Die Sprache der Menschen ist nicht angeboren. Ein Baby kommt nicht sprechend zur Welt. Es macht viele Prozesse durch, bis es schlussendlich sein erstes Wort spricht. Nach ca. 12-18 Monaten kann es Sätze mit einem Wort sprechen. Allerdings kann es dies auch nur, weil es seine Umgebung belauscht und die Worte vertraut sind. Dieses Phänomen lässt sich bei den stummen „Wilden“ nachweisen.
Es gibt verschiedene Kinder, die in unterschiedlichem Alter in der Wildnis entdeckt wurden. Viele dieser Kinder konnten weder sprechen noch hatten sie Erinnerungen. Sie waren motorisch eingeschränkt und auch unempfindlicher gegenüber Temperatureinflüssen. Da diese Kinder in einer sprachfreien Umgebung aufwuchsen, wurden sie nicht an die Sprache gewöhnt und können sie somit nicht nachahmen. Bei ihnen ist die sensible Phase des Spracherwerbs bereits vorüber. Nach dem nativistischen Ansatz haben sie zwar die angeborenen, grundlegenden Fähigkeiten der Universalgrammatik, allerdings unterliegen diese einem Reifeprozess, der von außen gefördert werden muss. Die grammatischen Regeln müssen erlernt werden, da die Kinder dies im Umweltangebot in der wilden Natur nicht finden konnten. Nach der psychologischen Theorie gibt es eine solche Universalgrammatik allerdings nicht und auch keine angeborenen sprachspezifischen Fähigkeiten. Das Emergenzmodell beschränkt sich auf den kommunikativen Kontext und der Theorie der „radikalen Mitte“. [...]
Inhaltsverzeichnis
Aufgabe 1
Aufgabe 2
Aufgabe 3
Aufgabe 4
Zielsetzung & Themen
Das vorliegende Dokument dient der fachdidaktischen Auseinandersetzung mit der deutschen Grammatik, ihrer Vermittlung im Unterricht sowie der kritischen Analyse von Lehrmaterialien und den notwendigen Kompetenzen für angehende Deutschlehrkräfte.
- Grundlagen des Spracherwerbs und die Rolle der Grammatik
- Kriteriengeleitete Analyse von Schulbuchseiten
- Anwendung des topologischen Feldermodells
- Anforderungen und Kompetenzprofile für Lehrkräfte im Fach Deutsch
Auszug aus dem Buch
Aufgabe 1
Die Sprache der Menschen ist nicht angeboren. Ein Baby kommt nicht sprechend zur Welt. Es macht viele Prozesse durch, bis es schlussendlich sein erstes Wort spricht. Nach ca. 12-18 Monaten kann es Sätze mit einem Wort sprechen. Allerdings kann es dies auch nur, weil es seine Umgebung belauscht und die Worte vertraut sind. Dieses Phänomen lässt sich bei den stummen „Wilden“ nachweisen.
Es gibt verschiedene Kinder, die in unterschiedlichem Alter in der Wildnis entdeckt wurden. Viele dieser Kinder konnten weder sprechen noch hatten sie Erinnerungen. Sie waren motorisch eingeschränkt und auch unempfindlicher gegenüber Temperatureinflüssen. Da diese Kinder in einer sprachfreien Umgebung aufwuchsen, wurden sie nicht an die Sprache gewöhnt und können sie somit nicht nachahmen. Bei ihnen ist die sensible Phase des Spracherwerbs bereits vorüber. Nach dem nativistischen Ansatz haben sie zwar die angeborenen, grundlegenden Fähigkeiten der Universalgrammatik, allerdings unterliegen diese einem Reifeprozess, der von außen gefördert werden muss. Die grammatischen Regeln müssen erlernt werden, da die Kinder dies im Umweltangebot in der wilden Natur nicht finden konnten.
Zusammenfassung der Kapitel
Aufgabe 1: Diese Aufgabe erläutert die Grundlagen des Spracherwerbs anhand des Beispiels von „wilden Kindern“ und betont die Notwendigkeit von Grammatik für eine strukturierte Sprache.
Aufgabe 2: Hier erfolgt eine konkrete Sprachanalyse einer Schülerarbeit, wobei typische grammatikalische Fehler identifiziert und entsprechende Förderziele abgeleitet werden.
Aufgabe 3: Dieses Kapitel widmet sich der Vermittlung der Verbzweitstellung und der Anwendung des topologischen Feldermodells zur Analyse von Satzstrukturen im Deutschunterricht.
Aufgabe 4: Der letzte Teil reflektiert das notwendige Kompetenzprofil von Deutschlehrkräften und kritisiert die teilweise mangelnde Praxisorientierung im universitären Studium.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, Grammatik, Universalgrammatik, topologisches Feldermodell, Sprachanalyse, Schulbuchanalyse, Fachdidaktik, Deutschunterricht, Lehrerbildung, Kompetenzen, Verbzweitstellung, Sprachförderung, Satzbau, Unterrichtsplanung, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle der Grammatik im Deutschunterricht und der Herausforderung, diese den Schülern effektiv und motivierend zu vermitteln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Spracherwerb, der Analyse von Sprachproben, der Bewertung von Lehrmaterialien und dem Anforderungsprofil für Lehrkräfte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Verknüpfung theoretischer linguistischer Konzepte mit der praktischen Unterrichtsgestaltung und der Identifikation von Förderbedarfen bei Schülern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kriteriengeleitete Analyse von Schulbüchern sowie eine deskriptive Fehleranalyse von Schülertexten angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische linguistische Phänomene wie die Verbzweitstellung und verknüpft diese mit didaktischen Ansätzen zur Fehlerkorrektur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Spracherwerb, Grammatik, topologisches Feldermodell, Fachdidaktik und Lehrerkompetenz.
Wie bewertet der Autor die aktuelle Lehrerausbildung im Bereich Grammatik?
Der Autor kritisiert, dass das Studium zu theoretisch-historisch ausgerichtet sei und der praktische Umgang mit förderbedürftigen Schülern zu kurz komme.
Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des topologischen Feldermodells?
Das Modell wird als hilfreiches Werkzeug zur Analyse der Verbstellung betrachtet, erfordert jedoch eine motivierendere und praxisnähere Aufbereitung für den Schulunterricht.
- Citar trabajo
- Daniela Noe (Autor), 2018, Grammatik im mehrsprachigen Klassenzimmer, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451320