Zum Thema "Malen nach Märchen". Möglichkeiten einer intuitiven Selbstgestaltung im Kunstunterricht


Masterarbeit, 2017

98 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das europäische Volksmärchen
2.1 Terminologische und etymologische Begriffsbestimmung
2.2 Geschichtliche Erkenntnisse der europäischen Märchen
2.3 Literarische Gattungsmerkmale des Volksmärchens
2.4 Die ursprüngliche Funktion des Märchens

3. Brauchen Kinder heute noch Märchen? Zur Relevanz und Aktualität von Märchen im 21. Jahrhundert
3.1 Das Märchenalter
3.2 Das zauberhafte Denken des Kindes
3.3 Märchen als Unterstützung in den kindlichen Entwicklungsphasen
3.4 Märchen als Mittel interkulturellen Lernens
3.5 Mediale Adaptionen von Volksmärchen

4. Der Einsatz von Märchen in der psychotherapeutischen Behandlung von Kindern
4.1 Das Konzept einer Maltherapie nach Carl Gustav Jung
4.1.1 Das kollektive Unbewusste
4.1.2 Malen zu einem archetypischen Motiv
4.2 Die tiefenpsychologische Methode Malen nach Märchen
4.3 Maltherapeutische Märchenarbeit in der Gruppe
4.4 Die maltherapeutische Wirkung der Märchenarbeit

5. Psychoanalytische Ansätze im gymnasialen Kunstunterricht einer fünften Klasse - auf der Grundlage der Methode Malen nach Märchen
5.1 Legitimation der maltherapeutisch orientierten Märchenarbeit im Kunstunterricht
5.2 Individuelle und soziale Voraussetzungen der Lerngruppe
5.3 Exemplarische Gestaltungsaufgaben aus der therapieorientierten Märchenreihe im Kunstunterricht
5.3.1 Illustrationen kolorieren – Die Wirkung von Farben und Kontrasten in Märchenbildern
5.3.2 Ein unbekanntes Märchen weiterführen
5.3.2.1 Aktive Imagination und Fünf-Minuten-Schreiben
5.3.2.2 „Furchtbare“ Märchencollagen – Ein Volksmärchen gestalterisch weiterführen und umformen
5.3.3 Märchenrequisiten – Mit verschiedenen Maltechniken und –materialien experimentieren
5.3.4 Mein Lieblingsmärchen – Eine Märchenszene malen
5.3.5 Märchenfiguren als Projektionsträger - Ein Gruppenbild für das Märchenbuchcover
5.4 Reflexion und Auswertung der Märcheneinheit

6. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anhang I

1. Einleitung

Die meisten Menschen haben Lieblingsmärchen,[1] besonders aus der Grimm’schen Sammlung, die sie in ihrer Kindheit gelesen oder gehört haben. Doch der Zauber, der von diesen Erzählungen ausgeht, verliert mit zunehmendem Alter seinen Reiz. Möglicherweise erinnern wir uns noch schemenhaft an die Handlung von Schneewittchen oder Aschenputtel, deren Darstellungen nicht nur in Märchenbüchern erscheinen, sondern uns im Alltag durch zahlreiche Konsumgüter begleiten.

Die Geschichten, die uns als Kinder so faszinierten, erfahren im Jugend- und Erwachsenenalter einen Wandel hin zu wirklichkeitsfremden Träumereien oder geradezu zu Lügen. Dadurch erzählen immer weniger Eltern ihren Kindern Märchen, sie haben Angst, falsche moralische und gesellschaftliche Vorstellungen zu vermitteln.[2]

Im Zusammenhang mit erzieherischen Konzepten weisen wissenschaftliche Untersuchungen nach, dass viele Heranwachsende in einer seelisch und physisch gesundheitsschädigenden Umgebung groß werden.[3] Das Fehlen von Geborgenheit und innigen Beziehungen kann der Auslöser für tiefe psychische Konflikte, wie der Unfähigkeit Vertrauen aufzubauen oder sich selbstständig zu beschäftigen, sein.

Eben weil dem Kind sein Leben häufig irritierend vorkommt, muss man ihm Wege eröffnen, um Selbsterfahrungen zu gewinnen und seine Emotionen zu begreifen. Das Kind benötigt Impulse, die ihm helfen, in seinem Gefühlsleben und Alltag Strukturen aufzubauen, und es bedarf einer moralischen Wertevermittlung, um unbewusst Konsequenzen von unmoralischen Tätigkeiten zu lernen.[4] All diese Möglichkeiten eröffnen sich im Märchen.

In der Kunst- und Gestaltungstherapie kommt es bei der Behandlung solcher innerer Konflikte bereits zum Einsatz von Märchen, in denen verwunderliche Wendungen eintreten. Indem sich Kinder in einen Märchenhelden einfühlen, wird ihnen Hoffnung vermittelt, dass auch ihre Probleme zu bewältigen sind. Damit übertragen Märchen „jenen Mut zur Zukunft, den wir brauchen, um nicht am Vergangenen zu kleben.“[5] So werden die gewonnenen Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie für den Einsatz der Märchen in der psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern genutzt.

Das therapeutische Ziel der „Selbstwerdung [...], das Überwachsen individueller Probleme und Mängel im Zuwachsen auf die größere Persönlichkeit,“[6] ist ebenso eine Aufgabe der schulischen Bildung und Erziehung. Vor allem in Zeiten veränderter Schulsysteme, Migration, Globalisierung und Flüchtlingspolitik erfahren gesellschaftliche und kulturelle Bedingungen für Bildungsprozesse eine Veränderung; dahingehend, dass sie die ganzheitliche kindliche Entwicklung unterstützen sollen.[7] In kunsttherapeutischen Konzepten wird nahezu auf sämtliche Persönlichkeitsaspekte eines Kindes geachtet, so dass die Methoden wichtige bewusste und unbewusste Erfahrungen eröffnen.

Ausgangspunkt dieser Gedanken ist die Überlegung nach einem zielgerichteten Einsatz von Unterrichtsinhalten und -methoden, die neben der thematischen Vermittlung auch die persönliche Entfaltung der Schülerinnen und Schüler[8] stärken, insbesondere im Übergang von der Primar- auf die Sekundarschule, in der Schüler erst einmal „ihren Platz“ finden müssen.

Die zentrale Fragestellung der Arbeit lautet daher: Lassen sich im multikulturellen Kunstunterricht unter den bestehenden institutionellen Rahmenbedingungen gestalterische Ansätze einer Maltherapie mit Märchen einbinden, um Möglichkeiten einer intuitiven Selbstgestaltung zu schaffen?

Dienen Volksmärchen als Hilfsmittel in der psychotherapeutischen Arbeit mit Kindern, so müssen aus literaturwissenschaftlicher Perspektive vorerst Gattungsmerkmale sowie begriffliche Erklärungen evident werden. Im ersten Abschnitt der Arbeit werden eine terminologische und etymologische Begriffsbestimmung des europäischen Volksmärchens sowie literarische Gattungsmerkmale unter stilistischer und struktureller Analyse Max Lüthis gegeben. Es schließt ein historischer Überblick der Entstehung von Volksmärchen, insbesondere die der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, an.

Folgend wird die Notwendigkeit von Märchen in der heutigen Kindheit unter Bezugnahme von Befunden Bruno Bettelheims untersucht, da die magischen Erzählungen seit ihrer Entstehung einen großen Einfluss auf Erfahrungen in den Entwicklungsstadien des Heranwachsenden ausüben. Wurde die Bedeutung des Märchens in der kindlichen Entwicklung beleuchtet, so dient das vierte Kapitel der Betrachtung von Märchen in der analytischen Psychotherapie. Grundlegende therapeutische Konzepte der Märchenarbeit, basierend auf den Jung’schen Theorien, werden aufgezeigt und die Wirkung in Einzel- und Gruppenformen dargestellt. Während die Tiefenpsychologie schon seit dem 19. Jahrhundert Vorteile aus dem Potenzial der zauberhaften Märchen zieht, sind in schulischen Einrichtungen gewisse Leerstellen der „märchenhaften“ Inhalte erkennbar.

Somit wird in Anwendung dieser Erkenntnisse anschließend über die exemplarische Gestaltungsarbeit mit Märchen im Kunstunterricht berichtet. Durchgeführt wurde die praktisch-gestalterische Märchenarbeit, die sich an therapeutischen Malkonzepten orientiert, in einer multikulturellen fünften Klasse eines Gymnasiums in Detmold. Mit der Auswertung der therapeutisch orientierten Märchenreihe und einem zusammenfassenden Fazit schließt die Masterarbeit.

2. Das europäische Volksmärchen

Die folgenden Betrachtungen des Volksmärchens hinsichtlich seiner Bedeutung in der analytischen Psychologie sowie der Kunstpädagogik erfordern einige literaturwissenschaftliche Überlegungen zur Herkunft, seinem Inhalt und der Form. Insbesondere von Maltherapeuten, die in der Arbeit mit ihren Klienten Märchen einsetzen, wird die Stil- und Strukturanalyse als grundlegendes Instrument genutzt. Um in den anschließenden Kapiteln die Verbindung der Märchen mit der persönlichen Bewusstseinsentwicklung zu verdeutlichen, werden im Besonderen charakteristische Merkmale und Funktionen der Gattung Märchen dargelegt.

2.1 Terminologische und etymologische Begriffsbestimmung

Die deutschen Substantive Märchen und Märlein sind Verkleinerungsformen zu dem Wort Mär (althochdeutsch: mârî; mittelhochdeutsch: maere), das die Bedeutung Kunde, Botschaft oder Bericht, auch im Sinne eines Gerüchts, trägt.[9] Somit stehen Märchen ursprünglich für eine kurze Erzählung. Diminutive erfuhren häufig eine Bedeutungsverschlechterung; so wurden Märchen als unwahre und erlogene Geschichten, als „lügenmaeren [und] tandmaeren“ [10] , bezeichnet.[11] Noch in der heutigen Zeit erinnern Redewendungen wie „Erzähl mir doch kein Märchen“ an diesen Bedeutungswandel.

Seit dem 18. Jahrhundert, unter dem Einfluss französischer Feenmärchen und den aus dem Orient stammenden Geschichten aus Tausend und eine Nacht, kam die von dem Philosophen Johann Gottfried Herder sowie anderen Wegbereitern des Sturm und Drang herbeigeführte Gegenbewegung auf, die in der Volkserzählung eine „Quelle der wahren Poesie“[12] fand. Märchen der Brüder Grimm, Ludwig Bechsteins oder auch Jacob Ludwig Karls erhielten eine zunehmende Wertschätzung und viele Menschen begannen Märchen zu sammeln, wodurch sie der Nachwelt überliefert wurden. So erfuhren die Prosaerzählungen erneut eine Bedeutungsverschiebung, genauer, eine Bedeutungsverbesserung, und die Bezeichnung der epischen Gattung „Volksmärchen“ wurde eingeführt.[13] Eine der am weitesten verbreiteten Märchendefinitionen geht auf den Literaturwissenschaftler André Jolles zurück:

Ein Märchen ist eine Erzählung oder eine Geschichte in der Art, wie sie die Gebrüder Grimm in ihren Kinder- und Hausmärchen zusammengestellt haben. Die Grimmschen Märchen sind mit ihrem Erscheinen, nicht nur in Deutschland sondern allerwärts, ein Maßstab bei der Beurteilung ähnlicher Erscheinungen geworden. Man pflegt ein literarisches Gebilde dann als Märchen anzuerkennen, wenn es [...] mehr oder weniger übereinstimmt mit dem, was in den Grimmschen Kinder- und Hausmärchen zu finden ist.[14]

Folglich wird das Märchen im wissenschaftlichen Kontext seit den Brüdern Grimm und Herder als „eine mit dichterischer Phantasie entworfene Erzählung besonders aus der Zauberwelt, eine nicht an die Bedingungen des wirklichen Lebens geknüpfte wunderbare Geschichte, die hoch und niedrig mit Vergnügen anhören,“[15] beschrieben.

2.2 Geschichtliche Erkenntnisse der europäischen Märchen

Bereits in der Vergangenheit erhielt die Überlieferung von Märchen, Fabeln, Mythen und Sagen eine fundamentale Bedeutung, weil in allen Völkern der Welt Geschichten aus mündlichem Erzählgut tradiert und Bestandteil des sozialen Austausches zwischen Menschen einer Gesellschaft wurden. Genaue Befunde über das Vorkommen von Märchen in prähistorischer Zeit fehlen, jedoch finden sich bereits Spuren der niedergeschriebenen Aufzeichnungen in Ägypten und Babylon, ferner entstammen die überlieferten Märchenerzählungen den Ländern Indien und China und beeinflussten auch europäische Märchen.[16] Der Ursprung der Gattung Märchen wurde von Albert Wesselski in das Spätmittelalter datiert.[17]

Seit Anfang der Neuzeit lassen sich die erhaltenen Schriften eindeutiger bestimmen. Giambattista Basile publizierte im 16. Jahrhundert die neapolitanischen Aufzeichnungen seiner Volksmärchen, das Pentameron, und trieb damit die Veröffentlichung von Märchen voran. Der italienische Barock mit seiner Dekadenz und dem Geschmack für das Dekorative übte bereits ein Jahrhundert später Einfluss auf die deutschen Märchen aus.[18]

Im 18. Jahrhundert bezeichneten Mä(h)rchen insbesondere novellische Erzählungen sowie Feenmärchen, Geschichten, die von adeligen Frauen, Fabelwesen und Rittern handeln.[19] Nach der Aufklärung ließen die Volksmärchen der Deutschen von Johann Karl August Musäus, Baenedikte Nauberts darauf erschienenen Neuen Volksmärchen der Deutschen oder auch Märchen von Johann Wolfgang von Goethe der Gattung eine höhere Wertschätzung zukommen.[20]

Ermutigt durch die Lieder- und Märchensammlungen von Achim von Arnim und Clemens Brentano, gingen Jacob und Wilhelm Grimm seit 1807 einer systematischen Überführung von überwiegend mündlich tradierten Märchen nach. Urfassungen dieser Märchen finden sich noch heute in der sogenannten Ölenberger Handschrift aus dem Jahre 1810.[21]

Ursprünglich wollte Wilhelm Grimm ein Erziehungsbuch schaffen und versuchte „den funktionalen Aspekt durch Hinzufügung des Begriffs Hausmärchen zu erweitern.“[22] Doch die Märchen der Brüder Grimm galten in der Biedermeierzeit aufgrund ihres Erzählstils als ungeeignet für Kinder. Aus diesem Grund brachte Wilhelm Grimm einen einheitlichen Märchenstil hervor, indem er „volkstümliche Gefühlswörter“[23] hinzufügte und das ursprüngliche Präsens von dem Präteritum sowie indirekte von direkter Rede ablöste.[24] Der Form- und Funktionswechsel der Grimm’schen Märchen bewirkte zu Beginn des 19. Jahrhunderts - dadurch, dass man Kinder als Rezipienten von Literatur wahrnahm und Themen dahingehend anpasste - eine zunehmende Attraktivität der Märchen. So erfuhren die Kinder- und Hausmärchen auch Einzug in pädagogische Einrichtungen.[25]

Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm gingen neben der Luther-Bibel als berühmtestes Werk der deutschen Kulturgeschichte ein. Heute existieren Publikationen in über 160 Sprachen. Die Handexemplare, die sich im Brüder-Grimm-Museum in Kassel befinden, sind im Jahre 2005 in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen worden.[26]

2.3 Literarische Gattungsmerkmale des Volksmärchens

Nachdem im vorherigen Kapitel historische Erkenntnisse des europäischen Volksmärchens, insbesondere die der Grimm’schen Kinder- und Hausmärchen, skizziert worden sind, sollen nun Merkmale der Gattung Volksmärchen eingehender untersucht werden. Der vermutlich bekannteste Märcheninterpret Max Lüthi nahm eine literaturwissenschaftliche Struktur- und Stilanalyse der verschiedenen Typen europäischer Märchen vor. Obwohl die Prosatexte zeitliche und nationale Unterschiede aufweisen, arbeitete Lüthi fünf Gattungsmerkmale heraus, die alle europäischen Volksmärchen verbinden.[27] Diese werden im Folgenden aufgeführt.

Eines der wesentlichen Prinzipien des Märchens ist seine Eindimensionalität. Unter diesem Begriff ist zu verstehen, dass Diesseits und Jenseits im Märchen zu einer Dimension, einer „Überwirklichkeit“[28], verschmelzen. Somit wird der herkömmliche Dualismus von Himmel und Erde unterbunden. Die Märchenfiguren besitzen übermenschliche Fähigkeiten, sodass sie sich ohne Mühe und Scheu in einer geistigen Dimension bewegen.[29] Durch die „Doppelnatur“[30] der Charaktere können sie mit Gestalten einer anderen Welt wie Hexen, Feen oder Zauberern in Beziehung treten.[31]

Ein weiteres stilistisches Merkmal der Volksmärchen ist die Flächenhaftigkeit. Diese Stileigenschaft bezieht sich auf Gegenstände, Ortschaften und Märchenfiguren. Die Figuren erscheinen ohne Körperlichkeit, sie besitzen keine Innenwelt und wirken gänzlich wie eine Silhouette. „Der Märchenerzähler verzichtet auf nähere Beschreibungen oder psychologische Analysen. Wenn Namen auftauchen, dann stehen sie meist mit dem Aussehen oder bestimmten Eigenschaften seines Trägers in Zusammenhang,“[32] zum Beispiel Goldmarie und Pechmarie oder Schneewittchen.

So erhält das Märchen das Stilmerkmal der „Wirklichkeitsferne“[33]. Bestimmte Örtlichkeiten und Zeiten werden nicht festgelegt. Länder, Städte sowie Dörfer erhalten weder Namen, noch werden sie beschrieben. Das Ausbleiben der genauen Zeitangaben spiegelt sich in der bekannten Einleitungsphrase es war einmal wider. Dieses „einmal“ kann beispielsweise auf das letztes Jahr, heute oder gestern verweisen.[34]

Der abstrakte Stil trägt zu einem einfachen Verständnis der Märchen bei. Wie bereits dargelegt, existieren in den Geschichten nur wenige Beschreibungen, so dass eine begriffliche Sprache vorliegt. Durch diese sprachliche Gestaltung wird eine ganz individuelle Welt erschaffen, die es dem Adressaten ermöglicht, die abstrahierten Bezeichnungen mit der eigenen Fantasie in Einklang zu bringen.

„Da das Märchen nach Max Lüthi zu allem ‚klar Ausgeformten‘ neigt, findet man sehr häufig das poetische Mittel des Kontrastes in menschlichen Charakteren, Farben und Gestalten.“[35] Reichtum und Armut sowie Schönheit und Hässlichkeit bringen dieses dualistische Denken zum Ausdruck. Zudem werden die Farben im Märchen nicht als Mischfarben, wie in der natürlichen Umwelt vorzufinden, dargestellt, sondern lediglich in reinen Farbtönen. Magische Zahlen und formelhafte Wendungen werden als wiederholter Rhythmus symbolisch eingesetzt, um dem Volksmärchen ein „unterstützendes, fest umrissenes Handlungsfeld zu geben.“[36]

Ein weiteres Wesensmerkmal des Märchens ist die Isolation und Allverbundenheit. Im Märchen sind sowohl die Zukunft als auch die Vergangenheit unbedeutend, weshalb es zur Isolation jeglicher Märchencharaktere kommt. Die Figuren können aufgrund der Allverbundenheit zwar mit fantastischen Gestalten agieren, jedoch nicht in einer beständigen Beziehungsebene, weil sie keine wirkliche gefühlsmäßige und soziale innere Verbundenheit füreinander empfinden. Kinder werden von ihren Eltern verlassen, da sie arm oder verstorben sind, doch dem Rezipienten wird ihr familiäres Umfeld nicht genauer geschildert.[37] Auch die einzelnen Handlungsepisoden sind voneinander isoliert. Sie werden nur schemenhaft beschrieben und haben keinen Bezug zueinander, jede Szene ist in sich geschlossen.

Das fünfte Gattungsmerkmal des europäischen Volksmärchens nach Max Lüthi ist die Sublimation und Welthaltigkeit. Magische, profane und numinose Motive werden ihres Ursprungs entfremdet und sublimiert. All diese entwirklichten Elemente schaffen zusammen die Märchenwelt, in der Kultur, Religion, Tradition und Bräuche durch den Rezipienten eingehen. Der Leser schreibt den Gegenständen und Figuren eine „individuelle Wesensart“[38] zu, wodurch das Märchen einen hohen Grad an Welthaltigkeit erlangt. Die irrealen Elemente werden durch ihn existent, er bringt sie mit eigenen Erfahrungen, die er gesammelt hat und die die Erzählung thematisiert, in Einklang.[39]

2.4 Die ursprüngliche Funktion des Märchens

In einem Zeitalter ohne mediale Einflüsse, in dem es keine Zeitungen gab und nur eine geringe Anzahl von Personen lesen und schreiben konnte, wurden Märchen von Erwachsenen verwendet, um Wissen, Wünsche, Tradition und Unterhaltung in einer leicht verständlichen und bildhaften Darstellungsform zu vermitteln und zu bieten.

Durch die Helden, die üblicherweise nicht als übernatürliche Wesen, sondern als reale Menschen vorkommen, wird im Märchen eine Verbindung zur Realität geschaffen. Die wirklichkeitsnahen Komponenten können Informationen über Gesellschaftsordnungen, das soziale Umfeld sowie gesellschaftliche Kritik aus der Perspektive des Erzählers, Zuhörers, Literats oder Lesers liefern.[40]

Die Märchenhandlungen und ihre Verortung in ein soziales Milieu beruhen auf „Lebensumständen der Trägerschichten und ihrer Stellung in der Gesellschaft.“[41] Die Erzählungen spiegeln die Lebensumstände der jeweiligen Sozialschicht wider. Sowohl in den Charakterzügen der Figuren, als auch in den Beschreibungen des Alltags wird das soziale Umfeld der Trägergruppe ersichtlich. So werden in etlichen Märchen, in denen der Erzähler der unteren Sozialschicht angehört, große Bedürftigkeit und Armut geschildert.[42]

Die häufige Zugehörigkeit des Erzählers zu der niedrigen Sozialschicht zeigt sich auch in den zentralen Themen der Märchen. Oftmals wird der gesellschaftliche Aufstieg behandelt, am Ende des Märchens verfügt der Held über finanzielle sowie materielle Güter und wird in die Königsklasse aufgenommen. Dieser soziale Aufstieg des Helden lässt die Hoffnung der Rezipienten auf eine sorglose, erfülltere und wohlhabende Lebensweise erkennen.

Zudem besaßen gewaltsame und schreckliche Szenen im Märchen die Funktion einer „Lebensanweisung“. Wertesysteme und Erfahrungen wurden zu Erzählungen, die an die nachfolgenden Generationen überliefert wurden. Dadurch wurde auf die Gefahren hingewiesen, Unbekannten Vertrauen entgegenzubringen, ohne Begleitung in den Wald zu gehen oder sich an Örtlichkeiten zu begeben, von denen viele wissen, dass dort große Vorsicht geboten ist.

Märchen, die vor allem konservative Wertvorstellungen transportierten, faszinierten auch Kinder, die ursprünglich nicht als Rezipienten der Märchen angesehen wurden. Aus diesem Grund band man die Geschichten zunehmend in die Erziehung der Kinder ein.[43] Seit dem 17. Jahrhundert setzen sich Pädagogen, Schriftsteller, Erziehungsberechtigte sowie Wissenschaftler mit dem didaktischen Wert der Gattung Märchen auseinander. Im Folgenden soll der daran anknüpfenden Fragestellung Brauchen Kinder heute noch Märchen? nachgegangen werden.

3. Brauchen Kinder heute noch Märchen?
Zur Relevanz und Aktualität von Märchen im 21. Jahrhundert

Seit Ende der sechziger Jahre wurde immer wieder debattiert, ob Märchen eine Gefahr oder eine Unterstützung in der kindlichen Entwicklung darstellen. Zum einen mutmaßten erziehungsreformerische Eltern und sozialkritisch ausgerichtete Entwicklungspsychologen, dass Märchen verkehrte Einstellungen und Denkweisen bei Kindern hervorrufen, zum anderen entstand die Auffassung Kinder brauchen Märchen von dem Therapeuten und Erzieher Bruno Bettelheim, um „Geist und Persönlichkeit des Kindes“[44] zu fördern.[45]

Inwieweit Struktur und Stil der literarischen Märchengattung der Psyche des Kindes wirklich entsprechen, wird in den folgenden Unterkapiteln dargestellt. Soll die Frage nach dem Einsatz und der Wirkung von Märchen in der Analytischen Psychologie und Schule untersucht werden, ist zunächst der Stellenwert von Märchen für diese psychische Entwicklung des Kindes zu beleuchten.

3.1 Das Märchenalter

Weit verbreitet ist die Annahme, dass Märchen „keiner bestimmten Altersgruppe zugedacht waren und sind.“[46] Doch eine große Anzahl an Studien, die das Alter untersuchten, in dem Märchen eine nachweisliche Bedeutung für uns haben, liefert wichtige Erkenntnisse.

Im Jahre 1917 gewann die deutsche Entwicklungspsychologin Charlotte Bühler entscheidende Einsichten in der Beziehung zwischen Kindern und Märchen. Sie konnte mit ihren Untersuchungen belegen, dass das Märchenalter ungefähr das vierte bis achte Lebensjahr umfasst. Die Märchenstruktur, Motive sowie Themen besitzen große psychologische Relevanz für Kinder dieses Alters.[47] Noch immer wird diese Alterszuweisung berücksichtigt, auch wenn Unterschiede in den Altersangaben vorliegen, nach denen das Märchenalter zwischen dem sechsten und achten oder auch dem achten und neunten Lebensjahr einzuordnen ist.[48]

Charlotte Bühler und Susanne Engelmann brachten die Altersangaben nicht mit der Lesemotivation oder Leseart von Schülern in Verbindung, sondern nur mit ausgewählten Textgattungen. Sie bezogen sich bei der Bestimmung des Alters überwiegend auf die vorgegebene Schullektüre. Anstelle von formalen wurden inhaltliche Kriterien herangezogen.[49] Es wird also erwartet, dass alle Schüler kontinuierlich diesen Leseprozess durchlaufen.

Bettelheim äußert hierzu folgenden Vorbehalt: „Wir können nicht wissen, in welchem Alter ein bestimmtes Märchen für ein bestimmtes Kind am wichtigsten ist, deshalb können wir nicht bestimmen, wann und aus welchen Gründen ihm eines der vielen Märchen erzählt werden sollte.“[50] Es ist somit ausgeschlossen, ein exaktes Märchenalter anzugeben. Jedes Kind ist individuell und sammelt unterschiedliche Erfahrungen, wodurch jeder Entwicklungsprozess anders verläuft.

Demgegenüber merkt Bettelheim jedoch an, dass Altersempfehlungen für Märchen eine grobe Orientierung darstellen. Diese sind sinnvoll, weil ihre Handlungen oft gewalttätig sind und bestimmte Märchen deshalb für einige Altersstufen ungeeignet sind - auch wenn grausame Elemente weder der Wirklichkeit entsprechen noch detailliert beschrieben sind.[51] Der Begriff Märchenalter wurde von vielen Autoren übernommen und hat dazu beigetragen, dass Märchen einer speziellen Altersstufe zuzuweisen sind und so Eintritt in die Lehrpläne der Primarstufe und der ersten Schuljahre der Sekundarstufe I gefunden haben.[52]

3.2 Das zauberhafte Denken des Kindes

Bruno Bettelheim zeigt in Kinder brauchen Märchen eine Verbindung zwischen der Märchenwelt und dem kindlichen Denken und Erleben auf. Er bezieht die Struktur des Märchens auf das Denken des Kindes und Themen auf die kindlichen Entwicklungsaufgaben sowie auftretende Entwicklungskrisen.[53]

Jedes Kind besitzt am Anfang seiner Entwicklung nur wenige aktive Erfahrungen. Die unvollständigen Kenntnisse ergänzt es mit Hilfe seiner Fantasie. Kinder haben ein großes Verlangen danach, mit ihrer eigenen Einbildungskraft in Fantasiewelten „abzutauchen“ und ihre gewohnte Umgebung mit Geschöpfen aus ihrer Vorstellung zu beleben.

Etwa mit dem Erreichen des sechsten Lebensjahres[54] bilden sich rationale Denkschemata aus. Zuvor befindet sich das Kind in einer Art mystischen Welt, die durch ein imaginatives und instinktgesteuertes Bildbewusstsein bestimmt ist. Entwicklungspsychologen beschreiben dieses kindliche Denken auch als zauberhaftes oder magisches Denken, das durch eine wechselhafte Verbindung zum rationalistischen Weltverständnis gekennzeichnet ist und sich in verschiedenen Bedürfnissen und Handlungen der Heranwachsenden, externe Welteinflüsse zu steuern sowie Vorkommnisse zu ihrer Zufriedenstellung zu verändern, ausdrückt.[55] Das Märchen ermöglicht dem Kind, aufgrund der Eindimensionalität, dem abstrakten Stil sowie plötzlich eintretender Verwandlungen, die Entfaltung seiner Vorstellungen. Ein solch magisches Potenzial kann dem Kind bei der Überwindung von Ängsten helfen, ihm aber auch schaden, wenn das märchenhafte Denken zu stark wird und sich zu einer Zwangsstörung entwickelt.[56]

„Ziel allen Märchen-Hörens und –Lesens ist dementsprechend die Weckung und Stärkung des sinnlichen Denkens und die Ausbildung der Vorstellungskraft und der produktiven Phantasie des Menschen.“[57] Märchen stellen für das Kind eine Projektionsfläche dar, auf die eigene Fantasien übertragen werden. Sie begünstigen so das analoge Denken, das der kindlichen Weltauffassung entspricht, und bilden einen wichtigen Gegenpol zur Ausbildung logischer Denkarten.

3.3 Märchen als Unterstützung in den kindlichen Entwicklungsphasen

Innere Konflikte bilden sich aus unseren ursprünglichen Trieben und starken Gefühlsregungen heraus. In den meisten Fällen werden sie in der gegenwärtigen Kinderliteratur nicht aufgegriffen, sodass Kinder in ihnen keine Lösungsmöglichkeiten dargeboten bekommen. In ihrer Entwicklung treten jedoch immer wieder Empfindungen wie Einsamkeitsgefühle auf. Solche Emotionen können Heranwachsende oft gar nicht oder nur ungenau verbalisieren, indem lediglich die Angst vor Dunkelheit oder einem gefährlichen Tier genannt wird. Das Volksmärchen hingegen greift diese inneren Konflikte auf. Es werden gezielt Motive und Themen eingebunden, die unter anderem das Verlangen nach Zuneigung, Geschwisterrivalitäten, die Angst vor dem Sterben oder das Gefühl von Erfolglosigkeit behandeln.[58] Deshalb stellt die literarische Gattung Märchen „Erkenntnis[se] des Lebens von innen her“[59] dar.

Bezugnehmend auf Sigmund Freuds Instanzenmodell der Persönlichkeit versinnbildlichen die Märchencharaktere für Bettelheim das „Ich“, „Es“ und „Über­Ich“. Ihn beschäftigt, inwiefern Märchen als Projektionsträger fungieren und die kindliche Entwicklung unterstützen können. In Kinder brauchen Märchen stellt Bettelheim die These auf, dass Märchen dem Kind eine Orientierung geben, diese tiefen inneren Konflikte, die es in den seelischen und geistigen Entwicklungsstufen durchlebt, unbewusst oder bewusst zu erfassen und in seiner Vorstellung auszuleben und zu bewältigen. Da Volksmärchen fast immer ein gutes Ende nehmen, wird das Kind dazu ermutigt, sich mit seinen Entwicklungsaufgaben auseinanderzusetzen.[60] Indem sich Kinder in eine Märchenfigur einfühlen, können sie an seinem Weg und seinen Fähigkeiten teilhaben:

Es kann sich ausmalen, daß es wie der Held imstande sei, zum Himmel zu klettern... sein Aussehen zu ändern, der Stärkste oder die Schönste zu werden... Sind diese grandiosen Sehnsüchte in der Phantasie erfüllt, so kann sich das Kind eher mit seinem Körper, wie er in Wirklichkeit ist, zufrieden geben.[61]

Zudem tragen die Märchengeschichten zur Vermittlung von Werten bei, weil die Figuren Vorbilder verkörpern. Sie verdeutlichen innerhalb der Geschichte, welche Auswirkungen ihr Vorgehen hat und lehren den Heranwachsenden damit intuitiv Selbstdisziplin, Vertrautheit und Ehrlichkeit, Geduld, Wagemut, Bescheidenheit, Einfühlungsvermögen sowie Freude.[62]

Bereits mit einem Alter von ungefähr zwei Jahren lernt ein Kleinkind, sich ein inneres Bild von Vorkommnissen aus seiner Umgebung zu machen. Es erkennt, dass Menschen oder Gegenstände, die es in diesem Augenblick nicht mehr erblicken kann, weiterhin bestehen. Mit vier Jahren können Kinder auch artikulieren, was sie von der Märchenerzählung begriffen haben und die entstandenen inneren Bilder sprachlich wie auch künstlerisch wiedergeben.[63] Somit entspricht das Volksmärchen mit seiner Symbolsprache der Lernmethodik des Kindes, die eng an diese Motivsprache angelehnt ist.

Obwohl das Märchen keine Wahrheit abbildet, sondern diese nur vermittelt, regt es durch seine Wesensmerkmale das kindliche, zauberhafte Denken an (vgl. Kapitel 3.2), fördert die Weiterentwicklung des Verstandes und unterstützt die Erklärung tiefliegender Empfindungen. Das Märchen bietet in vielerlei Hinsicht Möglichkeiten, mit denen „das Kind [... lernt], sich selbst immer besser zu verstehen; dann vermag es auch andere zu verstehen und schließlich befriedigende und sinnvolle Beziehungen mit ihnen herzustellen.“[64]

3.4 Märchen als Mittel interkulturellen Lernens

Märchen stellen ein bedeutendes Kulturerbe dar, das über Generationen hinweg tradiert wurde. Zwar hat jede Kultur ihre zugehörigen Märchen hervorgebracht, die lokale Unterschiede aufweisen, doch lassen sich auch Gemeinsamkeiten in der Symbolik, der strukturellen Ähnlichkeiten und geheimnisvollen Gestalten und Geschehnissen benennen.[65]

In der interkulturellen[66] Pädagogik sind nicht nur Erkenntnisse individueller Kulturgebundenheiten wichtig, sondern vor allem das Verständnis von kulturellen Gemeinsamkeiten. In allen Ländern thematisieren Märchen beispielsweise Elend, Angst, Einsamkeit und Armut. Das sind Probleme, mit denen sich jeder Heranwachsende, unabhängig von seiner Herkunft, während des Entwicklungsprozesses auseinandersetzt. Deshalb eignen sich Märchen durchaus als Gegenstand multikulturellen Lernens, denn Nöte und Gefahren unterliegen keinen unterschiedlichen kulturellen Mustern, sie verbinden. Der interkulturelle Umgang erstreckt sich nicht nur darauf, sein Wissen über bestimmte Fremdkulturen zu erweitern, es stehen mehr noch das gemeinsame Erleben, die Befähigung zum interkulturellen Dialog und Verstehen im Zentrum.[67]

In der aktuellen Situation, in der Themen wie die Migrations- und Flüchtlingspolitik eine wichtige Rolle in Deutschland spielen und viele Lerngruppen eine starke Multikulturalität aufweisen, stellen insbesondere Bildungseinrichtungen ein bedeutungsvolles Glied dieser gesellschaftlichen Zusammenhänge dar. So werden bereits in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen Märchen-Projekte organisiert, die beispielsweise mit Hilfe einer Kunstsoftware Märchenszenen aus dem Herkunftsland darstellen, um Offenheit und Respekt für Fremdes wie andersartige Kleidung, Ornamente oder auch Architektur, fantasievoll zu vermitteln (s. Abb. 1 bis 3).

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Abb. 1: Die bezaubernde Djini. Ein Märchen aus Kumasi in Ghana.

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Abb. 2: Der Khan Sulejmen und der Vogel Baigys. Ein Märchen aus Kasachstan .

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Abb. 3: Prinz Sang. Ein Märchen aus Thailand.

In solchen Projekten sollte sich nicht nur auf die Grimm’schen Kinder- und Hausmärchen beschränkt, sondern auch internationale Märchen in das Lernarrangement eingebunden werden. Dabei „sensibilisieren [Märchen] auch, je nach Auswahl, für moralisch-ethische und religiöse Aspekte. Sie stärken durch subjektive Zugangsweisen Reflexionsvermögen und Selbstbewusstsein.“[68]

3.5 Mediale Adaptionen von Volksmärchen

Brauchen Kinder heute noch Märchen? Märchen erzählen von vergangenen Zeiten und besitzen dem ersten Anschein nach wenige Parallelen zu der aktuellen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Bettelheim sagt, dass „die ‚Wahrheit‘ des Märchens [...] die Wahrheit unserer Phantasie, nicht die der normalen Kausalität“[69] ist. Dies macht das Märchen auch aus bildungstheoretischer Perspektive interessant: Es deutet auf tatsächliche Gegebenheiten hin, die tiefer liegen als die kausalen Sinnzusammenhänge, mit denen wir versuchen unsere Welt zu erklären. Mit dem Einsatz von Märchen lässt sich die Medienkompetenz fördern, eine der grundlegenden Voraussetzungen, um in der heutigen Gesellschaft zurechtzukommen und zu einem mündigen Mitglied heranzuwachsen.[70]

Heute treten Märchen in allen neuen Bildmedien auf, begegnen uns in Kino- und Zeichentrickfilmen, in der Werbung (s. Abb. 4), Zeitschriften sowie den sozialen Netzwerken. Die fehlenden Charakterzüge der Märchenfiguren und ihre Veranlagung zur Allverbundenheit machen die Erzählungen mit ihrer Symbolfunktion empfänglich für verschiedene Bereiche der Alltagskultur. So wird beispielsweise der glanzvolle rote Apfel aus dem Märchen Schneewittchen immer wieder im Zusammenhang mit Kosmetikprodukten wie Parfums und Duschcremes eingesetzt, mit denen eine sündhafte Verführung verbunden wird. Verfremdete Darstellungen entstehen durch diese Einbindung märchenhafter Inhalte und Motive in Werbesendungen, aber auch in Karikaturen oder Satiren.[71]

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Abb. 4: Das Motiv der Verführung in der Werbung, ISANA Forbidden Apple.

Im 20. Jahrhundert galten Volksmärchen als Grundform kindgemäßer Erzählliteratur. Dies führte zwangsläufig dazu, dass in zeitgenössischen Medien Märchensammlungen für Kinder eingesetzt wurden. Ab 1910 trat in Deutschland der Film als vermittelndes Element mit Aufführungen von traditionellen Märchen, wie Paul Wegeners Dornröschen, auf.[72]

Auch Walt Disney sah Volksmärchen aufgrund ihrer Abstraktion von Mustern menschlichen Handelns und archetypischer Motive[73] als brauchbar an. Sie wirkten für ihn ansprechend, weil er in den alten Erzählungen ein historisches Erbe erkannte, welches die Vereinigten Staaten nicht vorzuweisen hatten. Dieses Kulturgut wollte er in die amerikanische Kultur einbinden und es somit für eine größere Gesamtheit an Menschen verfügbar machen.

Allerdings übernahm Disney Charaktere und Motive europäischer Volksmärchen, die er in seinen filmischen Inszenierungen so sehr modifizierte, dass man diese als eine „Disneyanisierung der Stoffvorlage“[74] bezeichnen kann. In den überlieferten Märchen tauchen idyllische Landschaften auf, die die Tristesse verringern und die Dramatik aufheben sollen. Um Sympathien zu wecken, werden die Märchenhelden, die überwiegend Gender-Klischees erfüllen, fortlaufend von sonderbaren Figuren begleitet.[75] Elizabeth Bell stellte heraus, dass Disneys weibliche Figuren den Vorbildern von Femmes Fatales, Großmüttern und Tänzerinnen (s. Abb. 5 bis 7) folgen.[76]

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Abb. 5: Maleficent from Sleeping Beauty, Film von 1959.

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Abb. 6: Fairy Godmother from Cinderella, Film von 1950.

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Abb. 7: Belle from Beauty and the Beast, Film von 1991.

Walt-Disney-Filme üben eine starke Wirkung auf die breite Bevölkerungsschicht aus, da sie in ästhetischer Hinsicht nicht zu komplex sind und keine zu hohen Anforderungen an den Zuseher stellen.[77] „Puppenhaftigkeit“ und Kitsch werden mit den Mitteln des Humors gemildert. Über Jahrzehnte hat sich die Adaption des märchenhaften Films transformiert. Die Walt-Disney-Company stellte in den Filmen immer wieder einen aktuellen Bezug zu den sich verändernden Massenmedien her.

Mittlerweile verändert sich die künstlerische Beeinflussung in Märchenbüchern. Zeitgemäße Illustrationen entsprechen immer häufiger bestimmten Filmgenres, indem filmische Stilmittel in Zeichnung und Malerei eingebunden werden. Durch die hohe Bedeutung des Films als führendem Medium im 21. Jahrhundert ist aus dem einseitigen Einfluss eine gegenseitige Wechselwirkung zwischen Text und Bild entstanden.[78]

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Abb. 8: Lorenzo Mattotti, Hänsel und Gretel, 2010.

Der italienische Grafiker Lorenzo Mattotti orientierte sich bei seinen Abbildungen zu dem Volksmärchen Hänsel und Gretel der Brüder Grimm (s. Abb. 8) an dem Film Noir. Schemenhaft und düster sind die kontrastreichen Illustrationen des Kinderbuchs. Durch den Verzicht auf Farbe wirken die schwarz-weißen Darstellungen unheimlich. Nur einzelne helle Flecken, wie die Augenpaare der Geschwister, durchdringen die schwarze Bildfläche.[79]

Die immer enger werdende Verknüpfung von Illustration und Film schlägt sich derweil auch in neuen medialen Mischformen nieder. Dazu zählen neben Begleitpublikationen zu beliebten Märchenserien wie SimsalaGrimm [...]. Als Printerzeugnis mit Bildern aus der TV-Serie oder als abgefilmtes Bilderbuch [...] lassen sie die Grenze zwischen Illustration und Film mehr und mehr verschwinden.[80]

Die Entwicklung zu einer einheitlichen Darstellungsform wächst durch die Massenwirksamkeit der Bildmedien. Zuvor war zu beobachten, dass Märchenillustratoren landestypische Merkmale eines Volksmärchens zur Geltung brachten. Sie griffen künstlerische und kulturelle Traditionen auf und gaben dem märchenhaften Bildwerk so einen Bezug zu ihrem Land. Ryōji Arai, ein japanischer Märchenillustrator, prägt seine Darstellungen durch eine kindhafte Bildsprache mit Motiven aus dem japanischen Manga (s. Abb. 9).[81]

[...]


[1] Vgl. Geister, Oliver: Kleine Pädagogik des Märchens. Begriff – Geschichte – Ideen für Erziehung und Unterricht. 3. Auflage. Hohengehren: Schneider 2013, S. 93.

[2] Vgl. Bettelheim, Bruno: Kinder brauchen Märchen. 33. Auflage. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, S. 14.

[3] Vgl. Brockert, Siegfried; Gisela Schreiber: Heilende Märchen für Kinder und Eltern. Erzählen und Zuhören wirkt Wunder. München: Südwest-Verlag 1997, S. 11.

[4] Vgl. Bettelheim, 2015, S. 11.

[5] Kast, Verena: Märchen als Therapie. Olten; Freiburg im Breisgau: Walter 1986, S. 8.

[6] Riedel, Ingrid; Christa Henzler: Maltherapie. Auf Basis der Analytischen Psychologie C. G. Jungs. Ostfildern: Patmos 2016, S. 13.

[7] Vgl. Lutz-Sterzenbach, Barbara; Ansgar Schnurr u. a.: Bildwelten remixed. Transkultur, Globalität, Diversity in kunstpädagogischen Feldern. Bielefeld: transcript 2013, S. 11.

[8] Der Einfachheit halber verwende ich im Folgenden für „Schülerinnen und Schüler“, „Lehrerinnen und Lehrer“, „Therapeutinnen und Therapeuten“ sowie „Klientinnen und Klienten“ nur die männliche Form, mit der auch die weibliche Form gemeint ist.

[9] Vgl. Panzer, Friedrich: Die Gestalt der Märchen. In: Märchen. Hg. v. Hans Gerd Rötzer. Bamberg: Buchner 1982, S. 24 [Themen, Texte, Interpretationen, Bd. 1].

[10] Petzoldt, Leander: Zaubertechnik und magisches Denken. Erscheinungsformen und Funktion magischer Elemente im Märchen. In: Märchen. Märchenforschung – Märchendidaktik. Hg. v. Günter Lange. 3. Auflage. Baltmannsweiler: Schneider 2012, S. 93 [Ringvorlesungen der Märchen-Stiftung Walter Kahn, Bd. 2].

[11] Vgl. Neuhaus, Stefan: Märchen. 2. Auflage. Tübingen: Narr Francke Attempto 2017, S. 3.

[12] Grimm, Wilhelm: Auf der Suche nach dem Ursprung. In: Rötzer, 1982, S. 9.

[13] Vgl. Kallen, Daniela: Märchen in der psychotherapeutischen Behandlung von Kindern. Hamburg: Diplomica Verlag 2006, S. 5.

[14] Jolles, André: Einfache Formen. Legenden, Sage, Mythe, Rätsel, Spruch, Kasus, Memorabile, Märchen, Witz. 8. Auflage. Tübingen: Max Niemeyer 2006, S. 219.

[15] Bolte, Johannes: Name und Merkmale des Märchens. Helsinki: Suomalainen Tiedeakatemia 1920, S. 7 [Folklore Fellows’ Communications, Bd. 36].

[16] Vgl. Lüthi, Max; Heinz Rölleke: Märchen. 10. Auflage. Stuttgart: Metzler 2004, S. 69 [Sammlung Metzler; Bd. 16: Gattungen].

[17] Vgl. Horn, András: Mythisches Denken und Literatur. Würzburg: Königshausen und Neumann 1995, S. 77.

[18] Vgl. Neuhaus, 2017, S. 67ff.

[19] Vgl. Lauer, Gerhard: Die Brüder Grimm und ihre Folgen. In: Hören, Lesen, Sehen, Spüren. Märchenrezeption im europäischen Vergleich. Hg. v. Regina Bendix; Ulrich Marzolph. Baltmannsweiler: Schneider 2008, S. 6 [Schriftreihe Ringvorlesungen der Märchen-Stiftung Walter Kahn, Bd. 8].

[20] Vgl. Uther, Hans-Jörg: Märchen in Europa. Zur Geschichte des Genres innerhalb der Kinder- und Jugendliteratur. In: Bendix; Marzolph, 2008, S. 129f.

[21] Vgl. Schacherreiter, Ulrike: Märchen im Unterricht. Eine Unterrichtsreihe für die Sekundarstufe I: Hauptschule und Gymnasium. Wien: Österreichischer Bundesverlag 1980, S. 23.

[22] Uther, Hans-Jörg: Märchen in Europa. In: Bendix; Marzolph, 2008, S. 129.

[23] Petzoldt, Leander: Zaubertechnik und magisches Denken. In: Lange, 2012, S. 92.

[24] Vgl. ebd.

[25] Vgl. Fischer, Helmut: „Nach den Brüdern Grimm“. Märchen der Brüder Grimm im didaktischen Gebrauch. In: Märchen in Erziehung und Unterricht heute. Band I: Beiträge zu Bildung und Lehre. Hg. v. Kristin Wardetzky; Helga Zitzlsperger. Rheine: Europäische Märchengesellschaft 1997, S. 109f.

[26] Vgl. Uther, Hans-Jörg: Märchen in Europa. In: Bendix; Marzolph, 2008, S. 129.

[27] Vgl. Petzoldt, Leander: Zaubertechnik und magisches Denken. In: Lange, 2012, S. 93.

[28] Lüthi, Max: Das europäische Volksmärchen: Form und Wesen. 11. Auflage. Tübingen: Francke 2005, S. 9.

[29] Vgl. Lüthi, Max: Das europäische Volksmärchen: Form und Wesen. 11. Auflage. Tübingen: Francke 2005, S. 10.

[30] Panzer, Friedrich: Die Gestalt der Märchen. In: Rötzer, 1982, S. 28.

[31] Petzoldt, Leander: Zaubertechnik und magisches Denken. In: Lange, 2012, S. 93.

[32] Schacherreiter, 1980, S. 22.

[33] Lüthi, 2005, S. 25.

[34] Vgl. ebd.

[35] Schacherreiter, 1980, S. 23.

[36] Vgl. ebd., S. 31.

[37] Vgl. Hohr, Hansjörg: Das Märchen – zwischen Kunst, Mythos und Spiel. Frankfurt am Main: Peter Lang 2012, S. 113 [Kinder- und Jugendkultur, -literatur und –medien. Theorie – Geschichte – Didaktik, Bd. 75].

[38] Lüthi, 2005, S. 63.

[39] Vgl. Petzoldt, Leander: Zaubertechnik und magisches Denken. In: Lange, 2012, S. 93.

[40] Vgl. Woeller, Waltraud: Der soziale Gehalt und die soziale Funktion der deutschen Volksmärchen. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität zu Berlin. Gesellschafts- und sprachwissenschaftliche Reihe 10 (1961), S. 414.

[41] Neumann, Siegfried: Soziales Milieu. In: Enzyklopädie des Märchens: Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählforschung. Band 12. Hg. v. Kurt Ranke; Rolf Wilhelm Brednich. Berlin: De Gruyter 2007, Sp. 918.

[42] Vgl. Röhrich, Lutz: Märchen und Wirklichkeit. 5. Auflage. Baltmannsweiler: Schneider 2001, S. 211.

[43] Vgl. Schacherreiter, 1980, S. 14.

[44] Bettelheim, 2015, S. 10.

[45] Vgl. Geister, 2013, S. 64ff.

[46] Doderer, Klaus: Ästhetik der Kinderliteratur. Plädoyers für ein poetisches Bewusstsein. Weinheim: Beltz 1981, S. 15.

[47] Vgl. Bühler, Charlotte; Josephine Bilz: Das Märchenalter vor 40 Jahren und in der Gegenwart. In: Das Märchen und die Phantasie des Kindes. Hg. v. dies. 4. Auflage. Heidelberg: Springer 1977, S. 10ff.

[48] Vgl. Wardetzky, Kristin: Märchen-Lesarten von Kindern. Eine empirische Studie. Berlin; Bern: Lang 1992, S. 171.

[49] Vgl. Bühler, Charlotte; Josephine Bilz: Das Märchenalter vor 40 Jahren und in der Gegenwart. In dies., 1977, S. 10f.

[50] Bettelheim, 2015, S. 25.

[51] Vgl. Geister, 2013, S. 92.

[52] Vgl. Poser, Therese: Das Volksmärchen. Theorien, Analyse, Didaktik. Analysen zur deutschen Sprache und Literatur. München: Oldenbourg 1980, S. 91.

[53] Vgl. Bettelheim, 2015, S. 19ff.

[54] Vgl. Dieckmann, Hans: Gelebte Märchen. Lieblingsmärchen der Kindheit. Freiburg: Königsfurt Urania 2001, S. 51.

[55] Vgl. Bischof-Köhler, Doris: Zusammenhänge zwischen kognitiver, motivationaler und emotionaler Entwicklung in der frühen Kindheit und im Vorschulalter. In: Lehrbuch Entwicklungspsychologie. Hg. v. Heidi Keller. Bern:Hans Huber 1998, S. 329.

[56] Vgl. Dornes, Martin: Der kompetente Säugling. Die präverbale Entwicklung des Menschen. 14. Auflage. Frankfurt am Main: Fischer 1993, S. 197ff.

[57] Haas, Gerhard: Erzähl mir doch MÄRCHEN! Überlegungen zu Funktion und Bildungswert einer universalen Erzählform. In: Faszinierende Märchenwelt. Das Märchen in Illustration, Theater und Film. Hg. v. Kurt Franz; Jürgen Janning; Claudia Maria Pecher u. a. Baltmannsweiler: Schneider 2011, S. 24 [Schriftreihe der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach e. V., Bd. 39].

[58] Vgl. Bettelheim, 2015, S. 17.

[59] Ebd., S. 31.

[60] Vgl. Steffen, Karl: Lernen und Persönlichkeitsentwicklung. In: Handbuch der Erziehungswissenschaft. Bd. 1: Grundlagen. Allgemeine Erziehungswissenschaft. Hg. v. Gerhard Mertens; Ursula Frost; Winfried Böhm. Paderborn: Schöningh 2008, S. 376.

[61] Bettelheim, 2015, S. 58.

[62] Vgl. Koppehele, Gabi: Handbuch Märchen. Basiswissen zur zeitgemäßen Gestaltung von Märchen. Hamburg: Auer 2012, S. 38f.

[63] Vgl. Koppehele, Gabi: Handbuch Märchen. Basiswissen zur zeitgemäßen Gestaltung von Märchen. Hamburg: Auer 2012, S. 35.

[64] Neuhaus, 2017, S. 40.

[65] Vgl. Lange, Günter: Einführung in die Märchenforschung und Märchendidaktik. In ders., 2012, S. 24.

[66] Interkulturalität beschreibt das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen. Dabei kommt es trotz kultureller Unterschiede zu einer wechselseitigen Beeinflussung.

[67] Vgl. Geister, 2013, S. 99f.

[68] Zitzlsperger, Helga: Märchen in Erziehung und Unterricht heute. Pädagogische Zielvorstellungen und aktuelle didaktische Konzeptionen. In: Märchenwelten. Das Volksmärchen aus der Sicht verschiedener Fachdisziplinen. Hg. v. Kurt Franz. 2. Auflage. Baltmannsweiler: Schneider 2008, S. 106 [Schriftenreihe Ringvorlesungen der Märchen-Stiftung Walter Kahn, Bd. 1].

[69] Bettelheim, 2015, S. 136.

[70] Vgl. Geister, 2013, S. 133.

[71] Vgl. Uther, Hans-Jörg: Märchen in Europa. In: Bendix; Marzolph, 2008, S. 140.

[72] Vgl. Heidtmann, Horst: Medienadaptionen von Volksmärchen. In: Märchen – Kinder - Medien. Beiträge zur medialen Adaption von Märchen und zum didaktischen Umgang. Hg. v. Kurt Franz; Walter Kahn. Baltmannsweiler: Schneider 2000, S. 83 [Schriftenreihe der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Volkach e. V., Bd. 25].

[73] Die Definition und die Bedeutung archetypischer Motive wird in Kapitel 4.1.2 erklärt.

[74] Heidtmann, Horst: Medienadaptionen von Volksmärchen. In: Franz; Kahn, 2000, S. 87.

[75] Vgl. ebd., S. 87f.

[76] Vgl. Bell, Elizabeth: Somatexts at the Disney Shop. Constructing the Pentimentos of Women’s Animated Bodies. In: From Mouse to Mermaid. The Politics of Film, Gender and Culture. Hg. v. Elizabeth Bell; Lynda Haas; Laura Sells u. a. Bloomington: Indiana University Press 1995, S. 112ff.

[77] Vgl. Heidtmann, Horst: Von Pinocchio bis Pocahontas. Die Märchenfilme der Walt-Disney-Company. In: Wardetzky; Zitzlsperger, 1997, S. 259.

[78] Vgl. Schmerer, Robin: Bewegte Bilder. Zur wechselseitigen Beeinflussung von Märchenillustration und Film. In: Grimms Märchenwelten im Bilderbuch. Beiträge zur Entwicklung des Märchenbilderbuches seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Hg. v. Martin Anker; Anke Harms; Claudia Maria Pecher u. a. Baltmannsweiler: Schneider 2015, S. 189 [Schriftenreihe Ringvorlesungen der Märchen-Stiftung Walter Kahn, Bd. 14].

[79] Vgl. Schmerer, Robin: Bewegte Bilder. In: Anker; Harms; Pecher u. a., 2015, S. 196f.

[80] Ebd., S. 201.

[81] Raabe, Christiane: Rotkäppchen reist durch die Welt. Internationale Märchenillustration nach der Jahrtausendwende. Ein Überblick. In: Anker; Harms; Pecher u. a., 2015, S. 223.

Ende der Leseprobe aus 98 Seiten

Details

Titel
Zum Thema "Malen nach Märchen". Möglichkeiten einer intuitiven Selbstgestaltung im Kunstunterricht
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
98
Katalognummer
V446594
ISBN (eBook)
9783668827363
ISBN (Buch)
9783668827370
Sprache
Deutsch
Schlagworte
thema, malen, märchen, möglichkeiten, selbstgestaltung, kunstunterricht
Arbeit zitieren
Tabea Selina Sobbe (Autor), 2017, Zum Thema "Malen nach Märchen". Möglichkeiten einer intuitiven Selbstgestaltung im Kunstunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446594

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