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Nächstes Ziel: Dschihad? Wie Jugendliche für den Terror angeworben werden

Präventive Konzepte und Angebote der Sozialen Arbeit

Title: Nächstes Ziel: Dschihad? Wie Jugendliche für den Terror angeworben werden

Textbook , 2019 , 105 Pages

Autor:in: Hannah May (Author)

Social Work
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In den Nachrichten werden wir täglich mit Begriffen wie Islamist, Salafist, Terrorismus und Dschihadismus konfrontiert. Doch was bedeutet das? Ist jeder Salafist gleich ein Terrorist? Und worin liegt der Unterschied zwischen einem Islamisten und einem Salafisten? Was bedeutet diese Zuschreibung für junge Muslime in Deutschland?

Immer mehr Jugendliche fühlen sich von gewaltorientiert-islamistischen Ideologien angezogen. Die Terrororganisationen nutzen Soziale Medien wie Facebook, um vermehrt die Aufmerksamkeit der jungen Zielgruppe zu bekommen und davon zu profitieren. Vor allem für Jugendliche, die sich in einer schweren oder unsicheren Lebensphase befinden, kann diese Propaganda attraktiv wirken und vermeintlich Halt vermitteln.

In diesem Buch klärt die Autorin zunächst, ob es wirklich die religiöse Überzeugung oder doch die Suche nach der eigenen Identität und das damit verbundene Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe ist, die das zentrale Motiv für die Radikalisierung von jungen Menschen bildet. Danach gibt sie einen Überblick zu Handlungsmöglichkeiten und Grenzen der Sozialen Arbeit und der Sozialpädagogik und stellt Bereiche der Präventions- und Deradikalisierungsarbeit vor.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Phänomen Dschihad

2 Die Unterschiede kennen - Begriffserklärung

2.1 Terrorist / Terrorismus

2.2 Fundamentalist / Fundamentalismus

2.3 Extremist / Extremismus

2.4 Islamist / Islamismus

2.5 Salafist / Salafismus

2.5.1 Der puristische Salafismus

2.5.2 Der politische Salafismus

2.5.3 Der terroristische (dschihadistische) Salafismus

2.6 Dschihad / Dschihadist / Dschihadismus

3 Nächstes Ziel: Dschihad

3.1 Zur Adoleszenz junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund

3.2 Radikalisierungsfaktoren und Ursachen junger Menschen

3.2.1 Zugehörigkeitsgefühl / soziale Bindungen

3.2.2 Gesellschaft und Politik

3.2.3 Sexualität

3.2.4 Mädchen / junge Frauen

3.2.5 Justizvollzugsanstalten

3.2.6 Moscheen und islamische Gemeinden

3.2.7 Konvertit_innen

3.2.8 Die Rolle der Religion

3.3 Radikalisierungsmodelle

3.3.1 Radikalisierungsmodell nach Lamya Kaddor

3.3.1.1 Gruppenidentität

3.3.1.2 Isolation

3.3.1.3 Radikalisierung und Gewalt

3.3.2 Das „Staircase to terrorismen“-Modell von Fathali Moghaddam

3.3.2.1 Erdgeschoss: Subjektiv unzufrieden

3.3.2.1.1 Stockwerk: Die Möglichkeit, die Lage zu verändern

3.3.2.1.2 Stockwerk: Verschiebung der Aggressionen

3.3.2.1.3 Stockwerk: Zunehmende Abgrenzung

3.3.2.1.4 Stockwerk: Feindbilder reproduzieren

3.3.2.1.5 Stockwerk: Wenn alle Hemmungen fallen

3.3.3 Das New-York-Police-Department-Modell

3.3.3.1 Phase der Vorradikalisierung (Pre-Radicalization)

3.3.3.2 Phase der Selbstidentifikation (Self-Indentification)

3.3.3.3 Phase der ideologischen Verfestigung (Indoctrination)

3.3.3.4 Phase der Dschihadisierung (Jihadization)

3.3.4 Gegenüberstellung der Modelle

4 Der Salafismus und „Pop-Dschihad“ als Jugendkultur

4.1 Das Internet und die Sozialen Medien als Deutungsangebote und Rekrutierungsorgan

4.2 Äußerliche Merkmale

4.3 Zur Bedeutung der Anaschid (Sprechgesang)

4.4 Die „Stars“ der Szene

4.4.1 Pierre Vogel (Abu Hamza)

4.4.2 Denis Mamadou Cuspert (Abou Maleeq später Abu Talha al-Amani)

5 Zur Aufgabe der Sozialen Arbeit / Sozialpädagogik

5.1 Salafisten – die besseren Sozialarbeiter?

5.2 Präventionsarbeit

5.2.1 Offene Kinder- und Jugendarbeit

5.2.2 Schule

5.2.3 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen

5.2.4 Politische Rahmenbedingungen

5.2.5 Zur Verantwortung der Medien und sozialen Netzwerke

5.2.6 Bildungspolitik

5.2.7 Justizvollzugsanstalten

5.2.8 Moscheen und islamische Gemeinden

6 Das Leben nach dem Dschihad – Zurück in Deutschland

6.1 Aussteiger und Deradikalisierungsprogramme

6.2 Organisationen

6.2.1 Violence Prevention Network

6.2.2 Beratungsstelle Hayat

6.2.3 Die Beratungsstelle „Radikalisierung“ des BAMF

7 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, warum sich junge Menschen radikalen und extremistischen Organisationen anschließen und bereit sind, für deren Ideologien in den bewaffneten Kampf zu ziehen. Dabei steht die Frage im Vordergrund, inwieweit Faktoren wie Identitätsbildung, soziale Ausgrenzung und die Attraktivität salafistischer Strukturen als Jugendkultur die Radikalisierung begünstigen und wie die Soziale Arbeit präventiv und intervenierend reagieren kann.

  • Faktoren und Ursachen für die Radikalisierung Jugendlicher
  • Salafismus als moderne Jugendkultur und „Pop-Dschihad“
  • Die Rolle des Internets und der sozialen Medien bei der Rekrutierung
  • Präventions- und Deradikalisierungsansätze in der Sozialen Arbeit
  • Handlungsmöglichkeiten in Schule, JVA und Moscheegemeinden

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Zugehörigkeitsgefühl / soziale Bindungen

Jeder Mensch möchte das Gefühl haben dazuzugehören, nicht alleine zu sein und sich verstanden zu fühlen. Besonders in der Umbruchsphase der Adoleszenz, in der die Jugendlichen oft das Gefühl haben, dass es drunter und drüber geht, brauchen sie Halt und Geborgenheit. Idealerweise bekommen sie von Zuhause das Gefühl, ein Teil von etwas zu sein, wichtig zu sein und ernst genommen zu werden. Als Alternative wenden sich Jugendliche oft an ihre Peergroups, die im besten Fall als Ergänzung oder eben als Ersatzfamilie dienen. Vor allem in Krisensituationen ist das Gefühl, Halt zu bekommen, von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Salafisten wissen, wie sie diese Gefühle für sich nutzen können. Sie geben ihnen durch individuell zugeschnittene Angebote das Gefühl, dazuzugehören. Sie suchen bewusst nach jungen Menschen, die noch auf der Suche nach ihrer Identität sind, denn in dieser Zeit sind sie beeinflussbarer und anfälliger für extreme Gruppierungen (vgl. Mansour 2014: 2 f.).

Durch die auf junge Menschen ausgelegten Angebote sowie mit Predigten, die in einer jugendlich zugeschnittenen Sprache gehalten werden, schaffen es die Salafisten, ein Gemeinschaftsgefühl hervorzurufen. Die Jugendlichen verstehen sich somit als ein wichtiger Teil dieser Gemeinschaft. Die Jugendlichen erhalten dort „ein geregeltes, strukturiertes Umfeld (...) und bekommen dort Sinn, Orientierung und eine Mission“ (Mansour 2014: 3). Mansour beschreibt, dass die Zugehörigkeit zu einer salafistischen Gruppierung durch verschiedene Identitätsmerkmale (Kleidung, Sprache, Alter etc.) sich zu einer Art Jugendkultur entwickelt (vgl. Mansour 2014: 3).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Phänomen Dschihad: Einleitung in die Thematik der Radikalisierung von Jugendlichen und die mediale sowie gesellschaftliche Debatte rund um Islamismus und Terrorismus.

2 Die Unterschiede kennen - Begriffserklärung: Differenzierung der zentralen Begriffe wie Terrorist, Fundamentalist, Extremist, Islamist und Salafist sowie Erläuterung des Dschihad-Konzepts.

3 Nächstes Ziel: Dschihad: Analyse der Ursachen und Faktoren von Radikalisierung im Jugendalter, einschließlich psychologischer Aspekte, gesellschaftlicher Diskriminierung und spezifischer Orte wie Moscheen oder JVA.

4 Der Salafismus und „Pop-Dschihad“ als Jugendkultur: Darstellung des Salafismus als subkulturelle Bewegung, die sich durch Internetpropaganda, Anaschid und Vorbilder aus der Szene als Identitätsangebot inszeniert.

5 Zur Aufgabe der Sozialen Arbeit / Sozialpädagogik: Erörterung der Rolle der Sozialen Arbeit bei der Prävention und Deradikalisierung, kritische Auseinandersetzung mit der These der „besseren Sozialarbeit“ durch Salafisten und Vorstellung konkreter Handlungsfelder.

6 Das Leben nach dem Dschihad – Zurück in Deutschland: Untersuchung der Situation von Rückkehrern, Herausforderungen der Resozialisierung sowie Vorstellung von Programmen wie dem Aarhus-Modell und Beratungsstellen wie Hayat.

7 Schlusswort: Resümee über die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens und die zentrale Aufgabe, Jugendliche durch attraktive Alternativen und soziale Teilhabe zu stärken.

Schlüsselwörter

Salafismus, Dschihadismus, Radikalisierung, Jugendkultur, Soziale Arbeit, Prävention, Deradikalisierung, Identitätsbildung, Islam, Terrorismus, soziale Ausgrenzung, Internetpropaganda, Konvertiten, Jugendliche, Resozialisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie und warum Jugendliche in Deutschland für den militanten Salafismus gewonnen werden und welche Rolle dabei soziale Ausgrenzung, Identitätssuche und die gezielte Strategie von Anwerbern spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder umfassen die Begriffsklärung extremistischer Strömungen, die psychologischen und sozialen Faktoren der Radikalisierung sowie die Möglichkeiten und Grenzen präventiver Sozialarbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Mechanismen der Anwerbung zu verstehen, um effektive Strategien der Sozialen Arbeit zu identifizieren, die Jugendliche von einer Radikalisierung abhalten oder einen Ausstieg ermöglichen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien, Expertenberichte und Radikalisierungsmodelle, um die komplexen Zusammenhänge theoretisch und praxisorientiert zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Radikalisierungsfaktoren während der Adoleszenz, der Inszenierung des „Pop-Dschihad“ als Jugendkultur, der Rolle des Internets sowie der professionellen Deradikalisierungsarbeit in Schulen, Moscheen und Strafvollzugsanstalten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Werk?

Wichtige Begriffe sind Salafismus, Dschihad, Radikalisierungsmodelle, Soziale Arbeit, Präventionsarbeit, Identitätsbildung und Deradikalisierung.

Welche Rolle spielt die „Pop-Kultur“ bei der Anwerbung von Jugendlichen?

Die Arbeit zeigt, dass Salafisten durch gezielte Medieninszenierungen, die Verwendung von Jugendsprache, „Kampfhymnen“ (Anaschid) und die Vermittlung einer Identität als „Held“ oder Teil einer exklusiven „Weltgemeinschaft“ eine Anziehungskraft ausüben, die dem Mainstream abgrenzt.

Warum wird die Soziale Arbeit im Kontext der Radikalisierung besonders gefordert?

Die Autorin argumentiert, dass Sozialarbeiter eine zentrale Schnittstelle bilden müssen, da Salafisten durch „einfache Antworten“ in Lebenskrisen attraktiver wirken können als staatliche Hilfsangebote, wenn letztere nicht über das notwendige Wissen und interkulturelle Kompetenzen verfügen.

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Details

Title
Nächstes Ziel: Dschihad? Wie Jugendliche für den Terror angeworben werden
Subtitle
Präventive Konzepte und Angebote der Sozialen Arbeit
Author
Hannah May (Author)
Publication Year
2019
Pages
105
Catalog Number
V453128
ISBN (eBook)
9783964870216
ISBN (Book)
9783964870223
Language
German
Tags
Radikalisierung Deradikalisierung Salafismus Daesch Islamismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hannah May (Author), 2019, Nächstes Ziel: Dschihad? Wie Jugendliche für den Terror angeworben werden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453128
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