Im Alltag sieht man sich ständig damit konfrontiert, Entscheidungen treffen zu müssen. Besonders im Job müssen diese Entscheidungen, beispielsweise in Notfallsituationen, sehr schnell und präzise getroffen werden. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich sowohl mit Definitionsansätzen für den Begriff der Entscheidung aus unterschiedlichen Wissenschaften, als auch mit verschiedenen Entscheidungstheorien.
Folgende Forschungsfragen werden in dieser Arbeit behandelt: Was ist eine Entscheidung, und was bedeutet dieser Begriff vor dem Hintergrund der subjektiven und der systemischen Perspektive? Wie ist der Begriff der Entscheidung in der Literatur definiert? Welche Arten der Entscheidungsfindung sind in der Literatur beschrieben?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit und Fragestellung
1.3 Methodik
1.4 Gliederung der Arbeit
2 Begriffsdefinitionen Entscheidung
2.1 Entscheidung in der Soziologie
2.1.1 Die Soziologie
2.1.2 Begriffsdefinition in der Soziologie
2.2 Entscheidung in der Psychologie
2.2.1 Die Psychologie
2.2.2 Begriffsdefinition in der Psychologie
2.3 Entscheidung in der Philosophie
2.3.1 Die Philosophie
2.3.2 Begriffsdefinition in der Philosophie
2.4 Entscheidung in der Wirtschaftswissenschaft
2.4.1 Die Wirtschaftswissenschaft
2.4.2 Begriffsdefinition in der Wirtschaftswissenschaft
3 Arten der Entscheidungsfindung / Entscheidungstheoretische Ansätze
3.1 Normative / Präskriptive Entscheidungstheorie
3.2 Deskriptive Entscheidungstheorie
3.3 Defensive Entscheidung
3.4 Intuitive Entscheidung
3.5 Entscheidungen unter Sicherheit
3.6 Entscheidung unter Unsicherheit
4 Ergebnisdarstellung und Beantwortung der Forschungsfragen
5 Conclusio und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über existierende Definitionen des Begriffs der Entscheidung in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zu bieten und gängige Entscheidungstheorien zu analysieren. Dabei steht die Untersuchung des Begriffs im Vordergrund, um eine wissenschaftliche Basis für weitere Forschungen im Bereich des Pflegemanagements zu schaffen.
- Multidisziplinäre Definition des Begriffs Entscheidung
- Analyse von normativen, deskriptiven und intuitiven Entscheidungstheorien
- Untersuchung von Entscheidungsszenarien unter Sicherheit und Unsicherheit
- Reflexion über defensive Entscheidungsstrategien in Führungspositionen
- Bedeutung von Entscheidungsprozessen im Kontext der Pflege
Auszug aus dem Buch
3.3 Defensive Entscheidung
Den Begriff der defensiven Entscheidung hat im deutschsprachigen Raum vor allem Gerd Gigerenzer geprägt. Er spielt damit auf den Druck an, den vor allem Manager und Menschen im Gesundheitswesen, in Entscheidungssituationen auferlegt bekommen. Dies steht im engen Zusammenhang mit der Fehlerkultur des jeweiligen Systems. So ist es in manchen Situationen und Systemen für den Entscheider einfacher, gegen sein eigenes Wissen, für eine andere Option zu stimmen. Sofern diese andere Option besser begründbar ist. Dadurch muss die Person, die die Entscheidung getroffen hat nicht selbst argumentieren oder rechtfertigen. Sie kann sich dann entspannt auf eine Empfehlung oder eine Leitlinie berufen. (Gigerenzer, 2013, S. 61ff).
Die defensive Entscheidung kann somit fast als Folge des Ansatzes der normativen Entscheidungstheorie gesehen werden. In dem Moment, wo das System auf die Einhaltung von Entscheidungsbäumen besteht, und vor allem das Nichteinhalten selbiger geahndet wird, wird Verantwortung von der entscheidenden Person genommen. Diese wäre nun ungeschickt, aufgrund besseren Wissens, gegen diese auferlegte Vorgehensweise zu entscheiden.
Dass dies für Unternehmen ein Problem darstellen kann zeigt eine aktuelle Erhebung in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut. Hier wurde eine Umfrage im Bereich der deutschen Verwaltung zum Thema defensive Entscheidungen in Führungspositionen gestartet. Insgesamt 950 Führungsverantwortliche haben an dieser Umfrage teilgenommen. Die Auswertung zeigt, dass im Schnitt jede vierte Entscheidung eine defensive Komponente hatte. (Berlin.de, 2016).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die tägliche Relevanz von Entscheidungen ein und definiert die Problemstellung, die Ziele sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Begriffsdefinitionen Entscheidung: Das Kapitel widmet sich der differenzierten Betrachtung des Begriffs der Entscheidung aus soziologischer, psychologischer, philosophischer und wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive.
3 Arten der Entscheidungsfindung / Entscheidungstheoretische Ansätze: Hier werden zentrale theoretische Konzepte wie normative, deskriptive, defensive und intuitive Entscheidungsansätze sowie Entscheidungen unter Sicherheit und Unsicherheit vorgestellt.
4 Ergebnisdarstellung und Beantwortung der Forschungsfragen: In diesem Teil werden die Erkenntnisse der Arbeit zusammengeführt und die zu Beginn formulierten Forschungsfragen unter Einbeziehung der theoretischen Grundlagen beantwortet.
5 Conclusio und Ausblick: Der Autor resümiert die Ergebnisse, reflektiert die Komplexität des Themas und gibt einen Ausblick auf die Relevanz für zukünftige Arbeiten im Bereich des Pflegemanagements.
Schlüsselwörter
Entscheidung, Entscheidungstheorie, Entscheidungsfindung, Management, Soziologie, Psychologie, Philosophie, Wirtschaftswissenschaften, Intuition, Defensive Entscheidung, Unsicherheit, Pflegemanagement, Hermeneutik, Rationale Entscheidung, Handlungstheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den komplexen Prozess der Entscheidungsfindung aus einer multidisziplinären wissenschaftlichen Perspektive, um ein tieferes Verständnis für diesen täglichen Vorgang zu entwickeln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Entscheidungen in Soziologie, Psychologie, Philosophie und Wirtschaftswissenschaften sowie die Darstellung verschiedener Entscheidungstheorien.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über vorhandene Definitionen und Modelle zu geben, um damit eine wissenschaftliche Grundlage für weiterführende Studien im Bereich des Pflegemanagements zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Der Autor wählte einen literaturbasierten, deskriptiven Zugang und nutzte eine systematische Literaturrecherche sowie eine hermeneutische Analyse, um das Wissen zu synthetisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Begriffsdefinitionen in verschiedenen Disziplinen und die detaillierte Vorstellung unterschiedlicher Entscheidungstheorien und -typen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Entscheidung, Entscheidungstheorie, Entscheidungsfindung, Management sowie die spezifischen Ansätze wie die intuitive oder defensive Entscheidung.
Was versteht man unter einer defensiven Entscheidung?
Eine defensive Entscheidung liegt vor, wenn eine Person entgegen ihrem eigenen Wissen entscheidet, um sich innerhalb eines Systems abzusichern und Verantwortung zu vermeiden, oft induziert durch eine negative Fehlerkultur.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Entscheidung unter Sicherheit und Unsicherheit relevant?
Sie ist relevant, da sie beschreibt, ob ein Entscheider über alle Informationen zu Alternativen und deren Folgen verfügt (Sicherheit) oder ob Wahrscheinlichkeiten und Risiken unklar sind (Unsicherheit), was unterschiedliche Lösungsstrategien erfordert.
Wie definiert der Autor das Verhältnis zwischen Intuition und Entscheidung?
Der Autor beschreibt Intuition als ein müheloses, auf Erfahrungen basierendes Verstehen, das besonders dann wichtig wird, wenn keine Zeit oder Datenbasis für aufwendige Berechnungen oder Heuristiken vorhanden sind.
Wird in der Arbeit eine optimale Entscheidungsmethode empfohlen?
Nein, der Autor betont explizit, dass es nicht das Ziel der Arbeit ist, einen Pfad zur "optimalen" Entscheidung zu kreieren, sondern vielmehr die theoretische Vielfalt und die Prozesse des Entscheidens aufzuzeigen.
- Citar trabajo
- Oliver Kral (Autor), 2016, Die Qual der Wahl bei der Entscheidungsfindung. Entscheidungstheoretische Konzepte und der Pfad des Erkenntnisgewinns, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452336