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Die EU-Erweiterung am Westbalkan. Der Beitrittsprozess am Beispiel Serbiens und Montenegros

Titre: Die EU-Erweiterung am Westbalkan. Der Beitrittsprozess am Beispiel Serbiens und Montenegros

Thèse de Bachelor , 2018 , 51 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Emma Sophie Moser (Auteur)

Politique - Sujet: Union européenne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Bedingungen für einen Beitritt zur Union sind in Art. 49 EUV festgelegt, der als Mindestvoraussetzungen die Achtung und Förderung der in Art. 2 EUV normierten Werte sowie die geografische und historisch-kulturelle Zugehörigkeit zu Europa nennt und auf die sogenannten Kopenhagener Kriterien verweist, welche die politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Kriterien für einen Beitritt zur Union enthalten. Doch der Beitritt ist auch von der Integrationsfähigkeit der Europäischen Union abhängig. Im Gründungsjahr 1957 hatte die Europäische Union (damals: Europäische Wirtschaftsgemeinschaft - EWG) sechs Mitglieder, im Jahr 2018 waren es 28. Die Union hat durch ihre Erweiterungsrunden seit 1973 einen hohen Zuwachs an Bevölkerung in Verbindung mit einer signifikanten Absenkung des durchschnittlichen Wohlstandsniveaus erhalten. Insbesondere die große Osterweiterung 2004 und die kleine Osterweiterung 2007 haben die Frage nach der Fähigkeit der Union, weitere neue Mitglieder aufzunehmen, aufkommen lassen. Dennoch will die Europäische Kommission an dem 2003 von den EU-Mitgliedsstaaten gefassten Beschluss, die Westbalkanstaaten Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien in die Union aufzunehmen, festhalten. In vielen Mitgliedsstaaten besteht jedoch Skepsis, da die Kopenhagener Kriterien aktuell von keinem Westbalkanstaat erfüllt werden. Trotzdem wird von der Europäischen Kommission ein zeitnaher Beitritt der Westbalkanstaaten angestrebt, da Instabilität an den Außengrenzen durch den zunehmenden Einfluss Russlands befürchtet wird und die Westbalkanstaaten eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der illegalen Migration in die EU einnehmen. Um einen zeitnahen Beitritt der Westbalkanstaaten zu erreichen, hat die Europäische Kommission deshalb angekündigt, ihr Engagement auf dem Westbalkan zu verstärken.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Forschungsfrage

1.3 Gang der Darstellung

2 Die Regelung des Beitritts zur Europäischen Union

2.1 Grundsätzliche Haltung der EU in Bezug auf Erweiterung

2.2 Voraussetzungen für einen Beitritt

2.2.1 Mitgliedschaftsfähigkeit

2.2.2 Die Kopenhagener Kriterien

2.3 Der Ablauf des Beitrittsverfahrens

2.4 Fazit

3 Die EU-Westbalkanerweiterung

3.1 Die Westbalkanerweiterungsstrategie

3.2 Aktuelle Situation der Westbalkanstaaten

3.3 Fazit

4 Die Beitrittsverfahren von Serbien und Montenegro

4.1 Serbien

4.1.1 Ausgangssituation

4.1.2 Serbiens Weg zum Kandidatenland

4.1.3 Stand der Beitrittsverhandlungen 2018

4.2 Montenegro

4.2.1 Ausgangssituation und Weg zum Kandidatenland

4.2.2 Stand der Beitrittsverhandlungen 2018

4.3 Fazit

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die komplexen regulatorischen Mechanismen und den politischen Beitrittsprozess der Westbalkanstaaten zur Europäischen Union. Dabei liegt der Fokus auf der Untersuchung, wie Serbien und Montenegro die vorgegebenen Kriterien umsetzen und welche Hürden den Beitrittsprozess beeinflussen.

  • Grundlagen des EU-Beitrittsverfahrens nach Art. 49 EUV
  • Die Kopenhagener Kriterien als zentrale Beitrittsvoraussetzung
  • Strategien und Herausforderungen der EU-Westbalkanerweiterung
  • Detaillierte Analyse des Beitrittsprozesses von Serbien
  • Detaillierte Analyse des Beitrittsprozesses von Montenegro

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Mitgliedschaftsfähigkeit

Die Mitgliedschaftsfähigkeit ist an die Zugehörigkeit zur europäischen Region gebunden. Zur Bestimmung dieses Erfordernisses sind sowohl geografische als auch kulturell-historische Kriterien heranzuziehen. Damit eröffnet sich ein sehr weiter Einschätzungsspielraum, wie die Mitgliedschaft Zyperns und die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zeigen.

Die Europäische Kommission sieht den Begriff „europäisch“ hierbei im stetigen Wandel. Zwar bestimmen sowohl historische als auch kulturelle Elemente die europäische Identität, doch entwickle sich diese durch die gemeinsame Erfahrung von Ideen, Werten und historischen Wechselwirkungen stets weiter und unterliegt deshalb der Neuauslegung durch jede Generation. Festgehalten kann jedoch werden, dass ein zweifelsfrei nicht europäischer Staat die rechtlichen Voraussetzungen von Art. 49 EUV überschreitet und ihm deshalb der Beitritt zu versagen ist.

Des Weiteren bilden die Mindestvoraussetzungen gem. Art. 49 Abs. 1 S. 1 EUV die Achtung und Förderung der in Art. 2 EUV festgeschriebenen Grundwerte der Union. Art. 2 EUV enthält gefasste strukturelle Rahmenvorgaben, die Mindeststandards für die Mitgliedstaaten fordern, jedoch einen weiten Ermessensspielraum bei der Bewertung der Achtung der Werte des Art. 2 EUV durch einen Beitrittskandidaten eröffnen. Für einen Beitritt ist jedoch bei aller Ermessensweite Voraussetzung, dass die Werte vom Antragsteller nicht nur in seine Rechtsordnung festgeschrieben wurden, sondern auch konkret durch die Praxis von Verwaltungsbehörden und Gerichten umgesetzt werden.

Unter Achtung und Förderung der Unionsgrundwerte im Sinne von Art. 49 Abs. 1 S. 1 EUV als Grundvoraussetzung für die Zulässigkeit eines Beitrittsantrages wird das Vorliegen einer freiheitlich-demokratischen Staatsform verstanden, die Rechtsstaatlichkeit und Achtung der Menschenrechte faktisch gewährleistet und für die Verwirklichung einer pluralistischen, toleranten, diskriminierungsfreien, auf Gerechtigkeit, Gleichheit und Solidarität basierenden Gesellschaft durch eine funktionierende, unabhängige Justiz und einklagbare Grundrechte eintritt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung der Westbalkan-Integration ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie den methodischen Gang der Darstellung.

2 Die Regelung des Beitritts zur Europäischen Union: Hier werden die rechtlichen Grundlagen für EU-Erweiterungen, insbesondere Art. 49 EUV, die Kopenhagener Kriterien und das mehrstufige Beitrittsverfahren detailliert erläutert.

3 Die EU-Westbalkanerweiterung: Dieses Kapitel beleuchtet die spezifische Erweiterungsstrategie der Union gegenüber der Region und analysiert die allgemeine Ausgangslage der Westbalkanstaaten.

4 Die Beitrittsverfahren von Serbien und Montenegro: Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung der Beitrittsprozesse von Serbien und Montenegro, unterteilt in deren historische Ausgangssituation, den Weg zum Kandidatenstatus und den aktuellen Stand der Verhandlungen.

5 Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten sowie die Kohärenz des Erweiterungsprozesses vor dem Hintergrund der EU-eigenen Regelungen.

Schlüsselwörter

EU-Erweiterung, Westbalkan, Beitrittsprozess, Serbien, Montenegro, Kopenhagener Kriterien, Acquis communautaire, Integrationsfähigkeit, Rechtsstaatlichkeit, Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen, Europäische Kommission, EU-Kandidatenstatus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Beitrittsprozess von Westbalkanstaaten zur Europäischen Union unter Berücksichtigung der geltenden rechtlichen Bestimmungen und politischen Strategien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Beitrittsvoraussetzungen (Art. 49 EUV, Kopenhagener Kriterien), die EU-Erweiterungsstrategie für den Westbalkan sowie spezifische Analysen zu Serbien und Montenegro.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Erarbeitung und Analyse der komplexen Mechanismen, die für einen EU-Beitritt notwendig sind, und die Untersuchung deren Anwendung auf die konkreten Beitrittsgesuche Serbiens und Montenegros.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Analyse der rechtlichen Grundlagen und der politischen Fortschrittsberichte der Europäischen Kommission bezüglich des Erweiterungsprozesses.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Beitrittsvorschriften, die spezifische EU-Strategie für den Westbalkan sowie detaillierte Länderstudien zu Serbien und Montenegro.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind EU-Erweiterung, Westbalkan, Beitrittsprozess, Kopenhagener Kriterien, Rechtsstaatlichkeit und Acquis communautaire.

Warum gelten Serbien und Montenegro als „aussichtsreichste“ Kandidaten?

Sie haben bereits formelle Beitrittsverhandlungen aufgenommen und Fortschritte in der Angleichung an den Acquis communautaire erzielt, auch wenn weiterhin erhebliche Reformanforderungen bestehen.

Welche Rolle spielen die „Kopenhagener Kriterien“ für den Beitritt?

Sie definieren die politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Voraussetzungen, die ein Beitrittskandidat erfüllen muss, um die Funktionsfähigkeit innerhalb der Union zu gewährleisten.

Wie beeinflusst die innenpolitische Lage Serbiens den Beitrittsprozess?

Interne Herausforderungen wie Korruption, die Normalisierung der Beziehungen zum Kosovo und die Notwendigkeit rechtsstaatlicher Reformen sind zentrale Faktoren, die das Tempo der Verhandlungen maßgeblich bestimmen.

Was sind die größten Hindernisse für Montenegro auf dem Weg in die EU?

Trotz Fortschritten nennt die Kommission Mängel in der Medienfreiheit, Defizite bei der Korruptionsbekämpfung und die Notwendigkeit einer effizienteren öffentlichen Verwaltung als zentrale Herausforderungen.

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Résumé des informations

Titre
Die EU-Erweiterung am Westbalkan. Der Beitrittsprozess am Beispiel Serbiens und Montenegros
Université
University of Applied Sciences Villach
Cours
Öffentliches Recht und Europarecht
Note
2,0
Auteur
Emma Sophie Moser (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
51
N° de catalogue
V446786
ISBN (ebook)
9783668832435
ISBN (Livre)
9783668832442
Langue
allemand
mots-clé
EU Erweiterung Europäische Kommission Europäischer Rat Westbalkan Kopenhagener Kriterien Acquis communautaire Beitritt Beitrittsreife Beitrittsverhandlungen Absorptionsfähigkeit Integrationsfähigkeit Kapitel Serbien Montenegro
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Emma Sophie Moser (Auteur), 2018, Die EU-Erweiterung am Westbalkan. Der Beitrittsprozess am Beispiel Serbiens und Montenegros, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446786
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Extrait de  51  pages
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