Ziel dieser Arbeit ist es, die Merkmale, die dem Laissez-Faire-Stil aus diversen wissenschaftlichen Perspektiven zugesprochen werden, herauszustellen und mit denen einer destruktiven Führung zu vergleichen. Diese Arbeit stellt die Frage, ob die Laissez-Faire-Führung als destruktiver Führungsstil zu betrachten ist.
Es zeigte sich während der Recherche, dass Laissez-Faire-Führung durchaus einige Merkmale einer destruktiven Führung aufweist. Hinsichtlich der Auswirkungen auf die Mitarbeiter und den Unternehmenserfolg kann die Laissez-Faire-Führung destruktive Folgen haben. Allerdings verstehen viele wissenschaftliche Modelle nur Führungsstile als destruktiv, wenn der Führende absichtlich destruktiv handelt. Daher kann Laissez-Faire nicht eindeutig den destruktiven Führungsstilen zugeordnet werden. Unabhängig davon zeigt die vorliegende Arbeit jedoch auf, dass ein Laissez-Faire-Führungsstil kein empfehlenswerter Führungsstil ist und nur unter besonderen Bedingungen situativ angewendet werden sollte.
Der Führungsstil ist ein maßgeblicher Faktor für den Erfolg einer Unternehmung. Die wissenschaftliche Forschung kennt eine Vielzahl verschiedener Führungsstile, die je nach der dimensionalen Betrachtungsweise in Modellen zusammengefasst wurden. Besonders der Laissez-Faire-Führungsstil fand im Laufe der letzten Jahrhunderte eine besondere Betrachtung und wurde hinsichtlich seiner Wirksamkeit untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Executive Summary
2. Einleitung
3. Laissez-Faire-Führungsstil
3.1. Historische Einordnung von Laissez-Faire
3.2. Laissez-Faire in klassischen Führungsstilkonzepten
3.2.1. Führungsstile nach Lewin, Lippitt und White
3.2.2. Führungskontinuum nach Tannenbaum und Schmidt
3.2.3. Full Range Leadership Model nach Avolio und Bass
4. Destruktive Führung
5. Destruktivität des Laissez-faire-Führungsstils
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht, ob der Laissez-Faire-Führungsstil als destruktive Führung eingestuft werden kann. Dabei wird analysiert, inwieweit die Merkmale dieses Stils mit wissenschaftlich definierten Kriterien destruktiven Führungsverhaltens korrespondieren und welche Auswirkungen dies auf Mitarbeiter und Unternehmenserfolg hat.
- Historische Herleitung des Laissez-Faire-Konzepts
- Einordnung in klassische und moderne Führungsmodelle
- Definition und Dimensionen destruktiver Führung
- Analyse der Destruktivität von Laissez-Faire-Verhalten
- Situative Betrachtung und Abgrenzung zu Empowerment
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Führungsstile nach Lewin, Lippitt und White
Kurt Lewin gilt als einer der einflussreichsten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Führungsforschung. Als Pionier auf dem Gebiet der Sozialpsychologie sind Lewins Forschungsergebnisse auch heute noch relevant für Personalverantwortliche. Zusammen mit Kollegen hat er drei Formen klassischer Führungsstile identifiziert: 1. Autoritärer Stil (Regeln, Aufgaben und Lösungswege werden von der Autorität vorgegeben. Die Autorität ist zwar persönlich in Lob und Kritik, dabei allerdings nicht feindlich eingestellt.) 2. Demokratischer Stil (Alle Regel und Lösungswege werden in der Gruppe besprochen, unterstützt durch die Führungsperson, die allerdings Alternativen vorgibt. Die Führungsperson ist in ihrem Feedback objektiv und faktenorientiert.) 3. Laissez-Faire Stil (Vollständige Freiheit der Gruppe ohne Einmischung des Verantwortlichen. Dieser versorgt die Gruppe lediglich mit den benötigten Informationen und Materialien. Es wird nur auf Nachfrage ein Feedback gegeben.)
Die drei Stile sind hinsichtlicher der Einmischung in das Verhalten der Untergebenen, indem Regeln vorgegeben werden, der Vorgabe von Lösungswegen und die Art des Feedbacks mehrdimensional voneinander verschieden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Executive Summary: Kurzer Überblick über die Forschungsabsicht, die Problematik des Laissez-Faire-Stils und das Hauptergebnis bezüglich seiner situativen Einsetzbarkeit.
2. Einleitung: Hinführung zum Thema durch Zitate, die Bedeutung des Führungsstils und Vorstellung der methodischen Vorgehensweise in der Arbeit.
3. Laissez-Faire-Führungsstil: Beleuchtung der historischen Wurzeln sowie Einordnung des Stils in wissenschaftliche Modelle wie das von Lewin, Tannenbaum/Schmidt und das Full Range Leadership Model.
4. Destruktive Führung: Definition von destruktivem Verhalten und Beschreibung der verschiedenen Dimensionen wie physische, verbale, direkte oder indirekte destruktive Führung.
5. Destruktivität des Laissez-faire-Führungsstils: Kritische Auseinandersetzung mit der Frage, ob Laissez-Faire aufgrund seiner innewohnenden Eigenschaften als destruktiv einzustufen ist und wie dies in der Literatur diskutiert wird.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, Feststellung der negativen Auswirkungen auf Mitarbeiter und Plädoyer für eine situative, bewusste Anwendung von Führungsansätzen.
Schlüsselwörter
Laissez-Faire, Destruktive Führung, Führungsstil, Mitarbeiterzufriedenheit, Management, Leadership, Rollenambiguität, Organisation, Personalentwicklung, Unternehmenserfolg, Situative Führung, Sozialpsychologie, Feedback, Empowerment, Arbeitsumgebung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Aspekte des Laissez-Faire-Führungsstils mit einem speziellen Fokus auf dessen potenziell destruktive Wirkungsweise in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die historische Einordnung von Führungsstilen, die Definition destruktiver Führung und die Auswirkungen von passiven Führungsstilen auf das Arbeitsklima.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, ob der Laissez-Faire-Führungsstil wissenschaftlich als eine Form destruktiver Führung zu betrachten ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse klassischer sowie moderner Führungsstilmodelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Laissez-Faire in verschiedenen Modellen, definiert destruktive Führung anhand von Dimensionen und untersucht die destruktiven Konsequenzen von Laissez-Faire für Mitarbeiter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Laissez-Faire, destruktive Führung, Mitarbeiterzufriedenheit, Führungseffektivität und organisationale Auswirkungen.
Inwiefern unterscheidet sich Laissez-Faire von Empowerment?
Die Arbeit zeigt, dass die Grenze fließend ist; der Unterschied liegt in den Erwartungen der Mitarbeiter sowie der Klarheit über Aufgaben und Ziele.
Warum wird Laissez-Faire oft als "Nicht-Führung" bezeichnet?
Weil der Stil sich durch eine mangelnde Bereitschaft zur aktiven Einflussnahme auf das Verhalten oder die Arbeit der Mitarbeiter auszeichnet.
Ist Laissez-Faire in jedem Fall destruktiv?
Nicht zwingend; es kommt auf die Intention und die Eignung der Mitarbeiter an, wobei es jedoch selten ein empfehlenswerter Dauerzustand ist.
- Arbeit zitieren
- Patrick Schneider (Autor:in), 2018, Die unsichtbare Hand im Unternehmen. Zur Destruktivität des Laissez-faire-Führungsstils, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452558