Branchenstrukturanalyse im Buchhandel

Eine Analyse aus der Perspektive des Sortimentsbuchhandels


Hausarbeit, 2018

24 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Branchenstrukturanalyse im Sortimentsbuchhandel
2.1 Identifikation und Definition der Branche
2.2 Methode
2.3 Markteintrittsbarrieren
2.4 Rivalität unter bestehenden Wettbewerbern
2.5 Bedrohung durch Substitute
2.6 Verhandlungsstärke der Lieferanten
2.7 Verhandlungsstärke durch Abnehmer
2.8 Kritische Würdigung der Five Forces

3 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Das langfristige Überleben am Markt und die nachhaltige Erzielung von Gewinnen sind in der Regel nicht vorrangig auf Indikatoren wie die Größe oder das Alter eines Unternehmens zurückzuführen, sondern vielmehr auf dessen erfolgreiche Strategien.“[1] Mit diesem Zitat verdeutlichen Kreikebaum et al., dass das Entwickeln von Strategien für Unternehmen notwendig ist, um langfristig im Wettbewerb bestehen zu können. Ein ehemals entwickeltes Strategiebündel scheint jedoch kein Garant für einen ewig andauernden Erfolg zu sein, wie das Beispiel des ehemaligen Weltmarktführers bei analogen Fotoapparaten – Kodak – aufzeigt.[2],[3] Aufgrund der zunehmenden Komplexität der Wettbewerbsumfelder stehen Manager im Rahmen der Strategieentwicklung oft Diskontinuitäten gegenüber, mit denen es umzugehen gilt.[4] Eine sich verändernde Branche kann folglich nicht allein durch statische Strukturen gekennzeichnet sein; vielmehr bilden die Strukturen das bisherige Handeln (oder auch Unterlassen) der einzelnen Branchenteilnehmer ab. Zu einer Strategieformulierung sollte es also gehören, das Unternehmen in Beziehung zu seinem Umfeld zu setzen.[5]

Als mögliches Instrument, bei dem das Unternehmensumfeld (also die Branche) auf strukturelle Merkmale untersucht wird, ist das „Five Forces“-Modell (deutsch.: Fünf-Kräfte-Modell) zu nennen. Das von Michael E. Porter, Universitätsprofessor an der Harvard Business School, entwickelte Modell beruht auf der grundlegenden Annahme, dass insgesamt fünf treibende Kräfte Macht innerhalb einer Branche ausüben und demgemäß das Gewinnpotenzial einer Branche beeinflussen sowie die Branchenattraktivität bestimmen. Mit der zunehmenden Stärke der einzelnen Kräfte sinkt, laut Porter, die Attraktivität einer Branche und desto schwieriger wird es, langfristige Wettbewerbsvorteile gegenüber den Wettbewerbern zu erzielen.[6]

Die zunehmende Digitalisierung stellt auch den Sortimentsbuchhandel vor neue Herausforderungen. Markt- und kundenorientiertes Denken gewinnt eine immer größere Bedeutung für die Sortimenter aufgrund des wachsenden E-Book-Marktes. Dies macht sich beispielsweise durch die steigende Aufnahme von Non-Büchern ins Programm der Buchhandlungen bemerkbar.[7] In einer Stellungnahme zu den aktuellen Zahlen (2016) des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis: „Mit Besorgnis beobachten wir allerdings – wie auch im Einzelhandel insgesamt – einen Rückgang der Kundenfrequenz, was sich auch in sinkenden Käuferzahlen niederschlägt. Mit dem zunehmenden Verschwinden inhabergeführter Geschäfte hat die Attraktivität vieler Innenstädte abgenommen. Das hat nun auch Auswirkungen auf den Buchhandel.“[8] Im Jahr 2016 erwirtschaftete die gesamte Buchbranche in Deutschland einen Umsatz von 9,276 Milliarden Euro und erzielte damit 1,0 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr.[9] Bei einer genauen Betrachtung der Marktanteile, welche nach Vertriebswegen aufgeteilt werden, zeigt sich jedoch, dass die Umsätze des Sortimentsbuchhandels gesunken sind.[10]

1.1 Ziel der Arbeit

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der Anwendung Poter’schen Fünf Kräfte auf den deutschen Sortimentsbuchhandel. Hierbei gilt es zu untersuchen, durch welche Strukturen der stationäre Sortimentsbuchhandel gekennzeichnet ist und welche Antriebskräfte diesen positiv und negativ beeinflussen. Ziel dieser Arbeit ist es, eine aussagekräftige Branchenanalyse für Branchenetablierte hervorzubringen. Den branchenetablierten Sortimentern soll die bestmögliche Position zur Abwehr gegen die drohenden und bestehenden Kräfte geboten werden. Abschließend soll aus der Sicht der potenziellen Brancheneinsteiger die Frage, ob die Branchenstrukturanalyse für die Entscheidung über einen Brancheneintritt als ausreichendes Instrument gelten kann, geklärt werden.

1.2 Aufbau der Arbeit

Zu einer besseren Darstellung wurde diese Arbeit in drei Teile gegliedert. Im ersten Kapitel wird der Zusammenhang zwischen der Strategieentwicklung und dem „Five Forces“-Modell nach Porter hergestellt sowie ein Überblick über die zu untersuchende Branche im Rahmen der Branchenstrukturanalyse verschafft. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Anwendung der Five Forces auf dem Sortimentsbuchhandel. Dabei soll das Modell auf seine Anwendbarkeit am genannten Praxisbeispiel untersucht und anschließend kritisch beurteilt werden. Im dritten und damit letzten Kapitel wird das Ergebnis der Branchenstrukturanalyse im Sortimentsbuchhandel zusammengefasst.

2 Branchenstrukturanalyse im Sortimentsbuchhandel

2.1 Identifikation und Definition der Branche

Porter definiert die Branche als „eine Gruppe von Unternehmen (...), die Produkte herstellen, die sich gegenseitig nahezu ersetzen können“.[11] In der Praxis gibt es geteilte Meinungen bezüglich der optimalen Branchendefinition.[12] Da sich die im Rahmen dieser Arbeit zu untersuchenden Händler auf den stationären Verkauf von Büchern spezialisiert haben, könnte der Gedanke, dass es sich hierbei um die allgemeingültige Definition der Buchhandelsbranche handeln könnte, sehr naheliegen. Der Duden beschreibt den Buchhandel als einen „Gewerbezweig, dessen Aufgabe [die Herstellung und] Vertrieb von Büchern und Zeitschriften ist.“[13] Diese Definition des Buchhandels erscheint noch etwas ungenau. Werden die einzelnen Wirtschaftsstufen des Buchhandels berücksichtigt, so ergibt sich ein klareres Bild des Buchhandels. Es wird zwischen dem herstellenden Buchhandel, dem Zwischenbuchhandel und dem Bucheinzelhandel unterschieden.[14] Summarisch lässt sich daher festhalten, dass der Sortimentsbuchhandel nur einen Teilzweig der Buchhandelsbranche bildet. Aufgrund der unterschiedlichen Wirtschaftsstufen und ihrer Ausrichtig erscheint es als sinnvoll und notwendig, die Buchhandelsbrache aus dem Blickwinkel einer einzigen Wirtschaftsstufe zu betrachten.[15]

Der stationäre Sortimentsbuchhandel deutet den Verkauf von Büchern mit einem festen Standort an. Dabei richtet sich der Verkauf an gewerbliche und private Endkäufer.[16] Neben dem Sortimentsbuchhandel gehören der Bahnhofs- und Warenhausbuchhandel zum verbreitenden Handel (Büchereinzelhandel).[17] Das Sortiment des Sortimentsbuchhändlers ist durch besondere Programmtiefe wie beispielsweise Belletristik, Hard- und Softcoverbücher, Fach-, Sach- und Reisebücher unterschiedlicher Autoren und Verlage gekennzeichnet.[18]

2.2 Methode

Die Five Forces basieren auf der Annahme, dass die fünf Determinanten – Gefahr durch potenzielle Brancheneinsteiger, Rivalität unter den bestehenden Wettbewerbern, Bedrohung durch Substitute und Verhandlungsstärke der Lieferanten sowie Abnehmer – eine Branche beeinflussen, indem sie ihre Macht ausspielen. Dies wirkt sich zum einen langfristig negativ auf die Gewinne aller Branchenteilnehmer aus; zum anderen sinkt damit die Attraktivität sowie die Profitabilität der Branche.[19] Von neuen potenziellen Brancheneinsteigern kann eine Gefahr ausgesehen, wenn sie innovativere und kostengünstigere Produkte anbieten als es die Alteingesessenen bisher konnten.[20] Die Macht der Lieferanten und Abnehmer kann erwachsen, wenn diese glaubhaft mit einer Vorwärts-/ Rückwärtsintegration, also der Übernahme von vor- oder rückgelagerten Produktionsstufen, drohen.[21] Auch branchenfremde Unternehmen werden als Konkurrenten betrachtet. Besonders dann, wenn sie Ersatzprodukte herstellen. Ersatzprodukte können die Gewinne einer ganzen Branche dauerhaft schmälern,[22] wenn sie beim Konsumenten auf Akzeptanz stoßen (da Substitute oft günstiger sind).[23] Die letzte Determinante stellt die Rivalität unter den bestehenden Wettbewerbern dar. Mitbewerber verfügen oft über unausgelastete Produktionskapazitäten, was sie in die Lage versetzt, ihre Produkte kostengünstiger herzustellen und dementsprechend auch günstiger am Markt anzubieten.[24]

Die genannten Kräfte werden, im Rahmen der Branchenstrukturanalyse am Beispiel des stationären Sortimentsbuchhandels angewandt und systematisch auf die strukturellen Merkmale untersucht. Dabei soll die Relevanz einer möglichst dichten Informationsgewinnung über die Triebkräfte nicht außer Acht gelassen werden. Je größer der Umfang der gewonnenen Informationen ausfällt, desto gezielter können Gegenmaßnahmen zur Festigung der eigenen Position beziehungsweise einer neuen Positionierung im Wettbewerb erarbeitet werden.

2.3 Markteintrittsbarrieren

Der Brancheneintritt durch neue Wettbewerber wird – aus der Sicht der Konsumenten – in der Regel positiv bewertet. Durch neue Anbieter bieten sich dem Konsumenten oft Ausweichmöglichkeiten auf günstigere oder kundenfreundlichere Produkte.[25] Als negativ wird der Markteintritt neuer Konkurrenten aus der Sicht der Alteingesessenen gewertet. Markteinsteiger bringen Kapital mit sich, wodurch sich die Preis- und Kostenstruktur der jeweiligen Branche zum Nachteil der Etablierten verändern kann.[26] Wie groß die Gefahr des Markteintritts ist, hängt von den sogenannten Markteintrittsbarrieren und den zu erwartenden Reaktionen der bestehenden Unternehmen ab.[27] Markteintrittsschranken stellen somit hemmende Einflussfaktoren dar, da sie den neuen Wettbewerbern den Eintritt in die Branche erschweren oder vor diesem abhalten. Folglich machen Markteintrittsbarrieren den Brancheneintritt für Neueinsteiger unattraktiv, je höher diese ausfallen.

Eine besondere Markteintrittsschranke stellen Skaleneffekte (englisch: economies of scale) im stationären Sortimentsbuchhandel dar. Economies of scale werden erzielt, wenn die Stückkosten bei steigender Ausbringungsmenge pro Zeiteinheit sinken.[28] Um die Wettbewerbsfähigkeit als Neueinsteiger gewährleisten zu können, besteht hier der Zwang, in hohen Ausbringungsmengen zu produzieren; anderenfalls müsste dieser Kostennachteile und die zu erwartenden Vergeltungsmaßnahmen der Etablierten akzeptieren.[29] In der Buchhandelsbranche können nur eingeschränkt Skaleneffekte aufgrund höherer Abnahmemengen von Büchern erzielt werden. Diese Einschränkung ist zurückzuführen auf das Diskriminierungsverbot in Deutschland nach § 20 GWB. Demnach dürfen marktmächtige Verlage die Filialisten bei der Konditionengestaltung nicht gegenüber branchenfremden Unternehmen, kleinen Buchhandlungen sowie den Barsortimenten[30] bevorzugen.[31] Das in Deutschland seit 1888 geltende Buchpreisbindungsgesetz (BuchPrG) bildet die zweite gesetzliche Markteintrittsbarriere. Mit diesem Gesetz sind Verlage nach § 1 BuchPrG zur Festsetzung verbindlicher Preise einen jeden Titel verpflichtet.[32] Der festgesetzte Preis ist ebenfalls für den Letztabnehmer (unter anderem stationärer Sortimentsbuchhändler) verbindlich.[33] Das Ziel dieses Gesetztes war und ist es, ein breites Buchangebot deutschlandweit zu sichern, da es sich beim Buch um ein Kulturgut handelt. Mit dem Gesetz des verbindlichen Preises kann hierdurch gewährleistet werden, dass das Angebot an Büchern für eine breite Öffentlichkeit zugänglich ist.[34] Ferner wurde den Sortimentern die Handlungsfreiheit, einen eigenen Preis für einen Titel festzulegen, genommen, da den Autoren, Verlegern und Sortimentern ohne die Preisbindung Schäden entstehen würden. Die Buchpreisbindung entstand demnach aus kulturpolitischen Beweggründen.[35]

Die Bereitschaft der Sortimenter, einen herausragenden Kundenservice[36] anzubieten, dürfte im Zusammenhang mit der Preisbindung besonders groß sein. Denn hier haben die Sortimenter keine Möglichkeit, sich von ihrer Konkurrenz durch niedrigere Preise oder speziell für sie angefertigte Bücher abzuheben. Porter erläutert hierzu, dass sich die Kaufentscheidung des Konsumenten auf den Preis und Service reduziert, wenn er ein Produkt als gewöhnliches Gebrauchsgut wahrnimmt. Dies bezieht sich in besonderem Maße auf die Umstellungskosten sowie die Produktdifferenzierung.[37] Neue Wettbewerber sollten daher ihre Aktivitäten im großen Umfang auf die Serviceleistungen ausrichten, die auch von den Etablierten angeboten werden, um langfristig wettbewerbsfähig bleiben zu können.

Eine weitere Markteintrittsbarriere wird mit dem hohen Kapitalbedarf geschaffen. In Zeiten steigender Mietkosten gestaltet sich auch für die Sortimenter die Standortwahl zunehmend schwieriger. Um den höchstmöglichen Umsatz im stationären Sortimentsbuchhandel erzielen zu können, ist ein verkehrsgünstig gelegener Standort mit einer hohen Kundenfrequenz notwendig. Aktuell betragen die Höchstmieten in der Hamburger Innenstadt zwischen 30 und 200 Euro je Quadratmeter bei Mietflächen zwischen 300 und 500 Quadratmetern. Zwischen 50 und 300 Euro je Quadratmeter kosten dagegen Flächen von bis zu 120 Quadratmetern und liegen damit auf einem deutlich höheren Preisniveau als größere Flächen.[38] Hier können auch größenunabhängige Kostennachteile beobachtet, wenn die Mietkosten bestehender Konkurrenten zum Vergleich herangezogen werden. Alteingesessene haben hier häufig den Vorteil, geringere Mietkosten (pro Quadratmeter) tragen zu müssen, da sie ihre Verträge früher mit den Vermietern abgeschlossen haben.[39] Abgesehen den hohen Mieten kann den Zugang zu den Vertriebskanälen – und damit auch zu den Einnahmen – durch den Brancheneinsteiger selbst verhindert werden. Nach Angaben des Börsenvereins vertreiben rund zwei Drittel aller Buchhandlungen inzwischen ihre Bücher auch über den Online-Vertrieb.[40] Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung kann daher angenommen werden, dass die Bereitschaft, neben dem stationären Handel, nun auch Online-Handel zu betreiben, zunehmend von den Kunden vorausgesetzt wird. Eine Eintrittshürde wird hier dann geschaffen, wenn die finanziellen Mittel sowie der Wille, sich dem digitalen Wandel anzupassen, nicht gegeben sind. Das Tätigwerden im Sortimentsbuchhandel macht außerdem finanzielle Investitionen in das Personal[41] und sowie die Ladeneinrichtung notwendig.[42] Die Warenbeschaffung stellt zunächst, wie der Begriff schon andeutet, eine Anschaffung dar und könnte daher als eine (riskante) Investition betrachtet werden. Hier erscheint die Eintrittsbarriere jedoch nicht besonders hoch, da den Buchhändlern oft das Remissionsrecht gewährt wird.[43] Damit wird das Hauptabsatzrisiko auf den Verlag abgewälzt.

Die Lern-/ Erfahrungskurve kann, in Anbetracht der oft mangelnden Branchenkenntnisse, zu einer Markteintrittsbarriere werden. Brancheneinsteigern könnten hier besondere Kenntnisse in Bezug auf Kundenbedürfnisse, qualitative Kundenberatung und gezieltes Verkaufen fehlen. Wie schon bereits erwähnt wurde, ist der Kundenservice aufgrund des Preisbindungsgesetztes besonders wichtig, um die Wettbewerbsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Das Etablieren auf dem Buchmarkt könnte also scheitern, wenn der Neueinsteiger keine Mittel zum Ausbilden seiner Mitarbeiter bereitstellt.[44]

Die Gefahr, mit neuen Mitbewerbern im stationären Buchhandel konfrontiert zu werden, kann als moderat eingestuft werden. Obwohl der Kapitaleinsatz in die Warenbeschaffung relativ risikoarm erscheint, schrecken die hohen Mietkosten in Großstädten und die staatlichen Barrieren vor einem Eintritt in die Branche ab. Ein erfolgreicher Eintritt in die Buchbrache ist außerdem kein Garant für das langfristige Etablieren auf dem Markt. Bestehende Buchhändler investieren oft massive Mittel, um zum einen die Markteintrittsbarrieren zu erhöhen und zum anderen die verlorenen Kunden zurückzugewinnen.

2.4 Rivalität unter bestehenden Wettbewerbern

Die Rivalität unter den bestehenden Wettbewerbern macht sich vor allem durch den Preiswettbewerb, die Einführung von neuen Produkten, die Ausweitung bestehender Absatzkanäle sowie Service- oder Garantieleistungen bemerkbar.[45] Porter führt an, dass die Rivalität dann entsteht, wenn die Konkurrenten ihre Marktstellung verbessern oder diese schützen wollen. Mit jeder Maßnahme eines Unternehmens, seine Position im Wettbewerb durch Preissenkung zu verteidigen, folgt eine Vergeltungsmaßnahme eines Konkurrenten, wodurch sich mittel- oder langfristig die Rentabilität einer ganzen Branche verschlechtern kann.[46] Im Hinblick auf das existierende Buchpreisbindungsgesetz können auf dem Buchmarkt jegliche Preiswettbewerbe ausgeschlossen werden. Wenn sich die Teilnehmer innerhalb einer Branche preislich nicht bekriegen – gilt diese Branche dann als friedlich oder gar als besonders rentabel? Ein pauschales Bejahen dieser beiden Fragen wäre in Anbetracht der aktuellen Branchenentwicklungen schlicht falsch.

[...]


[1] Kreikebaum et al. 2011, S. 17

[2] vgl. Die Presse 2012

[3] Kodak gilt als Erfinder der ersten Digitalkamera und ist ein weltweit bekannter Fotofilm- sowie Fotoapparat-Hersteller. Das derzeit insolvente Unternehmen entschied sich zum Zeitpunkt seiner Erfindung dazu, sich weiterhin dem Kerngeschäft mit den analogen Fotokameras zu widmen. Letzten Endes wurde der Digitalkamera-Pionier von seinen Mitbewerbern überholt und verpasste somit den Anschluss in die digitale Welt (vgl. Handelsblatt 2012).

[4] vgl. Kreikebaum et al. 2011, S. 112

[5] vgl. Porter 2013, S. 37-39

[6] vgl. Porter 2013, S. 37-39

[7] vgl. Börsenverein des Deutschen Buchhandels (2017)

[8] Börsenverein des Deutschen Buchhandels (2017)

[9] vgl. Börsenverein des Deutschen Buchhandels (2017)

[10] Den Berechnungen des Börsenvereins zufolge schrumpfte der Marktanteil des Sortimentsbuchhandels (ohne E-Commerce) gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozent auf 47,3 Prozent, während der Internetbuchhandel einen Umsatzzuwachs von 5,3 Prozent verzeichnen konnte und somit auf einen Marktanteil von 18,2 Prozent anstieg (vgl. Börsenverein des Deutschen Buchhandels (2017)).

[11] Porter 2013, S. 39

[12] vgl. Porter 2013, S. 39

[13] Duden (2017)

[14] vgl. Lohse 2009, S. 11-12

[15] Die Betrachtung aus dem Blickwinkel einer Wirtschaftsstufe war deshalb notwendig, da sonst keine klare Abgrenzung zwischen den Lieferanten und Abnehmern sowie Substituten möglich wäre.

[16] vgl. Handel erklärt (2017)

[17] vgl. Börsenverein des Deutschen Buchhandels (2017)

[18] vgl. Thalia (2017)

[19] vgl. Porter 2013, S. 53-54

[20] vgl. Porter 2013, S. 41-49

[21] vgl. Porter 2013, S. 61-63

[22] vgl. Thommen et al. 2017, S. 534

[23] vgl. Porter 2013, S. 60-61

[24] vgl. Porter 2013, S. 41-44

[25] vgl. Porter (2013), S. 60-61

[26] vgl. Thommen et al. 2017, S. 533

[27] vgl. Hungenberg 2014, S. 100-101

[28] vgl. Porter 2013, S. 41-44

[29] vgl. Porter 2013, S. 40-41

[30] Barsortimente werden im Abschnitt 2.6 (Verhandlungsstärke der Lieferanten) erläutert.

[31] Eine Ober- oder Untergrenze bei der Rabattgestaltung nennt der Gesetzgeber in diesem Zusammenhang nicht; es geht aus dem Gesetzestext lediglich hervor, dass die zu gewährenden Mengenrabatte, die den kleinen Buchhändlern und Filialisten gewährt werden, nicht zu weit voneinander abweichen dürfen (vgl. Börsenverein des Deutschen Buchhandels (2017)).

[32] Das Gewähren von Rabatten daher ist notwendig, damit die Buchverkäufer einen Gewinn aus dem Verkauf eines Titels erzielen können (vgl. Börsenverein des Deutschen Buchhandels (2017)).

[33] vgl. Bramann 1993, S. 57

[34] vgl. Börsenverein des Deutschen Buchhandels (2017)

[35] Preisbindung ist auf die geschichtliche Entwicklung im späten 19. Jahrhundert zurückzuführen. „Fernschleuderer“ aus den Buchhandelsmetropolen betrieben zu ihrer Zeit einen intensiven Versandbuchhandel und konnten dadurch Rabatte von bis zu 40 % anbieten. Als Folge wanderten die Kunden ab und kleine Sortimenter kamen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Diese konnten mittelfristig durch den Verkauf anderer Objekte (z.B. Lederwaren) überleben (vgl. Bramann 1993, S. 58-60).

[36] Besondere Leistungen, die auf den Kunden im Sortimentsbuchhandel ausgerichtet sind, umfassen in der Regel die Standortwahl, Sortimentsbreite /-tiefe, Zahlungsmöglichkeiten und Kundenberatung sowie das Reklamationsverhalten (vgl. Buchhandlung Hoffmann (2018), Thalia (2018), Börsenverein des Deutschen Buchhandels (2018)).

[37] Umstellungskosten können dem Kunden beim Wechsel zu einem anderen Anbieter entstehen; werden die Kosten vom Kunden als zu hoch wahrgenommen, wird er, der Theorie nach, keinen Wechsel vornehmen. Mithilfe der Produktdifferenzierung kann ein Unternehmen mittel- oder langfristig Isolierschichten schaffen, wenn es differenzierte Produkte anbietet (vgl. Porter 2013, S. 44-45).

[38] vgl. Großmann & Berger 2017, S. 2-3

[39] vgl. Porter 2013, S. 46

[40] vgl. Buch und Buchhandel in Zahlen 2017, S. 56

[41] vgl. Buch und Buchhandel in Zahlen 2017, S. 68

[42] vgl. Bramann 1993, S. 254-258

[43] Das Remissionsrecht wird vertraglich uns vor dem Kauf der Bücher zwischen dem Verlag und dem Buchhändler vereinbart. Es handelt sich folglich nicht um ein generelles Rückgaberecht. In der Regel werden verschmutze, falsch bedruckte Bücher oder nicht-nachgefragte Bücher zurückgegeben. Im Gegenzug erhält der Buchhändler eine Gutschrift oder es werden mängelfreie Bücher geliefert (vgl. Börsenverein des Deutschen Buchhandels (2017)).

[44] vgl. Porter 2013, S. 46-47

[45] vgl. Porter 2013, S. 53

[46] vgl. Porter 2013, S. 53-54

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Branchenstrukturanalyse im Buchhandel
Untertitel
Eine Analyse aus der Perspektive des Sortimentsbuchhandels
Hochschule
Universität Hamburg
Veranstaltung
Industrie- und Wettbewerbsanalyse
Note
1,0
Jahr
2018
Seiten
24
Katalognummer
V450178
ISBN (eBook)
9783668854109
ISBN (Buch)
9783668854116
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Buchhandel, Five forces, Porter, Branchenstrukturanalyse, Branchenanalyse, Buchhandelsbranche
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Branchenstrukturanalyse im Buchhandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450178

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