Ziel dieser Hausarbeit ist es, eine Darstellung für erfolgreiche funktionale Privatisierungen auf Grundlage der Argumente der Agenturtheorie zu verfassen, um die Erfolgsfaktoren herauszuarbeiten. Dabei wird folgendermaßen vorgegangen:
Die Hausarbeit basiert auf Literaturrecherchen und zum Einstieg werden in Kapitel 2 die Definitionen von wichtigen Begriffen vorgestellt. Neben den Erfolgsfaktoren und den Formen der Privatisierung kommt hier insbesondere die funktionale Privatisierung zur Sprache. Es schließt sich das Kapitel 3 mit den Überlegungen der Agenturtheorie an. Nachdem die Idee hinter der Agenturtheorie vorgestellt und einige Vorteile genannt wurden, werden essentielle Probleme und Kritikpunkte dargestellt. Diese Ausarbeitungen dienen als Voraussetzung für das Kapitel 4. Kapitel 2 und 3 werden hier miteinander verknüpft. Es werden die Erfolgsfaktoren von funktionalen Privatisierungen, die aus den Nachteilen und Problemen der Agenturtheorie geschlussfolgert werden können, beschrieben. Zu Erfolg führt etwas, wenn die Nachteile beseitigt oder reduziert und die Vorteile gefördert werden. Abschließend werden im Fazit die Erkenntnisse der Arbeit zusammenfassend dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Privatisierungen und Erfolg
2.1 Funktionale Privatisierung
2.2 Erfolgsfaktoren
3 Die Agenturtheorie
3.1 Überlegungen der Agenturtheorie
3.2 Nachteile und mögliche Probleme
4 Erfolgsfaktoren funktionaler Privatisierungen
4.1 Auswahl des Vertragspartners
4.2 Vertragsgestaltung
4.3 Anreizsysteme
4.4 Kontrollsysteme
4.5 Informationssysteme
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Ziel dieser Hausarbeit ist es, auf Basis der Agenturtheorie Erfolgsfaktoren für funktionale Privatisierungen zu identifizieren, um auftretende Probleme bei der Aufgabenübertragung an private Dritte zu minimieren.
- Definition und Abgrenzung der funktionalen Privatisierung im öffentlichen Sektor.
- Analyse der Agenturtheorie (Prinzipal-Agent-Modell) und ihrer inhärenten Interessenkonflikte.
- Untersuchung von Risiken wie Informationsasymmetrie, adverse selection und moral hazard.
- Erarbeitung von Lösungsansätzen durch Vertragsgestaltung, Anreiz- und Kontrollsysteme.
- Optimierung der Kooperation zwischen öffentlicher Verwaltung und privaten Akteuren.
Auszug aus dem Buch
3.2 Nachteile und mögliche Probleme
Es gibt jedoch auch Kritikpunkte zu der Agenturtheorie. Nachstehend werden einige Prinzipal-Agent-Probleme dargestellt: Durch den egoistisch handelnden Nutzenmaximierer entsteht ein Interessenkonflikt, indem jeder Vertragspartner versucht, den anderen zu übervorteilen. Es ist dementsprechend möglich, dass alle Handlungsspielräume, die in dem Vertrag vorhanden sind, von den Akteuren ausgenutzt werden, um in ihrem eigenen Interesse zu handeln (Alparslan 2006: 17). Dieser Interessenkonflikt ergibt sich schon aus einem ganz einfachen Beispiel: Der Auftraggeber, der Prinzipal, möchte seinen Auftrag möglichst schnell und in guter Qualität erledigt haben, dafür aber so wenig Geld wie möglich ausgeben. Der Auftragnehmer als Agent möchte allerdings eine hohe Geldleistung für eine möglichst geringe Arbeitsleistung bekommen (Schilling 2012: 88). Die Vor- und Nachteile von Ergebnis, Entschädigung und Aufwand der beiden Akteure werden bei Vertragsabschluss jeweils abgewogen (Alparslan 2006: 18).
Ein weiteres Problem ist die sogenannte Informationsasymmetrie. In der Regel besitzt der Agent einen Informationsvorsprung gegenüber dem Prinzipal, da er auf seinem Fachgebiet spezialisiert ist (Schilling 2012: 88). Durch diesen Informationsvorsprung entsteht dem Agenten ein Vorteil, genannt auch hidden information. Hidden action bezeichnet den Wissensvorsprung bezüglich des Leistungserbringungsprozesses und der Handlungen und hidden intentions die verdeckten Absichten des Agenten (Miebach 2012: 47). Hier kann auf der Seite des Agenten von Unaufrichtigkeit und Unehrlichkeit ausgegangen werden. Der Prinzipal besitzt in allen drei Fällen ein Informationsdefizit. Er ist fachlich nicht ausreichend spezialisiert und kennt die persönlichen Absichten des Agenten nicht, diese bleiben ihm verborgen. Das Ergebnis der vertraglichen Vereinbarung ist für den Auftraggeber zwar überprüfbar, der Leistungsprozess, sprich die Auswahl von Handlungsalternativen des Agenten und mögliche versteckte Mängel jedoch nicht; dies begünstigt die Verfolgung der eigenen Nutzenmaximierung des Agenten (ebd.: 47). Auf Grundlage dieser Beschreibung wäre es einem Agenten folglich möglich, den schlechter informierten Auftraggeber auszunutzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hier wird die Relevanz der funktionalen Privatisierung für öffentliche Verwaltungen dargelegt und das Ziel der Arbeit sowie das methodische Vorgehen definiert.
2 Privatisierungen und Erfolg: Dieses Kapitel definiert die verschiedenen Formen der Privatisierung und grenzt die funktionale Privatisierung als Hauptgegenstand der Arbeit ab.
3 Die Agenturtheorie: Es werden die theoretischen Grundlagen des Prinzipal-Agent-Modells erläutert und die daraus resultierenden spezifischen Probleme wie Informationsasymmetrie und Interessenkonflikte aufgezeigt.
4 Erfolgsfaktoren funktionaler Privatisierungen: Auf Basis der Theorie werden hier konkrete Lösungsansätze wie die sorgfältige Partnerwahl, Vertragsgestaltung sowie Anreiz- und Kontrollsysteme erarbeitet.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und der Empfehlung, die behandelten Erfolgsfaktoren zur Reduzierung von Risiken in der Praxis anzuwenden.
Schlüsselwörter
Funktionale Privatisierung, Agenturtheorie, Prinzipal-Agent-Theorie, öffentliche Verwaltung, Erfolgsfaktoren, Vertragsgestaltung, Informationsasymmetrie, Adverse Selection, Moral Hazard, Anreizsysteme, Kontrollsysteme, Kooperation, Outsourcing, Wirtschaftlichkeit, Verwaltungsreform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit primär?
Die Arbeit untersucht, wie funktionale Privatisierungen – also die Auslagerung der Aufgabenerfüllung durch öffentliche Verwaltungen – erfolgreich gestaltet werden können, indem die Risiken der Prinzipal-Agent-Beziehung minimiert werden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Organisationstheorie, dem öffentlichen Vergaberecht sowie den strategischen Instrumenten des Kontraktmanagements wie Anreiz-, Informations- und Kontrollsystemen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis der Agenturtheorie konkrete Erfolgsfaktoren zu identifizieren, die es der öffentlichen Hand ermöglichen, die Qualität und Wirtschaftlichkeit bei der Zusammenarbeit mit privaten Dritten sicherzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der theoretischen Herleitung von Lösungsansätzen durch die Anwendung der Prinzipal-Agent-Theorie auf das Verwaltungsmanagement.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert zunächst die theoretischen Grundlagen und Problemfelder (Kapitel 3) und leitet daraus im vierten Kapitel die praktischen Erfolgsfaktoren ab, wie die Auswahl des Partners und die detaillierte Vertragsgestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Kernbegriffe sind funktionale Privatisierung, Agenturtheorie, Informationsasymmetrie, Anreizsysteme und öffentliche Verwaltung.
Warum ist das Problem der Informationsasymmetrie so kritisch?
Da der private Agent über fachspezifisches Wissen verfügt, das dem öffentlichen Auftraggeber oft fehlt, kann der Agent dieses Defizit ausnutzen, um seine eigenen Interessen (z.B. Gewinnmaximierung) zulasten der vereinbarten Qualität oder Kosten zu verfolgen.
Wie kann eine öffentliche Verwaltung dem Risiko von "Adverse Selection" entgegenwirken?
Durch Methoden wie Screening (Qualitätsprüfungen) oder Self-Selection (Anbieten mehrerer Vertragsalternativen) kann der Prinzipal die versteckten Eigenschaften des potenziellen Partners besser einschätzen und den geeignetsten Anbieter auswählen.
Welche Rolle spielen Anreizsysteme in dieser Arbeit?
Anreizsysteme dienen dazu, die Interessen von Prinzipal und Agent anzugleichen, indem beispielsweise Prämien für exzellente Leistungen vergeben werden, anstatt nur ein starres Fixgehalt zu zahlen.
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- Vanessa Kramer (Autor), 2016, Erfolgsfaktoren funktionaler Privatisierungen. Agenturtheorie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450117