Die Systeme des Bolschewismus und Nationalsozialismus im Vergleich. Unterschiede und Ähnlichkeiten in Ideologie und Terror


Hausarbeit, 2018
17 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Totalitarismus-Theorie nach Juan J. Linz

3 Empirische Untersuchung: Bolschewismus und Nationalsozialismus im Vergleich
3.1 Ideologie
3.2 Terror

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Problemstellung

In der Politikwissenschaft ist es oftmals schwierig, sich auf eine eindeutige, von den Wissenschaftlern anerkannte Sachlage zu einigen. Ganz besonders ist dies in der Totalitarismus-Forschung der Fall, bei der in der Vergangenheit die unterschiedlichsten An- und Absichten zu konträren Definitionen und Analysen geführt haben. Von DER EINEN Totalitarismus-Theorie konnte und kann keine Rede sein. So gab und gibt es immer noch die unterschiedlichsten (vertretbaren) Ansichten vieler nennenswerter Autoren, wie etwa Hannah Arendt, Raymond Aron, Ernst Fraenkel, Carl Joachim Friedrich und Brzezinski Zbigniew – um nur einen Teil der ‚Klassiker‘ zu nennen.[1] Es gibt keine allgemein akzeptierten Kriterien, nach denen ein System als totalitär einzuschätzen ist. Da die abweichenden Definitionen des totalitären Staates auch zwangsweise zu unterschiedlichen Einschätzungen bzw. Kategorisierungen von Systemen führen, ist es nicht weiter verwunderlich, dass in der sogenannten Totalitarismus-Debatte unter anderem Uneinigkeit darüber herrscht, ob der Nationalsozialismus totalitär war. Zu großer Kritik führten in der Vergangenheit Vergleiche zwischen diesem und dem kommunistischen System der Sowjetunion, da diese z.T. für politische Zwecke – z.B. zur Schmälerung der nationalsozialistischen Verbrechen und zur Hetze gegen die Sowjetunion – missbraucht worden waren.[2]

Dementsprechend wichtig ist an dieser Stelle zu erläutern, dass der Theoretiker Juan J. Linz, dessen Theorie im Folgenden genauer dargestellt wird, die Meinung vertritt, dass das nationalsozialistische Regime durchaus als ein totalitäres System einzustufen ist. Dieses Urteil wird als Basis dieser Arbeit als zutreffend vorausgesetzt, auch wenn es andere, ebenso berechtigte und vertretbare Meinungen gibt – wie etwa die von Jerzy Maćków[3] –, die den Nationalsozialismus dem autoritären Typus zuordnen.

Das Ziel dieser Arbeit ist nicht zu klären, welches System NS-Deutschland letztlich gewesen sein mag, sondern vielmehr welche konkreten Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Nationalsozialismus und dem Bolschewismus zu erkennen sind. Es soll eine Antwort auf die Frage gegeben werden, inwiefern in den Bereichen der Ideologie und des Terrors zwischen beiden Systemen Unterschiede und Ähnlichkeiten, evtl. sogar Übereinstimmungen, festzustellen sind. Dafür werden zunächst die von Linz erarbeiteten Kriterien für ein totalitäres System analysiert.

2 Totalitarismus-Theorie nach Juan J. Linz

Wie in der Problemstellung bereits angedeutet, gibt es viele unterschiedliche Meinungen innerhalb der Totalitarismus-Forschung. In einem prägnanten literarischen Überblick der Forschung bezeichnet Balík das Werk „Totalitäre und autoritäre Regime“ von Juan Linz zu Recht als einen Klassiker der Forschung.[4] Hervorzuheben ist auch die Aktualität dieser Abhandlung – v.a. in Relation zu den anderen wichtigen Beiträgen zur Forschung, die größtenteils inmitten der Totalitarismus-Debatte verfasst worden sind.

Nach Linz gibt es drei Kriterien, die gleichzeitig erfüllt sein müssen, damit ein System totalitär ist: 1) Einerseits ist das Vorhandensein einer Ideologie und 2) einer Einheitspartei mit Massencharakter bzw. die generelle Mobilisierung der Massen notwendig. Andererseits 3) muss die gesamte, konzentrierte Macht bei einer Einzelperson oder einer kleinen Gruppe liegen. Diese Person oder Gruppe muss zusätzlich ohne jegliche – klassisch demokratische – Verantwortung gegenüber einer Wählerschaft sein und darf auch nicht auf demokratischem Wege – also „mit institutionalisierten, friedlichen Mitteln“[5] – absetzbar sein.[6]

Die Ideologie hat einen exklusiven und autonomen Charakter und stellt die Grundlage für jedwede Politik dar. Der Herrschende bzw. die Partei identifiziert und legitimiert sich mit dieser, da die Ideologie eine eigene Weltanschauung entwirft und somit nicht zuletzt einen historischen Sinn und Deutungen der sozialen Realität vorgibt.[7] So ist es nicht verwunderlich, dass das jeweilige ursprüngliche ideologische Erbe gerade in totalitären Systemen permanent manipuliert und angepasst wird. Linz räumt auch ein, dass sich Ideologien von Totalitarismen untereinander erheblich in ihrer Abgeschlossenheit, im Spielraum, die Ideologie mit Politischem zu verbinden, und im Grad ihrer ‚Fixiertheit‘ unterscheiden können.[8]

Neben diesen unabdingbaren Kriterien formuliert Linz weitere Eigenschaften eines totalitären Regimes. Eines der relevantesten Charakteristika ist dabei für ihn die Zerstörung – oder zumindest die entscheidende Schwächung – der vor der Machtübernahme der neuen politischen Elite herrschenden Institutionen, Organisationen oder Interessengruppen, also der sozialen Strukturen. Daraus resultierend spricht er von einem Monismus bzw. Machtmonopol, wenngleich er diese Konzentration der Macht nicht auch als monolithisch bezeichnet. Nach Abschluss des Prozesses der Machtübernahme und nach Durchsetzung des totalitären Systems sind die Vitalität der Ideologie und der regierenden Partei und die Stärke des Führers die ausschlaggebenden Aspekte dafür, ob das System totalitär ist bzw. wird.[9] So schreibt Linz weiterhin, dass jede Typologie eines totalitären Systems zwangsweise „die Bedeutung der Ideologie, der Partei und der Massenorganisation, der politischen Führer oder Führungsgruppen sowie den Zusammenhalt bzw. die Fraktionierung der Führung“[10] und auch die Verbindung dieser drei Dimensionen mit der Gesellschaft, der Geschichte und kulturellen Traditionen in Betracht ziehen muss.

Klassischer Pluralismus von Institutionen oder Gruppierungen existiert in einem totalitären System nicht. Falls doch vergleichbare Strukturen erkennbar sind, dann werden diese gewollt von dem Machtzentrum erschaffen und auch legitimiert, weswegen diese nicht das ‚Ergebnis‘ der vorherigen Gesellschaft darstellen.[11]

Das elitäre Element ist für Linz das Resultat des Kampfes um das Monopol der Macht unter den Eliten. Für ihn wird diese Macht dadurch ein „persönliches Nullsummenspiel“[12], welches auch die typische erbarmungslose Verfolgung politischer Verlierer erklärt.

Weiterhin wichtig ist das Wechselspiel zwischen der Bevölkerung und den Herrschenden; zwar ist eine weitreichende Zustimmung der Gesellschaft notwendig, jedoch herrscht eine umfangreiche soziale Kontrolle mit scheinbar freiwilliger, aber doch manipulierter Beteiligung. Es folgt eine relativ geschlossene Bevölkerungsstruktur, die nach dem Prinzip von gleichzeitiger Belohnung und Angst funktioniert.[13] Vor allem die Bindung an die Ideologie, der Wunsch nach der monopolistischen Kontrolle und die Angst vor dem Verlust der Macht erklären den Terror innerhalb der Elite selbst.[14]

Dem Terror gegenüber der eigenen Bevölkerung räumt Linz keinen so großen Stellenwert ein wie etwa Hannah Arendt[15] und er erkennt diesen weder als notwendige noch als hinreichende Eigenschaft des Totalitarismus an. Nichtsdestotrotz tritt für Linz massiver und/oder willkürlicher Terror jeglicher Art in totalitären Systemen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf und stellt somit sehr wohl ein Merkmal totalitärer Systeme dar. So sind nach Linz die systematische und unfaire Verhängung von Strafen mit allen einhergehenden Brüchen mit dem demokratischen Judikativ-Verständnis wie auch die normative Institutionalisierung, die ideologische Rechtfertigung und die Ausdehnung der Strafverfolgungen des Terrors auf die Familienmitglieder der Beschuldigten charakteristisch für totalitäre Regime – um nur einen kurzen Einblick zu gewähren. Sein größter Einwand gegenüber der Aufnahme des Terrors als Definitionsmerkmal wie bei Arendt besteht einerseits im oftmaligen Antreffen des Terrors in eindeutig nicht-totalitären Systemen und andererseits im Fehlen massiver und willkürlicher Gewaltanwendung in Regimen, auf denen Linz‘ Hauptkriterien zutreffen. Ähnlich verhält es sich mit der Notwendigkeit der Existenz eines Führers mit umfangreichen Machtkompetenzen. Zwar ist ein solcher laut Linz sehr wahrscheinlich vorhanden, jedoch ist dieser nicht unvermeidlich und nicht für die Stabilität eines totalitären Systems notwendig.[16]

Für Linz sind die Eigenschaften einer totalitären Partei von enorm wichtiger Bedeutung. So stellt eine weitere unabdingbare Voraussetzung für ein totalitäres Regime die Gleichstellung oder Überordnung der Parteiorganisation gegenüber der Regierung dar. Linz betont ebenfalls, dass die Partei nicht automatisch schon dann totalitär ist, wenn sie als alleinige (Einzel-)Partei auftritt und konkurrenzlos ist.[17] Weiterhin ist das Verhältnis zwischen dieser Partei und dem Staat von höchster Relevanz, da sie – trotz „ihrer Bürokratisierung, des oligarchischen Charakters ihrer Führungsgruppe und trotz sogar gesetzlich fixierten Privilegien ihrer Führungspersonen und Mitglieder“[18] – ganz bewusst und unabhängig von jedweden Überschneidungen von der staatlichen Bürokratie zu unterscheiden ist. Es herrscht ein Zwang zur aktiven Teilnahme am öffentlichen Leben, da der Charakter einer nicht-totalitären Partei dem totalitären Verständnis und den Ideen von freiwilliger Bewerbung um eine Mitgliedschaft in jeder Hinsicht widerspricht. Totalitäre Parteien planen ihre Mitgliedschaft akribisch und entscheiden über Aufnahme und Ablehnung, auch sogenannten Säuberungen unter den Parteimitgliedern sind nicht unüblich. Wichtige Kennzeichen sind weiterhin ihre extrem bürokratisierte Organisation und ihr Massencharakter[19] sowie die Überordnung gegenüber der militärischen Führung.[20]

3 Empirische Untersuchung: Bolschewismus und Nationalsozialismus im Vergleich

3.1 Ideologie

Vergleicht man die Ideologien des Nationalsozialismus und des sowjetischen Kommunismus[21], so ergeben sich sowohl Parallelen als auch eindeutige Unterschiede. In der Literatur lassen sich viele grundlegend verschiedene Meinungen zu diesem Sachverhalt finden. So betont Walter Schlangen die Ähnlichkeit der programmatischen Aufbereitung beider Ideologien, verneint aber die Ähnlichkeit ihres ‚Geistes‘.[22] Johann-Baptist Müller hebt beispielsweise hervor, dass, nur weil in beiden Fällen Einheitsideologien vorliegen, noch lange keine inhaltliche Gleichheit existiert, und verweist auf die jeweils völlig verschiedenen Denkmuster. Der Kern des Unterschiedes liegt in der Basis eben jener Denkmuster, da der Nationalsozialismus den antirationalen Rassenbegriff in den Mittelpunkt seiner Ideologie stellt, während der Marxismus vom rational ausgerichteten Begriff der Klasse ausgeht. Demzufolge unterscheidet sich auch die ideologische Legitimation der jeweiligen Taten und Ziele: Hitler begründet den Anspruch der Arier auf die Weltherrschaft biologisch mit einer nationalistischen Rassen-Ideologie, während Lenin den gleichen Anspruch des Proletariates soziologisch mit einer internationalistischen Klassen-Ideologie rechtfertigt. Somit wähnten sich die Nationalsozialisten bzw. die Arier als Exekutoren der Natur; die Kommunisten bzw. die Proletarier als Exekutoren der Geschichte. Daraus folgt jeweils ein Gesetz der Ungleichheit unter den Menschen, das Gewalt und Mord gegenüber definierten entmenschlichten Feinden legitimiert.[23] Dementsprechend können sich die Menschen dieser Ungleichheit auch nicht entziehen; sie stellt eine Möglichkeit dar, den Feind eindeutig zu identifizieren und abzugrenzen. Für die antisemitischen Nationalsozialisten sind die Juden die feindliche Rasse, auf der anderen Seite ist die feindliche Klasse die Bourgeoisie. Durch das jeweilige Feindbild gegenüber ideologisch definierten Kollektiven haben beide einerseits die strukturelle Gemeinsamkeit des Anti-Individualismus, andererseits die Ausbildung unüberwindbarer Freund-Feind-Gegensätze und die manichäische Zweiteilung der Welt in Gut und Böse zu eigen.[24]

Beide Weltanschauungen identifizieren Faktoren, die als Triebkräfte der geschichtlichen Entwicklung fungieren. Für die kommunistische Ideologie von Marx und Engels hat die sogenannte ‚Kollision der Geschichte‘ ihren Ursprung im Widerspruch der Produktionskräfte und der gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse, weswegen der Gegensatz der Klassen in Form des Klassenkampfes zu einer revolutionären Umwälzung führe. Bei Hitler steht der Lebensraum des eigenen Volkes im Vordergrund, wobei er nach dem (sozial-)darwinistischen Prinzip dem Stärkeren das Recht zuschreibt, den Schwächeren zu unterdrücken.[25] Die Weltgeschichte ist für den Nationalsozialismus im Grunde nichts anderes als der Kampf der verschiedenen Rassen bzw. der Kampf zwischen Teutonen und Juden um die Herrschaft.[26] Für den Kommunismus ist der Geschichtsprozess ausgehend vom Urzustand (bzw. klassenlosen Urkommunismus) ein stetiger und unaufhörlicher Wachstumsprozess, in dem die dabei einhergehenden Revolutionen zu neuen Gesellschaften, letztendlich zu einer ‚neuen Gesellschaft‘, dem Kommunismus, führen.[27] So liegt für Marx das ursprüngliche Heil in der Geschichte in der Einheit durch den Urkommunismus, für Hitler liegt das Heil gegenteilig in der Entzweiung durch den Rassenkampf. Demzufolge sieht Marx in der von Hitler angestrebten neuen Entzweiung durch den wiederhergestellten Rassenkampf einen zu behebenden Klassenkampf voller negativer Entzweiung. Umgekehrt ist für Hitler die von Marx angestrebte Einheit in Form des Kommunismus, also der klassenlosen Gesellschaft, eine unakzeptable Rassenvermischung.[28]

[...]


[1] Für eine Übersicht der Theorien von ‚klassischen Autoren‘ siehe Stanislav Balík (u.a.): Undemokra- tische Regime, S. 36-40. Einen Überblick über den Totalitarismus-Streit geben: Jerzy Maćków: Totalitarismus und danach, S. 31- 38. Leonid Luks: Zwei Gesichter des Totalitarismus, S. 151-153. Detlef Schmiechen-Ackermann: Diktaturen im Vergleich, S. 78-82. Mario Keßler: Von Hippokrates zu Hitler,, S. 211-226. Gert-Joachim Glaeßner: Kommunismus - Totalitarismus - Demokratie, S. 115f.

[2] Nichtsdestotrotz sprechen u.a. Maćków (S.32) und Schmiechen-Ackermann (insb. S.62; 78-82) von der Legitimität und Notwendigkeit der Vergleiche.

[3] Vgl. diesbezüglich Maćków, insb. S. 39 f. Zusätzliche Argumente, den Nationalsozialismus als autoritäres System zu kategorisieren, gibt: Thomas Klepsch: Nationalsozialistische Ideologie, S. 51-53.

[4] Vgl. Balík, S. 40 f.

[5] Juan J. Linz: Totalitäre und Autoritäre Regime, S. 21.

[6] Vgl. Linz, S. 21 und S. 37.

[7] Vgl. Linz, S. 25.

[8] Vgl. Linz, S. 34.

[9] Vgl. Linz, S. 22-25.

[10] Linz, S. 25.

[11] Vgl. Linz, S. 25.

[12] Linz, S. 27.

[13] Vgl. Linz, S. 21.

[14] Vgl. Linz, S. 28.

[15] Diese sieht den Terror als das wichtigste und erklärende Merkmal des totalitären Regimes an. Vgl. Hannah Arendt: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft.

[16] Vgl. Linz, S. 32 und S. 63-69. Auf Seite 65 diskutiert Linz ausführlich die Merkmale des Zwanges in totalitären Systemen. Für weitere Eigenschaften des totalitären Terrors siehe Linz, S. 9 f.

[17] Vgl. Linz, S. 56.

[18] Linz, S. 39.

[19] Vgl. Linz, S. 37-44. Zusätzlich Balík, S. 41.

[20] Vgl. Linz, S. 23 und S. 69.

[21] Im Folgenden sei – nach dem Sprachgebrauch von Hendrik Hansen: Karl Marx - ein Ideologe?, vgl. S. 65 und Lothar Fritze: Kommunistische Ideologie und die Rechtfertigung von Zwang und Gewalt (2014), vgl. S. 94 – unter kommunistischer Ideologie der sog. Marxismus-Leninismus zu verstehen.

[22] Vgl. Walter Schlangen: Die Totalitarismus-Theorie, S. 15.

[23] Vgl. Johann Baptist Müller: Kommunismus und Nationalsozialismus , S. 63-83. Zusätzlich für Rassen- und Klassen-Unterschied: Clemens M. Hutter: Rassen-, Klassen-, Massenmord, S. 21-26, 234f. Speziell zu Rassenbegriff und -lehre: Anton Grabner-Haider: Hitlers mythische Religion, S. 124-128. Rupert Breitling: Die Nationalsozialistische Rassenlehre, insb. S. 53-56. Gerhard Grimm: Der Nationalsozialismus, S. 48-50. Friedrich Pohlmann: Bolschewismus und Nationalsozialismus (2008), S. 176 f. Balík (S.110) deklariert den Nationalsozialismus treffend als „eine spezifische Mischung aus Rassenantisemitismus und Sozialdarwinismus“. Zur Dehumanisierung und Diabolisierung des Gegners vgl.: Lothar Fritze: Anatomie des totalitären Denkens (2012), S. 354-359.

[24] Vgl. Barbara Zehnpfennig: Hitlers Weltanschauung (2014), S. 85-88, 209. Pohlmann (2008), S. 179. Lothar Fritze: Kommunistische und nationalsozialistische Weltanschauung (2005), S. 139 f. Gegensätzlich weist Müller auf die aufklärerischen Wurzeln des Kommunismus hin, deren Prinzipien u.a. der Individualismus sind. Vgl. zudem für den Anti-Hedonismus des Nationalsozialismus und die rationalistischen Eigenschaften des Kommunismus: Müller, S. 63-68. Hutter erklärt die Neigung, den Stalinismus als Abweichung von einer prinzipiell humanitären Ideologie einzustufen und den Nationalsozialismus als prinzipiell inhuman zu werten, vgl. S. 26 f.

[25] Vgl. Fritze (2012), S. 57 f. Vgl. für marxistische Dialektik von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen zusätzlich: Fritze (2005), S. 106-109.

[26] Vgl. Heinz Schreckenberg: Ideologie und Alltag im Dritten Reich, S. 533. Balík (S. 113) schildert die Entwicklung von der klassenlosen Urgesellschaft über die Sklavenhaltergesellschaft, die Feudalgesellschaft, die kapitalistische Gesellschaft hin zur sozialistischen Gesellschaft, die schließlich im angestrebten Kommunismus gipfelt.

[27] Vgl. Pohlmann (2008), S. 156-166. Für Hutter ist das Parteiprogramm der NSDAP im Vergleich zum intellektuell anspruchsvollen Marxismus auf „eine von Pathos durchtränkte agitatorische ‚Weltanschauung‘“ (S. 104) zu reduzieren. Vgl. für Parteiprogramm NSDAP: Kurt Pätzold (u.a.): Die Geschichte der NSDAP (1998), S. 34-37.

[28] Vgl. Zehnpfennig (2014), S. 87.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Systeme des Bolschewismus und Nationalsozialismus im Vergleich. Unterschiede und Ähnlichkeiten in Ideologie und Terror
Hochschule
Universität Regensburg  (Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Grundkurs
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V450378
ISBN (eBook)
9783668854352
ISBN (Buch)
9783668854369
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bolschewismus, Nationalsozialismus, Kommunismus, Hitler, Stalin, Ideologie, Terror, System, Systemanalyse, politische Systeme, Osteuropa, Mitteleuropa, Totalitarismus, Totalitarismusforschung
Arbeit zitieren
Konstantin Scholz (Autor), 2018, Die Systeme des Bolschewismus und Nationalsozialismus im Vergleich. Unterschiede und Ähnlichkeiten in Ideologie und Terror, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/450378

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Systeme des Bolschewismus und Nationalsozialismus im Vergleich. Unterschiede und Ähnlichkeiten in Ideologie und Terror


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden