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Das Insolvenzverfahren in Deutschland

Title: Das Insolvenzverfahren in Deutschland

Seminar Paper , 2005 , 30 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Manuela Krämer (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Das Insolvenzrecht ist gesetzlich geregelt in der Insolvenzordnung. Obermüller und Hess beschreiben das darin verfasste Insolvenzrecht als „die Gesamtheit der gesetzlich normierten Austrittsbedingungen aus dem Markt der am Wirtschaftsleben Beteiligten für den Fall, dass die Gläubigerinteressen auf Grund eines Vermögensverfalls des Schuldners gefährdet sind.“ Aufgrund der konjunkturellen Lage in Deutschland sind viele Unternehmen von der Insolvenz bedroht. Kaum eine Branche ist hiervon ausgenommen. Auch die Konjunkturaussichten für die Zukunft lassen befürchten, dass es einen weiteren Anstieg der Insolvenzen geben wird. Daher sind die insolvenzrechtlichen Regelungen von hoher Bedeutung für die Wirtschaft.
Generell ist zu unterscheiden zwischen der Verbraucher- und der Regelinsolvenz. Zwischen den beiden Verfahren besteht allerdings keine Wahlmöglichkeit. Für alle natürlichen Personen, die zum Zeitpunkt des Antrags auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens keine selbstständige wirtschaftliche Tätigkeit ausüben, gilt das Verbraucherinsolvenzverfahren (§ 304 InsO). Hat der Schuldner eine wirtschaftlich selbstständige Tätigkeit ausgeübt, so gilt auch hier das Verbraucherinsolvenzverfahren, sofern seine Vermögensverhältnisse überschaubar sind. Dies ist gegeben, wenn der Schuldner nicht mehr als 19 Gläubiger hat. Eine zweite Voraussetzung ist, dass keinerlei Forderungen aus Arbeitsverhältnissen bestehen. Dazu zählen insbesondere Forderungen von Finanzämtern und den Trägern der Sozialversicherung. Bei allen anderen natürlichen Personen und Unternehmen ist das Regelinsolvenzverfahren anzuwenden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Das Insolvenzrecht

1.2 Die Entwicklungen der Insolvenzen 2004 in Deutschland

2. Die neue Insolvenzordnung

2.1 Entwicklung und Vorgeschichte der neuen Insolvenzordnung

2.2 Die Reformziele und Schwerpunkte der neuen Insolvenzordnung

3. Die Regelinsolvenz

3.1 Die Zulässigkeit des Insolvenzverfahrens

3.2 Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens

3.3 Das Insolvenzöffnungsverfahren

3.4 Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens

3.5 Die Forderungsanmeldung und Gläubigerstellung

3.5.1 Insolvenzgläubiger

3.5.2 Aussonderungsberechtigte Insolvenzgläubiger

3.5.3 Absonderungsberechtigte Insolvenzgläubiger

3.5.4 Massegläubiger

3.5.5 Nachrangige Insolvenzgläubiger

3.6 Die Mitwirkungsmöglichkeiten der Gläubiger

3.6.1 Der Gläubigerausschuss

3.6.2 Die Gläubigerversammlung

3.7 Die Abwicklung von schwebenden Geschäften

3.8 Der Insolvenzplan

3.9 Das Ende des Insolvenzverfahrens

3.10 Besondere Verfahrensarten

3.10.1 Die Eigenverwaltung

3.10.2 Die Restschuldbefreiung

4. Das Verbraucherinsolvenzverfahren

4.1 Verbraucher im Sinne der Insolvenzordnung

4.2 Die Insolvenzgründe

4.3 Der Ablauf des Verfahrens

4.4 Der Insolvenzantrag

4.5 Der außergerichtliche Schuldenbereinigungsplan

4.6 Der gerichtliche Schuldenbereinigungsplan

4.7 Das vereinfachte Insolvenzverfahren

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert das deutsche Insolvenzrecht, insbesondere die Regelungen der Insolvenzordnung, um einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen bei Unternehmensinsolvenzen sowie das Verfahren für Verbraucher zu geben. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie das Insolvenzrecht ausgestaltet ist und welche Mechanismen zur Sanierung oder Liquidation zur Verfügung stehen.

  • Entwicklung und Reformziele der neuen Insolvenzordnung
  • Ablauf des Regelinsolvenzverfahrens vom Antrag bis zum Ende
  • Differenzierung der Gläubigergruppen und deren Mitwirkungsrechte
  • Besondere Verfahrensarten wie Eigenverwaltung und Restschuldbefreiung
  • Struktur des Verbraucherinsolvenzverfahrens

Auszug aus dem Buch

3.10.1 Die Eigenverwaltung

Mit dem neu eingeführten Verfahren der Eigenverwaltung hat die InsO eine Möglichkeit geschaffen, in der unter bestimmten Voraussetzungen der Schuldner die Verfügungsbefugnis über sein Vermögen behält und unter die Aufsicht eines Sachverwalters gestellt wird. Dieses Verfahren soll jedoch eine Ausnahmeregelung darstellen, denn es scheint kaum vertretbar zu sein, demjenigen, der sein Unternehmen aus eigener Kraft nicht hat retten können oder mit seinen Fehlentscheidungen die Insolvenz herbeigeführt hat, die Sanierung seines Unternehmens und die Befriedigung der Gläubiger anzuvertrauen. Daher kommt das Verfahren nur in Betracht, um die Erfahrungen und Kenntnisse der bisherigen Geschäftsleitung weiter zu nutzen und um die Zeit- und Reibungsverluste, die eine Einarbeitung eines Insolvenzverwalters mit sich bringen würde, zu vermeiden.

Die Eigenverwaltung wird durch das Gericht im Beschluss über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens angeordnet (§ 270 Abs. 1 S. 1 InsO) und setzt voraus, dass der Schuldner die Eigenverwaltung selbst beantragt (§ 270 Abs. 2 Nr. 1 InsO). Wurde der Eröffnungsantrag von einem Gläubiger gestellt, so muss dieser dem Antrag des Schuldners zustimmen (§ 270 Abs. 2 Nr. 2 InsO). Des Weiteren kann sie angeordnet werden, wenn nach § 270 Abs. 2 Nr. 3 InsO nach den Umständen eine Verzögerung des Verfahrens und eine Benachteiligung der Gläubiger nicht zu erwarten ist. Der Beschluss ist nach § 273 InsO öffentlich bekannt zu machen, ebenso ist bei Aufhebung zu verfahren. Es obliegt letztendlich der autonomen Gläubigerversammlung über die Eigenverwaltung zu entscheiden und evtl. eine vom Gericht angeordnete Eigenverwaltung nach § 272 Abs. 1 Nr. 1 InsO wieder aufzuheben, denn nur die Gläubigerversammlung entscheidet, in welcher Form das Verfahren abgewickelt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Insolvenzrecht ein, definiert die beteiligten Parteien und unterscheidet grundlegend zwischen Regel- und Verbraucherinsolvenz.

2. Die neue Insolvenzordnung: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung des Insolvenzrechts in Deutschland und beschreibt die wesentlichen Reformziele, insbesondere die Bekämpfung der Massearmut.

3. Die Regelinsolvenz: Hier werden die prozessualen Schritte des Regelinsolvenzverfahrens detailliert dargestellt, von der Eröffnung und Forderungsanmeldung bis hin zur Mitwirkung der Gläubiger und Beendigung des Verfahrens.

4. Das Verbraucherinsolvenzverfahren: Dieses Kapitel beschreibt das spezifische Verfahren für natürliche Personen, einschließlich der notwendigen Schuldenbereinigungspläne und der Voraussetzungen für die Restschuldbefreiung.

5. Fazit: Das Fazit bewertet die Auswirkungen der neuen Insolvenzordnung auf die gesamtwirtschaftliche Situation und reflektiert den Grad der Zielerreichung der Reform.

Schlüsselwörter

Insolvenzordnung, Insolvenzverfahren, Regelinsolvenz, Verbraucherinsolvenz, Insolvenzverwalter, Gläubigerversammlung, Eigenverwaltung, Restschuldbefreiung, Sanierung, Liquidation, Massearmut, Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung, Schuldenbereinigungsplan, Insolvenzplan

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine systematische Darstellung des Insolvenzverfahrens in Deutschland auf Basis der neuen Insolvenzordnung (InsO).

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten zählen die Regelinsolvenz für Unternehmen, das Verbraucherinsolvenzverfahren für Privatpersonen sowie besondere Verfahrensweisen wie Eigenverwaltung und Restschuldbefreiung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Insolvenzordnung zu erläutern und die Abläufe eines Insolvenzverfahrens transparent darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der maßgeblichen juristischen Fachliteratur zur Insolvenzordnung sowie der Auswertung von Statistiken und offiziellen Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die ausführliche Darstellung des Regelinsolvenzverfahrens und des Verbraucherinsolvenzverfahrens, inklusive der jeweiligen Antragsvoraussetzungen, der Gläubigerstellung und der Sanierungsoptionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Insolvenzordnung, Regelinsolvenz, Verbraucherinsolvenz, Gläubigerautonomie, Sanierung und Restschuldbefreiung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Eigenverwaltung von der regulären Abwicklung?

Bei der Eigenverwaltung behält der Schuldner die Verfügungsbefugnis über sein Vermögen unter der Aufsicht eines Sachverwalters, anstatt einen Insolvenzverwalter einzusetzen.

Wann ist ein gerichtlicher Schuldenbereinigungsplan erfolgreich?

Ein gerichtlicher Schuldenbereinigungsplan gilt als erfolgreich, wenn alle Gläubiger zustimmen oder das Gericht die Zustimmung fehlender Gläubiger unter den gesetzlich definierten Voraussetzungen ersetzt.

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Details

Title
Das Insolvenzverfahren in Deutschland
College
University of Applied Sciences Koblenz  (Fachbereich Betriebswirtschaft)
Course
Unternehmensführung
Grade
1,7
Author
Manuela Krämer (Author)
Publication Year
2005
Pages
30
Catalog Number
V44655
ISBN (eBook)
9783638422109
Language
German
Tags
Insolvenzverfahren Deutschland Unternehmensführung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuela Krämer (Author), 2005, Das Insolvenzverfahren in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44655
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