Im Rahmen dieser Exegese wir eine Übersetzung erstellt, auf deren Basis eine Neuauslegung der Bibelstelle vorgenommen wird. Um die Textbasis der Auslegung zu finden, wurde der griechische Text von Nestle-Aland unter Zuhilfenahme des kleinen Wörterbuchs zum Neuen Testament und mehrere formorientierte Übersetzungen verglichen. Die Übersetzung ist daher eine Kombination aus der Übersetzung der Verfasser, der revidierten Lutherbibel und der Elberfelder Übersetzung. Außerdem wurde der Text mit der NGÜ verglichen und anschließend zu der folgenden Übersetzung entwickelt. Auffällige Unterschiede zwischen den Übersetzungen oder Abweichungen der eigenen Übersetzung von den formorientierten Bibeln werden vermerkt und erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. Übersetzung des Textes
2. Text und literarischer Kontext
2.1. Textschaubild
2.2. Textthema
2.3. Textgliederung
2.4. Literarischer Kontext
2.5. Historischer Gottesdienst Kontext
3. Vers-für-Vers-Kommentierung
4. Praktischer Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die exegetische Bedeutung und den historischen Kontext des Textabschnitts 1 Kor. 14,33-40 zu erarbeiten, um die kontrovers diskutierte Anweisung zum Schweigen der Frauen im Licht der paulinischen Theologie und der urchristlichen Gottesdienstpraxis verständlich zu machen.
- Analyse des literarischen und historischen Kontexts der korinthischen Gemeinde.
- Exegetische Untersuchung der Verse 33b-36 zur Rolle der Frau im Gottesdienst.
- Untersuchung der Bedeutung von Ordnung und Frieden im paulinischen Verständnis.
- Ableitung praktischer Konsequenzen für den Umgang mit biblischen Texten in modernen Gemeindekontexten.
Auszug aus dem Buch
II. Die Frau schweige in der Gemeinde (V. 33b-36)
Zunächst gilt das, was Paulus hier über das Schweigen der Frauen sagt, „in allen Gemeinden der Heiligen…“, also in allen Versammlungen, in denen Gläubige, sprich „berufene Heilige“ den Namen des Herrn Jesus Christus anrufen (1.Kor. 1,2). Gleichzeitig ist es ein Appell an die Gemeinde in Korinth, es allen Gemeinden gleich zu machen, weil sich in Korinth wohl eine andere Übung eingebürgert hat (Schnabel 2004, 842f & Krimmer 1985, 326). Die nun zu behandelnden V.34-35 bringen durch ihre Aussagen über das Schweigen der Frauen im Gottesdienst eine solche theologische Problematik mit sich, dass manche moderne Exegeten sie als unpaulinische Glossen auffassen und deshalb ausschließen. Die aus meiner Sicht unhaltbaren Argumente sind im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich, da der Umfang einfach zu groß wäre.Im Folgenden wird von der Annahme ausgegangen, dass V.34f als paulinisch einzuordnen ist (Walvoord 1983, 50 & Schnabel 2004, 326).
Paulus beginnt in V.34 mit der Anweisung, dass die Frauen in der Gemeinde schweigen sollen, denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden. Dies wirft die Frage auf, ob diese Aussage nicht im direkten Widerspruch zu den Anweisungen für die betenden und prophezeienden Frauen im Gottesdienst der Korinther , gerade ein Mal drei Kapitel zuvor, steht. Beten und Prophezeien sind Wortbeiträge eines Gottesdienstes, die laut Kap. 11,2-16 sowohl von Männern als auch von Frauen dargeboten werden können; in V.34 sollen die Frauen aber schweigen. Der enge Kontext der Perikope gibt zusätzliche Auskunft über Wortbeiträge (V. 26): Wenn ihr nun zusammenkommt, hat jeder einen Psalm, eine Lehre, eine Offenbarung, eine Zungenrede oder eine Auslegung. „Psalm“ und „Zungenrede“ sind Formen des Gebets. „Offenbarung“ und „Auslegung“ können sich auf die in Kap. 11,5 geschilderte Prophetie beziehen. Man kann aufgrund des weiten Kontexts (bes. Kap. 11,5) davon ausgehen, dass sich das Schweigen der Frau nicht auf Gebet und Prophetie beschränkt, sondern nur auf die Lehre.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Übersetzung des Textes: Dieser Abschnitt erläutert die methodische Herangehensweise bei der Erstellung der deutschen Übersetzung unter Vergleich verschiedener grundlegender Bibelübersetzungen.
2. Text und literarischer Kontext: Hier werden das Textschaubild, das zentrale Thema, die Gliederung sowie der literarische und historische Kontext des Abschnitts innerhalb des 1. Korintherbriefes analysiert.
3. Vers-für-Vers-Kommentierung: In diesem Hauptteil erfolgt eine detaillierte exegetische Auslegung jedes einzelnen Verses, wobei die Themen Ordnung, das Schweigegebot der Frauen und die rhetorische Absicht des Paulus beleuchtet werden.
4. Praktischer Ausblick: Dieses Kapitel transferiert die exegetischen Erkenntnisse in die heutige Zeit und gibt Empfehlungen für den pastoralen Umgang mit der Texteinheit in modernen Gemeinden.
Schlüsselwörter
1. Korinther, Exegese, Gottesdienst, Schweigegebot, Frauenrolle, Paulus, Ordnung, Prophetie, Lehre, Gemeindeordnung, Apostel, urchristlich, Gemeindeversammlung, Schöpfungsordnung, Frieden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen Auslegung des Abschnitts 1 Kor. 14,33-40, der insbesondere für das dort enthaltene Schweigegebot gegenüber Frauen bekannt ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind das Verständnis von Ordnung und Anständigkeit im paulinischen Gottesdienst, die Rolle der Frau in der antiken korinthischen Gemeinde und die Interpretation von Lehrbeiträgen im Kontrast zu Gebet und Prophetie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das oft missverstandene Schweigegebot durch eine fundierte Analyse des historischen und literarischen Kontexts neu zu bewerten und ein Verständnis für die paulinische Argumentation zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die historisch-kritische Exegese unter Einbeziehung von griechischen Textgrundlagen, philologischen Anmerkungen und der Einbettung in den zeitgeschichtlichen Kontext der hellenistischen Mahltradition.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil findet eine detaillierte Vers-für-Vers-Kommentierung statt, welche die Verse 33 bis 40 in ihre kleineren Sinnabschnitte unterteilt und theologisch interpretiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind 1. Korinther, Exegese, Gemeindeordnung, Schweigegebot, Frauenrolle, Paulus, Ordnung sowie historischer Kontext.
Warum betont Paulus in diesem Abschnitt so stark die Ordnung?
Die Arbeit legt dar, dass Paulus Unruhe und unordentliche Zustände in der Gemeinde vermeiden will, da diese ein schlechtes Zeugnis gegenüber der nichtchristlichen Außenwelt wären und den Werten Jesu widersprechen könnten.
Wie geht die Arbeit mit der Spannung zwischen dem Schweigegebot und dem prophetischen Reden der Frau um?
Die Arbeit argumentiert, dass Paulus das Redeverbot auf die aktive Teilnahme an der „Lehre“ im Gottesdienst beschränkt, während das durch Kap. 11,5 belegte Gebet und die Prophetie für Frauen weiterhin als legitim angesehen werden.
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- Erich Böke (Autor), 2017, Exegese zu 1 Kor. 14,33-40, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445155