Im vorliegenden Text sollen Immanuel Kants Zeitbegriff und das Phänomen der Zeitreise mit Bezug auf die er Science-Fiction Literatur dargestellt werden. Ziel dieser Arbeit ist es nicht nur, einen umfassenden Eindruck von "der Zeit" nach Kant zu vermitteln sondern vor allem darzustellen, warum eine Zeitreise laut Kant nicht möglich sein kann. Dies wird hauptsächlich vor dem Hintergrund seines Werkes "Die Transzendentale Ästhetik" aus "Die Kritik der reinen Vernunft" geschehen, mit besonderem Bezug auf den Abschnitt "Von der Zeit". Die Zeitreise an sich wird natürlich ebenfalls dargestellt um Verwirrungen zu vermeiden und klar zu machen was darunter zu verstehen ist, wenn sich in diesem Text darauf bezogen wird. Um das Problem der Zeitreise noch ein wenig zu erweitern und dem Leser einen umfassenderen Eindruck zu verschaffen, soll außerdem eine weitere naturwissenschaftliche Problematik an selbigem Phänomen aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Der Zeitbegriff nach Kant
Die Zeitreise
Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Zeitreise unter Berücksichtigung von Immanuel Kants philosophischem Zeitbegriff. Dabei wird analysiert, inwiefern eine Zeitreise, wie sie beispielsweise in H. G. Wells "The Time Machine" dargestellt wird, aus erkenntnistheoretischer und naturwissenschaftlicher Perspektive als unmöglich zu bewerten ist.
- Grundlagen des Zeitbegriffs nach Immanuel Kant
- Die transzendentale Ästhetik und die Unmöglichkeit von Zeitreisen
- Analyse der Zeitreise-Thematik in der Science-Fiction-Literatur
- Wechselwirkung zwischen Zeit und Veränderung
- Energetische und logische Paradoxa bei Zeitreisen
Auszug aus dem Buch
Die Zeitreise
Allgemein wird als Zeitreise der Sprung oder die Reise zu einem anderen Zeitpunkt bezeichnet. Dieser Zeitpunkt kann entweder schon vergangen oder noch zu erwarten sein. In H. G. Wells Klassiker „The Time Machine“ passiert beides häufiger. Die wichtigste und weiteste Reise wird aber zu Beginn des Buches unternommen. Der Protagonist, dessen Name nie erwähnt wird, reist nachdem er sein Gerät fertiggestellt hat ins Jahr 802.701. In dieser Zeit angekommen hat er mit den Veränderungen zu kämpfen, die sich in den Jahren ergeben haben die er übersprungen hat. In der oben bereits erwähnten Literatur herrschen zwei verschiedene grundlegende Ideen vor, wie bei diesem Zeitpunkt angelangt werden kann: Es ist entweder ein tatsächlicher Sprung zu diesem Zeitpunkt oder die Zeit wird beschleunigt, so dass ein in der Zukunft liegender Zeitpunkt schneller erreicht wird oder sie wird umgekehrt; also so stark verlangsamt bis sie anfängt rückwärts zu laufen.
Betrachtet man diese zwei Versionen der Zeitreise, stellt man fest, dass beide eines gemeinsam haben; die Zeit im Innern einer Zeitmaschine oder des als Transportmittel durch die Zeit genutzten Gefährts verhält sich nie so, wie die Zeit außerhalb dieses Transportmittels. Eben diese außerhalb liegende Zeit gilt es schließlich zu manipulieren. Würde es also diese Unterscheidung von innerer und äußerer Zeit in der Literatur nicht geben, wäre die Zeitreise an sich hinfällig. Diese äußere und innere Zeit beschwören aber bereits den ersten Widerspruch herauf: Nach Kant ist die Zeit etwas, das nur eine Dimension hat. "Eine Dimension" meint in diesem Fall, dass es nur eine Zeit geben kann und nicht verschiedene Zeiten nebeneinander existieren können. Zeiten können aufeinander folgen, nicht aber nebeneinander existieren und selbst was Kant mit „aufeinander folgen“ meint, ist lediglich das Aufeinanderfolgen verschiedener Zeitabschnitte innerhalb einer übergeordneten Zeit.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Zeitreisen ein und erläutert die Zielsetzung, die Unmöglichkeit solcher Reisen mithilfe von Kants "Transzendentaler Ästhetik" aufzuzeigen.
Der Zeitbegriff nach Kant: Dieses Kapitel erläutert Kants Auffassung der Zeit als a priori gegebene, subjektive Form der Anschauung und grenzt sie von newtonschen, objektiven Zeitvorstellungen ab.
Die Zeitreise: Das Kapitel analysiert das literarische Motiv der Zeitreise und zeigt auf, warum dieses Konzept logisch mit Kants Definition der Zeit als eindimensionales, notwendiges Nacheinander kollidiert.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Zeitreisen nach der hier dargelegten philosophischen Argumentation unmöglich sind, verweist jedoch auf die faszinierende Natur des Zeitdilatations-Phänomens bei Einstein.
Schlüsselwörter
Zeit, Zeitreise, Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, Transzendentale Ästhetik, H. G. Wells, The Time Machine, Veränderung, Anschauung, Raum, Relativitätstheorie, Paradoxa, Zeitdilatation, Philosophie, Erkenntnistheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht das theoretische Konzept der Zeitreise und setzt es in einen kritischen Dialog mit Immanuel Kants philosophischem Zeitverständnis aus der "Kritik der reinen Vernunft".
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Felder sind die erkenntnistheoretische Einordnung von Raum und Zeit, die literarische Darstellung von Zeitreisen sowie die naturwissenschaftlichen Grenzen der Veränderbarkeit von Zeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum eine Zeitreise aus kantianischer Sicht logisch unmöglich ist, da Zeit als reine Form der inneren Anschauung keinem direkten Zugriff unterliegt.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es handelt sich um eine philosophische Begriffs- und Literaturanalyse, die Kants theoretische Grundlagen auf fiktionale Szenarien aus der Science-Fiction anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die philosophische Definition von Zeit nach Kant sowie die kritische Auseinandersetzung mit dem Zeitreise-Motiv, insbesondere unter dem Aspekt der inneren und äußeren Zeit.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie transzendentale Idealität, a priori, empirische Realität, Zeitdilatation und die philosophische Analyse von Veränderungsprozessen charakterisiert.
Wie unterscheidet sich Kants Zeitbegriff vom newtonschen Verständnis?
Während Newton Zeit als absolute, gleichförmige Größe betrachtete, postuliert Kant sie als subjektive, notwendige Bedingung unserer Anschauung, ohne die keine Erfahrung möglich wäre.
Warum wird im Text auf die Expansion des Universums verwiesen?
Der Autor nutzt die Expansion des Universums, um zu verdeutlichen, dass eine Zeitreise eine energetische Manipulation erfordern würde, die physikalisch jenseits menschlicher Möglichkeiten liegt.
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- Bachelor of Arts Felix Jeschonnek (Author), 2012, Die Manipulierbarkeit der Zeit bei H. G. Wells und Immanuel Kant, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/451851