Diese Arbeit konzentriert sich auf den mündlichen Erzählerwerb von Kindern und Jugendlichen in den folgenden drei Altersgruppen: die erste Gruppe umfasst Kinder von 1 - 5 Jahren bis zur Einschulung, die zweite Gruppe besteht aus Grundschülern von der ersten bis zur vierten Klasse und in der letzten Altersgruppe finden sich SchülerInnen der fünften bis zwölften Klasse wieder. Dabei sollen die Erzählfähigkeiten betrachtet werden, aber auch deren institutionelle Vermittlung soll nicht unbeachtet bleiben.
Inhaltsverzeichnis
1. Erzählerwerb
2. Das Vertextungsmuster Erzählen
3. Erzählerwerbsmodelle – und theorien
4. Erzählerwerb nach Altersstufen
4.1. Kinder im KiTa- und Kindergarten-Alter
4.2. Kinder im Grundschulalter
4.3. Kinder und Jugendliche bis zum Ende der Sekundarstufe II
4.4 Zusammenfassung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den mündlichen Erzählerwerb von Kindern und Jugendlichen vom Kleinkindalter bis zum Ende der Sekundarstufe II. Ziel ist es, die narrative Entwicklung in drei Altersgruppen zu beleuchten, relevante Modelle der Erzählforschung vorzustellen und den Einfluss institutioneller sowie literarischer Faktoren auf die Erzählkompetenz zu analysieren.
- Grundlagen des Erzählerwerbs und linguistische Definitionen
- Vergleich bedeutender Erzählmodelle (u.a. Labov/Waletzky, Hausendorf/Quasthoff)
- Entwicklungsphasen des Erzählens von der Kita bis zum Jugendalter
- Der Einfluss von Vorlesepraxis und Literatur auf die mündliche Erzählfähigkeit
- Die Rolle der Individualisierung und Normdistanzierung in der Adoleszenz
Auszug aus dem Buch
Erzählmotive
Wenn Kinder im Alter von 3 Jahren langsam anfangen zu erzählen, so passiert dies, damit sie sich in das soziale Leben der Familie einbringen können (Wagner/Steinsträter 1989: 60). Andere Motive für das frühkindliche Erzählen hat Meng (1989) herausgefiltert. Kinder fangen häufig an zu erzählen,
− wenn sie Gleichberechtigung in Form einer Erzähler-Zuhörer-Interaktion anstreben,
− um Beachtung/Zuwendung des Interaktionspartners zu bekommen,
− damit sich der Zuhörende mit ihm gemeinsam über etwas Erlebtes freut,
− um der Aufforderung zur Erzählung vom Erzieher o. Ä. Folge zu leisten oder
− das Kind aus reinem Interesse an einer Ereignisfolge erzählt.
Letzteres zeugt von einer höheren Entwicklung der narrativen Fähigkeiten. Manchmal erfüllt eine Erzählung den Wahrheitsaspekt jedoch nicht, da einfach erzählt wird, um zu erzählen (vgl. Meng 1989: 18f, 21).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Erzählerwerb: Einführung in die Forschungsgeschichte des Erzählerwerbs und Darstellung der Zielsetzung der Arbeit, die sich auf drei Altersgruppen konzentriert.
2. Das Vertextungsmuster Erzählen: Vorstellung zentraler linguistischer Erzählmodelle, insbesondere der Ansätze von Labov/Waletzky sowie Hausendorf/Quasthoff.
3. Erzählerwerbsmodelle – und theorien: Diskussion verschiedener theoretischer Stufenmodelle zur Entwicklung narrativer Kompetenz bei Kindern.
4. Erzählerwerb nach Altersstufen: Detaillierte Analyse der empirischen Ergebnisse zum Erzählerwerb unterteilt in Kita-Alter, Grundschulalter und Sekundarstufe II.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsergebnisse und Aufzeigen von Forschungsdesideraten für die zukünftige Erzählerwerbsforschung.
Schlüsselwörter
Erzählerwerb, narrative Kompetenz, Sprachwissenschaft, Spracherwerb, Labov/Waletzky, Erzählforschung, Kindersprache, Erzählmodelle, Adoleszenz, Sprachförderung, Kommunikation, Diskurseinheit, Erzählstil, Interaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Prozess, wie Kinder und Jugendliche im Laufe ihrer Entwicklung vom Kleinkindalter bis zum Ende der Schulzeit lernen, mündliche Erzählungen zu strukturieren und diese kompetent in unterschiedlichen sozialen Kontexten einzusetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Entwicklung von Erzählfähigkeiten, die Rolle von Modellen wie dem Stufenmodell von Boueke oder dem Schüsselmodell, sowie der Einfluss von Schule und Literatur auf das Erzählverhalten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den mündlichen Erzählerwerb in drei Altersstufen nachzuzeichnen und zu prüfen, inwieweit bestehende theoretische Modelle die empirischen Befunde erklären können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine linguistische Analyse und Literaturstudie, um bestehende Forschungsergebnisse zu systematisieren und die narrative Entwicklung über die Altersgruppen hinweg zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Modelle und Theorien) sowie die detaillierte Darstellung der empirischen Ergebnisse für die Kita-, Grundschul- und Sekundarstufen-Phase.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Erzählerwerb, narrative Kompetenz, Erzählstile, Interaktion und Individualisierung geprägt.
Warum spielt das Alter von 10 Jahren in der Forschung eine besondere Rolle?
Die Autorin weist darauf hin, dass für diese Altersgruppe bisher deutlich weniger Forschungsergebnisse vorliegen als für die ersten sechs Lebensjahre, was einen dringenden Nachholbedarf in der wissenschaftlichen Untersuchung begründet.
Welchen Einfluss haben KiTa und Schule auf den Erzählerwerb?
Institutionen fördern die Erzählkompetenz explizit, wobei das soziale Umfeld und die Interaktion mit Erziehern oder Lehrern maßgeblich dazu beitragen, dass Kinder lernen, Erlebnisse kohärent und verständlich darzustellen.
Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede beim Erzählen?
Nein, die in der Arbeit zitierten Forschungsergebnisse (insbesondere von Dannerer) deuten darauf hin, dass keine generellen geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Erzählverhalten feststellbar sind.
- Citar trabajo
- Melanie Jankrift (Autor), 2016, Zum mündlichen Erzählerwerb von Kindern und Jugendlichen von 1 bis 18 Jahren, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445562