„… heute prägt bezüglich dieser zentralen Methode [der Arbeit mit Quellen] des Geschichtsunterrichts weitgehende Unzufriedenheit bei Lehrern und Schülern das Bild.“ (Langer-Plän, 2013)
Dieses Zitat ist nicht nur in der Literatur zum Arbeiten im Geschichtsunterricht gegenwärtig, sondern bestimmt auch in der Praxis das allgemeine Bild.
Im Zuge meines eigenen Geschichtsunterrichts, aber auch während meiner Tätigkeit im Praxissemester musste ich immer wieder feststellen, dass insbesondere die Arbeit mit geschichtlichen Quellen für viele Schülerinnen und Schüler große Schwierigkeiten beim Erfassen des Gehalts darstellte. Auch für Lehrer scheint die schulische Arbeit mit Quellen im Zuge der Korrelation mit dem größeren Zeitaufwand und dem oft wenig ertragreichen Ergebnis unbefriedigend zu sein. Doch gerade dieses Zitat macht die Wesentlichkeit der Quellenarbeit deutlich, indem auf die Quellenarbeit als „zentrale Methode des Geschichtsunterrichts“ hingewiesen wird. Dies bedeutet in der Schlussfolgerung: Das was geschichtliches Arbeit ausmacht sind zeitgenössische Quellen. Gleichzeitig ist diese Art des Textes aber gerade jene, welche viele Hindernisse in der historischen Transparenz darstellt.
So stellte sich mir die Frage, ob Schülerinnen und Schüler historische Quellen inhaltlich besser erfassen, wenn sie eine konkrete Lesestrategie zur Bearbeitung von Quellen nutzen.
Dabei sollten zwei Ziele im Mittelpunkt stehen. Zum einen das Kennenlernen und/oder Vertiefen von Lesestrategien zur Bearbeitung von Quellen und die dadurch inhaltlich gehaltvollere Erfassung von historischen Quellen im Zuge der Anwendung der Lesestrategien bei der Analyse von Quellen.
Diesen Zielen und der Beantwortung der Fragestellung sollte sich in Form einer Aktionsforschung genähert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Zielsetzung
2. Forschungsüberblick
2.1 Sprachbildung in allen Fächern?
2.2 Sprachsensibler Geschichtsunterricht
2.3 Verständnishindernisse
3. Angaben zum Sampling und Stichprobenbeschreibung
4. Angaben zur Datenerhebung, Datenaufbereitung und Datenanalyse
4.1 Vorstellung der Datenerhebungsinstrumente
4.2 Aktionsbeschreibungen
4.2.1 Erster Durchgang
4.2.2 Zweiter Durchgang
4.2.3 Dritter Durchgang
5. Ergebnisse und Fazit
5.1 Auswertung der einzelnen Durchgänge
5.1.1 Auswertung des ersten Durchgangs
5.1.2 Auswertung des zweiten Durchgangs
5.1.3 Auswertung des Dritten Durchgangs
5.2 Ergebnisvergleich
6. Methodenreflexion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die gezielte Anwendung von Lesestrategien im Geschichtsunterricht dazu beitragen kann, historische Quellen inhaltlich gehaltvoller zu erfassen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Schülerinnen und Schüler durch methodische Unterstützung Schwierigkeiten bei der Quellenanalyse überwinden können.
- Bedeutung des sprachsensiblen Geschichtsunterrichts
- Identifikation und Bewältigung von Verständnishindernissen bei der Quellenarbeit
- Einsatz des "Vier-Phasen-Schemas" als konkrete Lesestrategie
- Aktionsforschung zur Kompetenzentwicklung in der Einführungsphase
- Nutzung von Scaffolding-Instrumenten (Hilfekärtchen) zur Strukturierung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung und Zielsetzung
„… heute prägt bezüglich dieser zentralen Methode [der Arbeit mit Quellen] des Geschichtsunterrichts weitgehende Unzufriedenheit bei Lehrern und Schülern das Bild.“ Dieses Zitat ist nicht nur in der Literatur zum Arbeiten im Geschichtsunterricht gegenwärtig, sondern bestimmt auch in der Praxis das allgemeine Bild.
Im Zuge meines eigenen Geschichtsunterrichts, aber auch während meiner Tätigkeit im Praxissemester musste ich immer wieder feststellen, dass insbesondere die Arbeit mit geschichtlichen Quellen für viele Schülerinnen und Schüler große Schwierigkeiten beim Erfassen des Gehalts darstellte. Auch für Lehrer scheint die schulische Arbeit mit Quellen im Zuge der Korrelation mit dem größeren Zeitaufwand und dem oft wenig ertragreichen Ergebnis unbefriedigend zu sein. Doch gerade dieses Zitat macht die Wesentlichkeit der Quellenarbeit deutlich, indem auf die Quellenarbeit als „zentrale Methode des Geschichtsunterrichts“ hingewiesen wird.
Dies bedeutet in der Schlussfolgerung: Das was geschichtliches Arbeit ausmacht sind zeitgenössische Quellen. Gleichzeitig ist diese Art des Textes aber gerade jene, welche viele Hindernisse in der historischen Transparenz darstellt. An dieser Stelle ist somit anzusetzen, wenn man nach dem „Warum“ fragt - Warum bereitet die Quellenarbeit Schülerinnen und Schülern so viele Schwierigkeiten?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Zielsetzung: Einführung in die Problematik der Quellenarbeit im Geschichtsunterricht und Darlegung der Forschungsfrage.
2. Forschungsüberblick: Theoretische Fundierung des sprachsensiblen Fachunterrichts und Analyse der spezifischen Anforderungen an die Quellenarbeit.
3. Angaben zum Sampling und Stichprobenbeschreibung: Beschreibung der Auswahl der Probanden aus einem Geschichtskurs der gymnasialen Einführungsphase.
4. Angaben zur Datenerhebung, Datenaufbereitung und Datenanalyse: Detaillierte Vorstellung der eingesetzten Instrumente wie Fragebögen, Schwierigkeitsabfragen und Bewertungsbögen sowie der drei Aktionsdurchgänge.
5. Ergebnisse und Fazit: Darstellung und Auswertung der erhobenen Daten aus den drei Durchgängen sowie Vergleich der Fortschritte.
6. Methodenreflexion und Ausblick: Kritische Reflexion des Forschungsdesigns, der Validität und Reliabilität sowie Ausblick auf die eigene zukünftige Lehrtätigkeit.
Schlüsselwörter
Sprachsensibler Geschichtsunterricht, Quellenanalyse, Lesestrategien, Vier-Phasen-Schema, Aktionsforschung, Bildungssprache, Scaffolding, Textverständnis, Historisches Lernen, Fachsprache, Einführungsphase, Methodenreflexion, Kompetenzentwicklung, Schulforschung, Didaktik der Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung der Quellenarbeit im Geschichtsunterricht durch den gezielten Einsatz von Lesestrategien, um das inhaltliche Textverständnis bei Schülern zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der sprachsensible Fachunterricht, die methodische Analyse historischer Quellen und die Förderung der Lesekompetenz in der gymnasialen Oberstufen-Vorbereitung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob Schüler historische Quellen inhaltlich besser erfassen, wenn sie explizite Lesestrategien zur Bearbeitung nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Aktionsforschung durchgeführt, die in drei spiralförmig aufeinander aufbauende Durchgänge unterteilt ist.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Forschungsüberblick, die detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise, die Durchführung der drei Aktionsphasen sowie die anschließende empirische Auswertung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Quellenanalyse, sprachsensibler Geschichtsunterricht, Vier-Phasen-Schema, Lesestrategien und Scaffolding.
Warum wurde das "Vier-Phasen-Schema" als zentrale Strategie gewählt?
Das Schema wurde ausgewählt, da es eine klare Strukturierung der Lesearbeit bietet und sich in den ersten Analysen als hilfreiches Instrument zur Vertiefung des inhaltlichen Verständnisses erwies.
Welchen Einfluss hatten die "Hilfekärtchen" auf die Ergebnisse?
Die Hilfekärtchen dienten als Scaffolding-Instrument, welches den Schülern mehr Sicherheit bei der Quellenvorstellung und der inhaltlichen Strukturierung gab, was zu besseren Ergebnissen führte.
- Arbeit zitieren
- Bettina Tessikowski (Autor:in), 2017, Lesestrategien. Aktionsforschung als Beitrag zum sprachsensiblen Geschichtsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445731