Die Arbeit beschäftigt sich mit Fragen zum Thema Literarisches Lernen: Was ist literarisches Lernen und inwiefern kann ein Hörspiel oder Hörbuch zur Literarischen Kompetenz beitragen? Die Ausgangsfragen werden vertiefend anhand des Hörspiels "Rico, Oskar und die Tieferschatten" von Andreas Steinhöfel untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff Hörspiel
3. Literarisches Lernen
3.1 Was versteht man unter literarischem Lernen?
3.2 Was bedeutet die literarische Kompetenz?
4. Rico, Oskar und die Tieferschatten: ein Beitrag zur Vorstellungsbildung als literarische Kompetenz durch den Einsatz einer bestimmten Musiksequenz
4.1 Kurzer Handlungsüberblick
4.2 Die Musiksequenz „Herzklopfen“
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie das Kinderhörspiel „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ von Andreas Steinhöfel literarisches Lernen bei Kindern fördern kann. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welchen Beitrag die gezielte Nutzung akustischer Gestaltungsmittel – insbesondere einer spezifischen Musiksequenz – zur Entwicklung der Vorstellungsbildung als literarische Kompetenz leistet.
- Abgrenzung der Begriffe Hörbuch und Hörspiel
- Grundlagen des literarischen Lernens und der literarischen Kompetenz
- Die Funktion von Musik und Geräuschen im Hörspiel
- Analyse der Musiksequenz „Herzklopfen“ als Leitmotiv
- Förderung der Vorstellungsbildung durch auditive Rezeptionsformen
Auszug aus dem Buch
4.2 Die Musiksequenz „Herzklopfen“
Wicke (2014) hat bereits die Musik und Geräusche des Hörspiels „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ untersucht und eine ganz entscheidende Bedeutung festgestellt:
„Spannung kann im Hörspiel effektvoller und vielschichtiger aufgebaut werden als in literarischen Texten, da hier gleichzeitig abläuft, was im Roman nacheinander erzählt werden muss. Musik kann den Spannungsaufbau unterstützen, aber auch Geräusche sind für die Spannungserzeugung wichtig. […]“ (Wicke 2014: 10).
Dies erklärt er an einer ganz bestimmten Szene im Hörspiel, die durch eine Kombination der Elemente Musik und Geräusch eine Handlung innerhalb weniger Sekunden auditiv erfassen lassen. Dieselbe Handlung wird im Roman über mehrere Seiten beschrieben und beansprucht demnach deutlich mehr Zeit.
Konzentriert man sich auf ganz bestimmte musikalische Elemente im Hörspiel, wird schnell auffällig, dass gleiche musikalische Sequenzen mehrfach eingespielt werden. Eine sehr fröhlich klingende, aus Terz- und Quarzsprüngen bestehende Melodie, welche einen „leichten hüpfenden Charakter“ (ebd.: 8) und den „Eindruck von Unbeschwertheit und guter Laune“ (ebd.) vermittelt, wird immer dann eingespielt, wenn es um Freundschaft geht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz des literarischen Lernens anhand von Hörspielen und stellt die zentrale These sowie den Aufbau der Arbeit vor.
2. Der Begriff Hörspiel: Dieses Kapitel definiert und differenziert das Medium Hörspiel vom Hörbuch, indem es auf wissenschaftliche Kriterien sowie akustische Gestaltungsmittel wie Stimme, Musik und Geräusche eingeht.
3. Literarisches Lernen: Hier werden theoretische Grundlagen des literarischen Lernens und der literarischen Kompetenz erläutert, wobei insbesondere die Bedeutung der Vorstellungsbildung für Kinder hervorgehoben wird.
4. Rico, Oskar und die Tieferschatten: ein Beitrag zur Vorstellungsbildung als literarische Kompetenz durch den Einsatz einer bestimmten Musiksequenz: Dieses Kapitel analysiert anhand des konkreten Beispiels der Musiksequenz „Herzklopfen“, wie auditive Elemente im Hörspiel die Vorstellungsbildung und das Verständnis der Handlungsstruktur unterstützen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass das Hörspiel „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ ein geeignetes Medium zur Förderung literarischer Kompetenz im Unterricht darstellt.
Schlüsselwörter
Literarisches Lernen, Hörspiel, Rico Oskar und die Tieferschatten, Vorstellungsbildung, Literarische Kompetenz, Andreas Steinhöfel, Audiovisuelle Medien, Musiksequenz, Leitmotiv, Literaturunterricht, Hörbuch, Rezeption, Auditive Wahrnehmung, Spannungsaufbau, Identitätsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einsatz des Hörspiels „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ als Medium, um bei Kindern das literarische Lernen und die Vorstellungsbildung zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung von Hörspiel und Hörbuch, die Grundlagen literarischen Lernens sowie die Analyse der Funktion von Musik und Geräuschen zur Unterstützung der Handlung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie eine spezifische Musiksequenz („Herzklopfen“) die literarische Kompetenz der Vorstellungsbildung bei Kindern beeinflusst und unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche und medienpädagogische Analyse, um die Funktion musikalischer Elemente im Hörspiel im Vergleich zum literarischen Vorlagentext zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Begriffe Hörspiel und literarisches Lernen definiert, bevor das Hörspiel „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ detailliert hinsichtlich seiner auditiven Gestaltung analysiert wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen literarisches Lernen, Vorstellungsbildung, Hörspiel, literarische Kompetenz, Leitmotiv und auditive Rezeption.
Warum wird gerade das Hörspiel „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ untersucht?
Es dient als Fallbeispiel, da es komplexe auditive Elemente wie Musik und Geräusche nutzt, die gezielt zur Unterstützung der Handlung und der Wahrnehmung durch den Hörer eingesetzt werden.
Was bedeutet der Begriff „Herzklopfen“ im Kontext der Arbeit?
Der Begriff „Herzklopfen“ bezeichnet eine spezifische, wiederkehrende Musiksequenz im Hörspiel, die eine leitmotivische Funktion erfüllt und dem Hörer Hinweise zur Identifikation möglicher Täter gibt.
Welche Rolle spielt die Vorstellungsbildung beim Hören?
Durch die Musik und Geräusche werden Kinder angeregt, eigene innere Bilder zu generieren, um die Handlung zu verfolgen und sich in die Gefühle der Figuren hineinzuversetzen.
Kann das Hörspiel den Roman ersetzen?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Hörspiel den Inhalt in dramatisierter Form wiedergibt und als wertvolle auditive Alternative oder Ergänzung zur klassischen Leseförderung im Unterricht dienen kann.
- Citation du texte
- Nathalie Ulrich (Auteur), 2016, Literarisches Lernen anhand von Hörspielen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/447350