iese Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung, der Entwicklung und den unterschiedlichen Strukturen und Konzepten ethnologischer Filmfestivals. Dabei wird auch der Frage nachgegangen wann die ersten Festivals beginnen ethnologische Filme zu zeigen, und wie sich diese Entwicklung zu rein ethnologischen Filmfestivals fortsetzt.
Exemplarisch werden verschiedene Festivals vorgestellt. Dabei wird kein Anspruch auf Vollständigkeit der Darstellung erhoben, da die Datengrundlage nicht immer zufriedenstellend ist. Es soll lediglich ein Eindruck der verschiedenen Facetten der "Szene" vermittelt werden. Mit der Auswahl die, im Rahmen dieser Arbeit, als repräsentativ angesehen werden kann, soll ein Überblick geschaffen werden. Ausgewählt wurden die NAFA aufgrund ihrer besonderen institutionellen Organisationsform. Das RAI und das Bilan als Vertreter "großer" Festivals und als Repräsentant eines "kleineren" Festivals das Freiburger Film Forum.
Im Schluss werden Parallelen und Unterschiede in der Konzeption verglichen und gegenübergestellt.
Die Quellenlage bei diesem Thema ist leider mehr als dürftig, so dass es abgesehen von Internetquellen praktisch keine Literatur zu diesem Thema vorhanden ist.1 Einige der Veranstalter von Filmfestivals (Bilan, RAI, Freiburger Film Forum) waren so freundlich mir Insiderinformationen zukommen zu lassen, die in Form von Interviews bzw. Fragebögen erhoben wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehung ethnologischer Filmfestivals
3. Filmfestivals
3.1. NAFA (Nordic Anthropological Film Associaction)
3.2. RAI (Royal Anthropological Institute)
3.2.1. Konzept
3.2.2. Organisation, Planung und Durchführung
3.3. Bilan
3.3.1. Gründung
3.3.2. Entwicklung, Ziele, Struktur und Konzept
3.3.3. Kooperationen
3.3.4. Projekte
3.4. Freiburger Film Forum
3.4.1. Gründung
3.4.2. Konzept, Struktur und Finanzierung
3.4.3. Entwicklung des Freiburger Filmforums
3.4.4. Organisation
3.4.5. Thematische Schwerpunkte
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entstehung, die konzeptionelle Entwicklung sowie die organisatorischen Strukturen ethnologischer Filmfestivals in Europa. Ziel ist es, anhand ausgewählter Fallbeispiele ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie diese Festivals als Foren für den Austausch zwischen Wissenschaft, Filmemachern und Öffentlichkeit fungieren und welche Rolle sie für die visuelle Anthropologie spielen.
- Entstehungsgeschichte ethnologischer Filmfestivals seit den 1950er Jahren
- Institutionelle Ausgestaltung am Beispiel von NAFA, RAI und Bilan
- Das Freiburger Film Forum als Modell eines kleineren, nicht-kompetitiven Festivals
- Funktion der Festivals als Netzwerkplattformen für interkulturellen Dialog
- Herausforderungen in der Finanzierung und Organisation
Auszug aus dem Buch
3.4.2. Konzept, Struktur und Finanzierung
Die Konzeption des Freiburger Film Forums versucht durch eine Gegenüberstellung europäischer und indigener Produktionen sowie deskriptiver und fiktiver Filme, Spannung zu erzeugen. Das Festival ist, wie der Name schon sagt, als Forum gedacht, d.h. neben der Vorführung der Filme soll das Gespräch zwischen Filmemachern, Fach- und Laienpublikum im Vordergrund stehen. Die Filme konkurrieren nicht miteinander und es werden deshalb auch keine Preise verliehen.
Für die Gespräche bzw. Diskussionsrunden werden verschiedene Gäste (Filmemacher) eingeladen. Im Laufe der Jahre hat viel „Prominenz“ ihren Weg nach Freiburg gefunden. Durch diese Gäste, gibt es meist einen Themenschwerpunkt, bei dem das filmische Schaffen Einzelner im Vordergrund steht. In der Zeit des Festivals, haben die Teilnehmer die Gelegenheit Beziehungen zu knüpfen, aus denen manchmal gemeinsame Projekte erwachsen. Finanziert wurde das Festival, wie bereits erwähnt, zuerst mit lokalen Mitteln, die dann rückwirkend von der EU durch Gelder für entwicklungspolitische Projekte im Inland übernommen wurden. Der finanzielle Rahmen liegt bei 45 000 € und wird seit einigen Jahren nicht mehr von der EU, sondern durch das Land (15 000 €) und die Stadt Freiburg (30 000 €) gewährleistet. Das Budget ist zwar über die Jahre konstant geblieben, aber die Kosten steigen jedes Jahr, so dass das effektive Budget sinkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, die Strukturen und Konzepte ethnologischer Filmfestivals zu untersuchen, und erläutert die methodische Auswahl der repräsentativen Fallbeispiele.
2. Entstehung ethnologischer Filmfestivals: Dieser Abschnitt beschreibt die historische Entwicklung des ethnologischen Films von den 1950er Jahren an und die Notwendigkeit, aufgrund mangelnder institutioneller Unterstützung eigene Foren in Form von Festivals zu schaffen.
3. Filmfestivals: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Analyse spezifischer Institutionen, wobei NAFA, das RAI, das Bilan und das Freiburger Film Forum hinsichtlich ihrer Konzepte, Organisation und Ziele untersucht werden.
4. Schluss: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten der untersuchten Festivals als Kommunikationsforen zusammen und diskutiert konzeptionelle Unterschiede, insbesondere hinsichtlich kompetitiver versus nicht-kompetitiver Strukturen.
Schlüsselwörter
Ethnologischer Film, Visuelle Anthropologie, Filmfestivals, Freiburger Film Forum, Bilan du Film Ethnographique, NAFA, RAI, Dokumentarfilm, interkultureller Dialog, Filmförderung, Ethnographie, Festivalorganisation, interkulturelle Kommunikation, kultureller Austausch, Netzwerkarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung, der organisatorischen Entwicklung und den verschiedenen konzeptionellen Ansätzen ethnologischer Filmfestivals in Europa.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die historische Genese der Festivals, ihre Funktion als Foren für den interkulturellen Austausch sowie die Herausforderungen bei der Organisation und Finanzierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die "Szene" ethnologischer Filmfestivals zu geben und anhand von Fallbeispielen zu zeigen, wie diese zur Vernetzung von Wissenschaftlern und Filmemachern beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Die Autorin nutzte als Datengrundlage qualitative Methoden, darunter Insiderinformationen durch Interviews mit Veranstaltern sowie die Auswertung von Fragebögen und Programmheften.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden spezifische Institutionen wie die NAFA, das RAI, das Bilan und detailliert das Freiburger Film Forum anhand ihrer Konzepte, Strukturen und Entwicklungslinien porträtiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Visuelle Anthropologie, Ethnologischer Film, Netzwerkarbeit, interkultureller Dialog und Festivalorganisation geprägt.
Wie unterscheidet sich das Freiburger Film Forum von anderen Festivals?
Im Gegensatz zu vielen anderen Festivals verzichtet das Freiburger Film Forum auf Wettbewerbe und die Vergabe von Preisen, da der Fokus stärker auf dem Dialog und dem Foren-Gedanken liegt.
Welche Rolle spielt Jean Rouch in diesem Kontext?
Jean Rouch war eine zentrale Figur für das Festival "Bilan du Film Ethnographique" und hat maßgeblich die Entwicklung des ethnologischen Films zur Visuellen Anthropologie mitgeprägt.
- Quote paper
- Dominque Buchmann (Author), 2003, Entstehung, Entwicklung und Struktur ethnologischer Filmfestivals mit besonderem Fokus auf das 'Freiburger Film Forum', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45086