AD(H)S ist die häufigste kinderpsychiatrische Erkrankung, wobei die Tendenz immer noch steigend ist. Sie bezeichnet eine neurologische Störung, die innerhalb aller Altersgruppen auftreten kann.

„Immer dann, wenn sich das Verhalten oder einzelne Verhaltensweisen eines Menschen erheblich von dem unterscheiden, was die Mitglieder der Gemeinschaft als akzeptabel und tolerierbar betrachten, wird diese Abweichung als ‚Störung’ vom ‚Normalen’ abgegrenzt und durch gezielte Maßnahmen zu korrigieren versucht.“ (Bonney, H., Hüther, G, 2016, S.11)

AD(H)S wird also als „Störung“ bezeichnet, da die Unruhe, Hyperaktivität und die Aufmerksamkeitsprobleme, welche ADHS mit sich bringt, einen Störfaktor für die Gemeinschaft darstellen können.

In allen Fällen, in der diese Störung auf biologischen und somit körperlichen Ursachen beruht, wird diese Störung als Erkrankung bezeichnet (Vgl. Bonney, H., Hüther, G., 2016).

Die klinische Diagnose wird hierbei von dem amerikanischen Diagnoseschlüssel psychischer Störungen DSM-(IV) oder dem ICD-10 erstellt. DER DSM-(IV) unterscheidet zwischen drei Subtypen von AD(H)S, die gleichzeitig die Begriffe Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) und Aufmerksamkeitsdefizit/-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) auseinanderhält.

1. Der kombinierte Typus, welcher als unaufmerksam, überaktiv und impulsiv gilt (nach ICD-10 eine hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens)

2. Der vorwiegend unaufmerksame Typus, welcher durch Verträumtheit ohne jegliche Hyperaktivität gekennzeichnet ist (nach ICD-10 eine Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität)

3. Der vorwiegend impulsiv-überaktive Typus, welcher vorwiegend hyperaktive Verhaltensweisen an den Tag legt (nach ICD-10 Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsgestört)

Der Diagnoseschlüssel des DSM-(IV) definiert AD(H)S als ein überdauerndes und situationsübergreifendes Auftreten eines und oder mehrerer der drei Symptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität, welche dem Alter, dem Entwicklungsstand und der Intelligenz des Betroffenen nicht angemessen ist. Außerdem sollte das Verhalten für die Diagnose in verschiedenen Lebensbereichen zu klinisch bedeutsamen Beeinträchtigungen führen. Von ADS wird also gesprochen, wenn ein Kind länger als sechs Monate sowohl im Kindergarten oder in der Schule als auch zu Hause ein ausgeprägt unaufmerksames und impulsives Verhalten an den Tag legt. Kommt zu dieser motorischen Unruhe dann noch der Bewegungsdrang, also die Hyperaktivität dazu, so wird von ADHS gesprochen. (Vgl. Fries, A., Moosecker, J., 2007)

Nach diesen Kriterien tritt AD(H)S bei 3-8% aller Kinder und Jugendlicher zwischen 6 und 18 Jahren auf, wobei ein Geschlechterunterschied in der Art des Auftretens der Störung festgemacht wurde. Während bei Jungen vor allem die Hyperaktivität im Vordergrund steht, so ist es bei den Mädchen eher die verträumte Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität (Vgl. Neuhaus, 2007).

Seit den 70er Jahren hat sich der Aufmerksamkeitsaspekt immer mehr in den Vordergrund gerückt und die Behandlung, Standardisierung und Aktualität wurde immer wieder diskutiert und einigen Veränderungen unterzogen (Vgl. Rothenberger, A., Neumärker,K.J., 2015).

Der Begriff Aufmerksamkeit bedeutet, „Eindrücke aus der Umwelt aufnehmen und assortieren zu können und somit eine entsprechend gezielte und auch effektive geistige Verarbeitung möglich“ zu machen (Neuhaus, C., 2007, S. 42).

Aufmerksamkeit unterteilt sich in die Aspekte der Wachheit, von welcher die Aufnahme und Verarbeitung der Hirnreize (bezugnehmend auf die Länge) ausgeht, die Aktivierbarkeit der Aufmerksamkeit zu jedem Zeitpunkt, die Selektionsfähigkeit der Aufmerksamkeit, die Fähigkeit seine Aufmerksamkeit auf mehr als eine Sache zu richten, der Aufmerksamkeitsverschiebung von der einen zur nächsten Situation und zuletzt der Achtsamkeit der Aufmerksamkeit, um bewusste Dinge im Alltag richtig zu machen.

Genau das sind Aspekte, mit denen AD(H)S Betroffene Probleme haben oder es bei einigen Punkten zu Störungen kommt.

Dadurch, dass AD(H)S heutzutage ein anerkanntes Krankheitsbild ist, ist es umso wichtiger die richtigen Unterstützungsmaßnahmen zu treffen.

3 Symptomatik, Ursachen und Diagnostik, Therapieansätze von ADHS

Die Symptome von AD(H)S sind allgemein situationsbedingt auszulegen. Meist werden diese in einer ruhigen Situation, wie beispielsweise im Schulunterricht oder bei den Hausaufgaben am Deutlichsten.

3.1 Symptomatik und Ursachen

„Die konstitutionell bedingte Neurodynamik bei ADHS führt zu einer spezifischen Regulierungsdynamik mit unmittelbaren funktionellen Auswirkungen und somit zu einem Wahrnehmungs- und Reaktionsstil der Betroffene von Gleichaltrigen unterscheidet“ (Neuhaus, C., 2007, S. 14).

Die Symptome beschränken sich also nicht auf eine Aufmerksamkeitsstörung durch Ablenkung und zu geringer Ausdauer bei Konzentrationsmangel, sondern geht vor allem davon aus, dass die Aufmerksamkeit vor allem bei als subjektiv positiv empfundenen Bewertungen einer Sache aktiviert wird. Es also im Umkehrschluss bei als negativ und langweilig empfundenen Aufgaben schnell zum Ermüden kommt (Vgl. Neuhaus, C., 2007).

Die bereits definierten Punkte der Aufmerksamkeit (siehe 2.1) bilden Symptome, die sich bei

Kindern mit AD(H)S zeigen können.

Des Weiteren würde ich nun gerne die drei Hauptsymptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität in ihrem Auftreten im Schulunterricht beschreiben.

Unaufmerksamkeit:

- Der Schüler beachtet häufig Einzelheiten nicht oder macht Flüchtigkeitsfehler.
- Der Schüler hat oft Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder beim Spielen aufrechtzuerhalten.
- Der Schüler scheint häufig nicht zuzuhören, wenn andere sie/ihn ansprechen.
- Der Schüler kann oft Aufgaben nicht richtig zu Ende bringen und diese organisieren.
- Der Schüler hat einen Widerwillen gegen länger andauernde geistige Aufgaben.
- Der Schüler ist durch äußere Reize schnell ablenkbar.
- Der Schüler ist bei Alltagstätigkeiten oft vergesslich.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
AD(H)S-Aufmerksamkeitssyndrom. Hyperaktivitätsstörung im Schulunterricht
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V445034
ISBN (eBook)
9783668817180
ISBN (Buch)
9783668817197
Sprache
Deutsch
Schlagworte
s-aufmerksamkeitssysndrom, hyperaktivitätsstörung, schulunterricht
Arbeit zitieren
Fenja Hinrichs (Autor), 2018, AD(H)S-Aufmerksamkeitssyndrom. Hyperaktivitätsstörung im Schulunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445034

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