Wie Emotionen außenpolitische Entscheidungsprozesse beeinflussen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017
21 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Emotionen und Rational Choice

3. Amerikanische Außenpolitik nach 9/11

4. In-Group/Out-Group Theorie

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„ Mindestens 153 Menschen sind bei Anschlägen in Paris getötet worden. In der französischen Hauptstadt ereigneten sich am Freitagabend mehrere Schießereien, zudem gab es eine Geiselnahme in einem Konzerthaus. “ - Focus Online zu den Anschlägen in Paris am 13.11.2015 (Focus Online 2015)

„ Ein LKW wurde absichtlich in die Menschenmenge auf dem Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gesteuert. Mindestens zwölf Menschen wurden getötet und 48 weitere verletzt. Die Polizei geht von einem Anschlag aus. “ - Die Süddeutsche Zeitung zum Anschlag in Berlin am 19.12.2016 (Süddeutsche Zeitung 2016)

„ Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei töteten am späten Samstagabend in London mutmaßlich drei Täter mindestens sieben Menschen. Mehr als 50 Menschen wurden verletzt. “ - Tagesschau zum Anschlag in London am 03.06.2017 (tagesschau.de 2017)

Wenn man diese Zeilen liest, welche drei terroristische Anschläge in Europa in den letzten zwei Jahren beschreiben, wird man emotional. Man verspürt Wut auf die Verantwortlichen und Mitgefühl mit den Betroffenen, vielleicht Demütigung und den Willen nach Rache, sowie ein Zusammengehörigkeitsgefühl als Europäer. Doch welchen Einfluss nehmen solche Emotionen auf Politiker und somit auf die außenpolitischen Entscheidungsprozesse, die solchen Ereignissen folgen? Befasst man sich mit außenpolitischen Entscheidungsprozessen, stößt man vor allem auf das Rational Choice Modell. Dieses besagt, dass Menschen sich immer rational für diejenige Handlungsoption entscheiden, die den größtmöglichen Gewinn bedeutet. Emotionen werden hier traditionell als Gegenteil zur rationalen Handlung und als störend angesehen. Andere Autoren (Schnabel 2005) sehen Emotionen allerdings als eine Erweiterung des Rational Choice Modells.

Der Begriff der Emotion, wie er in der vorliegenden Arbeit verwendet wird, umfasst die Bewertung eines situationsbedingten Impulses oder Kontextes sowie gegebenenfalls eine damit verbundene körperliche Reaktion. Ein wichtiger Bestandteil einer Emotion ist außerdem ihre Intentionalität. Emotionen und ihre Äußerung können weiterhin kulturell bedingt sein. Emotionen sind kurzweilig und brauchen einen Auslöser. Sie können aber längerfristig sein, wenn sich die Auslöser wiederholen, wie z.B. bei Patriotismus. Der Akteur oder die Akteurin wird durch eine Emotion in Handlungsbereitschaft versetzt (Schnabel 2005). Dabei spielen Emotionen auch eine evaluierende Rolle, indem sie stark oder schwach ausfallen. Allerdings kann keine Differenzierung in Bezug auf ein Objekt stattfinden, Emotionen sind also ein „homogener state of mind“ (Schnabel 2005, S. 283).

In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, wie Emotionen außenpolitische Entscheidungsprozesse beeinflussen. Zunächst wird analysiert, wie Emotionen das Rational Choice Modell beeinflussen oder erweitern können. Anschließend wird der Einfluss von Gruppenzugehörigkeiten und Gruppenemotionen untersucht. Im Anschluss wird betrachtet, wie sich die amerikanische Außenpolitik nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 mit der Emotion der Demütigung erklären lässt. Abschließend folgt ein Fazit, in dem die wichtigsten Erkenntnisse zusammengeführt werden.

2. Emotionen und Rational Choice

Das Rational Choice Modell ist im Forschungsfeld der Internationalen Beziehungen eines der bekanntesten Modelle der Entscheidungsfindung. Es beruht auf der Annahme, dass Menschen rational denken und handeln. Im Rational Choice Modell hat der Entscheidungsträger oder die Entscheidungsträgerin die Wahl zwischen mindestens zwei Handlungsoptionen und wählt diejenige, die er oder sie mit dem bestmöglichen Outcome verbindet und auch davon überzeugt ist, dass die Entscheidung zu diesem Outcome führt (Schnabel 2005). Die Entscheidung ergibt für den Entscheidungsträger oder die Entscheidungsträgerin einen Sinn, denn er oder sie trifft eine „eigeninteressierte“, „nutzenmaximierende“ und „intentionale“ Entscheidung (Schnabel 2005, S. 279). Um zu der Entscheidung zu kommen, nutzt der Betroffene sowohl Kognition als auch Reflexion. Die Akteure entwickeln Wunsch- und Überzeugungskomponenten. Zur Handlungsausführung sind Überzeugungen notwendig, die eine Handlung begründen und Wünsche bzw. Bedürfnisse, die zur Handlung motivieren. Akteure versuchen immer den Wunsch zu verwirklichen, der für sie am nutzenbringendsten ist und erstellen dazu eine Rangordnung von Wünschen (Schnabel 2005). „Die Gründe einer rationalen Handlung reflektieren also das Verständnis dieser Handlung vor dem Hintergrund einer konkreten Entscheidungssituation“ (Schnabel 2005, S. 281). Dies bedeutet, dass Rational Choice Modelle Entscheidungen aufgrund von Präferenzen und Erwartungen voraussagen können und somit ein sehr mächtiges Modell sind (Stein 2008).

Emotionen und Rationalität können in drei Relationen zueinander stehen. Die erste Möglichkeit ist, dass Emotionen keinen Einfluss auf die rationale Entscheidung nehmen. Dann sind sie nicht Teil des Situationsverständnisses oder der Wunschkomponente und lassen die Überzeugungskomponente unbeeinflusst. Die zweite Relation ist, vor allem was starke Emotionen wie Wut betrifft, die wohl am meisten thematisierte Variante. Hier stehen Emotionen im Widerspruch zu Rational Choice: sie setzen die Überzeugungskomponente außer Kraft, indem sie die Handlungskonsequenzen ignorieren oder schließen bei einer Impulshandlung alle anderen Handlungsalternativen aus. Emotionen können trotz des kognitiven Wandels eines Standpunktes bestehen bleiben oder sogar bestehen bevor man einen kognitiven Standpunkt entwickelt hat. Außerdem können Emotionen die Reflexionsfähigkeit einschränken.

Die dritte Möglichkeit in der Relation von Emotion und Rationalität, ist die Erweiterung des Rational Choice Modells um Emotionen, denn „[w]enn Emotionen bei der Kognition der Situation behilflich, Teil der Evaluation der Handlungskonsequenzen oder gar selbst Ziel der Entscheidung sind, dann sind Entscheidungen, die auf ihrer Basis gefällt werden, durchaus mit dem hier vorgestellten Konzept der Rationalität vereinbar“ (Schnabel 2005, S. 287). Emotionen sind mit Rational Choice vereinbar, wenn sie dem Verständnis der Situation dienen oder Teil der Wunschkomponente sind und die Überzeugungskomponente nicht negativ beeinflussen (Schnabel 2005). Im Folgenden wird vor allem diese dritte Relation behandelt.

Emotionen können die Aufnahme, Wahrnehmung und Verarbeitung von Informationen verändern. Zusätzlich können Emotionen Informationen gewichten oder bereitstellen. Bestimmte Informationen sind erst durch Emotionen zugänglich, z.B. wenn es um die emotionale Einschätzung eines Gegenübers geht. Menschen neigen dazu Analogien und Vergleiche aufzubauen (Stein 2008). Sie vergleichen eine aktuelle Situation mit einem historischen Ereignis, wobei die Stimmung des Entscheidungsträgers oder der Entscheidungsträgerin bestimmt, welches Ereignis zum Vergleich herangezogen wird (McDermott 2004). In diesem Prozess wird die Häufigkeit von bestimmten Ereignissen zu wenig betrachtet und die Häufigkeiten von Risiken können nicht vorausgesagt werden. Heuristisch sind dabei die Maße, mit denen in selbstaufgebauten Modellen die Wahrscheinlichkeitsverteilung von Ereignissen gemessen wird. Diese sind die Erhältlichkeit, die Repräsentativität und die Verankerung der Ereignisse (Stein 2008). „Mood influences information processing-strategies as well. Happy people tend to be expansive in their judgments and decisions, using preexisting theories in a top-down manner. Unhappy people, however, tend to focus on details and prefer bottom-up decision-making strategies. In other words, optimism can lead to creative decision making, while pessimism and anger may lead to the opposite” (McDermott 2004, S. 696). Glückliche Menschen überschätzen also die Wahrscheinlichkeit eines positiven Ergebnisses und unglückliche die Wahrscheinlichkeit eines negativen Ergebnisses. Dies gilt gleichermaßen für außenpolitische Entscheidungsträger. Je nach ihrer Stimmung und ihrer Einstellung zu einer bestimmten Situation, stellen sie Vergleiche her.

Allgemein finden Meinungsänderungen eher dann statt, wenn Informationen in großen Wellen auftreten, als wenn sie in Stücken kommen. Tritt eine Meinungsänderung auf, weitet sich diese auch auf den peripheren Bereich aus. Meinungen mit kurzweiligen Konsequenzen ändern sich dabei schneller als solche mit langfristigen Konsequenzen. Wenn eine Vorhersage nicht aufgeht, beharrt der oder die Betroffene auf seiner oder ihrer Meinung und schiebt die Schuld auf andere. Ebenso fühlen sich Menschen besonders angegriffen und versuchen sich zu verteidigen, wenn sie stark an ihre Prognose glauben aber ein gegenteiliges Outcome auftritt(Stein 2008).

Emotionen können außerdem Handlungstendenzen beeinflussen, weil ein Verlust als schmerzhafter empfunden wird als ein vergleichbarer Zugewinn befriedigend ist. Ein kleiner Zugewinn wird deshalb einem größeren Risiko vorgezogen. Der sogenannte „endowment effect“ besagt weiterhin, dass ein größeres Risiko in Kauf genommen wird, um zu schützen, was man besitzt, als in Kauf genommen wird, um neue Zugewinne zu machen (Stein 2008, S. 140). Dieses Prinzip lässt sich so auch auf außenpolitische Entscheidungsprozesse übertragen. Um beispielsweise einen existierenden Markt zu schützen, wird ein höheres Risiko in Kauf genommen als um einen neuen Markt zu erschließen. Außerdem wird ein Risiko für eine Entscheidung, z.B. für nukleare Waffen niedriger eingestuft, wenn der Vorteil größer ist. Andersherum wird das Risiko hoch eingestuft, wenn der Vorteil gering ist.

Die Handlungstendenzen werden zusätzlich von den erwarteten emotionalen Ergebnissen einer Handlungsalternative beeinflusst. Wenn wir Entscheidungen treffen, versuchen wir vorherzusagen, wie wir uns mit dem Outcome fühlen werden. Der Mensch ist zwar grundsätzlich unbegabt, was die Richtigkeit dieser Vorhersage angeht, jedoch werden die Vorhersagen mit zunehmender Erfahrung genauer. Das Ergebnis einer Handlung beeinflusst unsere Handlung in der nächsten Situation, man denkt mehr darüber nach, wie ein schlechtes Ergebnis hätte besser sein können anstatt darüber nachzudenken, wie ein gutes Ergebnis hätte schlechter sein können. Wir erinnern uns an die Emotionen, die wir in einer ähnlichen Situation verspürt haben und richten unsere Entscheidung danach aus, wie sich die Erinnerung anfühlt. Das Bereuen einer Entscheidung beeinflusst dementsprechend die nächste Entscheidung (McDermott 2004).

Weiterhin helfen Emotionen bei der Bewertung von Zielen, denn je größer eine Empfindung ist desto höher wird ihr Erreichen bewertet. Außerdem weiß der Betroffene oder die Betroffene um den steigenden Schmerz, wenn ein Bedürfnis unbefriedigt bleibt. Dieser „Zwillingseffekt“ bestimmt das Grenznutzen einer zusätzlichen Gütereinheit in Relation mit dem Konsum anderer Güter in anderen Situationen mit anderen Akteuren. So ermöglichen Emotionen eine Reihenfolge von Handlungspräferenzen und messen Zielzuständen einen Wert zu (Schnabel 2005, vgl. S. 289f). Emotionen bemessen außerdem Entscheidungskosten. Wählt man eine Handlungsalternative so nutzt man dazu Mittel, welche dann nicht mehr für die zweitbeste Handlungsalterative zur Verfügung stehen und diese somit wegfällt. Das sind die sogenannten Opportunitätskosten. Ego-bezogene kurzfristige Emotionen bewerten diese Opportunitätskosten, indem sie den Wert der zweitbesten Handlungsalternative bestimmen. Dieser Wert ergibt sich aus der Relation zur erstbesten Alternative. In stressigen Situationen verweisen Emotionen direkt auf die beste Handlungsalternative. Dieses Prinzip wird später noch weiter erläutert. Anhaltende Emotionen beeinflussen auch die subjektive Einschätzung der Zielerreichungswahrscheinlichkeit, verändern Kosten- und Nutzenwahrnehmung und Einschätzung einer Entscheidung als gut oder gefährlich etc. Sie können das Weltbild verändern und nachhaltig in die Kognition eingreifen (Schnabel 2005).

Wird ein Akteur oder eine Akteurin mit einer Entscheidungssituation konfrontiert, so schalten sich zuerst die Emotionen ein, weil sie schnell und automatisch sind. Eine emotionale Antwort auf eine Entscheidungssituation ist aufgrund ihres intuitiven Charakters relativ unflexibel und unreflektiert, während eine kognitive Entscheidung langsamer vor sich geht aber dadurch flexibler, begründet und reflektiert ist. Der Großteil der Entscheidungen wird emotional getroffen (Stein 2008). Dies liegt am biologischen Prozess der Informationsverarbeitung. Informationen aus der Außenwelt treten zuerst ans limbische System heran, welches den Thalamus und die Amygdala beinhaltet und die Informationen der Sinnesorgane verarbeitet. Das limbische System kann Informationen verarbeiten ohne sie an den Cortex weiterzugeben, welcher für höheres soziales und kognitives Denken verantwortlich ist. Die Amygdala scannt Informationen nach emotionalen Notfällen. Wenn ein solcher vorhanden ist, wird der höhere mentale Prozess ausgeschaltet und eine schnelle emotionale Reaktion findet statt. Wenn es sich nicht um einen Notfall handelt, werden die Informationen an den präfrontalen Cortex weitergegeben und rational durchdacht. In stressigen Situationen oder „fight-or-flight“-Situationen werden die kognitiven Funktionen heruntergefahren und unsere Instinkte übernehmen die Entscheidungsmacht. Solche Situationen sind vergleichbar mit der Entscheidung über den Beginn eines Krieges, weil sie den gleichen psychologischen Prozess hervorrufen.

Emotionen nehmen also vor rationalem Denken Einfluss, was zu der Annahme führt, dass rationales Denken auf Emotionen basiert (McDermott 2004). Dies bedeutet wiederrum, dass Emotionen essentiell für Rationalität und wesentlich für die Entscheidungsfindung sind. “Emotion precedes choice (by ranking one’s preferences), emotion influences choice (because it directs one’s attention and is the source of action), and emotion follows choice (which determines how one feels about one’s choice and influences one’s preferences)” (Mercer 2005, S. 94). Diesen Zusammenhang zeigt auch Damasio in seinem Experiment „Elliot”. Bei Elliot ist der Teil des Gehirns durch einen Hirntumor geschädigt, der für Emotionen zuständig ist. Deswegen kann Elliot nur noch rein „rational“ ohne den Einfluss von Emotionen entscheiden. Ihm fehlt das Gefühl für richtige und falsche Entscheidungen und sein soziales Leben scheitert. Die durch die Sinnesorgane erfahrenen Informationen kreieren normalerweise Emotionen, die uns ein Gefühl für gut und schlecht geben. Außerdem bilden wir ein Lernsystem auf der Basis von Bestrafungen und Belohnungen, also vorteilhaften und unvorteilhaften Entscheidungen, aus. Daraus werden Emotionsverbindungen hergestellt. Kinder lernen durch dieses System schon schnell, was richtig und falsch ist und können darauf im späteren Leben zurückgreifen (McDermott 2004). Elliot fehlt diese Hilfe durch Emotionen, weshalb er falsche Entscheidungen trifft, die ihn am Leben scheitern lassen. Ähnliches ließ sich an Phineas Gage beobachten (Damasio et al. 1994). Beide Probanden brauchen extrem lange für simple Entscheidungen, weil die Geschwindigkeit einer emotionalen Entscheidung wegfällt. Emotionen sorgen also nicht nur für akkurate sondern auch für schnelle Entscheidungen (McDermott 2004). In außenpolitischen Angelegnheiten sind oft schnelle Entscheidungen gefragt. Ohne Emotionen wäre eine schnelle Entscheidungsfindung allerdings nicht möglich. Deshalb sind Emotionen auch in außenpolitischen Entscheidungsprozessen essentiell.

Emotionen bestimmen nicht nur Entscheidungen, die nur einen Akteur oder eine Akteurin betreffen sondern auch Entscheidungen, bei denen es um die Kooperation mit anderen Akteuren geht. Um den Einfluss von Emotionen in diesem Zusammenhang zu verdeutlichen, lässt sich das Ultimatum- Spiel heranziehen. In diesem Spiel hat ein Akteur oder eine Akteurin die Macht, einen Geldwert zu verteilen: er oder sie kann dem anderen so wenig anbieten, wie er oder sie möchte. Aber wenn der oder die andre ablehnt, erhält keiner Geld. Die rationale Entscheidung in dieser Situation wäre, dass der Machthaber oder die Machthaberin dem oder der anderen einen geringen Betrag anbietet, den dieser oder diese annimmt, da er oder sie sonst ganz ohne Gewinn hervorgeht. In der Realität wird ein zu geringes Angebot aber oft aus Trotz abgelehnt. Ein ähnliches Beispiel ist das Diktator- Spiel, bei dem der oder die Machthabende alles für sich behalten kann oder einen beliebigen Teil abgeben kann. Laut dem Rational Choice Modell müsste der oder die Machthabende alles für sich behalten, in der Realität gibt er oder sie allerdings einen Teil ab. Diese Abweichungen vom Rationalitätsprinzip sind durch Gerechtigkeits- und Reziprozitätsnormen zu erklären, welche durch relative Payoffs, dem Vergleich zum Gewinn des anderen, oder durch Abwägung der unterstellten Intention des anderen entstehen. Diese, durch Emotionen bestimmte, subjektive Komponente relativiert den objektiven Wert des Gewinns. Die Höhe der subjektiven Komponente ist durch einen Referenzpunkt bestimmt, der durch Gerechtigkeits- und Reziprozitätsnormen beeinflusst wird (Schnabel 2005). In der Zusammenarbeit mit anderen Staaten ist es für eine Regierung oft sinnvoll, sich kooperativ zu zeigen und einen Teil eines Gewinns abzugeben, da sich dies positiv auf die zukünftige Zusammenarbeit auswirken kann. Der Staat wird als kooperativ angesehen und andere Staaten wollen ebenfalls mit ihm kooperieren. Damit erhöht sich wiederum der Gewinn für den eingangs kooperierenden Staat.

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Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Wie Emotionen außenpolitische Entscheidungsprozesse beeinflussen
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V446043
ISBN (eBook)
9783668822818
ISBN (Buch)
9783668822825
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emotionen, Außenpolitik
Arbeit zitieren
Rosina Saß (Autor), 2017, Wie Emotionen außenpolitische Entscheidungsprozesse beeinflussen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446043

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