Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Therapiemöglichkeiten des Schwimmens bei Kindern mit ADHS.
Zunächst werden Merkmale und Prävalenz der chronischen Erkrankung aufgezeigt. Anschließend folgen Überlegungen, aus welchen Gründen Schwimmen besonders geeignet für eine bewegungsorientierte Entwicklungsförderung ist und es werden praktische Inhalte einer solchen skizziert.
Eine Studie zur Bewegungsförderung durch Schwimmen bei Kindern mit ADHS und deren Ergebnisse werden dargestellt.
Zuletzt folgt eine Diskussion der Wirkung vom Schwimmen für ADHS- Betroffene und ein Fazit für weitere Arbeitsschritte
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
ADHS – allgemeiner Stand
Wasser als Therapiemedium
Entwicklungsförderung bei ADHS-Kindern durch Schwimmen
Strukturierung des Schwimmunterrichts
Inhalte und Stufen des Bewegungslernens
Studie (Koentker, Sojo-Sojo, 2005)
Auswertung AST
Auswertung HAKI
CBCL/ 4-18
Elterneinschätzung
Diskussion
Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Schwimmen als begleitende, bewegungsorientierte Therapieform für Kinder mit ADHS. Ziel ist es, zu analysieren, ob durch das Medium Wasser eine Reduktion der symptomspezifischen Verhaltensauffälligkeiten erzielt werden kann und welche motorischen sowie psychosozialen Effekte dabei auftreten.
- Grundlagen und Symptomatik von ADHS
- Die therapeutischen Eigenschaften des Mediums Wasser
- Methodische Strukturierung des Schwimmunterrichts für ADHS-Betroffene
- Empirische Untersuchung der Wirksamkeit durch eine Pilot-Studie
- Diskussion über Chancen und Grenzen sporttherapeutischer Ansätze
Auszug aus dem Buch
Wasser als Therapiemedium
Das Sich-Bewegen im Wasser vollzieht sich grundsätzlich anders als an Land. Die Beschaffenheit des Wassers eröffnet ganz eigene und neue, vielfältige Bewegungsmöglichkeiten (Lange, Volck, 1998). Die Handlungsmöglichkeiten und Sinnorientierungen verändern sich, was vielmehr die Möglichkeit eröffnet therapeutisch zu arbeiten, indem ein stärkeres Körpergefühl wahrgenommen wird.
Durch die Bewegung an sich stellt das Individuum eine elementare Verbindung zum Medium Wasser her, setzt sich mit dem Element intensiv auseinander und gewinnt somit ein Wasserbewegungsgefühl (Lange, Volck, 1998). Das heißt es wird eine Verbindung zum und Erschließung des Wassers hergestellt. Außerdem ist eine Entlastung der Muskulatur, Gelenke und Wirbelsäule gegeben, was zu einer Entspannung der Hals- und Rückenmuskulatur beiträgt (Cherek, 1984).
Der Wasserwiderstand ermöglicht den Kindern ihre Bewegungen auszuleben und dabei federt er diese auch ab. Bei unterschiedlich schnellen Bewegungen ändert sich auch der Wasserwiderstand. Dadurch erfahren die Kinder ihre Bewegungen abzubremsen, aber merken auch, dass sie sich trotzdem vorwärts bewegen (Cherek, 1996). Hierdurch erhalten sie eine Belohnung für die Regulierung ihres Aktionsdranges und lernen sich mehr auf ihre Bewegungen zu konzentrieren. Die Betroffenen müssen sich im Wasser koordiniert bewegen, um ökonomisch vorwärts zu kommen.
Das Kind erkennt, dass es sich seine Kräfte einteilen muss, um länger im Wasser verweilen zu können. Dieser Transfer in das Handeln an Land wäre eine hohe und bedeutsame Zielsetzung.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel skizziert die Problematik, die Zielsetzung der Arbeit sowie den Aufbau der Untersuchung zur Wirkung von Schwimmen bei ADHS.
ADHS – allgemeiner Stand: Hier werden die klinischen Merkmale, die Prävalenz sowie die gängigen Behandlungsansätze von ADHS dargestellt.
Wasser als Therapiemedium: Dieses Kapitel beleuchtet die physikalischen und therapeutischen Besonderheiten des Wassers als Erfahrungsraum für Kinder.
Entwicklungsförderung bei ADHS-Kindern durch Schwimmen: Es wird analysiert, wie der Wasserwiderstand und die spezifische Umgebung zur motorischen Beruhigung und Steigerung der Selbstwirksamkeit beitragen können.
Strukturierung des Schwimmunterrichts: Das Kapitel erläutert, wie ein strukturierter Unterrichtsaufbau mit klaren Regeln und einer Mischung aus Anspannung und Entspannung das Training gestaltet.
Inhalte und Stufen des Bewegungslernens: Hier werden drei Stufen definiert, die von der Wasserbegegnung bis hin zu komplexen Problemlösestrategien im Wasser reichen.
Studie (Koentker, Sojo-Sojo, 2005): Dieser Abschnitt präsentiert die empirischen Ergebnisse einer Pilot-Studie mit sechs Kindern unter Verwendung verschiedener Testverfahren.
Diskussion: Es erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den Studienergebnissen und eine Einordnung der beobachteten Effekte.
Fazit: Das Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet den Nutzen von Schwimmen als unterstützende Maßnahme bei ADHS.
Schlüsselwörter
ADHS, Bewegungsförderung, Schwimmen, Wasserwiderstand, Sporttherapie, Verhaltenssymptomatik, Motorik, Selbstwirksamkeit, Körpergefühl, Pilot-Studie, Kinder, Therapie, Interventionsstudie, Aufmerksamkeitsdefizit, Impulsivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie Schwimmen als therapeutische Maßnahme bei Kindern mit einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themen umfassen die ADHS-Symptomatik, die physikalischen Besonderheiten des Wassers als Therapiemedium, die methodische Gestaltung von Schwimmunterricht sowie die Auswertung einer Pilot-Studie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es zu ergründen, ob Schwimmen als zusätzliche, bewegungsorientierte Intervention helfen kann, ADHS-typische Symptome wie Impulsivität und Konzentrationsstörungen zu mildern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Studie verwendet?
Es wurde eine Pilot-Studie im Rahmen eines Prä-Post-Test-Designs mit sechs Kindern durchgeführt, wobei verschiedene motorische und verhaltensbezogene Testinstrumente wie AST, HAKI und CBCL eingesetzt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung des Schwimmens als Therapiemedium, der strukturellen und inhaltlichen Planung des Unterrichts sowie der detaillierten Auswertung der empirischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie ADHS, Bewegungsförderung, Sporttherapie, Selbstwirksamkeit und motorische Entwicklung charakterisiert.
Welche Bedeutung hat das „Wasserbewegungsgefühl“ in diesem Kontext?
Es bezeichnet die elementare Verbindung, die das Kind durch Auseinandersetzung mit dem Medium Wasser gewinnt, was als Basis für eine verbesserte Körperwahrnehmung und Regulationsfähigkeit dient.
Wie bewertet der Autor das Potenzial von Schwimmen als Ersatz für medikamentöse Behandlung?
Der Autor betont, dass Schwimmen eine sinnvolle begleitende Maßnahme sein kann, jedoch keinen Ersatz für verhaltenstherapeutische Ansätze bietet. Eine Reduktion der Medikation sollte nur unter Beobachtung und als mögliche Option bei entsprechenden Erfolgen in Erwägung gezogen werden.
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- Torben Tesche (Autor), 2018, ADHS und Schwimmen. Wirksamkeit einer Bewegungsförderung im Wasser, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446044