In dieser Hausarbeit soll der Frage nachgegangen werden, was AD(H)S ist, wie es zu erkennen ist und im schulischen Kontext damit umgegangen werden kann.
Im ersten Abschnitt werde ich die Definition von AD(H)S genauer erläutern und abgrenzen, woraufhin ich weitergehend die Symptomatik, Ursachen und Diagnostik erläutern werde. Der Hauptteil dieser Arbeit wird sich dann damit beschäftigen, welchen Hürden ADHS betroffene Kinder in der Schule gegenüberstehen und durch welche Methoden ihnen außerhalb der medikamentösen Behandlung im Schulunterricht geholfen werden kann, diese Hürden zu überwinden. Abschließend folgt ein persönliches Fazit der behandelten Aspekte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition und Abgrenzung der Grundbegriffe
2.1 AD(H)S – Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
3 Symptomatik, Ursachen und Diagnostik, Therapieansätze von ADHS
3.1 Symptomatik und Ursachen
3.2 Diagnostik und Therapieansätze
4 ADHS in der Schule
4.1 Hürden für ADHS betroffene Schüler
4.2 Verstärkung und Selbststeuerung
4.3 Die „Auszeitmethode“
4.4 Konzentrationsförderung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Störungsbild AD(H)S mit einem Fokus auf den schulischen Kontext, um Verständnis für die Problematik zu schaffen und praxisnahe pädagogische Ansätze zur Unterstützung betroffener Kinder aufzuzeigen.
- Definition und neurologische Grundlagen von AD(H)S
- Ursachenforschung und diagnostische Verfahren
- Herausforderungen für betroffene Schüler im Unterricht
- Pädagogische Methoden zur Verhaltenssteuerung
- Förderung der Konzentrationsfähigkeit im Schulalltag
Auszug aus dem Buch
4.1 Hürden für ADHS betroffene Schüler
Das Problem, welches ADHS betroffenen Schülern gegenübersteht, ist die Tatsache, dass sie schnell Langeweile durch eine ihnen gestellten Aufgabe bekommen. Durch die Konzentrationsstörung kann eine Aufgabe gelöst werden, was im nächsten Moment nicht mehr möglich ist. Und obwohl anfängliches Bemühen besteht, wird es schnell durch eine Lustlosigkeit kaschiert, um das Versagen zu überdecken. Gerade wenn eine Aufgabe nicht mehr neu und reizvoll erscheint, ist es für sie besonders schwierig ruhig und konzentriert zu bleiben. Sie verspüren oft den Drang Geräusche und Bewegungen zu produzieren, welche die anderen Kinder maßgeblich stört. Beispielsweise äußern Kinder dies mit Pfeifen, kippelnden Stühlen, auf dem Tisch herum Malen, Schwätzen, mit dem Papier Rascheln, an den Nägeln oder Bleistiften Kauen etc. Auch wenn es um Diskussionen im Unterricht geht, reden sie oft dazwischen, rufen spontan in das Geschehen hinein und es wird eine Sprunghaftigkeit und Impulsivität deutlich. Alles was gedacht wird, wird direkt geäußert oder verschriftlicht und der Denkprozess ist extrem verkürzt oder sogar übersprungen worden. Dadurch, dass Regeln für ADHS Kinder nur schwer einzuhalten sind, steigen die Versagensangst und die Frustrationserlebnisse mit zunehmender Anforderung von Ausdauer und Gründlichkeit an das Kind (Vgl. Farnkopf, R., 2009).
„Da das Abschätzen eigener Handlungen weniger gut gelingt, treten aggressive Tendenzen zu Tage, die nicht unbedingt als solche beabsichtigt waren“ (Farnkopf, R., 2009, S. 50). Die Kinder handeln oft nach dem ersten Impuls und finden viele Dinge erst im Nachhinein falsch, können dies aber auch für spätere Situationen nicht reflektiert wahrnehmen. Auch die geringe Frustrationstoleranz im Zusammenspiel mit einer Anfälligkeit für Provokationen führt in der Schule und gerade in den Pausen bei Spielen oft dazu, dass es zu Wutausbrüchen kommt, wenn den Kindern mit ADHS etwas ‚gegen den Strich’ geht. Sie haben es also schwer mit Gleichaltrigen mitzuhalten, da die emotionale Unreife für ihr Alter schnell ersichtlich wird, weshalb die von ADHS betroffenen Kinder oft die Rolle des „Klassenclowns“ in der Schulklasse übernehmen wollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Betrachtung des „Zappelphilipps“ und führt in die heutige medizinische Relevanz von AD(H)S sowie die Problemstellung der Arbeit ein.
2 Definition und Abgrenzung der Grundbegriffe: Dieses Kapitel definiert AD(H)S als neurologische Störung und erläutert die verschiedenen klinischen Subtypen sowie die Bedeutung des Aufmerksamkeitsbegriffs.
3 Symptomatik, Ursachen und Diagnostik, Therapieansätze von ADHS: Hier werden die Kernsymptome beschrieben, die multikausalen Ursachen (genetisch, neurobiologisch, psychosozial) analysiert und die Notwendigkeit einer fachgerechten Mehrebenen-Diagnostik betont.
4 ADHS in der Schule: Das Hauptkapitel widmet sich den spezifischen Schwierigkeiten betroffener Schüler im Unterricht und stellt Methoden wie Tokensysteme, Auszeitmethoden und Konzentrationstrainings vor.
5 Fazit: Das Fazit resümiert, dass eine erfolgreiche Unterstützung betroffener Kinder eine verbesserte Kooperation zwischen Eltern, Lehrern und Therapeuten sowie eine Anpassung der bildungspolitischen Rahmenbedingungen erfordert.
Schlüsselwörter
AD(H)S, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Impulsivität, Schule, Unterricht, Konzentrationsförderung, Verhaltensstörung, Diagnostik, Therapie, Tokensystem, Selbststeuerung, Pädagogik, Lernstörungen, Förderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Krankheitsbild AD(H)S bei Kindern und Jugendlichen und untersucht insbesondere die Herausforderungen sowie Unterstützungsmöglichkeiten im schulischen Umfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Symptomatik, die Ursachenforschung, diagnostische Ansätze sowie spezifische pädagogische Interventionsmöglichkeiten in der Schule.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Lehrkräften und Interessierten Hürden aufzuzeigen, denen ADHS-Schüler im Alltag begegnen, und erprobte, nicht-medikamentöse Methoden zur Förderung dieser Schüler vorzustellen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Fachliteratur zu den Themen Pädagogik, Psychologie und medizinischen Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von AD(H)S.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die spezifischen Hürden für Schüler mit ADHS im Unterricht und erläutert praxisnahe Ansätze wie Tokensysteme, Wenn-Dann-Pläne, die „Auszeitmethode“ und gezielte Konzentrationstrainings.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie AD(H)S, Konzentrationsförderung, Verhaltenssteuerung, Schulpädagogik und Inklusion charakterisiert.
Warum spielt die Kooperation zwischen Lehrer und Eltern eine so große Rolle?
Da ADHS-Kinder oft eine „mangelnde Passung zwischen Kind und Umwelt“ erleben, ist eine enge Abstimmung notwendig, um einheitliche Strategien zur Verhaltensregulierung sowohl in der Schule als auch zu Hause zu gewährleisten.
Welche Rolle spielt die „Auszeitmethode“?
Die Auszeitmethode dient bei starkem Fehlverhalten dazu, das Kind aus der reizvollen, oft überfordernden Lernumgebung zu nehmen, um eine Beruhigung herbeizuführen und einen deutlichen Kontrast zwischen erwünschtem und unerwünschtem Verhalten zu setzen.
- Citar trabajo
- Fenja Hinrichs (Autor), 2018, AD(H)S-Aufmerksamkeitssyndrom. Hyperaktivitätsstörung im Schulunterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445034