Gegenstand der vorliegenden Arbeit war es, Zusammenhänge zwischen wahrgenommenen Flexibilitätsanforderungen (PFR), beruflicher Sinnerfüllung, und allgemeinem Wohlbefinden aufzudecken. Zuerst werden die Hypothesen aus dem aktuellen Forschungsstand zu allen relevanten Konstrukten abgeleitet, und dann anhand einer korrelativen Querschnittstudie (N = 341) getestet. Es wurden hochsignifikante positive Korrelationen zwischen der Anforderung an Selbstorganisation (PFR-task) und beruflicher Sinnerfüllung, der Anforderung an selbstbestimmtes Lernen (PFRlearning) und beruflicher Sinnerfüllung, der Anforderung an Selbstorganisation (PFR-task) und allgemeinem Wohlbefinden, sowie beruflicher Sinnerfüllung und allgemeinem Wohlbefinden nachgewiesen. Außerdem wurde ein hochsignifikant negativer Zusammenhang zwischen der Anforderung an räumlich-zeitliche Flexibilität (PFR-time) und dem allgemeinen Wohlbefinden, sowie ein Mediationseffekt von beruflicher Sinnerfüllung auf den Zusammenhang zwischen der Anforderung an Selbstorganisation (PFR-task) und allgemeinem Wohlbefinden, ermittelt.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Theoretischer Hintergrund
II.1 Flexibilitätsanforderungen
II.1.1 die Theorie des Arbeitskraftunternehmers
II.1.2 wahrgenommene Flexibilitätsanforderungen (PFR)
II.2 Sinn
II.2.1 Definition von Sinn
II.2.2 Sinnerfüllung und Sinnkrise
II.2.3 berufliche Sinnerfüllung
II.3 Wohlbefinden
III. Forschungsfrage: In welchem Zusammenhang stehen Flexibilitätsanforderungen, berufliche Sinnerfüllung und Wohlbefinden?
IV. Methoden
IV.1 Stichprobe
IV.2 Eingesetzte Instrumente
IV.3 Durchführung der Untersuchung
IV.4 Statistische Analyseverfahren
V. Ergebnisse
V.1 interne Konsistenzen.
V.2 deskriptive Ergebnisse
V.3 Hypothesentestung
VI. Diskussion
VI.1 Diskussion der deskriptiven Daten
VI.2 Diskussion der Hypothesen
VI.3 Limitationen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen wahrgenommenen Flexibilitätsanforderungen, beruflicher Sinnerfüllung und dem allgemeinen Wohlbefinden von Arbeitnehmern. Ziel ist es, durch die Analyse der wechselseitigen Abhängigkeiten dieser Konstrukte zu verstehen, wie unternehmerische Anforderungen an die Flexibilität der Mitarbeiter deren Arbeitserleben und seelische Gesundheit beeinflussen.
- Flexibilitätsanforderungen und Theorie des Arbeitskraftunternehmers
- Berufliche Sinnerfüllung als multidimensionales Konstrukt
- Eudaimonisches vs. hedonisches Wohlbefinden
- Mediationseffekte von Sinnerfüllung auf den Zusammenhang zwischen Arbeitsanforderungen und Wohlbefinden
- Implikationen für die Gestaltung von Arbeitsumgebungen
Auszug aus dem Buch
I. Einleitung
In Zeiten der Liberalisierung des Welthandels werden Mitarbeiter mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert. Betriebe müssen, um den veränderten Ansprüchen der Märkte nachzukommen, neue Wege gehen, vor allem um international konkurrenzfähig zu bleiben. Sie reagieren darauf mit Flexibilität auf allen Ebenen, und fordern dabei auch von ihren Angestellten mehr Flexibilität ein (Kiem, 2011). Strategien des Managements, die mit Flexibilität einhergehen und neue Anforderungen an die Beschäftigten stellen, sind beispielsweise der steigende Anteil von Zeitarbeit, die Reduktion von hierarchischen Ebenen innerhalb der Firmen und der innerbetrieblichen Bürokratie, das Einsetzen von selbstregulierten Teams und Projektarbeit, flexiblere Arbeitszeiten, sowie das Führen durch Zielvereinbarungen oder andere Managementpraktiken, welche die Verantwortung der Mitarbeiter für ihre täglichen Aufgaben erhöhen (vgl. Allvin, 2011; Oeij & Wiezer, 2002).
Berufstätige müssen diesen neuen Ansprüchen gerecht werden, wenn sie in solch einer Arbeitswelt bestehen wollen (Kiem, 2011). Dabei müssen sie Strategien entwickeln, die es ihnen erlauben den steigenden Anforderungen dauerhaft nachkommen zu können (Schnell, 2016). Konform dazu herrscht bei vielen Beschäftigten eine Art Liebe zur Arbeit, welche „sich nach außen hin ausdrückt in Flexibilität, Verfügbarkeit und Selbstverpflichtung bis zur Ausbeutung“ (Schnell, 2016, S. 152). Der Begriff der Sinnhaftigkeit spielt dabei eine wichtige Rolle, denn gleichzeitig wünscht sich ein zunehmender Anteil der Beschäftigten eine sinnvolle Arbeit.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den steigenden Druck auf Arbeitnehmer durch Flexibilisierungsstrategien in einer globalisierten Arbeitswelt und leitet die Forschungsfrage nach dem Zusammenhang mit Wohlbefinden und Sinnhaftigkeit ab.
II. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Theorie des Arbeitskraftunternehmers und definiert die zentralen Konstrukte: Flexibilitätsanforderungen, Sinnerfüllung und Wohlbefinden.
III. Forschungsfrage: In welchem Zusammenhang stehen Flexibilitätsanforderungen, berufliche Sinnerfüllung und Wohlbefinden?: Hier werden die sechs Hypothesen der Arbeit auf Basis theoretischer Annahmen formuliert.
IV. Methoden: Der Abschnitt beschreibt die Durchführung der Querschnittsstudie (N=341), die verwendeten Instrumente (Meaningful Work Scale, WHO-5 etc.) und die statistischen Analyseverfahren.
V. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Daten der Untersuchung, inklusive der internen Konsistenzanalysen, deskriptiver Daten und der Prüfung der aufgestellten Hypothesen.
VI. Diskussion: Im letzten Kapitel werden die Ergebnisse in den Forschungsstand eingeordnet, praktische Implikationen diskutiert und Limitationen der Studie kritisch hinterfragt.
Schlüsselwörter
Flexibilitätsanforderungen, Arbeitskraftunternehmer, berufliche Sinnerfüllung, Wohlbefinden, Selbstorganisation, eudaimonisches Wohlbefinden, Arbeitswelt, Sinnhaftigkeit, Mediationseffekt, Arbeitsengagement, Arbeitnehmer, Belastung, Eigenverantwortung, Arbeitsgestaltung, Querschnittstudie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Flexibilitätsanforderungen, die Arbeitgeber an ihre Mitarbeiter stellen, mit dem beruflichen Sinnerleben und dem allgemeinen Wohlbefinden der Beschäftigten zusammenhängen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung deckt die theoretischen Grundlagen des "Arbeitskraftunternehmers", die Konzepte beruflicher Sinnerfüllung sowie verschiedene Formen des Wohlbefindens ab.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzudecken, ob und wie verschiedene Flexibilitätsanforderungen das Wohlbefinden beeinflussen und ob berufliche Sinnerfüllung hierbei als vermittelnde Variable fungiert.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führte eine korrelative Querschnittsstudie mit 341 Probanden durch und nutzte statistische Verfahren wie die Pearson-Korrelation, Regressionsanalysen und Mediationsanalysen mittels SPSS.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Literaturarbeit, die Herleitung der Hypothesen, die methodische Beschreibung der Datenerhebung und die anschließende empirische Auswertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Flexibilitätsanforderungen, Arbeitskraftunternehmer, berufliche Sinnerfüllung, Wohlbefinden und Mediation.
Warum spielt die Anforderung an Selbstorganisation eine so zentrale Rolle?
Die Studie zeigt, dass Selbstorganisation als wesentlicher intrinsischer Motivator wirkt und eine hohe Bedeutung für das Empfinden von Sinnerfüllung am Arbeitsplatz hat.
Welche Bedeutung hat der Mediationseffekt in dieser Studie?
Die Ergebnisse belegen, dass die berufliche Sinnerfüllung den positiven Effekt der Anforderung an Selbstorganisation auf das allgemeine Wohlbefinden vollständig vermittelt.
Was sind die Hauptergebnisse bezüglich der räumlich-zeitlichen Flexibilität?
Die Studie bestätigt einen hochsignifikanten, negativen Zusammenhang zwischen Anforderungen an räumlich-zeitliche Flexibilität (wie z.B. bei Schichtarbeit) und dem allgemeinen Wohlbefinden.
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- Maximilian Stinglhamer (Autor), 2017, Über den Zusammenhang von Flexibilitätsanforderungen, beruflicher Sinnerfüllung und Wohlbefinden, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/448439