Diese Masterarbeit befasst sich mit der Thematik des außerschulischen Lernens. Die Arbeit ist inhaltlich in zwei Teile unterteilt. Der erste Teil schafft eine theoretische Grundlage. Es wird in die Thematik der außerschulischen Lernorte und des außerschulischen Lernens eingeführt und es werden außerschulische Lernorte klassifiziert. Außerdem wird das Verhältnis von schulischem und außerschulischem Lernen beleuchtet und damit über eine mögliche Integration außerschulischen Lernens in den Unterricht nachgedacht. Im zweiten Teil wird eine Unterrichtsreihe zum Thema Klimaschutz vorgestellt, in der es thematisch um das Klima und den zur Zeit in der öffentlichen Diskussion stehenden Klimawandel geht. In diese Reihe wurden außerschulische Elemente integriert. Die Reihe stellt ein exemplarisches Beispiel für die Integration von außerschulischem Lernen in den Unterricht dar, indem gezeigt wird, wie die vorangestellte Theorie mit der Praxis verzahnt werden kann.
Die Masterarbeit soll dem derzeitig seltenen Aufsuchen von außerschulischen Lernorten entgegenwirken und zeigen, dass der Besuch außerschulischer Lernorte, trotz Mehrarbeit für die Lehrkraft, die Mühe wert ist und in der Schule in verschiedenen Kontexten Anwendung finden kann. Sie richtet sich damit an alle Interessierten der außerschulischen Lernorte, die sich mit dem Thema im Rahmen des Studiums, des Referendariats oder auch innerhalb einer Lehrerfortbildung beschäftigen, aber auch an Kritiker von außerschulischen Lernorten, die in diesen vielleicht nur verschwendete Zeit innerhalb unserer heutigen Leistungsgesellschaft sehen und es bevorzugen, die Lernenden kognitiv in den Schonraum des Klassenzimmers zu fordern. Der Schule soll mit dieser Arbeit keinesfalls ihre wichtige Funktion für den Bildungserwerb der Heranwachsenden abgesprochen werden. Dennoch soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass die Schule in der heutigen Zeit nicht mehr "als einziger und umfassend koordinierter Lernort fungieren kann". Auch Kritiker des außerschulischen Lernens sollen mit der Arbeit adressiert werden, die volle Lehrpläne und andere Hindernisse in den Vordergrund stellen und keine Zeit für "Spazierengehen" haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Außerschulisches Lernen
2.1 Definition
2.2 Allgemeine Charakteristika
2.2.1 Selbsttätigkeit
2.2.2 Verfolgung sozialer und methodischer Ziele
2.2.3 Situiertes Lernen
2.2.4 Entdeckendes Lernen
2.2.5 Unmittelbarer Umgang und handlungsorientierter Unterricht
2.2.6 Veranschaulichendes Lernen
2.2.7 Primärerfahrungen
2.2.8 Realitätsbezug und Lebensnähe
2.2.9 Fächerverbindung
2.2.10 Informelles Lernen
2.3 Die Rolle der Lehrkraft
2.4 Geschichte des außerschulischen Lernens
2.5 Vor- und Nachteile
2.5.1 Didaktischer und methodischer Mehraufwand für die Lehrkraft
2.5.2 Aspekte, die den Besuch außerschulischer Lernorte erschweren
2.5.3 Einbezug außerschulischer Experten
2.5.4 Lebenswelt und -interessen
2.5.5 Empirische Erhebungen zur Lerneffektivität außerschulischer Lernorte
2.6 Rechtliche Vorgaben
3. Außerschulische Lernorte
3.1 Klassifikation
3.2 Qualitätskriterien
4. Schulisches und außerschulisches Lernen
4.1 Verhältnis von Schulunterricht und außerschulischem Lernen
4.2 Integration außerschulischen Lernens in den Unterricht
4.2.1 Der methodische Dreischritt des außerschulischen Lernens
4.2.2 Mögliche Integrationsstellen in einer Unterrichtseinheit
4.2.3 Häufigkeit und Struktur der Besuche außerschulischer Lernorte
4.3 Rückbindung an Lernaktivitäten innerhalb der Schule - Problemfelder
4.4 Methoden außerschulischen Lernens
4.4.1 Beispiele für Methoden an außerschulischen Lernorten
5. Außerschulische Unterrichtsreihe „Klimadetektive“
5.1 Begründungen des Formats
5.1.1 Einordnung in den Lehrplan des Landes NRW
5.1.2 Relevanz des Klimathemas
5.1.3 Gründe für die außerschulische Behandlung des Klimathemas
5.2 Thematischer Einblick – Sachanalyse
5.3 Didaktisch-methodischer Kommentar
5.3.1 Ablauf der Unterrichtsreihe
5.3.2 Material
5.3.3 Vorsichtsmaßnahmen
5.4 Kompetenzen und Lernziele
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial außerschulischen Lernens zur Förderung von Handlungskompetenz und Umweltbewusstsein bei Lernenden. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie durch die Einbindung außerschulischer Lernorte in eine Unterrichtsreihe zum Thema Klimawandel ein realitätsnaher, handlungsorientierter Lernprozess gestaltet werden kann, der über die kognitive Vermittlung von Fakten hinausgeht.
- Theoretische Fundierung und Klassifikation außerschulischer Lernorte.
- Analyse des Verhältnisses von schulischem und außerschulischem Lernen.
- Entwicklung einer exemplarischen Unterrichtsreihe „Klimadetektive“.
- Integration von Umweltbildung und Klimaschutz als lebensweltrelevante Themen.
- Erörterung didaktischer Herausforderungen und Chancen bei der Implementierung.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Selbsttätigkeit
So sind Selbsttätigkeit und eigenständige Handlungen wesentliche Charakteristika außerschulischen Lernens (vgl. GAEDTKE-ECKARDT, 2007e, S. 47). Lernende sollen an außerschulischen Lernorten neue Erfahrungsräume und Horizonte kennenlernen und eigenen Fragestellungen nachgehen. Außerschulische Lernorte bieten dafür vielfältige Bildungs- und Erkundungsanlässe (vgl. JÜRGENS, 2013, S. 53), die der Unterricht in der Schule nicht bieten kann.
Durch handlungsbezogenes Lernen kommt es zu einer „Verbindung von Kopf und Hand“ (GAEDTKE-ECKARDT, 2007e, S. 47) und Emotionen, die das Lernen begleiten. Die Gefühle, die beispielsweise durch Beobachtungen am Lernort geweckt werden, ermöglichen den Lernenden neue affektive Erfahrungswelten (vgl. SAUERBORN & BRÜHNE, 2012, S. 16).
Damit führt außerschulisches Lernen über die reine Wissensvermittlung hinaus (vgl. BURK & CLAUSSEN, 1998a, S. 20). Es kommen Fragen bei Lernenden auf, die über die Intentionen des Besuches des außerschulischen Lernortes des Lehrers hinausgehen. Somit können durch außerschulisches Lernen Lernaktivitäten auf affektiver, kognitiver und psychomotorischer Ebene unterstützt werden (vgl. KELLER et al., 2015, S. 186).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Notwendigkeit handlungsorientierter Lernmethoden außerhalb des klassischen Schulunterrichts, um Handlungskompetenz zu fördern.
2. Außerschulisches Lernen: Das Kapitel definiert den Begriff des außerschulischen Lernens, stellt dessen Charakteristika wie Selbsttätigkeit und Primärerfahrungen heraus und erörtert die Rolle der Lehrkraft sowie Vor- und Nachteile.
3. Außerschulische Lernorte: Hier werden außerschulische Lernorte klassifiziert und Qualitätskriterien für deren didaktische Nutzung definiert.
4. Schulisches und außerschulisches Lernen: Dieses Kapitel untersucht das Verhältnis von schulischem zu außerschulischem Lernen und wie letzteres methodisch sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann.
5. Außerschulische Unterrichtsreihe „Klimadetektive“: Die Unterrichtsreihe wird detailliert vorgestellt, inklusive Begründungen, Sachanalyse, didaktisch-methodischem Kommentar und Lernzielen zum Klimaschutz.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und diskutiert kritisch die Integration außerschulischer Lernorte unter den gegebenen schulischen Rahmenbedingungen.
Schlüsselwörter
Außerschulisches Lernen, Außerschulische Lernorte, Klimawandel, Klimaschutz, Handlungskompetenz, Primärerfahrungen, Sachunterricht, Unterrichtsreihe, Handlungsorientierung, Situiertes Lernen, Umweltbildung, Didaktik, Nachhaltigkeit, Methodenwechsel, Projektarbeit
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem außerschulischen Lernen und der Integration außerschulischer Lernorte in den Schulunterricht, exemplarisch dargestellt an einer Unterrichtsreihe zum Thema Klimaschutz.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind die theoretischen Grundlagen des außerschulischen Lernens, Didaktik, Methoden, die Rolle der Lehrkraft, rechtliche Aspekte sowie die praktische Umsetzung einer Projektwoche.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Mehrwert außerschulischer Lernorte aufzuzeigen und ein exemplarisches Konzept vorzustellen, das Lehrkräften bei der Planung und Integration solcher Lernarrangements hilft.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär genutzt?
Es handelt sich um eine theoretische Masterarbeit, die durch Literaturanalyse und die Konzeption einer Unterrichtsreihe methodisch fundiert wird.
Was wird im praktischen Teil der Arbeit behandelt?
Im praktischen Teil wird eine Unterrichtsreihe zu „Klimadetektiven“ vorgestellt, die verschiedene außerschulische Elemente wie Besuche bei Experten und in der Natur enthält.
Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Handlungsorientierung, Primärerfahrungen, Situiertes Lernen und die notwendige Verzahnung von Theorie und Praxis.
Wie unterscheidet sich die Arbeit von anderen Studien zum Thema?
Die Arbeit verknüpft die allgemeine Didaktik des außerschulischen Lernens sehr spezifisch mit einem aktuell hochrelevanten gesellschaftlichen Thema, nämlich dem Klimawandel, und liefert direkt anwendbare Materialien.
Welche Herausforderungen beim außerschulischen Lernen nennt die Autorin?
Es werden insbesondere der hohe didaktische und methodische Mehraufwand für Lehrkräfte, organisatorische Hürden und die Problematik der Leistungsbewertung in offenen Lernsettings hervorgehoben.
- Quote paper
- Anna Baer (Author), 2018, Außerschulische Lernorte mit einer exemplarischen Unterrichtsreihe zum Thema Klimaschutz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448185