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Die "Eingeborenenpolitik" im System Leutwein. Grundsteinlegung für den Hereroaufstand von 1904?

Título: Die "Eingeborenenpolitik" im System Leutwein. Grundsteinlegung für den Hereroaufstand von 1904?

Trabajo , 2014 , 31 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Henning Isenberg (Autor)

Historia de Europa - Tiempos modernos, absolutismo, industrialización
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„Ich glaube, dass die Nation als solche vernichtet werden muss.“ Mit diesen Worten äußerte sich Generalleutnant Lothar von Trotha zu seiner Vorstellung des weiteren Vorgehens gegen die Stämme der Herero, die am 11. August 1904 in der Schlacht am Waterberg von den deutschen Schutztruppen geschlagen wurden. Was im Januar desselben Jahres als für die damalige Zeit nicht ungewöhnlicher Kolonialkrieg seinen Ursprung hatte, nahm in der Folgezeit die Züge eines Völkermords, begangen an den Herero und den Nama, an, der ca. 80.000 Menschen in den Tod riss und die gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen der indigenen Bevölkerung Namibias auf lange Sicht veränderte.

Die Tatsache, dass die deutsche Besatzung in Südwestafrika in einer solch humanitären Katastrophe mündete, war sicherlich nicht vorauszusehen. Doch lassen sich in den Jahren zuvor, in denen Theodor Leutwein als Kolonialgouverneur in Deutsch-Südwestafrika eingesetzt war, Tendenzen und Prozesse erkennen, die auf einen Zusammenschluss und Aufstand der indigenen Stämme schließen lassen. Als Leutwein im Jahre 1894 seinen Dienst in der Kolonie antrat, hatte er von Seiten der Reichsregierung den Auftrag bekommen, den deutschen Herrschaftsanspruch gegenüber der indigenen Bevölkerung durchzusetzen und zu manifestieren, wobei er stets darauf achten sollte, die finanziellen Mittel möglichst gering zu halten.

Dabei konnte er auf die lediglich 340 Mann starke Schutztruppe als exekutives Organ zurückgreifen, die in Relation zu der indigenen Bevölkerungsanzahl – die Angehörigen der verschiedenen Stämme summierten sich annähernd auf 250.000 – verschwindend gering anmutete und mit der er die ihm vorgeschriebene Politik nicht durchsetzen konnte. Mit der indigenen Bevölkerung bestanden bis dato nur vereinzelt Schutzverträge und
die Machtverhältnisse im Land wurden durch den stets latent vorhandenen Widerstand der verschiedenen Stammeshäuptlinge bestimmt, der sich allerdings aufgrund der vorkolonialen Rivalitäten zu keinem gemeinsamen Widerstand formieren konnte.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Deutsch-Südwestafrika in der Zeit vor Theodor Leutwein

2.1 Kolonialpolitik unter Bismarck in Bezug auf Deutsch-Südwestafrika

2.2 Die Situation im Schutzgebiet 1894

3. Leutweins Zeit im Schutzgebiet

3.1. Herrschaftserrichtung

3.2. Herrschaftssicherung

4. Die deutschen Siedler

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gründe für den Aufstand der Herero und Nama gegen die deutsche Kolonialherrschaft in Deutsch-Südwestafrika im Zeitraum von 1894 bis 1904. Dabei steht die Rolle des Gouverneurs Theodor Leutwein und die Auswirkungen seiner Verwaltungspolitik sowie des Siedleraufkommens auf die indigene Bevölkerung im Zentrum der Analyse.

  • Analyse der Kolonialpolitik unter Bismarck und der Ausgangslage im Schutzgebiet vor 1894
  • Untersuchung des "Systems Leutwein" zur Herrschaftserrichtung und -sicherung
  • Bewertung des Einflusses deutscher Siedler auf die sozioökonomische Lage der indigenen Stämme
  • Diskussion der Mitverantwortung Leutweins an der Eskalation und dem Völkermord

Auszug aus dem Buch

3.1. Herrschaftserrichtung

Zu Beginn Leutweins Wirken in DSW befand sich die Kolonie laut völkerrechtlicher Protektoratserklärung aus dem Jahr 1884 bereits seit zehn Jahren in formellem Besitz des deutschen Reiches. Jetzt galt es, das politische Gerüst zu schaffen und den deutschen Hoheitsanspruch in diesem Gebiet durchzusetzen. Vor allem der Widerstand der Häuptlinge, wie beispielsweise der Hendrik Witboois, ließ sich gut zu einer prinzipiellen Verletzung der Hoheitsgewalt stilisieren. Zusätzlich führte nationalistisches Prestigedenken dazu, dass man in einer der wenigen deutschen Kolonien England, das in der Region die wirtschaftliche Vormachtstellung innehatte, nicht auch noch zusätzlich das politische Vakuum in Südwestafrika ausfüllen lassen wollte. Die äußeren Grenzen der Kolonie wurden bereits vier Jahre vor Leutweins Regierungsantritt durch das Grenzabkommen mit Portugal und England abgesteckt.

Im Landesinneren war die Rechtslage deutlich komplizierter: Die Besitzverhältnisse von Grund und Boden waren verschieden geregelt. Zum Einen gab es mit wenigen Häuptlingen die bereits bestehenden staatlichen Schutzverträge, die eine Oberhoheit des Reiches und Eigentumsrechte an Land und Bodenschätzen umfassten, und das nur sehr unvollkommene und in rechtlicher und politischer Hinsicht sehr problematische Geflecht von Konzessionsrechten, zum Anderen existierten insbesondere den Missionaren zugesprochene Nutzungs- und Wohnrechte. Die Machtverhältnisse in der Kolonie bestimmten sich durch die Widerstandsbereitschaft einiger Häuptlinge gegen die Hoheits- und Schutzansprüche der Deutschen, die seit zehn Jahren bestanden und sich bis dato als äußert uneffektiv herausstellten. Eine Kontrolle über Land und Boden oder über die indigene Bevölkerung gab es nur vereinzelt und war kaum gesichert. Zehn Jahre deutsche Präsenz in der Kolonie führten demnach zu keinem politischem Durchbruch.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der Kolonialzeit in Deutsch-Südwestafrika und führt in die Fragestellung zur Rolle von Theodor Leutwein ein.

2. Deutsch-Südwestafrika in der Zeit vor Theodor Leutwein: Dieses Kapitel erläutert die bismarcksche Kolonialpolitik sowie die soziale und politische Ausgangssituation in der Kolonie vor 1894.

2.1 Kolonialpolitik unter Bismarck in Bezug auf Deutsch-Südwestafrika: Hier werden die Gründe für Bismarcks politischen Kurswechsel hin zum formellen Kolonialbesitz und die damit verbundenen strategischen Interessen analysiert.

2.2 Die Situation im Schutzgebiet 1894: Der Abschnitt beschreibt die ethnischen und Machtstrukturen der indigenen Bevölkerung, insbesondere der Herero und Nama, vor Ankunft Leutweins.

3. Leutweins Zeit im Schutzgebiet: Dieses Hauptkapitel analysiert das politische Handeln Leutweins und seine Strategien zur Etablierung deutscher Kontrolle.

3.1. Herrschaftserrichtung: Hier wird der Prozess beschrieben, wie Leutwein durch Schutzverträge und gezieltes Taktieren den deutschen Herrschaftsanspruch gegenüber den Stammeshäuptlingen durchzusetzen versuchte.

3.2. Herrschaftssicherung: Der Fokus liegt auf dem Aufbau der Zivilverwaltung und Infrastrukturmaßnahmen, wie dem Bahnbau, zur Stabilisierung der deutschen Macht.

4. Die deutschen Siedler: Dieses Kapitel untersucht die Rolle der Siedler, ihren Einfluss auf die Landespolitik und die damit verbundenen Konflikte mit der indigenen Bevölkerung.

5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle Leutweins im Hinblick auf die Eskalation und das Scheitern seiner Politik.

Schlüsselwörter

Deutsch-Südwestafrika, Theodor Leutwein, Kolonialgeschichte, Herero, Nama, Schutzverträge, Siedlerkolonie, Herrschaftssicherung, Rinderpest, Landverlust, System Leutwein, Kolonialpolitik, indigene Bevölkerung, Machtstrukturen, Völkermord.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die deutsche Kolonialherrschaft in Deutsch-Südwestafrika unter der Ära von Gouverneur Theodor Leutwein zwischen 1894 und 1904.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung der deutschen Kolonialverwaltung, die Instrumentalisierung lokaler Stammesstrukturen und die Auswirkungen der Siedlerpolitik auf die indigene Bevölkerung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, welche Gründe zum Aufstand der Herero und Nama führten und inwiefern Leutweins politisches Wirken zur Eskalation beitrug.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten historisch-analytischen Auswertung zeitgenössischer Quellen, Briefwechsel und einschlägiger kolonialgeschichtlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Herrschaftserrichtung durch Schutzverträge, den Aufbau einer Zivilverwaltung, infrastrukturelle Maßnahmen und die Rolle der deutschen Siedlerschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Kolonialismus, Schutzverträge, System Leutwein, Siedlerkolonie und die sozioökonomische Verdrängung der Herero und Nama.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Theodor Leutwein im Vergleich zu seinen Vorgängern?

Leutwein wird als Beamter charakterisiert, der stärker auf diplomatische Arrangements statt auf rein militärische Gewalt setzte, jedoch durch seine Politik der systematischen Landenteignung dennoch zur Verarmung der Stämme und zur Eskalation beitrug.

Warum spielt die Rinderpest von 1897 eine so zentrale Rolle im Text?

Die Rinderpest zerstörte die wirtschaftliche Basis der indigenen Bevölkerung, schwächte ihren sozialen Zusammenhalt und begünstigte die Machtstellung der deutschen Siedler, die durch Impfungen ihre Bestände retten konnten.

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Detalles

Título
Die "Eingeborenenpolitik" im System Leutwein. Grundsteinlegung für den Hereroaufstand von 1904?
Universidad
University of Cologne  (Historisches Institut)
Curso
Europäische Kolonialgouverneure- und verwalter im 19. Jahrhundert
Calificación
1,7
Autor
Henning Isenberg (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
31
No. de catálogo
V446899
ISBN (Ebook)
9783668840928
ISBN (Libro)
9783668840935
Idioma
Alemán
Etiqueta
eingeborenenpolitik system leutwein grundsteinlegung hereroaufstand
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Henning Isenberg (Autor), 2014, Die "Eingeborenenpolitik" im System Leutwein. Grundsteinlegung für den Hereroaufstand von 1904?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/446899
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