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Systeme der Einlagensicherung in Deutschland

Title: Systeme der Einlagensicherung in Deutschland

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marius Janßen (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen dieser Seminararbeit werden neben der Beschreibung der deutschen Einlagensicherungssysteme auch Gründe für die Entstehung deren Koexistenz aufgezeigt.

Beginnend wird auf die Entstehung und Entwicklung der Sicherungssysteme aus vergangenen Ereignissen eingegangen. Diese historische Einordnung gibt Aufschluss über die Hintergründe und den Entwicklungsprozess.

Im weiteren Verlauf werden die Begriffe der „Einlagen“ und „Einlagensicherung“ abgegrenzt. Es folgt die Darstellung des in Deutschland aktuell wirkenden Sicherungssystems für Einlagen. Dieses System geht von einer gesetzlichen Grundlage auf, die im Rahmen von europäischen Vorgaben als Mindestabsicherung umgesetzt werden musste. Darauf aufbauend wirkt die freiwillige Einlagensicherung, deren Entstehung deutlich vor der Gesetzesnorm datiert wird. Das freiwillige Einlagensicherungssystem wird gegliedert in die Absicherung der privaten Banken, der öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Kreditinstitute. Wesentliche Unterscheidungsmerkmale sind die Wirkungen der Sicherungseinrichtungen. Dabei gilt es die direkte Entschädigung der Einleger der privaten Banken von der indirekten, institutssichernden Entschädigung der öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Institute zu diversifizieren.

Fortführend wird auf Aufgaben der Einlagensicherungssysteme eingegangen, die den eigentlichen Sinn der Entschädigung von Einlegern übersteigen. Zu diesen Aufgaben gehört die Sicherung des Bankensystems und, damit verbunden, der Schutz des Vertrauens der Einleger in dieses. Die Belastbarkeit der vorhandenen Sicherungseinrichtungen hinsichtlich der benötigten Summen zur Rettung aus der Bankenkrise in 2008 wird kritisch betrachtet. Vertiefend wird auf die Moral Hazard-Problematik eingegangen. Diese Problematik offenbart eine mögliche Abwärtsspirale im Falle einer 100%-Absicherung.

Abschließend findet sich ein Ausblick auf die geplante Bildung einer europäischen Bankenunion zur Harmonisierung der Einlagenabsicherung auf europäischer Ebene.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einlagensicherungssysteme in Deutschland

2.1. Geschichtliche Entwicklung der Einlagensicherung in Deutschland

2.2. Begriffsbestimmungen

2.2.1. „Einlagen“

2.2.2. „Einlagensicherung“

2.3. Einlagensicherungssysteme

2.3.1. Gesetzliche Einlagensicherung

2.3.2. Freiwillige Einlagensicherung

2.3.2.1. Sicherungssystem der Privatbanken

2.3.2.2. Sicherungssystem der öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Banken

3. Ziel der Einlagensicherungssysteme

3.1. Einlegerschutz

3.2. Schutz des Bankensystems

3.3. Moral Hazard bei Banken

4. Belastbarkeit der Einlagensicherungssysteme

5. Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit analysiert die Strukturen und die historische Entwicklung der Einlagensicherungssysteme in Deutschland, um deren Funktion für den Einlegerschutz und die Stabilität des Bankensystems zu beleuchten. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich freiwillige und gesetzliche Sicherungseinrichtungen ergänzen und welche Herausforderungen – wie das Moral-Hazard-Problem oder die Belastungsgrenzen im Krisenfall – für die Einlagensicherung bestehen.

  • Historische Entwicklung und Ursprünge der Einlagensicherung in Deutschland
  • Systematik der gesetzlichen gegenüber der freiwilligen Einlagensicherung
  • Bedeutung der Einlagensicherung für das Vertrauen in das Bankensystem
  • Analyse der Belastbarkeit von Sicherungseinrichtungen in Krisenzeiten
  • Diskussion über das Moral-Hazard-Problem im Bankensektor
  • Perspektiven einer europäischen Bankenunion zur Harmonisierung

Auszug aus dem Buch

3.2. Schutz des Bankensystems

Ein weiterer Faktor der Einlagensicherungssysteme ist der Schutz der Stabilität des Bankensystems insgesamt. Durch das Zusammenbrechen einer Bank kann eine Kettenreaktion entstehen, die Einleger anderer, solider Banken veranlasst, ihre Einlagen abzuziehen. Dies wird als Banken-Run bezeichnet. Die Ursachen hierfür sind der Vertrauensverlust in das Bankensystem und das Bedürfnis, das Ersparte in Sicherheit zu bringen. Selbst solide Banken halten nicht sämtliche Mittel ihrer Einleger vor. Dies beruht auf der Grundlage der Bodensatztheorie. Sie besagt, dass sich aus kurzfristigen Einlagen bei Banken ein langfristiger „Bodensatz“ bildet. Er entsteht durch Einlagen, die auf kurzfristige Konten eingezahlt werden und aus verschiedenen Gründen von den Einlegern mittel- bis langfristig nicht verfügt werden. Somit kann das Kreditinstitut diesen „Bodensatz“ langfristig und damit fristeninkongruent anlegen. Mögliche Anlagen der Bank hierzu sind z.B. längerfristige Kredite. Die fristeninkongruente Verwendung dieses „Bodensatzes“ beeinträchtigt gemäß der Theorie nicht die Liquidität einer Bank. Da bei einer normalen Zinsstruktur die langfristigen Zinsen die kurzfristigen übersteigen, führt die fristeninkongruente Anlage der Bank zu einem höheren Ertrag.

Jedoch bleibt ein Risiko: Die Liquiditätsnachfrage der Einleger steigt auf Grund von externen Ereignissen über das gewöhnliche Maß und kann auf Grund der fristeninkongruenten Anlage der Gelder durch das Kreditinstitut unter Umständen nicht bedient werden. Der weitere Prozess eines Runs führt zum Verkauf von Aktiva, um die Illiquidität herauszuschieben. Solche Notverkäufe führen i.d.R. zum Verkauf unter Wert. Daraus folgt kurz- bis mittelfristig die Überschuldung des Kreditinstituts, da die Forderungen das Vermögen der Bank übersteigen. Die Einleger der zuvor soliden Bank können nun nicht mehr über ihr Erspartes verfügen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation und den Aufbau der Seminararbeit vor, wobei die historische Relevanz und die aktuellen Herausforderungen der Einlagensicherung skizziert werden.

2. Einlagensicherungssysteme in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entstehung, definiert grundlegende Begriffe und differenziert zwischen gesetzlichen und freiwilligen Sicherungssystemen für verschiedene Bankentypen.

3. Ziel der Einlagensicherungssysteme: Hier werden die zentralen Funktionen der Sicherungssysteme – namentlich der Schutz von Einlegern, die Stabilisierung des Bankensystems und die Problematik des Moral Hazard – detailliert analysiert.

4. Belastbarkeit der Einlagensicherungssysteme: Dieses Kapitel untersucht kritisch, ob die vorhandenen Sicherungseinrichtungen in Deutschland in der Lage wären, einen großflächigen Zusammenbruch oder massive Krisen finanziell abzufedern.

5. Ausblick: Der abschließende Teil thematisiert die geplante europäische Bankenunion und deren potenzielle Auswirkungen auf die deutsche Einlagensicherung sowie die damit verbundene Debatte um Altrisiken und Moral Hazard.

Schlüsselwörter

Einlagensicherung, Bankenkrise, Einlegerschutz, Moral Hazard, Banken-Run, Bodensatztheorie, Institutssicherung, Bankenaufsicht, Bankenunion, Kreditwesengesetz, Finanzmarktstabilität, gesetzliche Einlagensicherung, freiwillige Einlagensicherung, Europäische Zentralbank, Liquidität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Aufbau, der historischen Entwicklung und der Funktionsweise der verschiedenen Systeme zur Einlagensicherung in Deutschland, die Einleger im Insolvenzfall schützen sollen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Abgrenzung zwischen gesetzlichen und freiwilligen Systemen, die Zielsetzungen des Einlegerschutzes sowie die Stabilität des gesamten Bankensystems in Krisenzeiten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Koexistenz verschiedener Sicherungsmodelle darzustellen und kritisch zu hinterfragen, wie belastbar diese Systeme angesichts von Finanzkrisen und der angestrebten europäischen Bankenunion sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Regelwerke, historischer Ereignisse sowie aktuellen Fachdiskussionen zur Bankenregulierung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird die Systematik der deutschen Sicherungseinrichtungen erläutert, die ökonomischen Ziele hinter der Sicherung analysiert und eine kritische Betrachtung der finanziellen Belastbarkeit vorgenommen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Einlagensicherung, Bankenkrise, Moral Hazard, Banken-Run und Institutssicherung maßgeblich charakterisiert.

Warum wird das "Moral-Hazard-Problem" als so kritisch angesehen?

Das Problem ist kritisch, weil eine zu hohe Absicherung Anreize schafft, bei Investitionen übermäßige Risiken einzugehen, da Verluste im Ernstfall von der Gemeinschaft getragen werden.

Welche Rolle spielt die "Bodensatztheorie" bei der Stabilität von Banken?

Die Theorie erklärt, dass Banken aufgrund der statistischen Annahme, dass Einleger nicht gleichzeitig ihr gesamtes Guthaben abheben, kurzfristige Einlagen langfristig und fristeninkongruent anlegen können, was jedoch das Risiko eines Banken-Runs birgt.

Wie unterscheidet sich die Institutssicherung vom klassischen Einlegerschutz?

Während die klassische Einlagensicherung im Insolvenzfall den Kunden entschädigt, zielt die Institutssicherung darauf ab, die Liquidität und Solvenz des Kreditinstituts selbst zu erhalten, um eine Insolvenz von vornherein zu verhindern.

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Details

Title
Systeme der Einlagensicherung in Deutschland
College
University of Applied Sciences Essen
Course
Banking
Grade
2,0
Author
Marius Janßen (Author)
Publication Year
2013
Pages
27
Catalog Number
V449823
ISBN (eBook)
9783668835917
ISBN (Book)
9783668835924
Language
German
Tags
Einlagensicherung 3-Säulen Gesetzliche Einlagensicherung Freiwillige Einlagensicherung Moral Hazard Einlegerschutz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marius Janßen (Author), 2013, Systeme der Einlagensicherung in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/449823
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