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Kaiserin Kunigunde - Die politischen Spielräume einer Frau zu Beginn des 11. Jahrhunderts

Titre: Kaiserin Kunigunde - Die politischen Spielräume einer Frau zu Beginn des 11. Jahrhunderts

Dossier / Travail , 2000 , 16 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Tobias Schmid (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Über Kunigunde und ihr Leben sind die Informationen sehr zwiespältig. Zum einen berichten uns zahlreiche Legenden und die um 1200 in Bamberg geschriebene Vita von einer treuen Ehefrau und überaus frommen Persönlichkeit, die allen Gläubigen als Vorbild dienen sollte, und lassen vor unseren Augen das volkstümliche Bild einer Heiligen entstehen. Zum andern jedoch sind weder die Legenden, noch die lange nach ihrem Tod entstandene Lebensbeschreibung eine seriöse Quelle um der historischen Kunigunde auf die Spur zu kommen. Die Informationen fließen hierzu nur sehr spärlich, denn sowohl bei Thietmar von Merseburg, als auch bei Adalbold von Utrecht steht ihr Gatte Kaiser Heinrich II. im Mittelpunkt, während sie nur am Rande Erwähnung findet. Die einzige Möglichkeit etwas näher an die historische Person heranzukommen, bieten die Urkunden Heinrichs II., in denen Kunigunde häufig als Intervenientin genannt wird. Durch eine differenzierte Fragestellung läßt sich so zumindest etwas über die politischen Handlungen der Kaiserin feststellen. Ihr Charakter und Privates bleiben jedoch auf Grund der fehlenden Quellen völlig im Dunkeln.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Herkunft - Heirat - Krönung

2.1 Das Haus Luxemburg

2.2 Die Heirat mit Heinrich und der Weg zur Krone

3. ,,consors regni" - Teilhabe an der Macht

3.1 Kunigunde als Vermittlerin zum König

3.2 Stellvertreterin im Osten und in Bayern

4. Kunigunde nach dem Tod ihres Gatten

5. Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politischen Handlungsspielräume von Kaiserin Kunigunde zu Beginn des 11. Jahrhunderts. Ziel ist es, trotz einer oft hagiographisch geprägten Quellenlage, das reale politische Wirken Kunigundes an der Seite von Kaiser Heinrich II. sowie ihre Rolle als eigenständige Akteurin in Verwaltungs- und Verteidigungsfragen zu analysieren.

  • Historische Einordnung von Kunigundes Herkunft aus dem Hause Luxemburg.
  • Analyse der Teilhabe an der Macht durch die Rolle als "consors regni".
  • Untersuchung der diplomatischen Tätigkeit als Vermittlerin in Urkunden.
  • Bewertung ihrer Rolle als Stellvertreterin in Krisenzeiten und in der Verwaltung bayerischer Besitzungen.
  • Einfluss und Handlungsfähigkeit nach dem Tod Heinrichs II.

Auszug aus dem Buch

3.1 Kunigunde als Vermittlerin zum König

Heinrich II. beanspruchte für seine Herrschaft Absolutheit, sie ,,besaß christlich sakralen Amtscharakter"16. Nun stellt sich aber die Frage, wie Kunigunde am Königtum teilhaben konnte und wie sie in die Konzeption eingebunden werden konnte.

Ebenso wie für ihren Gemahl bildeten auch für Kunigunde die vornehme Abstammung und die Krönung (und die damit verbundene Salbung17) die beiden Stützen ihrer Herrschaftsbegründung. Die Krönung wurde nach dem Mainzer Ordo durchgeführt, das schon um 960 im Kloster St. Alban bei Mainz abgefaßt wurde18. Dieses Ordo nennt die Aufgaben der Königin und weist ihr somit den Platz innerhalb der gemeinsamen Herrschaftsausführung von König und Königin zu.

Sven Pflefka hat das Zeremoniell sehr ausführlich dargelegt, so daß ich mich hier nur auf eine kurze, die wichtigsten Punkte enthaltende Zusammenfassung beschränken möchte19.

Den Anfang macht ein Gebet20, das die Königin mit der Judith des Alten Testaments vergleicht, ihr somit einen aktiven Part bei der Bekämpfung des hostis saevissimus und des visibilis seu invisibilis hostis zuteilt und sie zur Mitstreiterin des Königs ,,bei der Verteidigung des Gottesvolkes und damit des Reiches"21 macht. Außerdem wird der Königin durch die Nennung von Sara, Rebecca, Lea und Rachel die Aufgabe auferlegt, einen Thronfolger zur Welt zu bringen (fructu uteri sui).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtung der Quellenlage und der methodischen Schwierigkeiten bei der Rekonstruktion der historischen Figur Kunigunde.

2. Herkunft - Heirat - Krönung: Darstellung der familiären Wurzeln im Hause Luxemburg und der Kontext ihrer Heirat sowie Königserhebung.

3. ,,consors regni" - Teilhabe an der Macht: Untersuchung der institutionellen und praktischen Machtausübung, insbesondere als Vermittlerin und Stellvertreterin.

4. Kunigunde nach dem Tod ihres Gatten: Analyse der politischen Aktivitäten der Kaiserin in der Witwenzeit und der Sicherung ihres Einflusses.

5. Schlußbetrachtung: Synthese der Ergebnisse zur Rolle Kunigundes als aktive Mitgestalterin und ihrer Bedeutung für das consors regni.

Schlüsselwörter

Kaiserin Kunigunde, Heinrich II., consors regni, Mittelalter, Intervenientin, Moselfehde, Landesverteidigung, Herrschaftsbegründung, Krönungsordo, Politische Handlungsspielräume, Luxemburg, Bayern, Reichspolitik, Mittelalterliche Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die reale politische Macht und die Handlungsspielräume von Kaiserin Kunigunde im 11. Jahrhundert, losgelöst von späteren Heiligenlegenden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der familiären Herkunft, der zeremoniellen Legitimation als Mitregentin, der diplomatischen Rolle als Vermittlerin am Hof sowie ihrer Funktion als Stellvertreterin.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin oder der Autor?

Ziel ist es, nachzuweisen, dass Kunigunde weit mehr als eine fromme Begleiterin war und aktiv an der Herrschaftsausführung und politischen Verwaltung teilhatte.

Welche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer kritischen Analyse von Urkunden, zeitgenössischen Chroniken sowie der wissenschaftlichen Auswertung moderner Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die institutionelle Einbindung Kunigundes durch Krönung und Salbung, ihr Wirken als Vermittlerin in Urkunden sowie ihre Rolle während der Moselfehde und der Verwaltung ihrer Güter in Bayern.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Begriffe wie "consors regni", Intervention, Herrschaftsausführung und politische Handlungsspielräume stehen im Zentrum der terminologischen Analyse.

Wie bewertet der Autor Kunigundes Rolle während der Moselfehde?

Die Moselfehde wird als eine Phase interpretiert, in der Kunigundes Interventionen in Urkunden zwar zurückgingen, dies jedoch nicht zwangsläufig auf ein zerrüttetes Verhältnis zum Kaiser hindeutet, sondern eher auf ihre Abwesenheit aufgrund politischer Missionen.

Welche Bedeutung hatten Kunigundes Besitzungen in Bayern?

Diese Güter verliehen ihr eine "quasiherzögliche Stellung" und ermöglichten ihr eine eigenständige Machtbasis, die sie auch nach dem Tod Heinrichs II. zur Unterstützung ihrer Interessen einzusetzen wusste.

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Résumé des informations

Titre
Kaiserin Kunigunde - Die politischen Spielräume einer Frau zu Beginn des 11. Jahrhunderts
Université
University of Bamberg  (Fachbereich Geschichte)
Note
1,7
Auteur
Tobias Schmid (Auteur)
Année de publication
2000
Pages
16
N° de catalogue
V4463
ISBN (ebook)
9783638127646
Langue
allemand
mots-clé
Kaiserin Kunigunde Spielräume Frau Beginn Jahrhunderts
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tobias Schmid (Auteur), 2000, Kaiserin Kunigunde - Die politischen Spielräume einer Frau zu Beginn des 11. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4463
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Extrait de  16  pages
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