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Transfer des Modells der kritisch-konstruktiven Didaktik Klafkis auf das Berufsfeld Pflege

Title: Transfer des Modells der kritisch-konstruktiven Didaktik Klafkis auf das Berufsfeld Pflege

Script , 2005 , 58 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl. Berufspädagoge (FH) Christian Ley (Author), Roland Kietzmann (Author)

Pedagogy - Job Education, Further Education
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Summary Excerpt Details

Die Entscheidung zum Transfer des didaktischen Modells der kritisch-konstruktiven Didaktik von Klafki auf das Berufsfeld Pflege erfolgte aufgrund der Einschätzung der Autoren, dass das Modell von Klafki in den Bereich der Berufsbildung übertragen werden kann. Dabei geht es nicht darum, die allgemeinen Bildungsinhalte, die bei Klafki im Vordergrund stehen, außer Acht zu lassen, sondern das Modell um die Inhalte der beruflichen Bildung zu ergänzen. In der klassischen Bildungstheorie wurden Bildung und Beruf oftmals stark voneinander abgegrenzt betrachtet. Aus heutiger Sicht erscheint es jedoch sinnvoller, diesen Dualismus zum großen Teil aufzulösen.
Zudem existieren in der Berufsfelddidaktik Pflege zu wenig eigene Ansätze für ein eigenständiges pflegedidaktisches Modell. Einzig Wittneben beschrieb – aufbauend auf Klafkis Modell – in ihrer Dissertation das „Modell der kritisch-konstruktiven Pflegedidaktik“. Allerdings hat Wittneben das Modell von Klafki nicht vollständig in die Berufsfelddidaktik Pflege übertragen. Einige wichtige Elemente aus Klafkis Modell, z.B. die epochaltypischen Schlüsselprobleme, hat Wittneben nicht weiterentwickelt. Diesen Problemen widmet sich diese Arbeit schwerpunktmäßig. Eine kritische Würdigung von Wittnebens Modell erfolgt am Ende der vorliegenden Arbeit.
Den Autoren ist bewusst, dass im Rahmen einer Fachprüfung und dieser schriftlichen Arbeit kein eigenes didaktisches Modell für das Berufsfeld Pflege erstellt und vollständig ausgearbeitet werden kann. Wir denken jedoch, dass sich das Modell von Klafki umfassender auf die Berufsfelddidaktik Pflege anwenden lässt, als dies bisher geschehen ist.
Dies gilt nicht nur für Klafkis Grundprinzipien der kritisch-konstruktiven Didaktik, sondern auch für die epochaltypischen Schlüsselprobleme. Die Autoren haben in dieser Arbeit basierend auf der aktuellen Fachliteratur und der eigenen praktischen Erfahrung im Berufsfeld Pflege eigene epochaltypische Schlüsselprobleme des Berufsfeldes herausgestellt und begründet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Hinführung zum Thema

2. Allgemeine Prozessverfahrensstruktur

3. Analytische Darstellung der kritisch- konstruktiven Didaktik von Klafki

3.1. Bildungstheoretischer Hintergrund

3.2. Didaktische Zielstellungen der kritisch-konstruktiven Didaktik

3.2.1. Allgemeinbildung als Bildung für alle zur Selbstbestimmungs-, Mitbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit

3.2.2. Kritische Auseinandersetzung mit allgemeinen Frage- und Problemstellungen

3.2.3. Bildung in allen Dimensionen menschlicher Fähigkeiten und Interessen

3.3. Epochaltypische Schlüsselprobleme

3.4. Terminologische Erläuterung des Titels des didaktischen Modells

3.5. Perspektivenschema zur Unterrichtsplanung

3.5.1. Analyse des Perspektivenschemas zur Unterrichtsvorbereitung

3.5.2. Kritische Würdigung des Perspektivenschemas im Hinblick auf die Berufsfelddidaktik Pflege

3.6. Visuelle Darstellung des didaktischen Modells

4. Transfer des Modells von Klafki in das Berufsfeld Pflege

4.1. Bildungstheoretischer Hintergrund für eine Berufsfelddidaktik Pflege

4.2. Didaktische Zielstellungen für die Berufsfelddidaktik Pflege

4.2.1. Berufliche Bildung zur Selbstbestimmungs-, Mitbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit

4.2.2. Allgemeine Berufsbildung als Bildung für alle im Medium des Allgemeinen

4.2.3. Berufsbildung in allen Dimensionen im Berufsfeld Pflege geforderter menschlicher Fähigkeiten

4.3. Epochaltypische Schlüsselprobleme der Pflege

4.3.1. Widersprüche und Ambivalenzen hinsichtlich pflegerischer Zielvorstellungen

4.3.2. Undifferenziertes berufliches Selbstverständnis im Angesicht der zu erwartenden Entwicklungen in der Pflege

4.3.3. Positionierung der Pflege zu den Anforderungen der zu erwartenden demografischen Entwicklung

4.3.4. Reaktion der Pflege auf die sich verändernden gesellschaftlichen Lebensverhältnisse

4.3.5. Das Spannungsverhältnis zwischen real existierender Macht und empfundener Machtlosigkeit

4.4. Transfer des Perspektivenschemas zur Unterrichtsplanung auf das Berufsfeld Pflege

4.5. Visuelle Darstellung der kritisch-konstruktiven Didaktik für das Berufsfeld Pflege

4.6. Beispielhafte Thematisierung eines Schlüsselproblems

4.6.1. Herleitung einer Lernsituation aus der empfehlenden Richtlinie für die Altenpflegeausbildung in Nordrhein-Westfalen

4.6.2. Schematische Unterrichtsreihenplanung

5. Kritisch- konstruktive Pflegedidaktik nach Wittneben

5.1. Das heuristische Modell der multidimensionalen Patientenorientierung

5.1.1. Erläuterung der Stufen des Modells der multidimensionalen Patientenorientierung

5.1.2. Bezug des Modells der multidimensionalen Patientenorientierung zu einer Pflegedidaktik

5.1.3. Kritisch-konstruktive kommunikative Pflegelernfelddidaktik

5.2. Visuelle Darstellung des Modells der kritisch- konstruktiven Pflegedidaktik

5.3. Kritische Würdigung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das didaktische Modell der kritisch-konstruktiven Didaktik von Klafki auf das Berufsfeld Pflege zu übertragen und damit zur Weiterentwicklung einer eigenständigen Pflegedidaktik beizutragen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie klassische bildungstheoretische Ansätze und epochaltypische Schlüsselprobleme in die aktuelle pflegepädagogische Praxis und das Lernfeldkonzept integriert werden können, um eine selbstbestimmte und mündige pflegerische Berufspraxis zu fördern.

  • Übertragung des Modells der kritisch-konstruktiven Didaktik auf die Pflege
  • Entwicklung pflegespezifischer epochaltypischer Schlüsselprobleme
  • Konkretisierung didaktischer Prinzipien für die pflegerische Lernsituation
  • Transfer des Perspektivenschemas auf das Berufsfeld Pflege
  • Kritische Analyse und Würdigung bestehender pflegedidaktischer Ansätze

Auszug aus dem Buch

4.3.5. Das Spannungsverhältnis zwischen real existierender Macht und empfundener Machtlosigkeit

Untersucht man die Beziehung zwischen Pflegekraft und Klient, erschließt sich relativ schnell das Machtgefälle zwischen diesen beiden Interaktionspartnern. Der Klient ist zunächst aus einem bestimmten Grund Teil dieser Beziehung geworden. Dieser Grund ist zumeist in einem gewissen Maß an Pflegebedürftigkeit – oder eines Selbstpflegedefizits – zu sehen. Der Klient erlebt sich oftmals als ohnmächtig, seine Interessen zu vertreten und seinen Willen durchzusetzen. Der Klient muss sich nun organisatorischen und personellen Gegebenheiten anpassen (vgl. Stromberg, 2002, S. 337).

Die Pflegekraft hingegen empfindet sich vielfach ebenfalls als ohnmächtig gegenüber einer Gesellschaft, die ihre Arbeitsleistung nicht ausreichend anerkennt und honoriert, gegenüber der Institution mit ihren Zwängen, die sie der Pflegekraft auferlegt, und gegenüber dem Klienten, dessen Wünsche sie scheinbar nicht befriedigen kann. Die eigene Macht gegenüber dem Klienten wird nicht ausreichend erkannt. Zudem wird nach Schöniger die Bedeutung der Pflegearbeit von den Pflegenden nur unzureichend wahrgenommen. Die große Macht, einem Menschen in einer Notsituation helfen zu können, ihr hoch qualifiziertes Expertenwissen, ihre immense Bedeutung für die Lebensqualität ihrer Klienten wird nicht als Macht im positiven Sinne erlebt. Vielmehr hat die Pflege sogar eine gewisse Tendenz erkennen lassen, die eigene Leistung verbal abzuqualifizieren: wenn ein Kontinenztraining weiterhin als ‚Abtopfen’ bezeichnet wird, muss man sich über mangelnde Anerkennung nicht wundern (vgl. Schöniger, 1998, S. 5 – 9).

Insbesondere die Ohnmachtsgefühle der Pflegenden können dafür verantwortlich sein, dass sich Macht- und Herrschaftsfantasien aufbauen, die gegen den Klienten eingesetzt werden können. Kommen diese Fantasien zur Durchführung, stellt dies einen schlimmen Machtmissbrauch dar. Hier geht es nur noch um ‚Macht über andere’, nicht mehr um ‚Macht, etwas zu erreichen’.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Hinführung zum Thema: Die Autoren begründen die Relevanz der Übertragung des Klafki-Modells auf die Pflege, um den Dualismus zwischen allgemeiner und beruflicher Bildung aufzubrechen.

2. Allgemeine Prozessverfahrensstruktur: Dieses Kapitel veranschaulicht den methodischen Arbeitsprozess zur Vorbereitung auf die Fachprüfung anhand eines detaillierten Ablaufdiagramms.

3. Analytische Darstellung der kritisch- konstruktiven Didaktik von Klafki: Hier werden die theoretischen Grundlagen, Zielsetzungen und das Perspektivenschema des Klafkischen Modells systematisch analysiert und erläutert.

4. Transfer des Modells von Klafki in das Berufsfeld Pflege: Dieses zentrale Kapitel expliziert die Anwendung des Modells auf die Pflege, inklusive der Definition pflegespezifischer Schlüsselprobleme und der Modifikation des Perspektivenschemas.

5. Kritisch- konstruktive Pflegedidaktik nach Wittneben: Das Kapitel diskutiert Wittnebens Ansatz der multidimensionalen Patientenorientierung und führt eine kritische Würdigung ihrer pflegedidaktischen Arbeit durch.

Schlüsselwörter

Kritisch-konstruktive Didaktik, Klafki, Pflegedidaktik, Allgemeinbildung, Berufsbildung, Lernfeldkonzept, Epochaltypische Schlüsselprobleme, Patientenorientierung, Selbstbestimmungsfähigkeit, Mitbestimmungsfähigkeit, Solidaritätsfähigkeit, Handlungskompetenz, Pflegepädagogik, Unterrichtsplanung, Machtgefälle.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Anliegen der Facharbeit?

Das Ziel der Arbeit ist es, das didaktische Modell der kritisch-konstruktiven Didaktik von Wolfgang Klafki auf das Berufsfeld Pflege zu übertragen, um die Theorie-Praxis-Lücke in der Pflegeausbildung zu schließen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Verschränkung von allgemeiner und beruflicher Bildung, die Bedeutung epochaltypischer Schlüsselprobleme für die Pflege und die Entwicklung eines pflegedidaktischen Perspektivenschemas.

Was ist die Forschungsfrage der Autoren?

Die Autoren gehen der Frage nach, wie sich Klafkis bildungstheoretischer Ansatz zur Förderung von Selbstbestimmung, Mitbestimmung und Solidarität spezifisch auf die Ausbildung von Pflegefachkräften anwenden lässt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse der bildungstheoretischen Didaktik und deren Transfer in die pflegedidaktische Modellentwicklung nach Klafki und Wittneben.

Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Analyse des Klafki-Modells, dessen Transfer in das Berufsfeld Pflege sowie die kritische Untersuchung des Pflegedidaktik-Ansatzes nach Wittneben.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich durch Konzepte wie Selbstbestimmung, Empowerment, Handlungskompetenz und den interdisziplinären Dialog in der Pflegedidaktik geprägt.

Warum wird das Modell von Klafki für die Pflege als relevant erachtet?

Die Autoren sehen in Klafkis Modell ein dynamisches Instrument, das der Pflege hilft, sich aus der historischen Unmündigkeit zu befreien und als eigenständige Profession zu artikulieren.

Welche kritische Schlussfolgerung ziehen die Autoren zu Wittneben?

Obwohl Wittneben wertvolle Ansätze zur Patientenorientierung liefert, kritisieren die Autoren, dass ihr Modell die epochaltypischen Schlüsselprobleme vernachlässigt und somit den bildungstheoretischen Anspruch Klafkis nicht voll ausschöpft.

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Details

Title
Transfer des Modells der kritisch-konstruktiven Didaktik Klafkis auf das Berufsfeld Pflege
College
University of Applied Sciences Münster  (Fachbereich Pflege)
Grade
1,0
Authors
Dipl. Berufspädagoge (FH) Christian Ley (Author), Roland Kietzmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
58
Catalog Number
V44694
ISBN (eBook)
9783638422420
ISBN (Book)
9783638724357
Language
German
Tags
Transfer Modells Didaktik Klafkis Berufsfeld Pflege
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Berufspädagoge (FH) Christian Ley (Author), Roland Kietzmann (Author), 2005, Transfer des Modells der kritisch-konstruktiven Didaktik Klafkis auf das Berufsfeld Pflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44694
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