Im deutschen Schulsystem bilden türkische Schüler die größte Minderheit unter den Migrantenkin-der . Im Schuljahr 2000/01 gehörten mehr als 40% aller ausländischen Schüler an allgemeinbildenden Schulen der türkischen Staatsangehörigkeit an (vgl. Statistisches Bundesamt 2002, S. 127ff. ) .
Der größte Hemmfaktor, laut PISA-Studie, für die nicht aufstrebende Bildungskarriere türkischer Schülern ist die mangelnde Sprachkompetenz. Die Bildungspolitik beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit diesem Problem und versucht, sowohl mit schulischen als auch mit außerschulischen Sprachför-derungsmaßnahmen, die auf sowohl auf Eltern und Kinder zugeschnitten sind, diesem Problem entgegenzutreten. Die Schulsituation türkischer Schüler wurde trotzdem durch den Einsatz dieser Maßnahmen nicht grundlegend verbessert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Türkische Schüler/innen an deutschen Schulen
2.1 Der Beitrag der Schule zum Schulerfolg
2.2 Soziale Herkunft und Bildungschancen
2.3 Schulerfolg trotz niedriger elterlicher Schul- und Berufsbidung
2.4 Empfehlungen und Perspektiven
2.5 Interview mit Nuray Deniz, einer 17. jährigen Schülerin aus der zweiten Generation
2.6 Resümee:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die wesentlichen Ausgangsvoraussetzungen und Bedingungen, die den Schulerfolg türkischer Kinder in Deutschland maßgeblich beeinflussen, und setzt sich kritisch mit der Rolle von Sprachkompetenz und sozialem Hintergrund auseinander.
- Analyse der Bedeutung von Sprachkompetenz und häuslichem Umfeld
- Einfluss des sozio-ökonomischen Hintergrunds auf die Bildungschancen
- Bedeutung innerfamiliärer Lebensbedingungen für den Schulerfolg
- Zusammenhang zwischen gesellschaftlicher Integration und Bildungschancen
- Interkulturelle Erziehung als pädagogischer Ansatz
Auszug aus dem Buch
2.3 Schulerfolg trotz niedriger elterlicher Schul- und Berufsbidung
Obwohl ein großer Anteil türkischer Eltern keine oder geringe Schul- und Berufsausbildung genossen haben, bieten sie ihren Kindern ideale Voraussetzungen, um ihnen eine erfolgreiche Bildungskarriere zu ermöglichen. Was sind diese idealen Voraussetzungen? Die Eltern von leistungsstarken Schülern, in diesem Fall Gymnasiasten, bieten ihren Kindern günstige soziale, kulturelle und ökonomische Bedingungen. Sie stehen im Kontrast zu den an islamischen Werten orientierten Eltern. Yasar Uysal kam in seiner 1998 durchgeführten Untersuchung zu folgendem Ergebnis: Die Differenzierung türkischer Gymnasiasten und türkischer Hauptschüler muss zunächst in den „Sozialisationseffekten“ gesucht werden. Der Familienverband von Gymnasialschülern besteht in der Regel aus 3-5 Familienmitgliedern, dabei ist es nicht relevant, ob es eine Akademiker- oder Arbeiterfamilie ist. Ihre Wohnungen sind geräumig, dadurch kann der Schüler eine eigene Privatsphäre aufbauen. Sie können sich vor allem auf das Lernen konzentrieren und werden nicht für Hausarbeiten beansprucht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Hausarbeit erläutert die Beweggründe für die Untersuchung des Schulerfolgs türkischer Schüler und gibt einen Überblick über die inhaltliche Struktur der Arbeit.
2. Türkische Schüler/innen an deutschen Schulen: Dieses Kapitel beleuchtet die bildungspolitische Situation türkischer Kinder und analysiert Hemmfaktoren sowie die Rolle des Bildungssystems.
2.1 Der Beitrag der Schule zum Schulerfolg: Es wird untersucht, inwieweit Sprachkompetenz und Förderkonzepte den Erfolg türkischer Schüler beeinflussen und ob der häusliche Sprachgebrauch tatsächlich als Haupthindernis gilt.
2.2 Soziale Herkunft und Bildungschancen: Der Fokus liegt auf dem sozio-ökonomischen Hintergrund als entscheidendem Faktor, der unabhängig von der Nationalität für den Schulerfolg bedeutsam ist.
2.3 Schulerfolg trotz niedriger elterlicher Schul- und Berufsbidung: Das Kapitel analysiert, welche förderlichen Faktoren trotz eines bildungsfernen Elternhauses zu einer erfolgreichen Schullaufbahn beitragen können.
2.4 Empfehlungen und Perspektiven: Hier werden Forderungen nach einer interkulturellen Schulentwicklung und einer bewussteren Einbindung aller beteiligten gesellschaftlichen Akteure aufgestellt.
2.5 Interview mit Nuray Deniz, einer 17. jährigen Schülerin aus der zweiten Generation: Ein Experteninterview mit einer Schülerin liefert persönliche Einblicke in ihre Erfahrungen und Wahrnehmungen innerhalb des deutschen Schulsystems.
2.6 Resümee:: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse zusammengeführt und die Notwendigkeit einer wechselseitigen Öffnung von türkischen Familien und der deutschen Gesellschaft betont.
Schlüsselwörter
Schulerfolg, türkische Schüler, Migrantenkinder, Bildungschancen, soziale Herkunft, Sprachkompetenz, Bildungsungleichheit, interkulturelle Erziehung, Bildungspolitik, Sozio-ökonomischer Status, Integration, Gymnasium, Hauptschule, Sozialisationseffekte, Bildungsmigration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Einflussfaktoren auf den Schulerfolg türkischer Schüler an deutschen Schulen und hinterfragt die Ursachen für Bildungsunterschiede.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss von Sprachkompetenz, der sozio-ökonomische Hintergrund des Elternhauses sowie die Bedeutung innerfamiliärer Lebensbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, welche Ausgangsvoraussetzungen und Bedingungen ausschlaggebend für eine erfolgreiche Schullaufbahn bei türkischen Schülern sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu Bildungsstudien sowie einem qualitativen Interview mit einer Schülerin der zweiten Generation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von schulspezifischen Faktoren, sozialen Rahmenbedingungen, Familienstrukturen und pädagogischen Empfehlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Schulerfolg, Bildungschancen, soziale Herkunft, interkulturelle Erziehung und Migrationshintergrund.
Welche Rolle spielt die "zweite Generation" im Interview?
Das Interview mit Nuray Deniz dient dazu, theoretische Erkenntnisse über Bildungserfolg durch praktische Erfahrungen einer betroffenen Schülerin zu validieren.
Was sind laut Uysal die "außerfamiliären Faktoren"?
Dazu zählen gesellschaftliche Rahmenbedingungen wie Stigmatisierung, Ausgrenzung sowie Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit und Probleme bei der Wohnungs- und Arbeitssuche.
- Quote paper
- Jürn Jakob Lohse (Author), 2001, Zum Schulerfolg türkische Kinder an deutschen Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45329