Stark zunehmende Transaktionen und Finanzströme sowie die Entwicklung neuer Investmentinstrumente machen die Frage nach dem Wert des eigenen Unternehmens immer wichtiger. Mertay Karaca spricht in seiner Publikation deshalb von der Unternehmensbewertung als Königsdisziplin der Betriebswirtschaftslehre.
Ein allgemeiner Überblick über die Verfahren der Unternehmensbewertung fehlt bisher allerdings noch. Mertay Karaca arbeitet deshalb den Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Verfahren und der jeweils bewerteten Branche heraus. Er zeigt so auch auf, welche Verfahren in der Praxis dominieren.
Karaca beleuchtet den theoretischen Hintergrund der Unternehmensbewertung und geht unter anderem auf deren Anlässe und Verfahren genauer ein. Er stellt insbesondere das DCF-Verfahren, das Ertragswertverfahren sowie das Multiplikatorverfahren vor.
Aus dem Inhalt:
- Discounted-Cash-Flow-Verfahren;
- Werttheorie;
- Capital Asset Pricing Model;
- Cashflow;
- Enterprise Value
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Bedeutung der Unternehmensbewertung
1.2 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.3 Aktueller Stand der Forschung
1.4 Gang der Untersuchung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Grundbegriffe
2.2 Werttheorie
2.2.1 Objektive Unternehmensbewertung
2.2.2 Subjektive Unternehmensbewertung
2.2.3 Funktionale Unternehmensbewertung
2.3 Bewertungsfunktionen
2.3.1 Die Beratungsfunktion
2.3.2 Die Vermittlungsfunktion
2.3.3 Die Argumentationsfunktion
2.4 Anlässe der Unternehmensbewertung
2.5 Unternehmensbewertungsverfahren
2.5.1 Gesamtbewertungsverfahren
2.5.2 Vergleichswertverfahren (Multiplikatorverfahren)
2.5.3 Einzelbewertungsverfahren
3 Methoden
3.1 Untersuchungsdesign
3.2 Beschreibung der Stichprobe
3.3 Datenerhebung und das Erhebungsinstrument
4 Ergebnisse
4.1 Präsentation der Ergebnisse zur Auswahl der Unternehmensbewertungsverfahren
4.2 Präsentation der Ergebnisse zum DCF-Verfahren
4.3 Präsentation der Ergebnisse zum Terminal Value
4.4 Präsentation der Ergebnisse zum Multiplikatorverfahren
5 Diskussion
5.1 Wahl der Unternehmensbewertungsmethoden
5.2 DCF-Verfahren
5.2.1 Kapitalkostenermittlung
5.2.2 CAPM
5.2.3 Terminal Value
5.3 Multiplikatorverfahren
5.3.1 Rolle des Multiplikatorverfahrens in der Unternehmensbewertung
5.3.2 DCF-Verfahren vs. Multiplikatorverfahren
5.3.3 Verwendete Multiplikatoren
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht empirisch, welche Unternehmensbewertungsverfahren in der aktuellen Praxis im deutschsprachigen Raum dominieren, wie Kapitalkosten und Wachstumsraten ermittelt werden und welche Aussagekraft dem Multiplikatorverfahren beigemessen wird.
- Analyse der dominierenden Bewertungsmethoden nach Branchen.
- Untersuchung der Ermittlung von Kapitalkosten (CAPM, Fremdkapitalkosten).
- Erforschung der Bestimmung des Terminal Value und der Wachstumsraten.
- Bewertung der Aussagekraft und Einsatzgebiete des Multiplikatorverfahrens.
- Vergleich der Bewertungspraxis durch unterschiedliche Berufsgruppen.
Auszug aus dem Buch
2.5.1 Gesamtbewertungsverfahren
Die Gesamtbewertungsverfahren betrachten das ganze Unternehmen als Bewertungseinheit, wobei die Zahlungsströme, welche an die Eigentümer fließen, diskontiert werden, um den Wert des Unternehmens zu bestimmen. Das Gesamtbewertungsverfahren untergliedert sich dabei in das Ertragswertverfahren, sowie dem DCF-Verfahren (vgl. Hommel/Dehmel 2010: 45).
Beim Ertragswertverfahren, welches auch als die deutsche Version des Equity Verfahrens angesehen wird, ermittelt den Wert des Unternehmens, indem angenommen wird, dass der Unternehmenswert dem Ertragswert entspricht (vgl. Schmeisser/Spree: 2008: 105). Das Verfahren wird vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) zusammen mit dem DCF-Verfahren als erlaubte Methode zur Bewertung von Unternehmen aufgelistet (vgl. IDW 2008: 4). Um den Unternehmenswert zu ermitteln, werden die erwarteten Erträge bzw. finanziellen Überschüsse aus dem Unternehmen diskontiert. Ist von einer endlichen Lebensdauer auszugehen wird der Barwert des erwarteten Liquidationserlöses des nicht betriebsnotwendigen Vermögens zusätzlich berücksichtigt. Aus diesem Grund ist das betriebsnotwendige Vermögen vom nicht betriebsnotwendigen Vermögen zu trennen (vgl. Mandl/Rabel 2009: 54; Schmeisser/Spree 2008: 106).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz der Unternehmensbewertung als "Königsdisziplin" der BWL sowie Definition der Forschungsfragen und Zielsetzung der empirischen Untersuchung.
2 Theoretischer Hintergrund: Systematische Herleitung der verschiedenen Werttheorien, Bewertungsfunktionen, Anlässe und der gängigen Bewertungsverfahren.
3 Methoden: Detaillierte Darstellung des Untersuchungsdesigns, der Stichprobe aus EACVA-Mitgliedern und der verwendeten quantitativen Umfragemethodik.
4 Ergebnisse: Präsentation der empirischen Daten zu den verwendeten Bewertungsverfahren, Kapitalkostenermittlungen und Parametern wie Terminal Value.
5 Diskussion: Analyse der Ergebnisse im Kontext bestehender Literatur, insbesondere im Hinblick auf die Dominanz bestimmter Methoden und deren Anwendungsgebiete.
6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, DCF-Verfahren, Ertragswertverfahren, Multiplikatorverfahren, Kapitalkosten, CAPM, Terminal Value, Betafaktor, Branche, Finanzierung, empirische Untersuchung, Bewertungspraxis, KMU, Bewertungsanlass.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Bestandsaufnahme der in der aktuellen Praxis im deutschsprachigen Raum angewandten Methoden zur Unternehmensbewertung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Ermittlung von Kapitalkosten, die Anwendung verschiedener Bewertungsverfahren wie DCF und Multiplikatoren sowie die Auswirkungen von Bewertungsanlässen und Branchen ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, empirisch zu untersuchen, welche Verfahren in der Praxis tatsächlich dominieren und wie Komponenten wie Diskontierungssätze oder Wachstumsraten konkret bestimmt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quantitative Analyse, basierend auf einer standardisierten Online-Befragung von 104 Experten (Mitglieder der EACVA).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Bewertungsverfahren, die Beschreibung der methodischen Vorgehensweise und die detaillierte Darstellung sowie Interpretation der Umfrageergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Unternehmensbewertung, DCF-Verfahren, Ertragswertverfahren, Multiplikatorverfahren, Kapitalkosten, CAPM und Terminal Value.
Wie unterscheidet sich die Bewertung bei Start-ups von etablierten Unternehmen?
Die Studie zeigt, dass bei Start-ups häufiger die Venture Capital (VC) Methode angewendet wird, während bei etablierten Unternehmen DCF- und Ertragswertverfahren dominieren.
Warum wird das Multiplikatorverfahren in der Praxis genutzt?
Obwohl das Multiplikatorverfahren oft als realitätsferner gilt, wird es in der Praxis maßgeblich zur Plausibilisierung der durch DCF- oder Ertragswertverfahren ermittelten Werte herangezogen.
Welche Rolle spielen Wirtschaftsprüfer bei der Wahl des Bewertungsverfahrens?
Die Studie belegt eine hohe Akzeptanz des Ertragswertverfahrens, die maßgeblich durch die methodische Ausrichtung und Empfehlungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) geprägt ist.
- Arbeit zitieren
- Mertay Karaca (Autor:in), 2019, Welche Methoden der Unternehmensbewertung gibt es? Aktuelle Bewertungspraxis in verschiedenen Branchen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/447068