In der vorliegenden Arbeit wurde erarbeitet, welche Barrieren und Einflussfaktoren, die ein nachhaltiges Konsumverhalten bedingen, innerhalb des Mode- und Bekleidungsbereichs von Bedeutung sind.
Speziell geht es um Barrieren, die Konsumenten am Kauf von nachhaltig hergestellter Bekleidung hindern.
Um ein Umdenken im Konsumentenverhalten fördern zu können, muss zunächst verstanden werden, welche Einflussfaktoren ein nachhaltiges Konsumverhalten bedingen und welche Rolle diese Einflussfaktoren im nachhaltigen Modekonsum spielen.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema welche Einflussfaktoren ein nachhaltiges Konsumverhalten bedingen und welche Rolle diese Einflussfaktoren in einem nachhaltigen Mode- und Bekleidungskonsum spielen.
Als Ziel und Forschungsfrage soll erarbeitet werden, welche Barrieren Konsumenten am nachhaltigen Mode- und Bekleidungskonsum hindern und hierbei steht speziell der Kauf von nachhaltig hergestellter Bekleidung im Vordergrund.
Im Folgenden wird zunächst der Ursprung des Nachhaltigkeitsbegriffs aufgezeigt sowie die Entstehung der Nachhaltigen Entwicklung erläutert. Anschließend wird der nachhaltige Konsum, dessen Relevanz innerhalb der nachhaltigen Entwicklung, sowie die Dimension, die ein nachhaltiger Konsum annehmen kann, aufgezeigt.
Schließlich werden Faktoren, die ein nachhaltiges Konsumverhalten beeinflussen, erläutert. Diese Einflussfaktoren dienen dazu, anhand einer empirischen Untersuchung herauszuarbeiten, welche Faktoren, die ein nachhaltiges Konsumverhalten generieren, ausschlaggebend für einen nachhaltigen Mode- und Bekleidungskonsum sind.
Anschließend werden anhand einer bestehenden Studie Barrieren aufgezeigt, die bereits im Zusammenhang mit dem Kauf von nachhaltig hergestellter Bekleidung belegt werden konnten. Diese Barrieren sowie Einflussfaktoren nachhaltigen Konsumverhaltens dienen als Grundlage für die Erstellung einer Untersuchung anhand welcher mit dem Instrument einer Umfrage herausgearbeitet werden soll, welche Zusammenhänge und Barrieren eines nachhaltigen Modekonsums und speziell den Kauf von nachhaltig hergestellter Bekleidung betreffend, aufgezeigt werden können.
Anschließend wird in der Analyse und der Auswertung der Umfrageergebnisse aufgezeigt, welche Barrieren in einem Zusammenhang mit einem nachhaltigen Modekonsum belegt werden können und welche Faktoren Konsumenten daran hindern, nachhaltig hergestellte Bekleidung zu kaufen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Zielsetzung
1.2. Aufbau
2. Nachhaltigkeit
2.1. Entstehung der nachhaltigen Entwicklung
2.2. Dimensionen der Nachhaltigkeit
2.3. Nachhaltiger Konsum
2.4. Einflussfaktoren nachhaltigen Konsumverhaltens
2.4.1. Attitude-Behavior-Gap
2.4.2. Low-Cost-Hypothese
2.4.3. Norm-Aktivierungs-Modell nach Schwartz
3. Nachhaltigkeit und Mode
3.1. Fast Fashion
3.2. Slow Fashion
3.3. Mode und Konsum
3.4. Ausmaß der Nachhaltigkeit im Bereich Bekleidung
3.4.1. Textilbündnis
3.4.2. Gütesiegel
3.4.3. Handlungsspektrum der Konsumenten
4. Vereinbarkeit von Nachhaltigkeit und Modekonsum
4.1. Innere Barrieren
4.2. Externe Barrieren
4.3. Umfrage
4.3.1. Zielsetzung
4.3.2. Auswertung und Analyse der Umfrage
4.3.2.1. Mangel an Wissen
4.3.2.2. Einstellung gegenüber nachhaltig hergestellter Bekleidung
4.3.2.3. Begrenzte Verfügbarkeit
4.3.2.4. Aufwand an Ressourcen
4.3.2.5. Vertrauenslücke
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, welche psychologischen und externen Barrieren Konsumenten davon abhalten, beim Kauf von Mode und Bekleidung nachhaltige Entscheidungen zu treffen, trotz eines oft vorhandenen Umweltbewusstseins.
- Analyse von Einflussfaktoren auf das nachhaltige Konsumverhalten
- Gegenüberstellung von Fast Fashion und Slow Fashion Ansätzen
- Untersuchung von Barrieren wie mangelndes Wissen, modische Anforderungen und Ressourcenaufwand
- Bedeutung von Gütesiegeln und deren Vertrauenswürdigkeit für den Konsumenten
- Empirische Erhebung mittels Online-Umfrage zur Identifikation konkreter Kaufhemmnisse
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die Mode hat viele Gesichter. Sie ist auf einfachster Ebene ein Gebrauchsgut, nämlich Bekleidung, welche die Menschen benötigen um sich vor der Umwelt zu schützen. Darüber hinaus ist Mode ein Trend, ein wandelnder, sozialer Spiegel der Gesellschaft, aufgeladen von Kultur und einem vorherrschenden Zeitgeist und gilt als Ausdrucksmittel der eigenen Persönlichkeit und den damit verbundenen Wertvorstellungen. Desweiteren ist die Textil und Bekleidungsindustrie ein bedeutender Wirtschaftszweig, der sich vor allem seit dem Zeitalter der Globalisierung stark entwickelt hat. Durch die geografische Verteilung und die Internationalisierung der Textilindustrie ist Mode gegenwärtig mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. Dies wird deutlich, wenn man sich zwei aktuelle Trends in der Modeindustrie vor Augen führt. Eine sich schnell entwickelnde, stark-modisch ausgerichtete und erschwingliche Mode steht einem nachhaltigen, bewussten Modekonsum gegenüber. Fast Fashion bedeutet Demokratisierung der Mode, denn durch eine schnelle Umsetzung der Fast Fashion Unternehmen von Modetrends der großen Modedesigner kann sich eine breite Masse der bezahlbaren Mode bedienen.
Jedoch liegt auch ein großer Schatten über diesem Trend. Aufkommender Massenkonsum aufgrund von sehr erschwinglichen Preisen und eine damit verbundene Wegwerfmentalität hat schwerwiegende, ökologische Folgen, die Umwelt und Mensch schaden. Wenn ein Baumwoll-T-Shirt nicht mehr als ein großer Eisbecher kostet, ist es naheliegend anzunehmen, dass Arbeiter innerhalb der Bekleidungsproduktion nur wenig finanzielle und menschenwürdige Wertschätzung ihrer Arbeit erlangen. Durch mediale Berichterstattungen wird deutlich, dass neben ökologischen Umweltschäden besonders die Menschen innerhalb der Textil- und Bekleidungsfertigung erheblich unter den Auswirkungen der schnellen Entwicklung des Fast Fashion Segments leiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Modeindustrie, die Diskrepanz zwischen Fast Fashion und nachhaltigem Konsum sowie die Herleitung der Forschungsfrage.
2. Nachhaltigkeit: Definition des Begriffs der nachhaltigen Entwicklung, Darstellung der Dimensionen sowie Analyse theoretischer Einflussfaktoren auf das Konsumverhalten.
3. Nachhaltigkeit und Mode: Erläuterung der Trends Fast und Slow Fashion sowie die Rolle von Gütesiegeln und dem Handlungsspektrum der Konsumenten in der Textilbranche.
4. Vereinbarkeit von Nachhaltigkeit und Modekonsum: Diskussion innerer und externer Barrieren anhand einer eigenen empirischen Umfrage, die Mangel an Wissen, Einstellung, Verfügbarkeit, Ressourcen und Vertrauen beleuchtet.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Vorschläge für zukünftige Forschungsarbeiten.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Modekonsum, Fast Fashion, Slow Fashion, Attitude-Behavior-Gap, Konsumentenverhalten, Umweltschutz, Textilindustrie, Kaufbarrieren, Gütesiegel, Nachhaltigkeitsstrategie, ökologische Verantwortung, Ressourcenaufwand, Sozialstandards, Konsumentscheidungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Vereinbarkeit von Mode und Nachhaltigkeit und untersucht, warum Konsumenten trotz eines Wissens über ökologische und soziale Probleme der Textilproduktion nur selten nachhaltig hergestellte Kleidung kaufen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Definition und Entwicklung von Nachhaltigkeit, die Dynamik der Fast Fashion Industrie versus Slow Fashion, sowie die Identifikation spezifischer Konsumentenbarrieren beim Bekleidungskauf.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Gründe für die Diskrepanz zwischen einer positiven Einstellung zu nachhaltiger Mode und dem tatsächlichen Kaufverhalten (Attitude-Behavior-Gap) zu ergründen und die größten Hindernisse für den Konsumenten zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Neben einer theoretischen Literaturanalyse führte die Autorin eine quantitative empirische Untersuchung mittels eines Online-Fragebogens durch, um Daten von 103 Teilnehmern zu Kaufbarrieren und Einstellungen zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Erklärungsmodelle (wie die Low-Cost-Hypothese oder das Norm-Aktivierungs-Modell) erläutert als auch eine detaillierte Analyse der Umfrageergebnisse zu den Themen Wissensmangel, modische Ansprüche, Warenverfügbarkeit und Vertrauen in Siegel durchgeführt.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nachhaltigkeit, Fast Fashion, Konsumentenverhalten, Kaufbarrieren, Attitude-Behavior-Gap und soziale/ökologische Standards.
Welche Rolle spielt das modische Bedürfnis bei der Kaufentscheidung?
Die Arbeit zeigt, dass ein hoher Stellenwert des modischen Aspekts eine signifikante Barriere darstellt, da Konsumenten oft die irrtümliche Annahme haben, nachhaltige Mode sei weniger modisch oder stünde im Widerspruch zu aktuellen Trends.
Wie bewerten die Konsumenten Gütesiegel?
Die Befragung ergab eine ausgeprägte Vertrauenslücke: Viele Konsumenten kennen kaum Siegel, und jene, die sie kennen, bewerten sie oft skeptisch, da sie unternehmenseigene Siegel lediglich als Instrument für Greenwashing wahrnehmen.
Welcher Faktor ist laut Arbeit die bedeutendste Barriere?
Die Untersuchung identifiziert den finanziellen Aufwand (die Assoziation von Nachhaltigkeit mit höheren Preisen) als die signifikanteste Barriere, die Konsumenten am nachhaltigen Modekonsum hindert.
Welche Bedeutung haben externe Barrieren?
Externe Barrieren, wie die begrenzte Auswahlvielfalt im stationären Handel und ein unzureichendes Angebot vor Ort, schränken Konsumenten ein, selbst wenn sie grundsätzlich die Absicht hätten, nachhaltiger zu konsumieren.
- Quote paper
- Alessa Faiss (Author), 2018, Vereinbarkeit von Mode und Nachhaltigkeit. Welche Barrieren hindern Konsumenten am nachhaltigen Modekonsum?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/449919