Vier Wege zum unternehmerischen Erfolg. Der Ansatz von John B. Miner


Seminararbeit, 2018
23 Seiten, Note: 1,3
Nini Lovevalley (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unternehmertypen nach Miner
2.1 Der Umsetzer
2.1.1 „Need to achieve“
2.1.2 „Desire for feedback“
2.1.3 „Desire to plan and set goals“
2.1.4 „Strong personal initiative“
2.1.5 „Strong personal commitment to their organization“
2.1.6 „Believe that one person can make a difference“
2.1.7 „Belief that work should be guided by personal goals, not those of others“
2.1.8 „The Achieving Route“
2.2 Der Superverkäufer
2.2.1 „Capacity to understand and feel with another“
2.2.2 „Desire to help others“
2.2.3 „Belief that social processes are very important“
2.2.4 „Need to have strong positive relationships with others“
2.2.5 „Belief that a sales force is crucial to carrying out company strategy“
2.2.6 „The Selling Route“
2.3 Der Manager
2.3.1 „Desire to be a corporate leader“
2.3.2 „Decisiveness“
2.3.3 „Positive attitudes to authority“
2.3.4 „Desire to compete“
2.3.5 „Desire for power“
2.3.6 „Desire to stand out from the crowd“
2.3.7 „The Managing Route“
2.4 Der Ideenexperte
2.4.1 „Desire to innovate“
2.4.2 „Love of ideas“
2.4.3 „Belief that new product development is crucial to carrying out company strategy“
2.4.4 „Good intelligence“
2.4.5 „Desire to avoid taking risks“
2.4.6 „The Idea Generating Route“
2.5 Der komplexe Unternehmer
2.6 Der unspezifische Unternehmer
2.7 Besonderheiten von Unternehmereigenschaften bei Frauen

3. Hintergrund und Einschätzung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der Vergangenheit wurde im Rahmen der Unternehmerforschung das persönlichkeitstheoretische Konzept von David McClelland weltweit bekannt. In seinen Ausarbeitungen unterscheidet er drei menschliche Bedürfnisse, welche die menschliche Motivation bestimmen - das Macht-, Zugehörigkeits- sowie Leistungsbedürfnis (vgl. McClelland 1985). Diese Leistungsmotivationstheorie dient noch heute der Forschung in diesem Gebiet als Grundlage. Zahlreiche Untersuchungen der letzten Jahrzehnte beschäftigen sich mit dem Einfluss der individuellen Persönlichkeit auf unternehmerische Eignung und unternehmerischen Erfolg (vgl. Seibert und Zhao 2006).

Sogar Joseph Schumpeter, eine Koryphäe auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften, ließ Konzepte wie Innovationsfähigkeit, Zielorientierung, Dominanz und weitere Persönlichkeitsfaktoren des Unternehmers in seine Theorien zur ökonomischen Entwicklung einfließen (vgl. Frese und Rauch 2007).

Auch John B. Miner beschäftigte sich im Rahmen seiner Forschung mit Persönlichkeitstheorien für entrepreneurialen Erfolg und orientierte sich hierbei teilweise an den psychologischen Untersuchungen McClellands. Es gilt als viel verbreitete Annahme, dass eine bestimmte Art von Personen existiert, die sich auf Grundlage ihrer Charaktereigenschaften hervorragend als Unternehmer eignen. Viele gehen daher davon aus, dass bestimmte Charaktere mit Schwierigkeiten auf ihrem Weg zum unternehmerischen Erfolg zu rechnen haben und andere wiederum gar nicht. Einige Untersuchungen bestätigen sogar die genannten Annahmen. Wieso jedoch versagen einige Unternehmer mit einem Venture, aber haben Erfolg mit einem anderen? Wieso sind einige sofort erfolgreich, doch versagen sobald ihr Unternehmen eine gewisse Größe erreicht hat? Basierend auf 20 Jahren Forschung und einer systematischen sieben Jahre andauernden Untersuchung hat Miner hundert etablierte Unternehmer studiert, Interviews mit Unternehmen geführt und Persönlichkeitsuntersuchungen durchgeführt. Basierend auf dieser Forschung konnte er eine neue Sichtweise auf Entrepreneure, ihren Erfolg und Misserfolg gewinnen.

Seine Haupterkenntnis lautet, dass man nicht nur von einem, sondern vielmehr vier Unternehmertypen ausgehen muss, von welchen ein jeder individuelle Persönlichkeitsmerkmale aufweist. Darüber hinaus müsse, so Miner, jeder dieser Typen einem bestimmten Pfad auf dem Weg zum Erfolg folgen sowie seine Unternehmung auf eine bestimmte Art und Weise führen. Sein Buch „The 4 Routes to Entrepreneurial Success“ stellt Unternehmertypen sowie den für sie optimalen Weg zum Erfolg vor und erklärt, wie die gefundenen Informationen für sich selbst und andere genutzt werden können. Mithilfe seiner Ergebnisse soll es möglich sein, das persönliche Unternehmertalent festzustellen, einzugrenzen und darauf basierend den optimalen Weg zum unternehmerischen Erfolg zu finden (vgl. Miner 1996). Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sammeln sich Forschungen zu Persönlichkeitsmerkmalen von Entrepreneuren aus dem ökonomischen, psychologischen und soziologischen Blickwinkel (vgl. Kerr et al. 2017). Der Versuch, Entrepreneurship auf Grundlage von Persönlichkeitsmerkmalen zu erklären, wurde jedoch in der Vergangenheit oftmals kritisiert. So wird argumentiert, dass Entrepreneurship ausgesprochen vielfältiges Verhalten voraussetzt, um mit bestimmten Charakteristika erklärt werden zu können. Aufgrund solcher Kritik wurde in der Vergangenheit sogar oftmals gefordert, dahingehende Forschung komplett einzustellen. Doch spätestens seit dem Startup-Boom der letzten Jahre und dem Erfolg von Pitch-Serien im abendlichen Fernsehprogramm rücken eben solche Untersuchungen zum geeigneten Unternehmertyp wieder vermehrt in den Fokus (vgl. Frese und Rauch 2007) - die Ergebnisse John B. Miners aus dem Jahre 1996 scheinen heute, mehr als 20 Jahre später, so aktuell und gefragt wie nie. In dieser Ausarbeitung werden die Unternehmertypen nach Miner vorgestellt und vor dem Hintergrund anderer Untersuchungen beleuchtet, um zur Lösung folgender Frage beizutragen: wie viele Unternehmertypen gibt es tatsächlich?

2. Unternehmertypen nach Miner

Die von Miner ermittelten vier Typen nennen sich Umsetzer („Personal Achiever“), Superverkäufer („Supersalesperson“), Manager („Real Manager“) und Ideenexperte („Expert Idea Generator“). Darüber hinaus stellt die Untersuchung den komplexen Unternehmer („Complex Entrepreneur“) vor, der mehrere Eigenschaften der genannten Typen in sich vereint und geht sowohl auf unspezifische Unternehmer ohne dominante Persönlichkeitsmerkmale als auch darauf ein, inwiefern sich männliche und weibliche Unternehmer in ihren Eigenschaften voneinander unterscheiden. Für jeden Unternehmertyp legt Miner bestimmte Charaktereigenschaften fest, von denen manche auf eine Person zutreffen können, während dies bei anderen nicht der Fall ist. Auf dieser Grundlage können sich Eigenschaften aller vier Unternehmertypen im Charakter einer einzigen Person realisieren. Miner erklärt, dass sich unternehmerischer Erfolg nur einstellen kann, wenn ein Unternehmer basierend auf seiner Zusammenstellung von Persönlichkeitsmustern Situationen begegnet, in denen er seine Stärken ausspielen kann. Das richtige Zusammenspiel von Persönlichkeit und Verhalten bildet demnach den Weg zum Erfolg. Ein Superverkäufer sollte beispielsweise nicht die meiste Zeit damit verbringen, am Schreibtisch sitzend administrative Aufgaben zu erledigen. Ebenso wie persönlichen Stärken sollte jedoch auch den Schwächen genügend Beachtung zukommen, um sie möglichst zu neutralisieren. Als Ideenexperte neue Ideen zu entwickeln wäre beispielsweise eine Form, seine Stärken auszuspielen. Um neue Ideen auf dem Markt zu positionieren, benötigt ein Unternehmen allerdings ein entsprechendes System, das der Ideenexperte kaum bereitstellen kann. Solche und weitere Schwächen gilt es zu beachten (vgl. Miner 1996).1

2.1 Der Umsetzer

Als Umsetzer („Personal Achiever“) beschreibt Miner Personen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, erfolgreiche Unternehmer zu werden. Hierbei handelt es sich um den klassischen Unternehmer, wie man ihn sich vorstellt. Der Umsetzer bringt ein hohes Maß an Energie in das Unternehmen und investiert ebenso viele Arbeitsstunden in seine Aufgaben. Bei diesem Unternehmenstyp ist Feedback gerne gesehen, er plant gerne und setzt Ziele für zukünftige Erfolge. Mit viel Initiative und Einsatz für das Unternehmen und der Ansicht, dass nicht die Handlungen anderer, sondern eigene Taten das eigene Leben beeinflussen, möchte der Umsetzer seine Arbeit von eigenen Zielen geführt sehen - nicht von denen eines anderen. Den Umsetzer charakterisieren sieben wechselwirkende Eigenschaften hinsichtlich unternehmerischen Erfolgs. Personen, deren Persönlichkeit einen Großteil dieser Merkmale aufweist, werden von Miner dazu angewiesen, Unternehmer zu werden. Unter den vier Typen ist der Umsetzer die einzige Person, die fast ausschließlich als Entrepreneur erfolgreich sein kann - unter anderen Voraussetzungen können sie durchaus scheitern (vgl. Miner 1996, 9).

2.1.1 „Need to achieve“

Erfolg gilt als Hauptbedürfnis des Umsetzers, weshalb Erfolgserlebnisse für diesen Unternehmertyp wichtiger sind, als Niederlagen zu verhindern. Die genaue Analyse von Erfolgsmöglichkeiten verschiedener Alternativen wird vom Umsetzer vorsichtig durchgeführt. Aus dem Wunsch heraus, für von ihm erreichte Erfolge auch die entsprechende Anerkennung zu erhalten, bevorzugt er markante Alternativen mit individuellen Verantwortlichkeiten. Als sehr rationaler Entscheider eignet sich der Umsetzer grundsätzlich sehr gut als Corporate Manager, doch kann sein Verlangen nach individuellem Ruhm eine kooperative Zusammenarbeit mit anderen erschweren. In unternehmerischen Situationen jedoch kann der Umsetzer ein großes Maß an Energie aufbringen, um zum Erfolg des Unternehmens beizutragen - nicht selten werden Vertreter dieses Unternehmertyps daher Workaholics und versuchen wie in einem Wettbewerb immer mehr immer schneller zu erreichen, um anderen überlegen zu sein. Zwar kann ein junges Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern von einem solchen Einsatz und Enthusiasmus profitieren, da der Umsetzer durch lange Arbeitsstunden zur Kostensenkung beiträgt, ohne die Produktivität zu schwächen - doch findet sich der Umsetzer konstantem Stress ausgesetzt, den er auch in seinem Privatleben verspürt. Familienprobleme und Trennungen können die Folge sein (vgl. Miner 1996, 10f.).

2.1.2 „Desire for feedback“

Der Umsetzer benötigt Feedback in verschiedensten Bereichen, sei es für Erfolge oder Niederlagen. Feedback zu Profitabilität oder Produktivität beispielsweise hilft ihm dabei, bestimmte Erfolge mit seinem persönlich erbrachten Einsatz in Verbindung zu bringen. Auf diese Art und Weise behält der Umsetzer sich einen Energiefluss bei, der ihn anzutreiben imstande ist (vgl. a.a.O., 11).

2.1.3 „Desire to plan and set goals“

Mit seinem Fokus auf zukünftigen Möglichkeiten fühlt sich der Umsetzer vor allem angetrieben durch Aussichten auf zukünftige Erfolge. Planung und das Setzen persönlicher Ziele sind die Voraussetzung für das Skizzieren der Wege zum Erfolg. Diese genaue Planung rührt nicht zuletzt von einer zumindest minimalen Furcht vor einer wahrhaftigen Niederlage. Miner erklärt in seinem Buch, dass der Umsetzer hart arbeitet, da ihm bewusst ist, dass am Ende des „Regenbogens“ ein „Goldtopf“ auf ihn wartet - und, dass er weiß, wie er ihn erreicht (vgl. ebd.).

2.1.4 „Strong personal initiative“

Ohne Einfluss von anderen Personen ergreift der Umsetzer die Initiative und handelt eigenständig. Vorgesetzte oder Mitarbeiter sind in dieser Hinsicht nicht von Belang und würden zur Schmälerung seiner persönlichen Leistung beitragen. Diese Eigenschaft als Selbststarter und Initiator mag härtere und längere Arbeit verlangen, doch treiben die umso größere Zufriedenheit sowie die Anerkennung seiner Leistung am Ende den Umsetzer an. „Ich habe es selbst gemacht“ ist laut Miner ein Satz, den der Umsetzer nur allzu gerne aussprechen möchte (vgl. a.a.O., 11f.).

2.1.5 „Strong personal commitment to their organization“

Eine enge Bindung des Umsetzers zu seinem Unternehmen ist feststellbar, ebenso wie der Glaube und das Festhalten an die Werte und Ziele des Unternehmens. Aus diesem Grund sind sie bereit, viel und hart zu arbeiten und für eine lange Zeit im Unternehmen zu bleiben. Ein solcher Einsatz kann jedoch auch emotionalen Schmerz mit sich bringen, wenn Venture und Entrepreneur plötzlich getrennte Wege gehen. An Ruhestand denkt der Umsetzer im Vergleich zu anderen erst verhältnismäßig spät - viele Umsetzer bleiben in ihren Unternehmen bis in ihre 70er oder sogar 80er (vgl. Miner 1996, 12).

2.1.6 „Believe that one person can make a difference“

Dem Charakter des Umsetzers liegt vor allem der Glaube zugrunde, dass eine Person selbstverantwortlich für das eigene Leben ist. Dass eine andere Person oder Macht jenseits seines Einflusses Kontrolle ausüben könnte, erkennt er nicht als Möglichkeit an. Nach seinen Vorstellungen wird sich harte Arbeit immer auszahlen, da die Taten eines einzelnen immer etwas bewirken können (vgl. a.a.O., 12f.).

2.1.7 „Belief that work should be guided by personal goals, not those of others“

Als Individualist ist die perfekte Arbeitswelt für den Umsetzer eine, in der er unabhängig von Vorgaben durch Vorgesetzte und Organisationen arbeiten kann. Aus diesem Grund fühlt er sich im Rahmen seines eigenen Ventures sehr wohl. Es scheint nicht überraschend, dass der Umsetzer nicht gerne an Gruppenaktivitäten teilnimmt, die einen Einfluss auf seine Entscheidungsgewalt üben könnten. Als Nebeneffekt dieser Einstellung ist der Umsetzer nicht sehr erpicht darauf, mit Partnern zusammen zu arbeiten und versucht daher, selbige schnell wieder abzustoßen (vgl. a.a.O., 13).

2.1.8 „The Achieving Route“

Um erfolgreich zu sein, empfiehlt Miner Unternehmern des Typs Umsetzer, einem bestimmten Pfad zu folgen. Dieser Pfad besteht grundsätzlich darin, dem eigenen Charakter zuzuarbeiten und man selbst zu sein.

[...]


1 Um den Lesefluss zu erleichtern, wird im Folgenden auf die durchgehende Verwendung des Konjunktivs verzichtet.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Vier Wege zum unternehmerischen Erfolg. Der Ansatz von John B. Miner
Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main  (Entrepreneurship)
Veranstaltung
Entrepreneurship and Entrepreneurial Business Planning
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V449910
ISBN (eBook)
9783668837140
ISBN (Buch)
9783668837157
Sprache
Deutsch
Schlagworte
John Miner, Unternehmertypen, Unternehmenserfolg, Unternehmercharakter, Unternehmerpsychologie, Personality Traits
Arbeit zitieren
Nini Lovevalley (Autor), 2018, Vier Wege zum unternehmerischen Erfolg. Der Ansatz von John B. Miner, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/449910

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